#19 when she was twenty-two;

Ich hab die letzten Tage überlegt, Dinge zu machen, die mir unangenehm sind. Und damit meine ich nicht nur dreckige Witze. (Sicherlich ein Talent, das ich bisher verkümmern lassen habe.)

Falls das passieren sollte, fange ich vermutlich bei einfachen Sachen an. So etwas wie, über einen furchtbaren historischen Liebesroman auf meinem persönlichen Blog (dem hier!) schreiben, oder wieder regelmäßig Sport machen, und zugeben, dass ich gerade so zehn Liegestütze schaffe, bevor ich zusammenbreche. (Man muss es ja nicht gleich übertreiben, und darüber nachdenken, warum man seine eigenen Freundschaften und Fastbeziehungen sabotiert hat, richtig?)

Aber irgendwie kommt mir das produktiver vor. Eventuell werde ich aber stattdessen einfach nur Serien kommentieren, und auf Deutschland schimpfen. – Es gibt einfach zu viel unterhaltsame und angenehme Dinge, die man tun kann: Schlafen, Essen, Lesen.

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5 Kommentare zu „#19 when she was twenty-two;

  1. Wie wäre es stattdessen mit dem furchtbar futuristischen Liebesfilm „Her“, wo ein Mann sich verliebt in das OS seines Computers?
    Mich würde Deine Meinung interessieren zu einer Geliebten, welche binnen Sekunden mein rund 300.000 Wörter umfassendes Lebenswerk analysiert, lektoriert und maximal verdichtet! So wie mir in meiner Jugend mein Schachcomputer eigentlich Gesellschaft genug war…
    Was mich hingegen maximale Anhaftung erleiden lässt ist eine Biologie, die für Fortpflanzungsterror sorgt, so bald ich mich im Rahmen meines Erwerbslebens dem Straßenbild aussetzen muss. In der männlichen Variante wohl noch bis aufs Sterbebett. Jedenfalls legt das Goethes „Marienbader Elegie“ nahe.
    Ist das Tiergift hingegen für einige Zeit aus dem Leib verbracht, erhebt wohl jeder Affe sich zum kalten Gott auf den Zinnen seiner Herrlichkeit.
    Wie also, wenn ein Mann die Lust verliert an einer Frau, und ihrer überdrüssig wird? Die meisten Frauen verschwenden dann wohl hunderttausend Tweets, ohne im entferntesten Zeit und Ort der Sabotage ausfindig machen zu können.
    Auch was ich in den 1990er an Fachliteratur über „beste Freundinnen“ gelesen habe legt Ähnliches nahe: Irgendwann ist da jemand anderes irgendwie mehr vor Ort oder erwischt irgendwo die besseren Zeitpunkte. Kein Grund also für zeitintensive Allmachtsphantasierereien, da es nie wirklich in unserer Hand lag.

    1. Wonach misst man futuristisch? Also, wieviel Elemente „futuristisch“ muss ein Film beinhalten, um furchtbar futuristisch zu sein?

      Du meinst sicherlich diesen Film, oder? Ich erinnere mich nur an vage Kritik in Richtung, „In ‚Her‘ ist die Frage nicht, ob Maschinen fühlen können, sondern ob Menschen noch in der Lage sind, zu fühlen.“

      Hatte nie sonderlich Interesse, mir das anzutun.. Aber vielleicht werd ich es trotzdem. Ich meine, ich hab mir auch zwei Folgen Spongebob angesehen, und ich meine mich zu erinnern, dass Plankton einen sprechenden, „weiblichen“ Computer hat, wieso also nicht Joaquin Phoenix? Im Endeffekt erwarte ich, dass die AI nötig ist, damit er sich selbst und sein Leben versteht, oder geregelt bekommt, oder sich erfüllt fühlt, oder irgendeine andere Form von „Ich bin intellektueller als ManicPixieDreamGirl-Filme.“ – Wer weiß, was passiert. Vielleicht habe ich Unrecht.

      Aber in jedem Fall würde die „Geliebte,“ die, da Computer, dein Werk analysiert, darauf hinweisen, dass wir nie aufhören, in Medien Egoismus unangesprochen hinzunehmen. – Deswegen vermutlich auch unsere vielen Fürimmers. Hauptsache „meins.“

      1. „Futuristisch“ bedeutet für mich das Maß, in dem Maschinen uns unabhängiger machen von anderen Menschen. Eine für mich realistische Vorstellung etwa ist, dass ich eines schönen Werktags mit einem Rauschen in den Ohren zu mir komme, als läge ich am Strand. Immer noch bei geschlossenen Augen wird mir aber bewusst, dass ich mitten auf dem Hamburger Hauptbahnhof liege und auf eine Trage gehoben werde, obendrein spüre ich meine linke Körperhälfte nicht mehr… Wiederfinden werde ich mich dann in einem Alten- und Pflegeheim, wo ich hoffe, dass meine Frau sich irgendwann nicht mehr abquält mit einem Wrack wie mir, sondern eine neues unbeschwertes Leben beginnt mit jemand Neuem…
        Aber, hey, auf dem Nachttisch wartet mein Smartphone, ich habe noch eine gesunde Hand, viel, viel Zeit, und ich habe Twitter. So wie ja auch „die verlorene Zeit“ von Proust Folge schwerer Krankheit war. Proust jedoch brauchte noch die Hilfe anderer, um aus einem Sarg von einem Zimmer hinaus zu gelangen in die Welt, ich habe schon „Siri“.
        Als bemerkenswert fand ich die Szene von „Her“, wo ein Date sich bereits an der Hose des Helden zu schaffen machte, gleichzeitig aber drohte, dass sie sich in ihrem Alter keine Männer mehr leisten könne, die es nicht ernst meinten mit ihr. Ob sie also wieder etwas von ihm hören werde?
        Es bei einem OS bewenden zu lassen muss also keinen gesteigerten Egoismus bedeuten, vielmehr kann es auch auf einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem eigenen Triebleben hinweisen.
        Vielleicht wäre die Welt für mich sogar erträglicher, wenn wir all die zufälligen Paarungen nicht beschweren würde mit so vielen Romanen. „Liebe“ mag etwas durch und durch wünschenswertes sein, aber der beste Tod ist für mich immer noch der durch die Wahrheit.

  2. Vielleicht würde mir mein Triebleben Laune machen, wenn ich homosexuell wäre. Weil ich dann bei meinem Gegenüber ein ähnliches Interesse an relativ unverbindlichem Sex voraussetzen könnte. So aber fühle ich mich fortwährend gespiegelt als „Schwein“.

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