#24 taking over you

Ich habe die letzten Tage acht Stunden an der Vorbereitung für ein Testat, vier Stunden an einer Ausarbeitung, und fünfzehn Stunden an der Vorlage für die Diagnostik gesessen. (Wobei dort noch einmal fünf Stunden für Beispiele hinzukommen.)

Was bedeutet, dass ich jetzt Pause mache, um über Medien zu sprechen, die ich die letzten Wochen „konsumieren durfte.“ Eigentlich aber nur, um um Empfehlungen bitten zu können. ;)

Ich gucke zur Zeit Suits*, habe Lie To Me* beendet, und überlege schon fieberhaft, was ich als Nächstes laufen lasse. Eventuell Dear White People?

Suits hat seine Probleme, aber ist insgesamt einfach sehr gut für Marathon-Geschichten. Lie To Me hätte ich hingegen sicher viel aufmerksamer schauen sollen, aber mir fehlte die Konzentrationsfähigkeit. (Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen bezeichnen die Unfähigkeit zur Ausrichtung, Sammlung und Hinordnung auf einen Gegenstand; ihr Erscheinungsbild betrifft hauptsächlich die fehlende Ausdauer und sie kommen bei physiologischer Müdigkeit und organischem Psychosyndrom vor. Die Prüfung erfolgt in einem Gespräch, in dem der Patient zum Beispiel subtrahieren soll: 100-7, soweit wie er kommt/bis zur Null. (Habe ich erwähnt, dass ich gerade sehr viel lerne?))

Mit Schwestern habe ich jetzt (Netflix und M. sei Dank! [an dieser Stelle bitte tausend Kuss-Emojis einfügen]) noch einmal Star Wars: The Force Awakens gesehen und sie davon überzeugen können, dass es doch kein Unsinn ist. (Sie ist übrigens fest überzeugt, dass Poe und Finn heiraten und Rey adoptieren sollen.)

Wirklich gerne möchte ich ja Call Me by Your Name schauen, weil Armie Hammer, den ich seit Man from U.N.C.L.E. liebe. Ich liebe diesen Film so sehr. Hab ich regelmäßig an, weil aus Gründen. Die ich nicht kenne. Vielleicht nur, weil die Schauspieler alle so wunderschön sind? Ich würde nie abstreiten, oberflächlich zu sein.

Im Übrigen: An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass mein Aberglaube keine Grenzen kennt – bei allen dreistelligen Zahlenketten bin ich fest überzeugt, dass mir das Universum etwas mitteilen möchte und: Man from U.N.C.L.E. kostet zur Zeit auf Amazon als DVD 4,44€ oder als Blu-ray 7,77€. (Auf Netflix kann man kostenlos streamen. *_*)

Ansonsten.. ich hab ein paar Apps entdeckt, die ich derzeit austeste, aber bin noch von keiner zu 100 Prozent überzeugt. Todait ist nicht schlecht, aber man muss daran denken, sie anzustellen.. und dann auch wieder auszustellen. Im Prinzip gibt man Aufgaben ein, wie z.B. bis zum 20. Dezember X Seiten zum Thema Y gelesen zu haben, und welche Tage man dieser Aufgabe widmen möchte. Dann erinnert sie einen daran. Man kann stattdessen auch 30 Minuten/Tag oder 4 Kapitel/Woche planen. Ist nicht unpraktisch für Schüler/Studenten.

36071328Ich habe vor zwei (?) Tagen ein Rezensionsexemplar von „The Self-Discipline Handbook*“ bekommen, das ich bisher gar nicht so furchtbar finde, wie erwartet. (Ich bin aber auch noch nicht fertig, denn [siehe oben].)Dazu: Selbsthilfebücher, und deren Verwandtschaft, sprechen mich in der Regel gar nicht an. Und die Autorin wendet sich ziemlich deutlich an den Durchschnittsbürger, aber daran störe ich mich diesmal nicht. Der Vorteil daran ist, dass man schnell ein-zwei Kapitel lesen kann, sich darüber Gedanken macht und vielleicht sogar etwas für sich selbst mitnimmt, ohne wie bei anderen Titeln, die versuchen, die Selbstreflexion anzukurbeln, in einem Strudel von Gedankenmasse unterzugehen.  Einige der Konzepte sind für mich fast schon zu esoterisch (Visualisier dein Herz! Verbrenne deine Schwächen! sagte die Person, die an dreistellige Zahlenkettennachrichten aus dem Universum glaubt) aber als Gedankenstupser ist dieses Buch bisher definitiv nicht schlecht: Selbstdisziplin ist nicht Selbstverstümmelung, wir haben alle Ressourcen, die wir nutzen aber nicht verschwenden sollten, und so weiter. (Voraussichtliches Erscheinungsdatum: 2. Januar 2018)

Ansonsten habe ich sogut wie gar nichts gelesen. Vor allem nicht die 34 WhatsApp Nachrichten und fünf E-Mails, die seit einer Weile auf mich warten. Ich werde jetzt auch wieder verschwinden und die ICF reinprügeln.. hoffe ich.

Wichtigster Twitter-Account der Welt: @WholesomeMeme.

* alle mit Sternchen markierten Links führen zu Amazon.

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#10 let’s be happy

(Jetzt mit „Übersetzung“ in den Kommentaren.)

Es gibt neuen Ace Discourse im Internet. Die guten alten Zeiten der livejournal Debatten sollten den Internetbesucher des frühen 21.Jahrhunderts wohl nur auf die neuen Ausfälle vorbereiten, aber ich komme mir doch sehr unvorbereitet vor.

Um das Ganze mal für die süßen Sommerkinder, die davon unbetroffen sind, zu erklären:

Asexualität wird auf der simpelsten Ebene so definiert: Die Person fühlt sich nicht sexuell von anderen Menschen angezogen. (ALLES andere hängt vom Menschen ab. Manche mögen Sex, manche nicht, manche haben Sex, manche nicht. Ob mit Männern, Frauen, Nonbinären, etc ist ebenfalls offen.)

An dieser Stelle: Aromantisch zu sein bedeutet dann laut Split Attraction, dass man keine romantische Anziehung empfindet. Alles andere ist auch dort offen.

Innerhalb der LGBT Sphäre auf Tumblr wird jetzt schon länger diskutiert, dass Aces kein Anrecht auf Platz in oder Ressourcen von der Community haben, wenn sie denn nicht gleichzeitig transsexuell, schwul, lesbisch oder bi sind.

Was übrigens ein wichtiger Schnitt ist, denn auf intersex, non-binär (aber nicht trans) und so weiter wurde schon einmal verzichtet. Die sind ja überflüssig oder können sich in trans und bi-Sphären assimilieren. (Pan und bi ist doch eh dasselbe! Und wenn schon nicht dasselbe, dann ist Pan nur eine Subgruppe von bi! Yeah!) Weiterhin wird nun argumentiert, dass Asexuelle, die biromantisch sind, aber sich nur in anders-geschlechtige (!) verlieben, ebenfalls kein Anrecht haben. Übersetzt:

Es geht hier nicht um Geschlecht/Gender (=Transfrau ist weiblich, auch wenn ihr zur Geburt das männliche Geschlecht in die Geburtsurkunde eingetragen wurde) sondern um Genitalien. SGA (Same gender attraction) ist sowieso erst einmal eine häufig nonbinär-feindliche Art und Weise, um Sexualität zu reduzieren, und wird hier Letzenendes nicht auf Gender-Identität, sondern (und deswegen transfeindlich) auf Genitalien reduziert, denn: Wenn man sich als Mann in eine cisFrau (=Vagina) oder in einen transMann (geboren mit Vagina) verliebt, dann ist man jetzt nicht mehr SGA, so einige LGBT-Diskurser.

(Ich möchte hier einmal erwähnen, dass unsere Genitalien kein Geschlecht haben.. außer in der deutschen Grammatik. Wenn eine Frau einen Penis hat, dann hat sie eben einen Penis. Das ist trotzdem ein weiblicher Körper, da der Körper ja nun einmal einer Frau gehört.)

#AceDiscourse hat sich also verwandelt von „Asexuelle haben kein Anrecht auf einen Platz an unserem Tisch!“ -was, wenn auch fragwürdig, für mich nichts war, wozu ich beitragen konnte- zu „Wir sind bigotte Arschlöcher!“

Im Übrigen ist der Grund, warum cisheteroromantische Asexuelle kein Anrecht auf LGBT-Stammplätze haben, der, dass sie nicht dieselbe Diskriminierung erleben, wie Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle. Die, wenn man die Implikation dieser Aussage bedenkt, also scheinbar alle dieselbe Diskriminierung erfahren….?

Ich erinnere mich an Zeiten, an denen es LGBTQIA hieß, und das Q für Q*eer und Questioning stand, sowie das A für Asexuell, aber jetzt heißt es, es gäbe Gründe, wieso es LGBT heißt, und noch viel wichtiger, die einzige Diskriminierung, die Asexuelle erfahren, die sei, dass sie eben „Quasi-Straight“ genannt werden, was sie ja doch aber sind, und wieso regen sie sich denn so auf?

Asexualität wurde danach mit verschiedenen Kinks verglichen, dann ging es weiter mit Aros. Und auch die haben jetzt zu hören bekommen: Wenn ihr nicht mit jemandem schlaft, der die gleichen Genitalien hat wie ihr selbst oder trans seid, dann weg mit euch aus unseren heiligen Hallen.

Ace Discourse war noch nie angenehm für mich. Bi Discourse war furchtbar „damals“ -und ist es weiterhin- aber Ace Discourse entfacht einmal bei vielen Leuten Kriegsflashbacks, und benutzt zweitens dieselbe Rhetorik, die schon vorher benutzt wurde, um biphobischen Unsinn zu verbreiten. Bisexuelle seien nur Heteros, die sich nicht ihre Privilegien eingestehen wollen und die safe places unterwandern. Bis sind Heteros, die Lesben und Schwule ausnehmen wollen. Bis haben kein Recht auf LG-Ressourcen. Ace Discourse lacht ins Gesicht unserer selbst-anerzogenen Netiquette, dass wir Minderjährige weder mobben, noch uns über sie lustig machen oder sie beleidigen. Es gab Welpenschutz, vorher, aber der ist jetzt wieder einmal aufgehoben wurden, denn die bösen Aces müssen geschnappt werden, bevor sie den gesegneten Boden infiltrieren. (Und ihn mit ihrem heteroromantischen, sex-feindlichen Unsinn beschmutzen.) – Was sogar gleich eins weitergeht, und TERF-Rhetorik ist. (Trans-Exclusionary Radical Feminist; also diese wunderbaren Feministen, die meinen, transsexuelle Frauen seien eigentlich nur Männer, die in ihre Gefilde eindringen wollen.)

Und während sie auf cishet Aces schimpfen, wollen sie sich hinstellen und so tun, als ginge es wirklich nur um cishet Aces und wäre an keiner Stelle aphobisch/acephobisch. Nur, dass es das weiterhin ist. Und sie meinen, die Korrekturvergewaltigungen, die Entsagungen und Enterbungen, seien nur Beiprodukte von Rassismus und Sexismus, als wäre Intersektionalität plötzlich nicht mehr in Existenz.

Ace Discourse geht mir so gewaltig auf die Nerven.

Was sollen euch die bösen Asexuellen denn tun? NICHT mit euch schlafen wollen? Oho!

Was bringt es euch denn, Pan- und Bisexuelle unter den Bus zu werfen, nur, damit die bösen Aces aus dem Weg sind? Ist eure transphobische Analyse auch nur einen Cent wert? Und wenn Aces ihre eigene Community erschaffen sollen, wieso steht immer irgendein Schwuler oder eine Lesbe da, um Bestandsaufnahme zu machen und ihnen vorzuhalten, sie bauen ihre Gemeinschaft auf pädophilen Fundamenten? *seufz*

So müde gerade.

Jedes Mal, wenn ich mich informiere, wer gerade noch zur Liste der „Nicht LGBT würdig“ Liste hinzugefügt wird, kommt es mir so vor, als seien sie kurz davor, auch noch das BT zu streichen und Feierabend zu machen.

Was natürlich super klasse ist, und dass sich Minderjährige absolut entwertet fühlen ist ihre eigene Schuld.