#16 no mountain is endless

Ich werd nicht viel schreiben, aber mich überkam -vielleicht aufgrund meines Schlafmangels- gerade der starke Drang, klugzuscheißen.

Auf meinem Feed stolperte ich gerade über eine Szene, in der ein Charakter einem Anderen vorwirft, dessen Bemühungen seien dem Versuch, einen Stein über einen unendlichen Berg zu rollen, gleichzusetzen.

Daraufhin erwiderte diese Figur, dass es keine unendlichen Berge gäbe. Nur steilere.

Aber wenn man nicht lang genug lebt, um irgendwann oben anzukommen, dann ist der Berg unendlich. Es gibt kein Ende, bevor man selbst gestorben ist. Das Hindernis selbst ist so unüberwindbar, dass der Unterschied zwischen „unendlich“ und „in weiter Ferne“ miteinander verschmelzen.

Natürlich sind die Charaktere unsterblich (wenn auch nicht untötbar) und somit kann sich irgendjemand, der genauso kleinkariert ist wie ich, hinstellen und mir was davon erzählen, aber wenn mir Medien irgendwelche Lebensweisheiten mit auf den Weg geben wollen, dann sollten diese eben auch anwendbar sein.

Die Qualität von CW Shows. Als würde Supernatural nicht reichen. /seufz

So, genug kluggeschissen. (Geklugscheißt und kluggescheißt klingt eigentlich besser, wa?) Ich werde versuchen, mich auszuruhen, und irgendwann wohl auch meinen E-Mail Account öffnen müssen.. Ich hab jetzt schon Angst.

Ich liebe dieses Design hauptsächlich, weil ich hier all die post types ausnutzen kann. (In diesem Fall: Status.)

Weswegen ich eigentlich schreibe— Die Mumie kann man derzeit kostenlos über Amazon Prime schauen. :>

Gestern habe ich den ersten Teil gesehen, und heute tue ich mir wohl den wesentlich schlechteren (so mein Gedächtnis) zweiten an. — Eindeutig Dinge, die man tun sollte, während man menstruiert. In meinem Kopf schwirren gerade auch die wirklich relevanten Fragen herum: „Wieso menstruiert diese männliche Mumie nicht?“ und, „Aber wieso ist diese ägyptische Mumie so weiß*?“ und, „Wieso habe ich nicht die DVD? Ich will mir den Film in Originalsprache anschauen!“ und vor allem, „Ist es moralisch falsch von mir, die Mumie zu bemitleiden?“ (Im ersten Teil!) und noch viel mehr, „Ist es möglich, dass ich mit 12 ein wenig in die Mumie verschossen war?“ und daraufhin, „Ist das ein Zeichen für eine ernsthaftere Persönlichkeitsstörung?**“

* Eine Frage, die Mami dazu geführt hat, mich etwas aufzuklären.. die aber dennoch relevant bleibt.

** Eine Frage, die ich nicht beantwortet haben möchte. Mit 12 war ich mental etwas kaputt. Aber unabhängig davon: Stell dir vor, die Mumie wäre dein Freund. Nicht romantisch, sondern einfach dein Freund. Wenn dich wer stört, kannste sagen, „Hey, Mumie, bitte töte den für mich,“ oder auch nur, „Hey, Mumie, der braucht seine eine Niere nicht, kannste haben und einem deiner Priester geben oder so.“

Und dann könntet ihr Dokus über Ägypten schauen und die Mumie würde dir erklären, was davon Unsinn ist und was stimmt. Und ihr würdet einkaufen gehen, und da wäre eine schwarze Katze auf dem Edeka Parkplatz, und die Mumie würde absolut durchdrehen, weil Katze! Katze! und offensichtlich wäre das nicht toll, und dann müsstest du Eiscreme kaufen und sie zuhause drei Stunden lang beruhigen und ihr Gute Nacht!-Tee kochen.

Stell dir vor, wie sich die Mumie mit Pegida auseinandersetzen müsste. Die Mumie vs der Duschvorhang. Die Mumie vs Skinny Jeans. Die Mumie vs die Waschmaschine.

Es ist absolut fantastisch. Wen kümmert es, ob ich eine heftige Persönlichkeitsstörung hatte oder habe, oder ob die Schmerztabletten noch nachwirken, oder ich verrückt werde, während ich blute, ohne zu sterben?

… Das hier ist eindeutig zu lang für einen Status.

AH! WIE KONNTE ICH NUR!

Die ultimative Fantasie. Stell dir vor.. Die Mumie und Halloween.

#15 late like thunder

Es fällt mir in letzter Zeit schwer, online aktiv zu sein. Ich schaue weniger Filme, lese weniger Bücher und Manga, ich höre weniger Musik. Gleichzeitig hat sich ansonsten aber nicht viel verändert. Ich bin nicht zufriedener oder unzufriedener, nicht aktiver oder passiver. Ich hab mehr oder weniger die gleichen Probleme, und so weiter.

Und es erinnert mich daran, dass mir einmal von jemandem vorgeworfen wurde, ich sei dem Eskapismus verfallen, und so medienbezogen, dass sich sämtliches Interesse an Wirtschaft, Politik und der Geschichte des Ziegenkäses* verabschiedet habe. Ich hab damals wirklich überlegt, ob da etwas dran sein könnte. Zu einem gewissen Maß sind Medien für mich Unterhaltung, und nur das. Kein Konstrukt aus Unterhaltungswert und Gesellschaftskritik, kein Spiegel des menschlichen Verfalls, kein metatextuelles Beispiel unserer Korruption. Es gibt Bücher, die mich mehr bestätigen als in Frage stellen, und Serien, denen ich nur mit viel Mühe Vorhalte bezüglich ihrer „Inklusivität“ machen kann.

Wenn also meine Orphan-Black-Bequemlichkeit ein Beweis für meinen Eskapismus sein soll, dann kann ich dem nicht widersprechen. Ich kann argumentieren, dass Medien nicht zwangsläufig Ablenkung oder Flucht sind, sondern Lehrmittel und Sicherheitsnetze, und das habe ich, aber Letzenendes kann ich weiterhin Persönlichkeit nicht über Bluttests feststellen. Bin ich Eskapist? Und bin ich es jetzt nicht mehr, weil ich mich endlich von der Last, die der britische Akzent bestimmter Schauspieler war, liberalisieren konnte?

Darf ich meine Mitgliedschaft verifizieren, indem ich „Keine Ahnung“ auf die Frage „Welche der folgenden ABC Serien wurde abgesetzt,“ antworte? Bin ich jetzt ein „richtiger“ Erwachsener? Ein integriertes Mitglied der Gesellschaft, wenn auch weiterhin arbeitsunfähig, und damit nie so wichtig, und ernstzunehmen, wie die mit Premium-Account? Nicht, dass mir nicht bewusst wäre, dass die letzten zwei Sätze meine „Jugendlichkeit“ (das ist ein Euphemismus für unreif und weltfremd) stärker unterstreichen, als Hashtag YOLO es könnte.

Seitdem das Wort „Eskapismus“ in den Raum geworfen wurde, knabbere ich daran rum. Wenn andere Leser sich selbst stolz Eskapisten nennen, springe ich im Dreieck und schreie „NEIN!“, und frage mich, ob ich es besser schlucken könnte, wenn mich auch andere Menschen so eingeschätzt hätten, und ich keine Seitenstrangangina hätte. Und wieso haben sie mich nie zu medienbezogen, geschweige denn einen Eskapist, genannt? Weil sie, wie ich, in einer Welt leben, in der ihnen die ständige Medienpräsenz (und deren Wichtigkeit) nicht entgangen ist? Weil sie mich mögen und denken, dass es eine Beleidigung ist, festzustellen, dass ich viele Bücher lese, viel seltsame Musik höre, viele Serien und Filme schaue? Weil es sie einfach nicht interessiert? Weil ich’s nicht bin?

Natürlich kann man mir sogut wie jedes Thema vorlegen, und ich würde mich damit so intensiv auseinandersetzen, wie mit der letzten Folge Game of Thrones, und höchstwahrscheinlich sogar noch viel mehr. Also ist es eventuell meine über-analysierende Persönlichkeit, nicht meine Vorliebe für Steampunk von Meljean Brook. (Oh, Meljean, ich liebe dich so sehr..) Vielleicht bietet mir eine Folge Community mehr Futter, als mich von Menschen anmachen zu lassen, die der Meinung sind, ich solle dankbar sein, dass mein Körper übersexualisiert und meine Persönlichkeit auf ein unabwendbares Übel runterreduziert wird.

Mein Intellekt ist nicht glaubwürdig, wenn ich nur drei Sachbücher im Quartal lese, und meine Internetaktivität bezeugt den Verfall meiner akademischen Laufbahn. Eigenständigkeit kann ich nur beweisen, indem ich allein bin, nicht, indem ich eigenverantwortliche Entscheidungen treffe.

Und da ich Eskapist bin, zu viele seltsame Songs höre, US-Serien schaue, und Sudoku auf der einfachsten Spielstufe spiele, kann ich auch nicht gegen-argumentieren. Weder mit meinem jetzigen Lebensstil, noch mit relevanten Tatsachen. Denn es wurde ja bereits entschieden. A) Ich bin Eskapist, B) Das ist schlecht, C) Alles, was ich äußere, ist deswegen grundsätzlich naiv und kategorisch falsch

* (Denn ja, sollte verändernde Zeitreise möglich sein, werde ich mein Bestes geben, Ziegenkäse, und wenn nötig Ziegen, aus dem Universum zu streichen. Es ist mir egal, dass ich die Einzige sein werde, die mir dafür danken kann.)