#35 So I don’t embarrass my past self

Ich glaube, ich hab in den letzten Jahren einige Dinge aus den Augen verloren. Was vermutlich ein absolut normaler Prozess ist, denn man altert und der Rücken tut weh und wieso kostet alles so viel mehr, wenn man nicht mehr unter sechs, acht oder zwölf ist?

Mir stellt sich gerade die Frage, wie wichtig Feedback ist. Also im Kontext zum Selbstwert. Ich denke, es ist unglaublich schwierig, sich langfristig gut zu fühlen, wenn man sich abhängig davon macht, was andere Menschen glauben. Gleichzeitig denke ich nicht, dass man unbedingt berechtigt denkt, ein klasse Mensch zu sein, wenn man Kritik nicht annehmen kann oder möchte.

Aber als Person, die in ihrer Pubertät aufgrund von psychischen Problemen sogut wie jeden Kontakt zum ehemaligen Freundeskreis abgekappt hat, überschneidet sich da bei mir sicherlich auch Einiges.

Trotzdem kommt es mir so vor, als sollte ich mir eventuell tatsächlich regelmäßig und absolut unsardonisch sagen, warum ich als Mensch wertvoll bin. – Und vielleicht sollten das viele Menschen öfter tun.

Wenn ich zurückdenke, habe ich das Gefühl, dass die jüngere Patricia mir ein paar Dinge voraus hatte. Sie hat sich viel weniger davon beeindrucken lassen, was für einen Unsinn andere gesagt haben. Sie hat keine Kompromisse geschlossen, um weniger allein zu sein. Sie hatte Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten.

Ich finde nicht, dass die Patricia jetzt eine Enttäuschung ist; vor allem, weil sie sich viel mehr mit der Welt auseinandersetzt und versucht, auf ihre eigene Weise verständnisvoller zu sein, aber ich überlege dennoch, ob ich aus Überlebensinstinkt eventuell Dinge zurückgelassen habe, die mich einmal ausgemacht haben.

Ich werde niemals sonderlich viel Mitgefühl oder Aufmerksamkeit zeigen können. Oder eventuell auch nur besitzen. Vielleicht fehlt mir dafür irgendein Gen, wer weiß. Aber ich habe es in den letzten Jahren geschafft, auf einer rationalen Ebene zu verinnerlichen, dass bestimmte Dinge falsch sind, und mich gegen diese Dinge auszusprechen oder für andere einzusetzen, auch, wenn ich kein Mitleid mit den Individuen habe, die davon betroffen sind.

Ich werde niemals jemand sein, der für seine Kreativität gefeiert wird, aber ich kann anders erschaffen, und anders artikulieren, was ich artikulieren möchte.

Mit höchster Wahrscheinlichkeit werde ich niemals eine (gute) Mutter sein oder eine konventionelle Beziehung wollen, aber ich habe es geschafft, zu erkennen, dass ich nicht für immer allein sein möchte, und dass es Worte für die Dinge gibt, die ich möchte. Dass es Menschen wie mich gibt, und die meisten von ihnen unglaublich sind.

Ich werde niemals gut darin sein, Menschen zu trösten, und wohl immer lieber zuhören als von alleine nachzufragen, aber ich habe gelernt, dass man trainieren kann, weicher zu sein für die Menschen, die es brauchen. Und ich weiß, dass es nicht genug ist, jemandem Tee zu machen oder Taschentücher zu geben, aber ich habe realisiert, dass ich akzeptieren darf, dass ich mich zu emotionaler Härte konditioniert habe.

Ich werde für immer etwas kühler und unnahbarer sein, aber ich habe herausgefunden, dass es Menschen gibt, die das nicht schlimm finden und dass ich selbst die erste Person auf dieser Liste sein sollte.

Und vor allem habe ich mitbekommen, dass ich keine darwinistische Erklärung für meine Existenz brauche. Es muss mich nicht geben, damit jemand in Krisensituationen einen kühlen Kopf bewahrt. Es gibt mich einfach.

Ich bin mehr als die Menschen, die mich mögen, und mehr als die Menschen, denen ich in meinem Leben helfen kann. Ich bin mehr als mein Aussehen oder meine Bildung, mehr als meine Intelligenz, meine Familie, meine Gesundheit, meine Interessen. Ich bin mehr als die Summe meiner Bestandteile.

Und ich darf akzeptieren, dass ich so bin, wie ich bin. Nicht, um mich vor Kritik zu verstecken, oder unverändert zu bleiben, sondern um in Zukunft nicht wieder Dinge zurückzulassen, weil ich überleben möchte.

Advertisements

15 Kommentare zu „#35 So I don’t embarrass my past self

  1. Für mich ist das einer der besten Artikel, die ich hier jemals gelesen habe. Und ich Trottel kann gar nicht genau erklären, warum. Feedback ist wichtig, denke ich. Zumindest von Personen, denen man eine gewisse Kompetenz zutraut, wenn es um Bewertungen geht.

    Diese gewisse Härte oder auch Distanziertheit finde ich persönlich sehr wichtig. Ich bin zu sowas meistens vollkommen unfähig, gerade im Bezug auf mir bekannte Menschen. Es gelingt mir nur selten, einen unvoreingenommenen Blick auf ein Problem oder ein Geschehen zu richten, wenn Menschen involviert sind, zu denen ich eine persönliche Beziehung habe. Bei dir habe ich den Eindruck, dass du es viel besser schaffst, den Kopf kurz aufzuräumen und dann überlegt und geordnet an eine Sache heran zu gehen.
    Wenn ich dir dann und wann und immer öfter mein Leid klage, dann bist du irgendwie viel besser in der Lage, nach Lösungen zu suchen. Wir hatten schonmal irgendwo darüber gesprochen, dass viele einem die Probleme erstmal wegreden wollen. Das, finde ich, tust du nicht und bist dadurch vielleicht besser in der Lage, Ursachenforschung zu betreiben oder Lösungswege vorzuschlagen. Man merkt das gar nicht so offenbar, aber im Vergleich zu „So schlimm ist das doch gar nicht.“ ist ein „Kann ich nicht nachvollziehen, aber vielleicht finden wir eine Lösung“ etwas steriler und distanzierter, aber gleichzeitig um vieles hilfreicher.

    Möglicherweise schreibe ich aber gerade auch wirklich viel Stuss. Ich weiß es nicht. Ich weiß so vieles im Moment nicht. Ich glaube aber zu wissen, dass es immens wichtig ist, sich selbst gegenüber eine Akzeptanz zu finden. Wenn jemand anders sagt „Du bist ein wichtiger Mensch“, ist es in meinen Augen lange nicht so gewichtig wie die Tatsache, dass man sich selbst so sieht. Wobei wichtig jetzt auch wieder ein schwammiger Begriff ist.

    Klar ist es schön zu hören, dass meine Mama stolz auf mich ist. Oder wenn ein Freund mir sagt, dass er froh ist, mein Freund zu sein. Oder wenn mir jemand auf bestimmte Art vertraut. Allerdings wiegt das nicht die Selbstzweifel auf, die ich hege. Oder den immer öfter aufkommenden Selbsthass. Vielleicht könnte man sagen, dass du deinen Platz gefunden hast.

    1. Ich weiß nicht, ob es dasselbe ist, aber manchmal lese ich irgendetwas und es resoniert oder löst irgendwas aus, woraufhin ich dann einen leeren Kopf habe. Obwohl ich es dann nie schaffe, irgendetwas zu kommentieren. :/ Bist mir also in jedem Fall einiges voraus. ;)

      Hmm, vermutlich wahr. Ich denke, ich hab damit einfach Probleme, weil es gerne als etwas prinzipiell Negatives dargestellt wird, oder weil immer allem eine Wertung angehaftet wird, und diese Wertung so unglaublich wichtig sein soll. Kann es nicht einfach so sein, wie es ist? Kannst du nicht einfach emotional wärmer sein, ohne, dass das positiv ist, weil man sich deswegen dir leichter anvertrauen kann? (Obwohl das stimmt.) Kann ich nicht kühler sein, ohne, dass ich deswegen super auf Notaufnahme arbeiten könnte? Keine Ahnung, ich denke zwar, dass es wichtig ist, Vor- und Nachteile zu finden, selbst, wenn es dabei „nur“ darum geht, einen passenden Beruf zu finden, aber erstmal wird natürlich emotionaler Distanziertheit viel eher etwas negatives hinterhergeschrien, und vor allem löst es bei mir Beklemmungen auf, zu denken, dass wir in Alltagssituationen immer noch rechtfertigen müssen, dass wir so sind, wie wir sind.

      Nein, macht alles m.E. Sinn. Und ja, Akzeptanz ist eher.. wichtig. Ich glaube, bei mir ist es eine Situation, in der ich die goldene Mitte finden muss. Ich bin einer dieser Menschen, die sich durch bestimmte Emotionen weiterentwickeln. Eine gewisse Dosis „Selbsthass“ wird wohl für immer relevant sein, damit ich kein Arschloch werde, und einfach alles in den Wind werfe. Aber gesund wird es vermutlich eher runtergestuft auf normale Eigenkritik. So in Richtung „Ich kann akzeptieren, dass ich emotional einem Eisberg gleiche, aber trotzdem sollte ich daran arbeiten, kleinen Kindern nicht ständig ihre Süßigkeiten zu stehlen..“

      Nee. Keinen solchen Platz gefunden, zumindest vermutlich nicht so, wie du es meinst. (Und eigentlich möchte ich auch keinen Platz finden. Ich will, dass Leute gefälligst Platz machen, denn ich war zuerst hier, und wieso schubsen mich die alle eigentlich?) Das hier ist auch eher ein Artikel, der entstanden ist, weil ich jemanden gebraucht habe, der mir die Sachen sagt bzw weil es nötig ist, dass ich diese Dinge glaube, und nicht, weil ich sie tatsächlich verinnerlicht hätte.. falls das Sinn macht? Bin derzeit weiterhin an einem düsteren Ort, mental gesehen. Wenn man nichts sieht und hört, dann bringt es ja vielleicht etwas, positive Dinge zu schreien und aufs Echo zu warten.. Hah. /seufz

      1. Das mit dem leeren Kopf ging mir auch so. Hält mich aber scheinbar nicht davon ab, meine Finger auf der Tastatur zu bewegen. ;-)

        Möglicherweise verwechselt man die Distanziertheit zu schnell mit Gleichgültigkeit. Und deswegen schwingt möglicherweise immer eine Negativität mit. Weiß ich aber ehrlich gesagt nicht so genau. :/

        Tolkien hat mal etwas in Richtung Wertungen geschrieben. Bzw in seine Bücher eingebaut. Es ging um Tom Bombadil und einer der Hobbits fragte seine Frau:“Wer ist er?“ oder „Was ist er?“ Und sie antwortete nur „Er ist.“ Ich glaube, diese Fragen werden gestellt, um etwas einzuordnen, in Kategorien oder Schubladen zu stecken und somit eine Wertung zu finden, wenn auch manchmal unbewusst.

        Übrigens, solltest du mal wieder auf Süßigkeitenbeutezug gehen, ich stehe unwahrscheinlich auf Knoppers und Toffifee. ;-)

        1. Toffifee hätte ich eventuell.. ;-)

          Durchaus möglich. Ich glaube, es hat eventuell auch etwas damit zutun, dass Menschen denken, ihnen stünden meine Emotionen frei zur Verfügung. Was ich empfinde, geht aber zu allererst einmal nur mich selbst etwas an. Und nach Außen reagiere ich sehr häufig „rational“ und kühl, anstatt emotional, weil dieselben Leute, die einen einen Eisblock nennen, auch die sind, die meinen, man wäre hysterisch, wenn man dann eben Emotionen zeigt. Wenn sowieso alles, was ich von mir preisgebe, gegen mich verwendet werden könnte, wozu? Selbst die Leute, die einem etwas näher stehen, benutzen jeden Schnipsel, den man ihnen gibt, um einen zu psychoanalysieren, falls sie Bock darauf haben. Ich bin nicht dein Semesterprojekt, könntest du aufhören, mich in irgendwelche Freudschen Kategorien einzuordnen? – Wenn ich also eine Tragödie mitbekomme, leide ich eventuell irgendwo mit, aber auch wenn nicht, spreche ich mich gegen diese Dinge aus. Nicht, weil ich heulend vorm Fernseher sitze und meinen eigenen Schmerz wegschreien möchte, sondern weil es rein rational für mich nicht vereinbar ist, dass wir beispielsweise im 21.Jahrhundert mit all dem dazugehörigen „Luxus“ leben, und weiße Studenten in Missouri die schwarzen Studenten vom Campus gedrängt haben mit der Drohung, sie alle abzuschießen. — Seit wann ist man nur dann „Mensch,“ wenn man jedem freien Zutritt zum eigenen Innenleben lässt?

          Ja. Dass wir unsere Schubladen immer gleich bewerten müssen.. ich meine, klar, die Schublade Massenmörder ist vermutlich nicht grundlos wertungsfrei, aber dieses konsequente Runterreden.. Wieso nicht mal differenziert herangehen? Schubladen werden eben sofort gleichgesetzt. Man kann nicht nur in Schublade „schwul“ sitzen. Man sitzt dann automatisch in jeder anderen Schublade, die irgendjemand damit zuordnen möchte. „Mädchenhaft,“ was gleichzeitig ja auch automatisch „schlecht“ ist und so weiter. *seufz*

          — Ich mag Schubladen. Hab gestern erst was darüber geschrieben und dann nicht veröffentlicht, weil ich zu müde war.. aber.. ich mag Schubladen. Ich mag nur nicht, was wir so mit ihnen anstellen. :/

          1. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wo du es schonmal geschrieben hattest. Es war so etwas, wie: „Du bist nicht deine Krankheit. Nimm sie weg und du bist immer noch du.“

            Erinnerst du dich daran? Kann es leider nicht mehr wörtlich wieder geben. Aber ich denke, dass ist ein prima Beispiel für Schubladen, denn es wird ja zu oft nur eine Eigenschaft oder ein charakterliches Merkmal eines Menschen heraus gepickt und das soll ihn dann ausmachen. Unter meinen Kollegen wird dann auch nach Interessen unterschieden. Der Fußballfan sieht dann halt den Schalker, den Dortmunder, den Kölner, etc.
            Ein Kollege ist für die meisten der Araber oder der Moslem. Damit wissen sie scheinbar alles, was sie wissen müssen. Dabei ist er auch noch unglaublich laut um 6 Uhr morgens. Das ist vielleicht ätzend, gerade am Montag.

            Massenmörder sind natürlich ein besonderes Beispiel. Aber ich glaube, man nutzt sowas auch geschickt, um ein bestimmtes Bild zu kreieren. In den Medien zum Beispiel. Dort steht dann womöglich „Der 19jährige Deutsch-Russe…“ Da wird durch den Deutsch-Russen irgendein Bild vor Augen geführt, um eine bestimmte Reaktion oder ein Gefühl hervor zu rufen. Dabei spielt es doch keine Rolle, ob er Deutsch-Russe, Belgier oder sonst was ist. Die Tat oder das Ereignis bleiben doch das gleiche.

          2. Ah. Ja, ich glaube, damals ging es um „unabhängige Existenz,“ und wie unmöglich das Konzept beinahe erscheint, glaube ich. Man ist zwar X oder Y, aber man ist auch ohne X und Y immer noch man selbst oder so ähnlich. — Nur, dass dieses „selbst“ ja weiterhin abhängig von äußeren Faktoren zu sein scheint, und wo ist da die Grenze?

            Geil. Also gibt es bei euch den Quotenschalker, den Quotendortmunder, und den Quotenaraber?

            Ja. Ich hab gestern ein paar Asiaten dabei zugejubelt, als sie eine akademische Umfrage gekippt haben. Dort wurde gefragt, wie die Eltern gewesen sind, wie man selbst in der Schule war, und dann nach der Rasse. Was man nicht alles tut, um akademischen Rassismus weiterbestehen zu lassen. Ohne, würde das nächste Deutschland schafft sich ab ja nicht geschrieben werden können. — Es gibt ganz eindeutig innerhalb der Medien und in Akademikerkreisen einen Filter. Wenn Weiße irgendwas in die Luft sprengen, in einer Kirche Amok laufen etc, dann ist das auch kein Terrorismus. Aber ein Muslime muss nur in die falsche Richtung niesen, und schon war es ein religiös-motivierter Attentatversuch. /seufz

            Nicht, dass ich es nicht sinnvoll finde, Dinge im Kontext zu betrachten. Wenn ein Zionist etwas typisch zionistisches macht, dann wär es wohl schon relevant, diesen Hintergrund zu erwähnen. Aber es geht ja nicht mehr darum, differenziert zu denken, sondern Feindbilder zu stützen.

  2. Es war ein Ehrenmord. Sie hat die Ehre des Mannes und der Familie entehrt, weil sie sich scheiden lassen wollte und einen neuen Mann an ihrer Seite wollte! EHRENMORD!

    Schon wird wieder vom steinzeitlichen Denken mancher Menschen gesprochen. Erschießt ein Deutscher seine Frau, weil sie ihn verlassen will, war er einfach nur labil und emotional am Ende.
    Dabei bleibt am Ende ein ermordeter Mensch auf der Strecke. Wahnsinn.

    Wir haben auch Quotenengländer, Quotenspanier und einen Quoten-Bisexuellen. Nur ein Quoten-Intelligenter fehlt uns leider noch.

    Erstaunlicherweise wird beispielsweise der Quotenaraber aufgrund seines Glaubens nicht gemocht. Also von einigen Kollegen. Der Quoten-Kurde, der auch dem Islam angehört, wird mehr gemocht, weil er seinen Glauben weniger offen praktiziert. Kann man das so sagen? Also, er geht nicht beten und liest auf der Pause nicht im Koran. Der Quoten-Araber schon.

    Ich frage mich, was die Leute denn als Ursache für manche Eigenschaften nehmen würden, wenn der Quoten-Araber jetzt auf einmal zum Christentum konfitüren würde, seine nervigen Eigenschaften aber weiter behalten würde. Da wäre richtig Panik, glaube ich.

    Er hat zum Beispiel ein wahnsinniges Talent dafür, Menschen ständig zu unterbrechen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass so manch einer denkt:“Steht bestimmt im Koran! Kapitel 3, Vers 14: Unterbrecht die Unreien und Ungläubigen, wo immer du kannst. Ganz besonders, wenn du in einer Druckerei arbeitest, denn dort ist der Frevel am größten!“

    Nachdem, was die letzte Nacht in Paris passiert ist, wird mir Angst und Bange um das, was jetzt wieder los ist. Die Juden wurden ja jetzt durch die Moslems abgelöst. Ist eigentlich schon bekannt, wer danach Schuld hat?

    1. Ehrenmord ist wirklich so ein Thema. Einerseits sollte es angesprochen werden, weil es ein weiterhin existierendes Konzept ist. Frauenrechte in muslimischen Ländern sind häufig extrem unterentwickelt. Aber wenn es hier in Deutschland, oder prinzipiell in westlichen/nicht-muslimischen Ländern von Nicht-Muslimen angesprochen wird, dann geht es doch häufig gar nicht wirklich um diese Frauen oder deren Rechte. Es geht nur darum, unter dem Deckmantel einer Menschenrechtsbewegung, die einem ansonsten voll am Arsch vorbeigeht, islamo- oder xenophobisch sein zu können.

      „Nur ein Quoten-Intelligenter fehlt uns leider noch.“ – LINE hat bestimmt einen exzellenten Sticker für meine Reaktion.

      (Man soll Muslime sagen. Moslem hat wohl einiges an negativen Bedeutungen, international gesehen. Beispielsweise ist wohl die amerikanische Aussprache des Wortes „Moslem“ sehr ähnelt eines arabischen Wortes mit extrem negativer Bedeutung? Bin mir nicht absolut sicher, aber wollte es schnell einwerfen.)

      Für den Durchschnittsrassisten gibt es doch vermutlich gar keinen großen Unterschied zwischen Judentum und Islam: Sehen anders aus, essen kein Schwein, sind relativ konservativ in ihrer Religion, etc. Das wird einfach immer hin und herwechseln. Bei den Muslimen können sie ihren Hass auf Terroristen schieben, bei den Juden dann auf die Politik Israels. Und wir haben ja immer noch unseren allgemeinen Fremdenhass. Jetzt, wo sie viele Schwarze nach Deutschland kommen, wird sich das sicher auch noch mal neu kultivieren.

      1. Oh, das mit Moslems/Muslime wusste ich nicht. Wieder was gelernt. Danke. :)

        Das Ehrenmorde angesprochen werden sollten, dass sehe ich auch so. Aber man sollte dabei nicht soweit gehen, Nicht-Ehrenmorde als weniger grausam anzusehen. Denn im Prinzip ist der Grund für den Mord nicht sehr verschieden. Aber das ist wirklich ein sehr schwieriges Thema. Warum hab ich das als Beispiel gebracht?

        Die nicht bzw nur gering existierenden Rechte der Frauen in vielen Ländern haben Arbeitskollegen auch schon kritisiert und damit wohl in ihren Augen ihre Zurückhaltung gegenüber Muslimen erklärt oder gerechtfertigt.
        Darauf angesprochen, dass sie ja das selbe in Grün tun, sprich gegen die Homo-Ehe oder generell gegen Homosexuelle oder Transgender oder was es da noch alles gibt, kam nur schweigen und böse Blicke. Sie sollen ja meinetwegen intollerant sein, aber dann doch bitte konsequent und nicht so tun, als ob es sie irgendwie stört, dass Frauen in manchen Ländern 3 Meter hinter ihrem Mann gehen müssen. Nur so als Beispiel.

        Ich esse ja seit einigen Tagen (Dank sei deinem Tipp) auch kein Schwein mehr. Ich mache mir jetzt ernsthaft ein bisschen Gedanken darüber, ob nicht manch Kollege jetzt denkt, ich würde konvertieren. :-/

        1. Das Muslime-Ding wusste ich auch noch nicht lange, und war erstaunt, dass ich so lange das falsche Wort benutzt habe, obwohl ich ja nun Muslime in der Familie habe. o_o

          Ist doch ein gutes Beispiel.. ich hab nur zu wenig graue Masse zur Verfügung, um ordentlich zu antworten. OTL

          Da fällt mir spontan zu deiner „3 Meter“-Sache was ein. Irgendwo habe ich von einem Skit gelesen, indem eine arme, unterdrückte Frau aus Afghanistan gefragt wurde, wieso sie hinter ihrem Mann läuft. Ihre Antwort war, „Wegen der Mienen.“ Aber scheinbar gab es da tatsächlich einen kulturellen Grund, der zwar weiter problematisch ist, aber nicht ganz so frauenfeindlich.. Irgendwas in Richtung „Sie kann sehen, was er macht, und er hat ihr zu vertrauen,“ mit ein paar anderen Dingen, die ich vergessen habe. Fand ich interessant, aber da ich keine Quellen finden konnte, sehe ich es nur als Theorie an.

          Hat es bisher irgendwas gebracht, außer, dass du nachts Schnitzelbilder anschaust? (Das war mein Leben, als ich das eine Jahr vegetarisch gelebt hab. :’D)

          1. Schnitzelbilder habe ich mir noch nicht angeschaut, nein. :D
            Und seit vorgestern bin ich auch wieder etwas Rückfällig geworden. Meine Schwäche für Schinken. :-/ Aber immerhin bin ich noch bei Geflügelsalami und-mortadella.

            Ob es wirklich was gebracht hat, weiß ich nicht. Ich habe tatsächlich eine Zeit lang das Gefühl gehabt, weniger ausgelaugt zu sein. Ob es jetzt allerdings an der Ernährung lag, an den Vitamintabletten oder am neuen Bett, weiß ich nicht. Der ganz große Sprung war es aber auch nicht.

            Ich überlege, einen Kollegen zu fragen, warum es in Teilen der muslimischen Welt so ist. Allerdings sieht er Fragen in der Richtung oft als Angriff auf seinen Glauben an. Muss mal schauen, wie er in nächster Zeit so drauf ist.
            „Sie kann sehen, was er macht und er muss ihr Vertrauen“ klingt ja auf den ersten Blick nach einem für Hugh Grant-Filme romantischem Ding. Hier müsste man auch tiefer Bohren, denke ich. Und möglicherweise wären die Antworten, woher dieses „Verhalten“ oder die „Gewohnheit“ stammt, wieder sehr, sehr vielfältig.

          2. Hast du ein Glück.. ich wurde so von J (?) ausgelacht, als ich es zugegeben habe.. Aber.. Schnitzel sahen einfach so lecker aus auf einmal.

            Hmm.. ich hab den Unterschied erst nach Jahren bemerkt, also war es vermutlich eher ein langsamer Prozess bei mir, aber hätte mich interessiert, wenn’s bei dir anders ist.

            Fragen könnte ich da wohl auch einige Leute, aber kannst du vergessen. Jeder hat einen anderen Grund, den er dir nennt, nach meiner Erfahrung. – Eben wie mit dem „er hat ihr zu vertrauen“ Ding. Ich hab mal wo anders gelesen, dass es Regionen gibt, wo der Mann zu erst den Raum betritt, um sicher zu gehen, dass es sicher ist. Und dass früher (ganz früher)aufgestanden wurde, wenn Frauen den Raum betreten, um damit zu sagen, „Ich bin jemand, der sie vertritt und beschützt, falls sich hier jemand ihr gegenüber unangebracht benimmt,“ bevor es dann einfach nur noch „guter Anstand“ wurde.

  3. Jahre? Ich glaube, das würde ich nicht durchstehen. Verdammte Schnitzel! :-D
    Vielleicht habe ich mir die Verbesserung auch nur eingebildet oder es standen da Faktoren im Raum, die ich so gar nicht auf der Rechnung hatte.

    Mir kommt die Erklärung, dass der Mann prüft, ob der Raum sicher ist, bekannt vor. Ich weiß nur nicht mehr, wo ich den mal gehört habe. Vielleicht frage ich mal einen Kollegen, ob er mir erklären kann, wie es sich bei ihm verhält, bzw in der Gegend, aus der er stammt. Obwohl ich ziemlich sicher bin, dass er neben seiner Frau geht. Aber jetzt bin ich doch neugierig.

    1. Nein, ich meinte, dass mir erst nach Jahren wirklich aufgefallen ist, was es für einen Unterschied gemacht hat. Ich war damals ja auch noch etwas jünger (kurz nach der Grundschule? Während der Grundschule schon langsam? Ich bin mir nicht sicher.) und so weiter, also war es noch einmal anders, und wirklich reflektiert habe ich darüber erst später. *Schulterzuck*

      Möglich, dass wir darüber schon mal gesprochen haben? Aber das mit dem Aufstehen war ja mehr oder weniger hier in unserer Region, also nehme ich mal an, kann man zum Schluss immer vermuten, dass hinter den meisten Dingen irgendwann mal irgendein Grund war, den wir aber alle vergessen haben? :’D

      1. Ach so. Ich dachte, ich müsste jetzt meine Gewohnheiten über Jahre hinweg ändern, um etwas zu bemerken. Geduld ist ja nicht meine Stärke. ;)

        Ja, ich glaube, du hast mir sowas mal erzählt. Also die Sache mit dem Aufstehen, wenn eine Frau den Raum betritt. Ich sollte mir mehr Dinge aufschreiben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s