#8 a blank spot in my memories

Aus mir erneut unbekannten Gründen (habe ich zu oft Hannibal gesehen?) überlege ich gerade viel zu sehr, was „böse“ ist.

Ein gewollter Akt der Zerstörung?

Ich nehme an, so lässt es sich am simpelsten zusammenfassen. Aber beantwortet habe ich meine Frage damit auch nur auf einer so oberflächlichen Ebene, dass ich mir die Mühe nicht hätte machen müssen, sie überhaupt aufzuschreiben.

Ist „böse“ auch das Unterlassen einer Hilfestellung, wenn es explizit oder implizit zu Zerstörung führt? Ist „böse“ ein weniger abhängiger Marker unserer Menschlichkeit? Kann „böse“ also viel eher auf Situationen angewandt werden, bevor man auf Subjektivität und kulturelle Unterschiede schimpft?

Aber vielleicht müsste man jeden Teil auseinandernehmen, und Zerstörung definieren, wofür es mir aber im Moment an Motivation fehlt. Ich habe bisher auch noch nicht die Wichtigkeit des Wortes „böse“ für mich selbst realisieren können. Gegebenenfalls wäre das ja schon mal ein Anfang.

 

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Veröffentlicht von

Patricia

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5 Gedanken zu „#8 a blank spot in my memories“

  1. Das ist aber wirklich schwer. Ich glaube, wenn man jemandem ein Beispiel gibt, dann fällt es jedem leicht, intuitiv zu entscheiden, ob eine Tat oder das Unterlassen einer Tat für ihn „böse“ ist oder nicht.
    Aber denkt man das weiter, wird es vielleicht gar nicht mehr so leicht. Ist eine als böse eingeschätzte Tat auch dann noch böse, wenn man erfährt, warum so gehandelt wurde? Bleibt ein Übel noch genau so übel, wenn ein größeres damit verhindert wurde?

    Ich muss wohl nochmal in Ruhe darüber nachdenken. Ob mir das allerdings zufriedenstellend gelingt, weiß ich nicht. :/

    1. Agh, du musst es gleich noch komplizierter machen.. :’D Darüber habe ich glaube ich schon mal geschrieben: Ist die Intention hinter einer Aktion relevant, oder das Ergebnis? (Und in deinem Fall: Was ist mit all den Beiprodukten?) Aber diesmal meinte ich zu allererst nur das Wort in seiner einfachsten Bedeutung, unabhängig davon, wie gerne wir es historisch betrachtet auf so viel mehr ausweiten wollten.

      Was ist „böse?“ Und ich glaube, wenn „böse“ ein gewollter (!) Akt der Zerstörung (von Leben, Freude, Glück, Zufriedenheit, Sicherheit, etc) ist, dann erschließt sich der Rest eventuell auch. Aber dann bleibt man immer noch an der reagierenden Seite kleben- Was, wenn mein gewollter Akt der Zerstörung eigentlich Selbstschutz war? Denn auch hier wollte ich ja die andere Person verletzen – auch, wenn dieser Gedanke ein Mittel zum Zweck (=mein Leben retten) gewesen sein sollte.

      Ist es unumgänglich „böse,“ dass ich jemanden töte, um mich selbst zu beschützen? Oder nur dann, wenn der Wunsch selbst der ist, zu töten, unabhängig vom Bestehen meines eigenen Lebens? Also bräuchte man wieder einen kleinen Anhang mit Faktoren, die erfüllt sein müssen, bis man eine Tat „böse“ nennen darf.

      Und dann geht es weiter- kann irgendetwas außer Taten „böse“ sein? Kann ein Mensch „böse“ sein? Wie definiert man das dann, unabhängig von seinen Taten? Denn auch, wenn ein Mörder (durch Zeitreise seines Großneffens mütterlicherseits) niemals mordet.. eigentlich ist er doch ein Mörder, oder nicht? (Oh nein! Minority Report ugh.) Ich schließe aus, dass jede Form von Zerstörung böse sein könnte – Naturkatastrophen sind nicht böse. Sie sind einfach nur. Aber der Rest macht mich verrückt.

      Was mir dazu aber einfällt-

      “The concepts of right or wrong are inconsequential in this case.”
      “The concepts of right or wrong are always consequential. It can’t be situational or it’s not right or wrong.”

      1. „eigentlich ist er doch ein Mörder, oder nicht? (Oh nein! Minority Report ugh.)“
        Ach, jetzt hab ich den Film wieder im Kopf. :D
        Aber das ist wirklich eine interessante Frage. Ist er? Oder ist er nicht? Gelte ich als böse, wenn ich „böse“ Gedanken habe, diese aber niemals in die Tat umsetze?

        Ich denke, wenn du tötest, weil du dein eigenes Leben beschützt, wird das kaum jemand als böse ansehen. Außer extrem religiöse Menschen. Aber auch dann stellt sich die Frage, ob es wirklich so weit hätte kommen müssen. Hätte eine Verletzung nicht gereicht?
        Oder gilt Auge um Auge, Zahn um Zahn?

        So viel davon, glaube ich, hängt von unseren eigenen moralischen Wertvorstellungen ab.
        Wenn jemand über eine lange Zeit verbal verletzt, attackiert und erniedrigt wird, ist es dann böse von ihm, wenn er der Person die Zunge abschneidet?

        1. „Gelte ich als böse, wenn ich „böse“ Gedanken habe, diese aber niemals in die Tat umsetze?“ – Setzt du sie nicht um, weil du sie überdacht hast, oder weil dich jemand stoppt? Kann ein Gedanke „böse“ sein, wenn man meine Definition von oben benutzt? (Ich nehme an, da ja auch Gedanken destruktiver Natur sein können, und ein Mordwunsch sich sicherlich auch außerhalb des eigentlichen Mordversuchs ausleben wird.)

          „Ich denke, wenn du tötest, weil du dein eigenes Leben beschützt, wird das kaum jemand als böse ansehen.“ – Erstmal- ist ja egal, ob es andere so sehen. Ist es böse? Und dann: Was, wenn es mir Spaß macht? Was, wenn ich aus Wut umbringe, weil sich jemand gewagt hat, mich anzugreifen? Was, wenn also neben meiner Wünsche, nicht ermordet bzw. totgeschlagen zu werden, noch andere Faktoren eine Rolle spielen?

          „So viel davon, glaube ich, hängt von unseren eigenen moralischen Wertvorstellungen ab.“ – Das meinte ich mit dem Zitat. Die Definition von gut und böse, und der Gebrauch dieser Worte, darf nicht nur in manchen Situationen stattfinden, und in anderen nicht. Es kann nicht nur dann böse sein, jemanden zu töten, wenn man keinen Grund hatte. Die Gründe können es erklären und eventuell zum Teil entschuldigen, aber ist die Tat an sich nicht dennoch „böse,“ solange sie innerhalb der Parameter existiert? (Also gewollt, wissentlich destruktiv zu handeln = böse.)

          „Wenn jemand über eine lange Zeit verbal verletzt, attackiert und erniedrigt wird, ist es dann böse von ihm, wenn er der Person die Zunge abschneidet?“ – Habe ich auch überlegt, so in der Richtung. Meine Theorie: Wenn diese Person sich keine Hilfe holen kann, nicht fliehen kann, etc. dann ist das doch ebenfalls Selbstverteidigung. Es ist Notwehr, wenn denn auch die auslösenden Verletzungen mentaler Natur waren, und ihre Notwehr physisch. Wenn es der Person aber auch zusätzlich große Freude bereitet, dann ist diese Freude entweder ein Symptom von Traumata, oder sie ist „böse.“

          1. Also, im letzten Beispiel würde ich es als letzten Ausweg nehmen, weil sämtliche Versuche schief gegangen sind bzw die Möglichkeit zu fliehen, nicht gegeben ist.

            Also, wenn neben dem eigentlichen Akt bzw der Tat noch andere Faktoren eine Rolle spielen, müsste man wohl eben diese genauer untersuchen. Und dann sehen, ob es vielleicht noch eine andere Möglichkeit gab. Ich glaube, da könnte man in jedem Fall ewig weit schauen, was es an Alternativen gegeben hätte.

            Also, wenn ich jemanden töte, um mich selbst zu verteidigen, dann könnte die Tat durchaus noch böse sein. Allerdings entschuldigen die Umstände die böse Tat. So gesehen gibt es wieder 2 oder mehr verschiedene Arten von böse. :-/

            Herrje, ich muss studieren, um mit dir mitzuhalten, glaube ich.

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