Derealisation und Depersonalisation

Das Fremd-Wahrnehmen der Umwelt als Ganzes (trotz Wiedererkennen der einzelnen Elemente) und des Ichs. Enfremdungserlebnisse.

Kommt manchmal bis häufig vor. Derzeit ‚leide‘ ich nur an einer leicht-depressiven Episode.. da geht das. Aber früher, als ich in der mittelschweren bzw. schweren Depression steckte, da war das oft so.

Ich erinnere mich gerade an eine Nacht. Ich bin aufgewacht, wie ich das so häufig tue.. Schlafstörungen eben. Und ich versuchte, mich an mich selbst zu erinnern. Ich war schon ein bisschen länger wach, es war also nicht der Schlaftran. Ich kam mir fremd vor, hab mich nicht an meinen Namen erinnert bzw. ihn nicht als meinen eigenen zuordnen können. Der Name passte zum Körper, aber der Körper war nicht mein eigener. Genauso wie die vielen Eigenschaften eben jenes.

Irgendwie komische Vorstellung und mir fallen sofort einige Horrorfilme und Versuche ein, in denen fremde Leute/Wesen die Körper der Protagonisten übernahmen oder in denen die Hauptpersonen in fremde Körper mussten.

Das wars schon wieder.
In diesem Sinne:

Wer alles durchschaut, der sieht nichts mehr. – C.S.Lewis

Zum Abkotzen heute.

Heute geht. Heute geht langsam vorbei. Aber es geht.

Nur einmal gebrochen, aber zwei Mal gegessen. Fortschritt würden viele Menschen sagen. Was ich davon halte, behalt ich für mich. 1 Apfel und 2 Scheiben irgendwas. Uh, wie schlimm.

Aber es ist eben doch schlimm. Und es wird nicht besser, nur weil ich rational betrachtet, nicht mal den Tabesbedarf einer Katze gedeckt habe.

Wie oberflächlich ich eigentlich bin, ist mir immer wieder ein Rätsel.

Im Internet gefunden, bitte KRITISCH lesen

Zum Kotzen: Der Bulimie – Ratgeber!

Sie werden sich fragen “Eine Anleitung zum Reihern? Brauchen wir das wirklich?” Ja! Denn auch Kotzen will gelernt sein. Wie Sex, Shoppen am Samstag vormittag und das Autofahren mit 2,3 Promille, ist auch das “Sich Übergeben” eine Kunst, die nicht zu unterschätzen ist. Bei ZYN! werden Sie in 6 einfachen Schritten zum Profi-Spucker und können auf der nächsten Party die Magersüchtige in der Toilettenkabine nebenan beeindrucken.

For Women only? No, Sir! Kotzen ist männlich

Entgegen der üblichen Meinung ist Bulimie keine Frauensache. Männer können genauso gut ihr Innerstes nach Aussen kehren, wie Frauen, und sie brauchen sich dafür auch nicht zu schämen, denn kaum ein Vorgang des menschlichen Körpers ist so dermassen ausdrucksstarke Naturgewalt wie das schwallartige Entleeren des Magens. Alle Muskeln werden angespannt, die Herzrate erhöht sich, das Blut konzentriert sich im Gehirn, die Sehschärfe steigt temporär und die Mimik ist die eines Schwarzbären beim Angriff.

Und wenn ihr Männer noch einen weiteren Grund braucht: keine Abdominal-Gymnastik wirkt so effizient auf die Bauchmuskeln, wie das Krampfen beim Würgen. Waschbrettbauch über der Kloschüssel? Na klar, oder was denken Sie, wie Brad Pitt seine Figur bekommen hat?

Rewind and Erase! Eine kleine Nahrungslehre

Das Schöne an der Bulimie ist, dass Sie essen können was sie wollen. Das macht diese Diät auch so konkurrenzlos. Trotzdem gibt es das Eine oder Andere, was sie wissen sollten. Anfänger machen oft den Fehler, dass sie denken: “was zuletzt kommt, geht zuerst!” und stopfen als Erstes das Gesunde Zeug in sich hinein, um so doch noch irgendwie für einen Vitaminausgleich zu sorgen. Erst am Ende sterben die Schokoladentorten eines natürlichen Todes, denn die werden ja sofort wieder ausgespuckt, richtig? Falsch!

Der Magen bearbeitet Aufträge nicht nach Eingangsstempel, sondern nimmt sich ein Beispiel am deutschen Beamtentum und erledigt zuerst die einfachen Sachen und lässt die schweren Dinge für eine Weile ruhen. So kommt es, dass der Salat, den man als Entree hatte, noch vor dem Tiramisu wieder auftaucht (eigentlich: untertaucht). Als Faustformel gilt hier: je mehr Zucker, desto schneller hat der Körper es verarbeitet. Gemüse und Grünzeug ist vom Magen am schwersten zu verdauen und kann tagelang im Originalzustand überleben. Für den Vitamin- und Mineralausgleich empfehle ich Multivitaminpräparate vor dem Schlafengehen.

Time to go! Der richtige Zeitpunkt

Der richtige Zeitpunkt, um sich das Abendessen nochmals durch den Kopf gehen zu lassen, erfordert Einiges an Fingerspitzengefühl. Rennt man sofort aufs Klo, wird es schmerzhaft, denn dann hat man mit grossen Brocken zu kämpfen, die unangenehm kratzen und auch gerne mal steckenbleiben. Wartet man jedoch zu lange, kann es sein, dass ein Teil der Nahrung schon zu kuscheligen Fettpolstern verarbeitet wurde und der Rest im Warteraum nicht vom Stuhl hochkommt; was heisst, dass der Effort zum Herauslocken der Nachzügler unangemessen hoch ist.

Am besten hat es sich bewährt, eine halbe Stunde zu warten. Der Mageninhalt ist dann am einfachsten dazu zu überreden, nochmals an die frische Luft zu gehen und die Konsistenz hat einen angenehm weichen Aggregatzustand angenommen. Ein kleiner Tipp: ein grosses Glas Wasser vor dem Spucken vereinfacht den Prozess noch.

My Home is my Bathroom! oder “Wo ich mich hinknie, da bin ich zuhaus”

Nicht nur die Zeit, sondern auch der Ort will sorgfältig gewaehlt sein. Meist hat man natürlich keine grosse Auswahl: entweder man kotzt Zuhause, im Restaurant oder bei Freunden. Trotzdem sollte der Ort des Grauens so angenehm und gemütlich wie möglich sein, denn schliesslich verbringt man eine nicht unerhebliche Zeit knieend vor dem Porzellanthron. Nur Absolute Beginners erledigen die Sache in 2 Minuten, wohingegen Profis wissen, dass sie für eine gründliche Rundumreinigung ihrer Interna schon gut 15 Minuten einplanen müssen.

Untersuchen Sie die Toilettenschüssel. Ist es eine deutsche abgeschrägte Toilette mit enger werdendem Hals, so haben sie Glück. Sich in dieser Arbeitsumgebung einzusauen, ist fast unmöglich und sie können munter draufloskotzen. Wenn gewünscht auch stehend mit halb eingeknickten Knien, während die Hände sich auf den Oberschenkeln abstützen. Haben Sie eine amerikanisches Klo erwischt, so gestaltet sich das Ganze etwas schwieriger und Sie müssen sich auf jeden Fall hinknien und so nah mit dem Gesicht an die Wasserfläche kommen, wie es geht.

Legen Sie sich ein Handtuch unter die Knie und versuchen Sie, ihr Essen auf dem Schleichweg in die Kanalisation zu befördern, um Spritzflecken zu vermeiden. Experten tragen Knieschoner unter ihren Jeans und legen eine grosszügige Schicht Klopapier in die Toilette, um so den Aufprall auf dem Wasser zu dämpfen.

Vielleicht haben Sie die Moeglichkeit, das Licht zu dimmen oder Sie zünden sich ein Teelicht an und schalten das grelle Neonlicht aus. Wenn Sie möchten, sprühen Sie auch einen Spritzer Ihres Lieblingsparfums in den Raum oder kleben ein Foto Ihres ärgsten Feindes knapp unterhalb des Toilettenrandes. Was immer Ihnen gefällt, ist erlaubt.

Auf Autobahnraststätten und in schmierigen Kneipen ist es egal, welche Methode Sie anwenden. Hier können Sie kreativ werden und Weitspucken üben, das Waschbecken benutzen oder sich dabei im Kreis drehen. Es wird von Ihnen erwartet!

In jedem Fall gilt: halten Sie Taschentücher in Griffnähe und klappen Sie immer den Klodeckel hoch. Lange Haare werden vorher mit einem Gummiband zurückgebunden und danach den Kaugummi nicht vergessen!

Sounds like Teen Spirit! oder “Der Ton macht die Musik”

Sich zu Übergeben ist normalerweise eine geräuschvolle Angelegenheit. Nicht immer aber hat man die Privatsphaere, um sich in voller Lautstärke zu erleichtern, und so muss man bei den Soundeffekten schon mal Abstriche machen. Wenn die Toilettenkabine nebenan besetzt ist, das Wohnzimmer der Freunde neben dem Klo liegt und vor der Toilette jemand anderes auf seine Chance wartet, sind die Phantomimen im Vorteil. Leider ist lautloses Kotzen eine Frage der Zeit, daher rate ich jedem Anfänger, das in mehreren ungestörten Sessions zu üben, bis man oeffentlich damit auftreten kann.

Manchmal verhilft auch die richtige Technik zu schnellem Erfolg. So finden viele es einfacher, zwei Finger zu benutzen und diese so tief es geht in den Rachen zu schieben und damit den empfindlichen Bereich hinter der Zungenwurzel zu berühren. Dies löst einen relativ krampflosen und dadurch auch ruhigen Brechzwang aus. Nach nur wenigen Versuchen ist man im Halsbereich relativ unempfindlich, so dass man jeden Gastroenterologen bei einer Magenspiegelung verblüffen koennte.

Have Fun! Der Spassfaktor

Wenn man als VollzeitBulimiker etwas so häufig macht, wie das Reihern, so ist es wichtig, dass man dabei auch Spass hat. Wenn Ihnen jetzt erst schlecht wird: Gratulation und Willkommen im Club, aber lesen Sie trotzdem weiter. Es lohnt sich!
Es gibt tatsächlich Mittel und Wege, das Kotzen zur kurzweiligen Freizeitgestaltung zu machen. Essen Sie nach der ausgesuchten Mahlzeit etwas mit hohem Farbstoffgehalt. Am wirkvollsten sind Azorubin (E 122), Indigotin (E 132) und Xanthophylle (E 161), weil diese Farbstoffe von BASF mit der Auszeichnung “totalresistent gegen Magensäure” ausgetestet wurden. Das gibt beim Übergeben lustige Farbakzente und Sie müssen nicht immer auf das langweilige und undefienierbare Braun schauen. Keine Angst vor gesundheitlichen Schäden, diese lebensgefährlichen Zusatzstoffe sind ja sofort wieder draussen.

Lesen Sie gerne aus dem Kaffeesatz? Lieben sie Bleigiessen zu Sylvester? Dann wird Ihnen dieses Spiel gefallen. Deuten Sie ihre Zukunft aus dem Muster, das ihr Mageninhalt auf der Wasseroberfläche hinterlässt. Das ist so einfach wie Tierfiguren in Wolkenbildern erkennen und lenkt Sie ein wenig von Ihrer unangenehmen Aufgabe ab. Ausserdem bringt es etwas Spannung in Ihr Leben, indem Sie herausfinden, wie nah an die Wahrheit Sie mit Ihrer Deutung kommen.

Versuchen Sie, so viele Nahrungsmittel wie möglich im halbverdauten Zustand zu erkennen. Geben Sie sich dafür Punkte und addieren Sie diese am Ende zusammen. Fortgeschrittene raten vor dem Spuckvorgang, was als Nächstes kommen wird und absolute Profis kotzen sortiert, das heisst, dass sie zuerst die Karotten und dann die Brokkoli loswerden.

Ich bin einfach so .. müde

Sometimes, when I’m alone.. I wonder: Is there a spell that I am under keeping me from seeing the real things?

Ich weiß auch nicht.. ich bin wohl eine ziemliche Lusche. Aber das ändert nichts daran. Je mehr es wird, desto weniger Kraft habe ich. Und je weniger es wird, desto mehr fühle ich mich. Aber was hilft es mir, zu fühlen, wenn niemand mehr übrig ist, mit dem ich es teilen kann? Wenn ich kotze und würge und – tata, ich hab mich geoutet – im Endeffekt hilft es mir nichts, weil ich launisch werde, sobald ich Nasenbluten kriege und Blut spucke? Wenn ich dadurch alle vergraule?

Vor ein paar Tagen oder so habe ich einem Freund (A.) ein paar Texte von hungrigesleben zu lesen gegeben. Ich kann mich mit vielen Äußerungen von me.ipsum identifizieren und wollte seine Meinung. Gesagt habe ich ihm natürlich nicht, dass es mir oft genauso geht wie ihr (me.ipsum). Seine Meinung war: Bemitleidenswert, Schwach, Willenlos.

Ich war baff. Das waren die letzten Worte, die mir eingefallen wären. Wirklich. Und da fiel mir etwas auf, dass ich noch nie gesehen habe. Ich bin tatsächlich schwach. Depressionen und Bulimie sind keine Dinge, die mir angetan wurden, sondern Zustände, die ich angenommen hab. Ich hab sie nicht abgelehnt, ich bin in dieser Geschichte nicht das Opfer. Es ist einfach passiert. Aber der Punkt ist: Ich könnte es eventuell ändern. Ich könnte aufhören, mich in meinem angeblichen Unglück zu laben und hochstehen. Aber ich tu es nicht. Weil ich schwach bin.

Da hab ich dann den Fragebogen rausgeholt, den ich für meine Ärztin ausfüllen sollte. Und mir fiel auf, dass ich viele Sachen falsch ausgefüllt habe. Hobbies? Was sind Hobbies? Ich hab keine. Mit Freunden treffen? Ääääh.. ja. Ne. Oder doch? Und das ist mein Problem. Ich will immer als die starke Patricia in Erinnerung bleiben. Und ich habe nie bedacht, dass Depressionen und Essstörungen nicht in das Bild passen. Also hab ich ab jetzt keine ES und keine Depressionen mehr. So ist das.

Um nochmal auf die Überschrift zurück zu kommen (schreibt man das getrennt oder zusammen? Verdammt!):

Ich bin müde. Ich will nicht mehr vorgeben, stark zu sein. Ich will den Menschen sagen können, was ich wirklich fühle. Aber das geht einfach nicht. Weil ich nicht weiß, wie man sowas macht. Ich kann euch allen tausend Mal sagen, was mir passiert ist. Aber es wäre nie wahr.
Weil ich es, obwohl die Fakten stimmen, nur berichten würde, wie ich von einem Buch erzähle. Oder der letzten Folge Smallville.
Ich lasse einfach niemanden herein.