#13 cannot worship anyone beside you

In der sechsten Klasse, denke ich, hatten wir die Aufgabe, eine Kurzgeschichte zu schreiben. Im Unterricht, dann in der Klassenarbeit. Ich hab dabei völlig versagt. Einmal habe ich nie Hilfestellungen von Frau-Wie-Hieß-Sie-Nochmal? bekommen, andererseits fehlt mir scheinbar irgendeine Ressource.

Wir schreiben derzeit sehr häufig Werkberichte für „Ergotherapeutische Mittel.“ Darin sollen wir unsere Arbeitsschritte schon im Vorfeld nennen, alle Hilfsmittel, Materialien und Werkzeuge zu dem Arbeitsschritt nennen, und die benötigte Zeit einkalkulieren.

Ich denke, es fehlt mir die Kompetenz „abstrakt-planendes Denken.“

Gestern saß ich auf dem Balkon (glaube ich. Wenn nicht: Gestern saß ich auf dem Klo. Wenn nicht: Gestern saß ich auf meinem Bett,) und mir fiel auf, dass ich etwas simpel bin. Nicht auf die gute Art.

Ich habe keine Antwort auf die Frage, was ich möchte. Was mich glücklich macht. Ich lebe genauso in den Tag hinein wie der Rest. Halte mich gerade so über Wasser, und muss realisieren, dass mein Überlebensinstinkt sich wohl an den kleinen Dingen festkrallt, weil er auf nicht mehr konditioniert wurde.

Was möchte ich vom Leben?

Keine große Karriere. Keine Romanze. Ich will mich nicht einmal verewigen, glaube ich.

Ich lebe wirklich nur von einem Moment zum nächsten. Vielleicht fehlt mir für mehr tatsächlich das abstrakt-planende Denken. Oder das Vertrauen. Es ist ja nicht so, als hätte ich nicht das Potential für Ambition. Ich möchte gerne in allem, was ich mache, mindestens 13 Notenpunkte bekommen. – Aber vielleicht nur, weil ich keine „wichtigste Sache,“ habe, neben der alles andere verblasst. Wegen der ich auf den Rest getrost verzichten kann.

Ich sitze wieder an meinem Tisch, irgendwo hinter mir Frau-Wie-Hieß-Sie-Nochmal? und realisiere, dass ich nicht für immer Gilmore Girls plagiarisieren kann.

(Hier sollte ich mir vielleicht auch vor Augen führen, dass „Wer bin ich, was möchte ich, was macht mich glücklich?“ vielleicht Fragen sind, die unnötig sind, und mir eventuell irgendwo aufgezwungen wurden. Wieso sollte ich Pläne und Wünsche und Ziele haben? Wieso kann ich nicht tatsächlich im Moment leben? Und nicht im Moment-Moment, sondern in diesem Moment. Dieser Moment, der erst endet, wenn ich ende, und danach neu bin*. Denn alles Andere ist vergänglich und unberechenbar und Quelle für Trauer und Zorn und Enttäuschung.)

Mein Ziel ist vielleicht, nicht unglücklich zu sein. Ist das ein überlegender Minimalismus? Wenn ich mir mein Schlafzimmer anschaue, bezweifle ich das.

Dieses Ziel auszuschreiben, lässt meine Zehennägel abstehen vor Angst. Es kommt mir vor, als ob es ungesund ist, Wünsche und Ziele zu äußern. Als ob jemand zuhört, und einem Steine in den Weg wirft.

Also, ich ändere das: Ich habe keine Defizite im abstrakt-planenden Denken; es ist stattdessen gehemmt von meinen Existenzängsten, paranoiden Schüben, und dem fehlenden Vertrauen in Sicherheit, sowie einem vollkommen schizophrenen Glauben in höhere Mächte, denen ich im letzten Leben eventuell auf den Schatten getreten bin.

Das Leben ist schon merkwürdig.

* Damit meine ich, dass „ich“ heute anders bin, als „ich“ vor zehn Jahren, aber nirgendwo ein genauer Schnitt gemacht werden kann. In dem Kontext ist ein Moment einmal nie endend, und schon längst vorbei, und dazwischen existiere „ich.“ Und dieses „ich“ hat andere Vorstellungen als andere „ich“s, und gleichzeitig dieselben, oder ähnliche. <- Mir fällt auf, dass das eine Weltansicht ist, die ich in einem separaten Post erklären müsste, damit ich, wenn ich irgendwann mal wieder darüber stolpere, noch verstehe, was ich meinte?? oô

#12 but the fire is coming

Ich habe gerade einen Textpost gesehen, der mich nachdenklich gemacht hat.

Es hieß dort ungefähr, „Schande auf die, die sagen, ich sollte allen ‚meiner Selbst wegen‘ vergeben. Ich hab hart für diese Wut gearbeitet. Ich habe hart dafür gearbeitet, mich selbst genug zu lieben, damit ich sie hassen kann,“ woraufhin eine andere Person ergänzt hat, dass es für viele Leute kein Akt der inneren Heilung ist, den Menschen zu vergeben, die sie verletzt haben, weil sie das bereits ihr Leben lang getan haben. Für diese Menschen ist es vielleicht viel eher Heilung, endlich sagen zu können, dass es sie verletzt hat, dass sie das nicht verdient hatten, und dass sie das nicht mehr vergeben.

Und.. 10 Punkte für Slytherin, denn ich finde, dass das wichtig ist. Ich finde es wichtig, dass man Menschen nicht vergeben muss, um ein gesunder, glücklicher Mensch innerhalb eines stabilen, ausgewogenen Lebens zu sein.

Ich weiß, dass es für mich persönlich richtig ist, dass ich bestimmten Menschen vergeben sollte, weil ich vieles auf einer Ebene verinnerlicht habe, die mich damit gleichsetzt, aber viel eher ist es wohl in meinem Fall so, dass ich mein Schwarz-Weiß-Denken umstrukturieren sollte. Die Handlungen anderer Menschen liegen auf einem Spektrum, und das überkreuzt sich mit anderen Spektren, die die Dinge relativieren.

Wobei- ich relativiere mit Vergebung viel eher mein eigenes~unverzeihliches~ Verhalten, weswegen ich weiterhin denke, dass Vergebung eher Gleichgültigkeit und ein Beiprodukt sein sollte, als dass es der Schlüssel zu irgendeiner anderweitigen Absolution sein darf. Womit ich meine: Ich kann beispielsweise meinem Vater nicht vergeben, weil ich damit sagen würde, dass sein Handeln auf irgendeiner Ebene verständlich oder richtig oder in Ordnung war, was es für mich leicht machen würde, zu rechtfertigen, wieso ich so ein kaltes Stück zu meiner Schwester bin.

Aber das stimmt nicht.

Ich bin ein kaltes Stück zu meiner Schwester, weil ich in ihr all meine Fehler sehe, und das ist hart. Reflektion ist hart. Zu akzeptieren, dass sie meine Ratschläge nicht annehmen wird, dass sie meine Fehler wiederholt -und das in einer so wagemutigen Perfektion, dass mir ganz übel wird, wenn ich daran denke- dass sie auf so vielen Ebenen unangenehme Dinge sagt, weil sie nun einmal in das Alter kommt, in dem man solche Dinge sagt; ich bin zu störrig, und mein Verhalten ist nicht akzeptabel, und irgendwann sollte sie wohl dastehen können, und sagen, dass sie das nicht vergibt.

Aber natürlich bin ich zu egoistisch, um mir wirklich zu wünschen, dass sie mich irgendwann so hasst, wie ich Menschen hasse; und natürlich bin ich nicht wie mein Vater. Ich bin da. Ich bin vielleicht abweisend und ein kaltes Stück, aber ich bin da, und ich mache Essen, oder ich kaufe für sie ein, oder ich bringe sie zur Schule, oder ich helfe ihr, für Geschichte zu lernen, oder ich male ihr zwischendurch ein Bild, oder ich schenke ihr Manga, von denen ich weiß, dass sie sie lieben wird, weil ich sie genug kenne, um zu wissen, was sie mag. Oder ich wünsche ihr Alles Gute zum Geburtstag. Oder.

Aber das ändert nichts. Ich bin ein kaltes Stück zu ihr, und sie sollte irgendwann an den Punkt kommen, an dem sie sagt, dass sie mehr verdient hat, als für meine Kindheits– und Jugendsünden gerade stehen zu müssen.

Bestimmte Dinge muss ich wohl verzeihen. Was schwer ist, weil einer meiner vielen weiteren Namen „Nachtragend“ ist, aber die Dinge, die Menschen gemacht haben, die ich verinnerlicht habe als eigenen Makel und Schandfleck.. diese Dinge muss ich für mich selbst vergeben können. Weil ihre Intention keine schlechte war, oder weil sie einfach nur unbedacht gehandelt haben, oder weil sie vergessen haben -für einen kleinen Moment- dass ich ein Mensch bin und ihr Handeln Konsequenzen hat. Meine wirklich schwer gestörte Sexualität ist ein Resultat einiger Dinge, nehme ich an. Um sie trotzdem als Teil von mir anzunehmen -egal, ob sie Resultat dieser Dinge, oder angeboren ist- muss ich wohl die Situationen verarbeiten und vergeben.

Das wird natürlich niemals passieren, aber es wäre der eigentlich wünschenswerte Prozess. (Alternativ werde ich es einfach nur verdrängen, dankeschön.)

Aber andere Dinge darf ich nicht verzeihen. Ich darf meinem Vater nicht verzeihen. Was er gemacht hat war nicht in Ordnung.

Was ich mache ist nicht in Ordnung.

Und die Menschen haben ein Recht, uns diese Sachen nicht zu verzeihen, oder uns dafür zu hassen, oder uns für einen Teil der Folgen verantwortlich zu machen.

Der Beweis dafür, dass ich gelebt habe, kann nicht die Anzahl der von mir hinterlassenen Narben sein.

#11 let’s not be hurt

Der Mensch ist irgendwo ein System im System. Ich habe innerhalb dieser Systeme Bedürfnisse, die mir derzeit stärker bewusst werden, als mir lieb ist.

Ich bin derzeit gute acht Stunden umgeben von anderen, erwachsenen Menschen, die in mir Beklemmungen auslösen. Auf Arbeit habe ich mich zwar ab und an ähnlich gefühlt, war aber so mit Arbeit beschäftigt, dass es mich nicht gestört, dass ich nur wenige Bezugspersonen hatte. Innerhalb eines anderen Systems -und dort bin ich ja nun- werden mir aber meine eigenen Unzulänglichkeiten viel stärker bewusst, nehme ich an.

Ein Teil dieser Menschen, die mich derzeit umgeben, ist für mich angenehm, aber ein großer anderer Teil macht mich nervös und ängstlich. Nicht ängstlich im Sinne von Angst um mein Leben, sondern Angst im Sinne von ständiger Anspannung und Unruhe. – Ein Zustand, der der Leistungsfähigkeit nicht unbedingt positiv beiträgt.

Der Kontakt mit diesen Menschen lässt mich nach sozialen Strohhalmen greifen. Auf einmal habe ich das Bedürfnis, mich mit früheren Freunden und meinen Kollegen auf einen Kaffee zu treffen – möglicherweise auch nur, um den bitteren Geschmack jeglicher Interaktionen runterzuspülen. (Was viel negativer klingt als es ist.)

Als ich alleine war, habe ich mich viel weniger „allein“ gefühlt, muss ich sagen. Im Bett The Mentalist zu schauen, ohne jedweiges Gefühl von Isolation, Frustration oder Traurigkeit. Und ich nehme an, dass Klischee, allein in der Menge zu sein, ist nicht umsonst ein Klischee, aber das möchte ich hier nicht unbedingt bedienen. Es wird mir einfach immer bewusster, dass ich in bestimmten Situationen nicht weiß, wie ich mich verhalten kann oder soll. Ich fühle mich isoliert, und das ist unangenehm. – Obwohl ich davor gar nicht das Bedürfnis hatte, ein Teil dieser Gruppen zu sein.

Die Situation führt mir vor Augen, dass ich als Mensch mit meinen Wünschen doch sozialer bin, sobald dieses Verhalten mir vorgelebt wird. Dieser doch sehr oberflächliche Zusammenhalt anderer Gruppen entfacht wie immer, und wieso wundert es mich?, in mir den Drang, auch ein Teil zu sein. Auch dazuzugehören. Aber meine Individualität möchte ich dabei nicht verlieren, und um Teil dieser Gruppe zu sein, würde ich das müssen.

Ich müsste nachvollziehen können, warum ich schief angeschaut werde, weil ich große Worte benutze. (Denn „individuell“ oder „kompetent“ sind große Worte seit Neuestem) Wenn ich große, abstrakte Konstrukte von mir gebe. (Denn dass man rassistische Beleidigungen nicht nutzt, ist was ganz abstraktes!)

Es gibt ein gewisses Gruppendenken, innerhalb der Rollen, die wir einnehmen. Mütter, Schüler, Migranten, jüdische Menschen, trockene Alkoholiker, Astrophysiker. Und wir nehmen so viele Rollen ein. Ich spreche mich oft gegen elitistisches, klassizistisches Denken aus. Ich finde, dass die Intelligenz einer Person nichts über ihren Wert aussagt. – Aber es wäre eben schön, wenn hier in diesem Fall genau dieses Denken auf beiden Seiten vorhanden wäre; auch, wenn ich verstehen kann, wie es dazu kommen kann, dass dem nicht so ist.

Unabhängig davon bin ich natürlich weiterhin nicht die angenehmste, kompromisfähigste Person auf dem Planeten, aber wenn es nur darum ginge und das angesprochen würde, könnte ich da wohl viel eher etwas dran ändern, als daran, dass mir Worte wie „Toleranzschwelle“ rausrutschen. Ich kann doch nicht die ganze Zeit absichtlich die falschen Präpositionen benutzen… Irgendwann bleibt der Scheiß hängen.

Aber was ich eigentlich zwischendrin viel mehr fokussieren wollte: Ich glaube, mein Bedürfnis, jetzt sozial zu sein, ist eine Form von Selbstschutz und Prävention. Alles andere könnte mich einfach nur stärker in einen depressiven Schub drängen, und das ist einfach ein unangenehmer Gedanke.

Also bin ich ein System im System und kann mich nicht von den Komplexen befreien, die ich schon vor 7 Jahren hatte.

Was ernüchternd ist.

#10 let’s be happy

(Jetzt mit „Übersetzung“ in den Kommentaren.)

Es gibt neuen Ace Discourse im Internet. Die guten alten Zeiten der livejournal Debatten sollten den Internetbesucher des frühen 21.Jahrhunderts wohl nur auf die neuen Ausfälle vorbereiten, aber ich komme mir doch sehr unvorbereitet vor.

Um das Ganze mal für die süßen Sommerkinder, die davon unbetroffen sind, zu erklären:

Asexualität wird auf der simpelsten Ebene so definiert: Die Person fühlt sich nicht sexuell von anderen Menschen angezogen. (ALLES andere hängt vom Menschen ab. Manche mögen Sex, manche nicht, manche haben Sex, manche nicht. Ob mit Männern, Frauen, Nonbinären, etc ist ebenfalls offen.)

An dieser Stelle: Aromantisch zu sein bedeutet dann laut Split Attraction, dass man keine romantische Anziehung empfindet. Alles andere ist auch dort offen.

Innerhalb der LGBT Sphäre auf Tumblr wird jetzt schon länger diskutiert, dass Aces kein Anrecht auf Platz in oder Ressourcen von der Community haben, wenn sie denn nicht gleichzeitig transsexuell, schwul, lesbisch oder bi sind.

Was übrigens ein wichtiger Schnitt ist, denn auf intersex, non-binär (aber nicht trans) und so weiter wurde schon einmal verzichtet. Die sind ja überflüssig oder können sich in trans und bi-Sphären assimilieren. (Pan und bi ist doch eh dasselbe! Und wenn schon nicht dasselbe, dann ist Pan nur eine Subgruppe von bi! Yeah!) Weiterhin wird nun argumentiert, dass Asexuelle, die biromantisch sind, aber sich nur in anders-geschlechtige (!) verlieben, ebenfalls kein Anrecht haben. Übersetzt:

Es geht hier nicht um Geschlecht/Gender (=Transfrau ist weiblich, auch wenn ihr zur Geburt das männliche Geschlecht in die Geburtsurkunde eingetragen wurde) sondern um Genitalien. SGA (Same gender attraction) ist sowieso erst einmal eine häufig nonbinär-feindliche Art und Weise, um Sexualität zu reduzieren, und wird hier Letzenendes nicht auf Gender-Identität, sondern (und deswegen transfeindlich) auf Genitalien reduziert, denn: Wenn man sich als Mann in eine cisFrau (=Vagina) oder in einen transMann (geboren mit Vagina) verliebt, dann ist man jetzt nicht mehr SGA, so einige LGBT-Diskurser.

(Ich möchte hier einmal erwähnen, dass unsere Genitalien kein Geschlecht haben.. außer in der deutschen Grammatik. Wenn eine Frau einen Penis hat, dann hat sie eben einen Penis. Das ist trotzdem ein weiblicher Körper, da der Körper ja nun einmal einer Frau gehört.)

#AceDiscourse hat sich also verwandelt von „Asexuelle haben kein Anrecht auf einen Platz an unserem Tisch!“ -was, wenn auch fragwürdig, für mich nichts war, wozu ich beitragen konnte- zu „Wir sind bigotte Arschlöcher!“

Im Übrigen ist der Grund, warum cisheteroromantische Asexuelle kein Anrecht auf LGBT-Stammplätze haben, der, dass sie nicht dieselbe Diskriminierung erleben, wie Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle. Die, wenn man die Implikation dieser Aussage bedenkt, also scheinbar alle dieselbe Diskriminierung erfahren….?

Ich erinnere mich an Zeiten, an denen es LGBTQIA hieß, und das Q für Q*eer und Questioning stand, sowie das A für Asexuell, aber jetzt heißt es, es gäbe Gründe, wieso es LGBT heißt, und noch viel wichtiger, die einzige Diskriminierung, die Asexuelle erfahren, die sei, dass sie eben „Quasi-Straight“ genannt werden, was sie ja doch aber sind, und wieso regen sie sich denn so auf?

Asexualität wurde danach mit verschiedenen Kinks verglichen, dann ging es weiter mit Aros. Und auch die haben jetzt zu hören bekommen: Wenn ihr nicht mit jemandem schlaft, der die gleichen Genitalien hat wie ihr selbst oder trans seid, dann weg mit euch aus unseren heiligen Hallen.

Ace Discourse war noch nie angenehm für mich. Bi Discourse war furchtbar „damals“ -und ist es weiterhin- aber Ace Discourse entfacht einmal bei vielen Leuten Kriegsflashbacks, und benutzt zweitens dieselbe Rhetorik, die schon vorher benutzt wurde, um biphobischen Unsinn zu verbreiten. Bisexuelle seien nur Heteros, die sich nicht ihre Privilegien eingestehen wollen und die safe places unterwandern. Bis sind Heteros, die Lesben und Schwule ausnehmen wollen. Bis haben kein Recht auf LG-Ressourcen. Ace Discourse lacht ins Gesicht unserer selbst-anerzogenen Netiquette, dass wir Minderjährige weder mobben, noch uns über sie lustig machen oder sie beleidigen. Es gab Welpenschutz, vorher, aber der ist jetzt wieder einmal aufgehoben wurden, denn die bösen Aces müssen geschnappt werden, bevor sie den gesegneten Boden infiltrieren. (Und ihn mit ihrem heteroromantischen, sex-feindlichen Unsinn beschmutzen.) – Was sogar gleich eins weitergeht, und TERF-Rhetorik ist. (Trans-Exclusionary Radical Feminist; also diese wunderbaren Feministen, die meinen, transsexuelle Frauen seien eigentlich nur Männer, die in ihre Gefilde eindringen wollen.)

Und während sie auf cishet Aces schimpfen, wollen sie sich hinstellen und so tun, als ginge es wirklich nur um cishet Aces und wäre an keiner Stelle aphobisch/acephobisch. Nur, dass es das weiterhin ist. Und sie meinen, die Korrekturvergewaltigungen, die Entsagungen und Enterbungen, seien nur Beiprodukte von Rassismus und Sexismus, als wäre Intersektionalität plötzlich nicht mehr in Existenz.

Ace Discourse geht mir so gewaltig auf die Nerven.

Was sollen euch die bösen Asexuellen denn tun? NICHT mit euch schlafen wollen? Oho!

Was bringt es euch denn, Pan- und Bisexuelle unter den Bus zu werfen, nur, damit die bösen Aces aus dem Weg sind? Ist eure transphobische Analyse auch nur einen Cent wert? Und wenn Aces ihre eigene Community erschaffen sollen, wieso steht immer irgendein Schwuler oder eine Lesbe da, um Bestandsaufnahme zu machen und ihnen vorzuhalten, sie bauen ihre Gemeinschaft auf pädophilen Fundamenten? *seufz*

So müde gerade.

Jedes Mal, wenn ich mich informiere, wer gerade noch zur Liste der „Nicht LGBT würdig“ Liste hinzugefügt wird, kommt es mir so vor, als seien sie kurz davor, auch noch das BT zu streichen und Feierabend zu machen.

Was natürlich super klasse ist, und dass sich Minderjährige absolut entwertet fühlen ist ihre eigene Schuld.