I can’t remember where I heard this, but someone once said that defending a position by citing free speech is sort of the ultimate concession; you’re saying that the most compelling thing you can say for your position is that it’s not literally illegal to express.

xkcds

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9 Kommentare zu „

  1. Ich las vor einiger Zeit ein paar Rezensionen über einen Teil von „Das Lied von Eis und Feuer“. In einer davon wurde gespoilert. Nicht schön für die, die sowas nicht mögen, aber es ist passiert. In den Kommentaren dazu bat ein anderer Kunde darum (sehr höflich), doch bitte eine kleine Warnung zu geben, bevor so etwas passiert.
    Daraufhin berief sich der gebetene Verfasser auf die Meinungsfreiheit. Die gäbe es ja in Deutschland und er würde sich von niemandem den Mund verbieten lassen.
    Ungläubiger habe ich in meinem Leben wohl noch nie geguckt.

    Aktuell ist es ja wieder ganz groß. Man ruft in sozialen Netzwerken zu Mord auf und beruft sich dann auf die Meinungsfreiheit. Ich finde, einige juristische Feinheiten sollten schon früh in der Schule gelehrt und regelmäßig wiederholt werden.

    Wann haben wir eigentlich aufgehört, kurz nachzudenken, bevor wir losplärren, was das Zeug hält? Und wie oft muss ich als Kind im Bällebad vergessen worden sein, damit ich auch zum 108. mal irgendeine mehr als absurde Schlagzeile sehe, glaube, verbreite und mit einem Aufruf zu Straftaten kommentiere? Natürlich alles unter dem Mantel der Meinungsfreiheit.

    „[…] Now, you might think, instead of withholding her taxes, she could have protested the old fashioned way. Made a placard and demonstrated at a Presidential or Vice-Presidential appearance, but we’ve lost the right to that as well. The Secret Service can now declare free speech zones to contain, control and, in effect, criminalize protest.

    Stop for a second and try to fathom that.

    At a presidential rally, parade or appearance, if you have on a supportive t-shirt, you can be there. If you are wearing or carrying something in protest, you can be removed.“

    Wir sollten, finde ich, froh sein, dass es bei uns nicht so weit ist. Und solange dem so ist, sollten wir auch verstehen lernen, was Meinungsfreiheit bedeutet. Das arme Ding wird mir in letzter Zeit viel zu oft als Prügelknabe aus dem Schrank geholt.

    1. Ich finde es prinzipiell so lächerlich. Wirklich, ganz unabhängig von der Relevanz der Meinungsfreiheit und der Tatsache, dass ein Großteil der Menschheit nicht zu verstehen scheint, dass Meinungsfreiheit nicht Konsequenzslosigkeit bedeutet (und das sind alles Dinge, wegen derer ich mir dir Haare ausreißen könnte; dein Kommentar spricht mir da teils wirklich aus der Seele).. Wie kann es sein, dass jemand etwas äußert, und sich nur darüber zu verteidigen weiß, dass es nicht illegal war, diese Meinung zu äußern? WIE? WIE sehr hat man sich wohl damit auseinandergesetzt, die verschiedenen Perspektiven einbezogen, dass man am Ende, wenn man merkt, dass jemand Kritik äußert, nur noch schreien kann, „DAFÜR KANN MAN MICH ABER NICHT IN DEN KNAST STECKEN!!“?

      Aber was dort bzgl der Präsidentschaftswahlen/-reisen/-reden erwähnt wurde.. gibt es hier auch in gewissem Maße, würde ich sagen. Es wird halt nur.. deutscher formuliert? Im Kleinen wird dann eben gesagt, dass es um „Dresscode“ ginge, oder es wird unterstellt, die Personen hätten irgendetwas Kriminelles gemacht. Dann fährt eben mal ein kleiner Polizeibus vor, und nimmt die Leute „zur Befragung“ mit, weil ja bald die Kameras laufen, etc. Weiß nicht.. natürlich ist es in den USA weitaus schlimmer, aber oft kommt es mir so vor, als ob die Deutschen einfach nicht „entitled“ und „assertive“ genug sind, um en masse diese Dinge anzusprechen. So, wie ich auch weiterhin sehr wenig deutsche Frauen kenne, die sich dazu äußern, dass es bei uns tatsächlich in gleichen Berufsfeldern mehr Geld für Männer gibt. (Beispielsweise als Lehrer, Erzieher, Krankenpfleger, etc.) Wir haben uns da was sehr Seltsames anerzogen, glaube ich.

      1. Ich glaube, oft liegt es einfach daran, dass, zumindest aktuell, viele „Meinungen“ einfach keine Grundlage haben. Es ist oft so leicht, diese Argumente zu entkräften. Gern kommt dann ja „trotzdem“ oder eine Beleidigung.
        Und dann bleibt oft ja nicht viel, als zu sagen oder zu schreien:“ICH DARF DAS IMMERHIN SAGEN!“ Was ja dann auch nur bedingt stimmt.

        Das es bei uns auch schon „Tricks“ gibt, um ungewünschte Meinungen von irgendwo fern zu halten, da hast du Recht. Ist ja auch viel einfacher, als sich mit kritischen Stimmen auseinanderzusetzen und vielleicht einzugestehen, dass manche Kritik durchaus berechtigt ist. Aber man hat ja auch in letzter Zeit wieder gesehen, dass es irgendwie keine Grenzen mehr zu geben scheint. Gebastelte Galgen und Guillotinen auf Demos, versehen mit Namen, sprechen da für sich, glaube ich.

        Ist das bei uns wirklich anders als in anderen Ländern? Man hört ja von den Franzosen oft, dass sie bei jeder sich bietenden Möglichkeit auf die Straße gehen und Dampf machen. Machen sie genau richtig. Ich habe aber ehrlich gesagt nie daran gedacht, dass mal zu vergleichen. Dabei haben wir ja eigentlich den Vorteil, nicht gleich erschossen zu werden, wenn wir uns zu einer Protestkundgebung treffen. Andererseits scheint in unserem Land ja die Angst ein probates Mittel zu sein, um Meinungen zu unterdrücken. „Natürlich könnten wir Frauen den gleichen Lohn bezahlen wie Männern. Aber das würde Arbeitsplätze kosten.“ – „Oh, dann bin ich lieber still.“ Es funktioniert ganz prima.

        Ich entdecke ganz oft, dass ich, wenn ich zu Hause bin, meine Familie ungefragt mit Politik und Politikern „erdrücke“, weil sie sich selbst in meinen Augen zu wenig damit auseinandersetzen. Ebenso auf der Arbeit. Immer öfter kommt es aber vor, dass ich einfach die Kraft dazu nicht mehr habe. Mir fehlt dann oft einfach die Kraft, mich aufzuregen und wütend zu sein auf Dinge, die offensichtlich falsch sind. Resignation total.
        Und dieser Zustand tritt immer häufiger ein. Auch, wenn es darum geht, Menschen erklären zu wollen, dass sie trotz Meinungsfreiheit nicht dazu aufrufen dürfen, Menschen zu verbrennen. :/

        1. Wir fördern leider wirklich keine gesunde Diskussionsqualität oder -freude. Ich hatte vor allem früher oft Momente, in denen ich meine Aussagen nicht mit Quellen belegen konnte, oder es eher ein „Bauchgefühl“ war, und ich meinem Gegenüber nicht richtig erklären konnte, weswegen ich das glaube. Deswegen ist man ja nicht automatisch im Unrecht. Beispielsweise war ein gewisser A. der festen Überzeugung, dass Israel echt alles super regelt. Damals konnte ich nicht erklären, wieso ich das nicht so sehe. Jetzt wäre mir das wohl eher möglich. — Finde ich wirklich traurig, wenn ich ehrlich bin. Also, dass man mit vierzehn nicht unbedingt dazu in der Lage sein wird, ist schon klar. Aber dass es insgesamt nicht wichtiger für Menschen ist, sich wirklich aktiv damit auseinanderzusetzen, wie logisch ihre Argumentation ist, oder was die Hintergründe einer Situation sind, etc. Das ist traurig. :/

          Trump oder Clinton würden aber auch die Galgen Bilder in die Medien lassen und ihr PR-Team daran arbeiten lassen, wie man es für sich selbst ausnutzen kann. Trump beispielsweise würde damit dann hinterlegen, wie „primitiv“ die Demonstranten sind und so weiter. (Zumal es in den USA sicherlich schon als „Androhung von Terrorismus“ gedeutet werden würde, denke ich.)

          Hmm.. ich selbst setze mich derzeit tatsächlich wenig mit Politik auseinander. Ich gehe wählen, ich halte mich mehr oder weniger auf dem Laufenden, aber ich hab lange aufgegeben, Namen zuzuordnen, und zur Zeit fühle ich mich so ohnmächtig, wenn ich den Scheiß sehe, dass ich gar nicht mehr meine Nachrichtenapps öffne.. Ich kann dann sagen „Der soundso Minister“ aber das wars. Neuer Name, gleiche Scheiße. ;) *Haut Bier auf Stammtisch* Nein, ich meine nur, dass sich bei mir derzeit wohl das typische „Ich bin Anfang 20“-Ding eingeschlichen hat.

          Die Angstmaschine klappt wirklich super. Erinnert mich an diese eine Diskussion darüber, wieso besonders die weniger liberalen Parteien gerne „langweilig“ sind – Scheinbar ist das eine Art, potentielle junge Wähler von den Wahlboxen fernzuhalten, und so den Status Quo beizubehalten. Genauso gibt es in den USA ja gerne diese „Why you so entitled?“-Masche, woraufhin dann Jugendliche und junge Erwachsene gelobt werden, die sich ihren Arsch abrackern, um aufs Community College zu gehen. Ablenkungsmanöver weit und breit. Denn wo kämen wir denn hin, wenn Bildung bezahlbar gemacht und man dafür die Steuern für Reiche um 0,5% heben würde? Gewerkschaften versuchen ja oft, den verschiedenen Berufsgruppen diese Angst zu nehmen. Aber zum Schluss kümmern sie sich ja auch eh nur um die, die noch ihren Job behalten konnten.. Also.. hm. (Wobei Gewerkschaften mich an den furchtbaren Abend mit M erinnern, also werd ich da jetzt einfach mal aufhören.. :’D)

          Ich war vor einiger Zeit mal kurz davor, einen kleinen Flyer zu basteln. „Diskussionen für Anfänger“ oder so, und den dann jedem zu geben, einfach in der Hoffnung, mich dann nicht mehr mit diesen seltsamen Unargumenten beschäftigen zu müssen. Es gehlt einem meistens doch die Zeit, die Nerven oder das Hirn, um sich da immer und immer wieder durchzukämpfen. :/

          1. In amerikanischen Filmen hört man ja oft etwas von Debattierclubs. Gibt es sowas bei uns auch? Und ist es so, wie ich mir das vorstelle? Wie läuft sowas wohl ab?
            Ich habe immer mehr den Eindruck, dass man schlichtweg vor Wände redet. „Meine Meinung steht fest, also lass mich mit Tatsachen in Ruhe.“
            Oder es kommt das Problem des „Denkens in Extremen“ auf. Vielleicht steckt da auch eine ungeheure Wut oder Ohnmacht dahinter, die leider die falschen trifft. Zumindest manchmal.
            „Wir haben kein Geld mehr für Kindergärten und Schwimmbäder, sollen jetzt aber Millionen von Flüchtlingen aufnehmen?!“ – „Wir hatten vorher auch schon kein Geld für Kindergärten und Schwimmbäder.“ – „Trotzdem.“ Ende der Diskussion.

            Es ist einfach ermüdend.

            Volker Pispers hat mal gesagt, es gäbe unter den Bürgern keine Politikverdrossenheit, sondern Politikerverdrossenheit. Ich glaube, dass würde bei dir eher zutreffen. Denn nahezu jeder Beitrag von dir scheint auf seine eigene Art und Weise politisch. Ob es um Flüchtlinge geht, Sexismus, Asiaimbisse oder deine Schulzeit. :-)

            Den Flyer hätte ich schrecklich gern gesehen.

          2. Wir hatten an der Schule „Jugend Debattiert,“ allerdings haben mit wenigen Ausnahmen dort wirklich viele Sachen gefehlt.. So in Richtung Aufbau einer Argumentation etc. Ich fand es zB als Jugendliche (und auch jetzt noch häufig) schwer, mich nicht vom Thema ablenken zu lassen oder eher, zu realisieren, wenn es passiert. – Jugend Debattiert ist ein klares Muster, während wirkliche Diskussionen viel organischer sind, glaube ich. Es wäre trotzdem wünschenswert, wenn wir im Deutschunterricht gezielter darauf eingehen würden, so in Zukunft.

            Die Diskussion, die du unten anbringst, hatte ich gestern mit meinem Großvater. Allerdings erwarte ich bei ihm leider keine logischen Argumente mehr. (Er hat zB gegen eine vietnamesische Schauspielerin gehetzt, und soll sie doch in Vietnam ihre hässliche Dreckfresse und ihre bekloppten Glupschaugen allen antun und sich dort feiern lassen, etc.)

            Hm, ja. Ich bin natürlich „politisch“ weil Menschenrechte zu Politik wurden und so weiter, aber richtig.. die einzelnen Politiker beziehungsweise das Mikromanagement dahinter ist mir etwas zu.. viel.

            Hah, wäre bestimmt ein super Flyer geworden. Letztes Jahr hatte eine Bekannte auf FB gefragt, wie man jemanden am Ehesten davon überzeugen kann, dass X. X war wirklich nur eine Variable. Ich hab zehn Stichpunkte angeführt, und zum Schluss das Gefühl bekommen, dass ich ggf manipulativer bin als ich dachte, und meine kalkulierten Mittel nicht mit der Welt teilen sollte, bevor alle so krank werden. :’D

  2. Zu deinem Großvater fällt mir echt nicht mehr viel ein. :/
    Weißt du noch, worüber ihr da debattiert habt? Ich versuche mich krampfhaft zu erinnern, ob es sowas bei uns auch gab. Aber es will mir einfach nicht einfallen.
    Auf der Arbeit ist sowas weitestgehend sinnlos, weil sich dort am Ende immer die Hierarchie durchsetzt.

    Wenn du immer noch so überzeugend sein kannst, würde ich dich ja gern mal eine halbe Stunde mit meinem Vorgesetzten zusammen setzen. Vielleicht gelingt es ja dir, ihn von seiner festgefahrenen Sichtweise runter zu bringen. ;)

    1. Über die Gefahren der Nacht.. ich war da zugegeben nicht lange, aber daran erinnere ich mich noch. Thema war soqas wie Ausgangssperre oder Alkohol und ein Junge warnte dann davor. Es war ein Traum.

      Ich bin ja leider nicht mal überzeugend. Weil, logische Argumente prallen trotzdem an vielen ab und wenn nicht gewinnt man maximal die Schlacht, nicht den Krieg. Deine Kollegen würde ich trotzdem gerne mal treffen.. so, um sie zu hauen etc. :’D

      1. Er warnte vor Alkohol oder vor einer Ausgangssperre? :-D

        Deine Chancen würde ich aber wirklich noch höher einstufen als meine, da mir ja vorgeworfen wird, ich würde meine Argumente auf persönlichen Problemen mit einigen Mitarbeitern aufbauen.
        Nunja, wenn jemand mit verschränkten Armen an einen Tisch gelehnt steht und zuschaut, wie andere seine Arbeit machen und dabei auch noch überlegen lächelt, ja, sowas nehme ich persönlich. :/

        Du solltest dir aber vorsorglich einen harten Knüppel mitnehmen, denn die Liste der zu hauenden ist lang. ^^

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