Unsinn.

Ich würde jetzt gerne etwas schreiben. Etwas allumfassendes. Etwas, dass die erreicht, die jetzt allein sind. Und die, die es nicht sind. Und die, die sich noch nicht entschieden haben, was davon sie sein könnten. Und alles dazwischen.

Ich würde gerne sagen, dass alles gut wird und es meinen.

Das Leben ist nicht perfekt.

Und solang wir nicht unser Bestes geben, dachte ich, ist das normal. Wenn ich nicht so viel lerne, wie möglich, muss ich damit rechnen, nur 11 Notenpunkte zu kriegen. Damit muss ich dann leben.

Aber je älter man wird, desto mehr erkennt man, dass es auch  nicht perfekt ist, wenn man alles gibt. Egal, wie viel man gibt, es ist manchmal einfach (gut) nicht genug. Und man darf trotzdem nicht weniger geben. Aufhören, Anhalten, Pause. Nein. Das macht man nicht. Das gehört sich nicht. Arbeite, Kind.

Und dann höre ich, dass es später noch schlimmer wird. Lese eure Blogs, lese, wie verschissen ihr es auf Arbeit findet und weiß, dass ich keinen besseren Job bekommen werde.

Was bleibt uns noch?

Und eigentlich ist alles, was ich machen will, schlafen. Weiterschlafen und weiterschlafen.

Und Menschen helfen. Nach Haiti und den Leuten helfen. Nach XY und den Leuten Toast geben, damit sie nicht weiterhin Schlammkekse essen müssen.

Und einen Buchladen eröffnen mit Café daneben und Bento-Boxen zum Mitnehmen.

Und davon rennen.

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Untitled. 25.10.2010

Hier ist es wieder. Dieses Klicken im Kopf. Als ob die Sekunden gezählt werden, bis keine mehr übrig sind. Dieses hinterhältige Gefühl, das nicht weggeht. Dieses Drücken auf der Brust; das, was mich so unruhig werden lässt. Mich dazu bringt, ständig hochzustehen, zum Ende des Raumes zu gehen und wieder zurück. Auf den Balkon und in die Küche, in’s große Bad, in mein Bad. Irgendwohin, in der Hoffnung, dass die Gedanken irgendwo bleiben wirden, ich irgendwohin flüchten könnte. – Sollte ich mir meinen Kopf abhacken?

Oops?

Ich merke gerade, wie wütend ich gewesen bin. Hm. Bin also doch nicht so leer, wie ich dachte. – Aber ich muss zugeben, in letzter Zeit ging es mir fast schon weniger schlecht als sonst. Und was will man mehr? Achso.. ja. Die Welt.

Therapie fällt jetzt längere Zeit aus – Danke, super Timing ;) – aber ich hab meine vielen, schönen Tabellen zum Ausfüllen bekommen.

Eigentlich wollte ich mehr schreiben, aber die Muse hat mich so schnell verlassen, wie sie gekommen ist. Vielleicht später.. aber ich bin seit Wochen so müde, dass ich mich regelmäßig frage, wie ich überhaupt dazu komme, rauchen zu gehen, etwas zu trinken etc.

Das wars. Eines der schlechtesten Postings überhaupt. Aber hey, ein Lebenszeichen. ;)

Menschen.

Wir sind schon eine elende kleine Gemeinde.

Kleine, egoistische, rücksichtslose Bälger, zusammengefercht und gemästet.

Unterm Strich sind wir nur „ein weiterer Mensch“. Unsere tolle Individualität geht drauf, wen interessiert noch unsere Geschichte, unser Schicksal? Um uns zu unterhalten, schauen wir ein bisschen Fernsehen, um miteinander zu reden, benutzen wir Instant Messenger und „lol“-en uns voll. Wo bleibt die Tiefe? Wo bleibt der Kontakt?

Freundschaft bedeutet: Ich hör dir zu, damit ich ganz schnell selbst reden kann. Oder: Heute betrinken wir uns bei mir, nächstes Wochenende kiffen wir bei Anne. Oder: Lass uns Spaß haben, wir leben nur heute. Aber eigentlich geht es nur darum, dass man selbst Spaß hat. Ob dem Anderen das passt, ist nebensächlich. Und generell sind uns die Menschen nur solang wichtig, wie sie uns etwas geben können. Einen Wert, weil sie uns um Rat fragen, einen kleinen Ego-Pusher, weil sie uns in den Arsch kriechen. Oder ein Rudel. Damit wir nicht so allein auf der Welt sind. Nein, da gibt es natürlich noch soo viel mehr. Sie helfen uns, die hässlichsten Jeans zu kaufen, damit wir neben ihnen dumm aussehen. Oder sie geben uns ehrliche Ratschläge und helfen uns so, irgendwen flachzulegen. Yeah! Das ist das Leben, Leute!

Und dann ist da noch unsere Zukunft. Dieses ominöse Gebilde, zusammengehalten von den Märchen, die uns erzählt werden und gefüllt von uns kleinen, unzufriedenen, leeren Wesen. Anne wollte immer Ärztin werden, hab ich das schon erzählt? Aber in Wirklichkeit ist sie zu dumm. So ist es eben. Aber das sagte ihr natürlich niemand. Ihre Eltern wollten das auch gar nicht wahr haben. Und dann ist da noch Clemens, der Kapitän werden wollte. Kein Witz, wollte er wirklich. Hat ihm niemand erzählt, dass man dafür gute Augen haben muss? Der Kleine hatte schon in der Grundschule ne Brille mit so dicken Gläsern auf, dass man sich bei Bandenkriegen dahinter verstecken konnte. Und das sind keine süßen, mal eben herbeifantasierten Geschichten. Ich kenne die Beiden. Anne ist jetzt in irgendeiner Gastronomie-Ausbildung und Clemens.. keine Ahnung. Der ist echt schlau, aber was genau er werden wird? Hm. – Und dann gehen wir in die Schule, wo wir größtenteils Grütze lernen. Und objektiv ist das ganz sicher nicht! Wo wir kleine Opportunisten werden. Wo wir fragen „Wie hoch?“ wenn die Lehrer sagen, wir sollen springen. Wo wir jährlich ein großes Spektakel aus dem Holocaust machen und jedes Jahr wieder irgendwo eine kleine heuchlerische Lisa ist, die sich ein paar Tränen aus den Augen pressen kann, um Mitarbeitsnote 1 zu kriegen. Yeah! Und dann, wenn wir kaputt sind und die, die wirklich was hätten werden können, den Tag nur überstehen, weil sie darüber nachdenken, wie sie sich am Kreativsten umbringen können, dann dürfen wir weitermachen und arbeiten gehen, unsere Rolle spielen, etwas für den Staat tun, der soviel für uns tut.

Und hier leben wir. Mit unseren Rudeln, um die Kriege zu durchstehen. Und mit unseren Ängsten und Wünschen und unserer unglaublich arroganten Selbstbezogenheit. Warum erschießen wir uns eigentlich nicht alle selbst?

Ich möchte ein Eisbär sein..

Oder Schlagzeug spielen lernen und Rockstar werden.
Ich möchte die Welt retten wie Wonder Woman.
Oder auf eine Forschungsreise in die Sahara fahren.
Ich möchte Bilder malen und Kindern in Lateinamerika lesen beibringen. Ich möchte ein Café eröffnen.
Ich will unbedingt aus einem Flugzeug springen.

Aber wenn ich morgens aufstehe, ist all das weit, weit weg. Ich sehe in den Spiegel und in den nächsten Minuten zählen nur noch meine Posen, eine Maske für jede Emotion, die ich sorgfältig überprüfe. Dann lächle ich das Spiegelbild, das ich sein soll, ein letztes Mal an und finde es für einen kurzen Augenblick beruhigend, dass ich so oft in den Spiegel schauen kann, wie ich will, ohne dass das Gesicht jemals verschwindet.
Diese Realität ist  jederzeit verfügbar, deshalb mache ich mir lieber Gedanken über meine Frisur als über Zukunftsängste oder „tiefergehende seelische Verletzungen“.

– Noelle, scharfkonturiert