#18 you can’t see past my shades

Ich muss mich hier einmal über ein paar Dinge auskotzen, damit ich es nicht weiter an den falschen Leuten auslasse. Ich hab eine Nachricht zu den Videos aus #17 bekommen, die jede mir verhasste Gasse an menschlichem Verfall bedient, die einem so spontan in den Kopf kommen könnte.

Jetzt bin ich natürlich in der unangenehmen Situation, mich mit dieser Person nicht unterhalten zu wollen, aber auf die Punkte zumindest irgendwo einzugehen, um es mir von der Seele „diskutiert“ zu wissen. Außerdem will ich mich auch einfach nur über die Form der Argumente aufregen. (Und überhaupt darüber, wie, wann und wo sie angebracht wurden. /smh)

Aber ich versteh seinen Ansatz nicht. Ich meine, er steckt seinen angry Jack in diese Box, die hervorragend funktioniert. Und allein schon damit gibt er auch diese Schranke daher, wer als angry Jack gilt. Es ist ziemlich offensichtlich, dass es da mehr gibt.

Das ist wirklich schrecklich, dass man in einer Videoreihe, in der es um Angry Jack geht, definiert, wer Angry Jack ist. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal dazu aufrufen, damit aufzuhören, Diabetiker immer in diese Schranke aufzuweisen, dass sie.. naja.. Diabetes haben müssen, um dazuzugehören. Wisst ihr nicht, wie einschränkend das ist? Ihr Schweine. Nur in Kategorien zu denken ist, was den Klimawandel begonnen hat.

Meine Bedenken, was speziell Feminismus als Bewegung(!) angeht, ist, dass es faktisch nicht exklusiv ist, aber wenigen nutzt oder attraktiv erscheint. Die Gegenbewegungen sind faktisch exklusiv (obviously), aber sprechen nicht nur mehr Leute an sondern sind auch allgemein attraktiver.

Ich übersetze das mal: „Meine paar Wochen Studium haben mir vor Augen geführt, dass es zwangsläufig seriöser wirkt, ganz oft [dies wird in folgenden Passagen vermutlich eindeutiger] Anglizismen oder andere Fremdworte zu wiederholen, anstatt an ihrer Stelle ein deutsches Wort mit derselben Bedeutung zu benutzen. Dadurch verleihe ich meiner Aussage genau den pseudo-wissenschaftlichen Ton, den ihr Inhalt einfach nicht schafft.“

Und natürlich ist dieses Bedenken so wichtig. Denn der Inhalt des Feminismus wird darüber definiert, wie attraktiv er nach Außen erscheint. Deswegen sollte man den Inhalt verändern; auch, wenn dann die Attraktivität dieses Inhaltes nicht mehr zum eigentlichen „Ziel“ führt. Genau. „Also Schokosuppenr der Firma X sind nicht beliebt. Wenn wir wollen, dass mehr Leute diese Schokosuppe kaufen, sollten wir daraus stattdessen Hühnerfrikassee machen.“

Das war schon immer ein klasse Plan. Kann ich so nur empfehlen. I can absolutely see your point. Ich bin mir sicher, diese faktlisch exklusiven Quellen belegen meine Bewunderung. [chirping]

Feminismus ‘verurteilt’ Handlungen. Darauf aufmerksam machen ist schon genug, das kommt in den Videos auch gut rüber. Das macht Feminismus unattraktiv.

Die bösen Feminazis, wie sie es verurteilen, dass Frauen in Ubugudu immer noch genital verstümmelt werden. So unattraktiv! Wie jetzt? Das Video ist von Feministen, und hat selbst nur darüber gesprochen, aufmerksam zu machen?? Aber Feminazis verurteilen doch? Und das ist doch schlimm!! (Nein, ich verurteile nicht!! Ich.. ich.. Oh, Vögel!)

Gegenbewegungen haben so einen Anspruch überhaupt nicht. Die verurteilen ein gesamtes Paket bzw. Individuen und passen sie in das Paket hinein.

… Kann ich das unkommentiert lassen?

Die einzige sinnvolle Analogie, die mir einfällt, ist eine politische Opposition. (Ich denke an ‚Die schmutzigen Hände’ von Sartre)
Manche Bewegungen funktionieren nur in der Opposition. Und man braucht dafür eine Minderheit, sonst wäre man keine Opposition. Feminismus ist traditionell eine Opposition, und Oppositionen bzw. Minderheiten sind zur heutigen Zeit (vergleichsweise) wichtig, relevant.
Das ist der Grund wieso auch die Gegenbewegungen nur als Minderheiten funktionieren.

Genau. Denn marginalisierte Gruppen (die, denn so ist es, als „Minderheiten“ tituliert werden) haben noch nie irgendetwas erreicht, und man muss möglichst wenig Mitglieder haben, um sich durchsetzen zu können. Vor allem in unserer Gesellschaft. (Ich denke da an „Twilight“ von Stephenie Meyer oder „Mein Kampf“ von Adolf Hitler. /smh)

Es ist das Prinzip von “Die Freiheit von einem hört auf, wo die Freiheit eines anderen anfängt.” Und das ist es, worauf sich die Gegenbewegungen berufen.
Es ist nicht alles kohärent, aber das ist etwas, was beim Feminismus schlechter funktioniert.
Weil, blatantly put, Feminismus geht mehr in die Richtung “I need you to do this or stop doing that because it’s unjust.”
Und die antworten “They need to stop demanding shit from me because I don’t owe them shit and I am just as free as they are.”

Ich möchte Professor Erstsemester auch hier noch einmal für diese ausführliche Erklärung danken. An dieser Stelle auch der Academy, dafür, dass sie meinen Film sahen. Und den Puten. Vergessen wir nicht die Puten.

Und das ist kein per se inhaltliches Problem. Ich habe das Problem, dass ich das Ideal nicht mehr sehe. Desto mehr – sagen wir Variationen – von Feminismus ich sehe, desto weniger habe ich ein Gesamtbild von dem Ideal, dem gemeinsamen Ziel.

Dein Problem ist, dass du dich gerne als intellektuell darstellen möchtest, und tatsächlich der Überzeugung bist, dass es nicht widersprüchlich ist, was du da gerade vom Feminismus erwartest, verlangst, denkst, an ihm kritisierst, etc.

Es ist ein Problem dessen, was man will und was man tut. Gamergate will Provokation, discrediten, whatever. Dafür ist ‚Journalismus’ vollkommen ausreichend. Es ist effektiv.

Feminismus agiert zunächst einmal auf vielen Ebenen. Aber das, was wirklich die Öffentlichkeit erreicht, sind entweder persönliche Standpunkte von einzelnen Personen, oder aber es ist irgendwas Organisiertes und interessiert Wenige, außer irgendetwas ist nicht kohärent oder einfach schief gelaufen.

Und Kohärenz ist schwer zu erreichen, wenn man ein Konzept habt, bei dem es allein schon um alle Frauen geht. Alle Schicksale sollen den gleichen Wert haben.

Rechtsklick, Speichern unter „Mansplaining.txt“

Der einzige Ansatz, der meiner Meinung nach Feminismus überzeugend machen würde, wäre eine Distanzierung von einem so großen Ziel. Es ist schlichtweg eine Überforderung.
Feminismus ist zur Zeit eine “Sammlung von Idealen”. Oder umgekehrt, ein “Aufzeigen von Abweichungen von Idealen”. Das ist noch problematischer. Weil das nicht einmal einen möglichen Lösungsweg impliziert.

Und dann denk ich jetzt an sowas wie das Einbeziehen von männlichen Opfern von Vergewaltigung. Why is that a topic for feminism? Ich bin an dem Punkt, an dem ich denke, dass ernsthafter Feminismus nichts Anderes ist, als Humanismus. Und dann ist die Frage – wieso überhaupt der Begriff?

Genau. Warum eigentlich? Wieso haben wir überhaupt Worte? Was kostet die Welt? Wieso können nur manche Eichhörnchen fliegen? Weswegen haben Männer Nippel? Ist die Welt wirklich rund, oder nicht eher elipsenförmig? Ist das Essen fertig? Sind wir schon da? Sind Frauen eigentlich Menschen? Was wollt ihr alle? Was war noch einmal mein Steam-Passwort?

Der Begriff ist deshalb da, weil es primär um Frauen gehen soll, weil es zunächst nur Frauen als Mitglieder gab, whatever, das ist der historische Hintergrund, der ist heute für jemanden, der sich die Mühe nicht macht, zu recherchieren, nicht wichtig ist.

Genau. Eine selbst-initizierte Diskussion über die Qualität einer Bewegung erfordert keineswegs eine fünf Minuten Recherche.

Deshalb müsste man sich doch erst einmal um Ziele klar werden. Du hast wirklich so viele Meinungen wie Menschen, dann suchst du den Schnittpunkt, wo möglichst Wenige ausgeschlossen werden. Zunächst ausgeschlossen.
Dann muss man sich aber auch darüber bewusst werden, welches Medium angebracht dafür ist, das zu realisieren, was man will.

Dieses grundlegende System wäre genug. Ganz ehrlich, ich glaube, das würde der Bewegung Seriösität verleihen.

Oder wir ziehen uns in Zukunft alle Anzüge an. Denn eine Bewegung braucht die deutsche Seriösität, um auch wirklich Ernst genommen zu werden. Es reicht nicht, die Fakten zu betrachten. Wirklich. Wir müssen es dem Volk schon bequemer machen. „Hier, schau, wenn du Frauen besser behandelst (aber nur [hier Einschränkung einfügen]) dann kriegst du jede Woche einen Gänseblümchenstrauß von (weiblichen!) Kindern aus Eritrea. Und diese Plakette, auf der steht, dass du ein ganz besonders toller Mensch bist. Ein Individualist! Ein Kämpfer!“

Das was man zur Zeit als Feminismus liest ist soetwas, das vergleichbar damit wäre, dass Amnesty International, statt sich mit schwerwiegenden Problemen zu beschäftigen, über etwas reden, dass streng genommen ihr Programm nur streift. Sowas wie sich zu Dronen zu äußern. Das ist das, was Feminismus macht, wenn sie über Männerprobleme reden.

Ich gehe hier gezielt nicht darauf ein, warum verschiedene Feministen sich mit „Männerproblemen“ auseinandersetzen, denn ich gehe davon aus, dass die Leser hier in der Lage sind, zu erkennen, dass Feministen kein e.V. sind, sondern Individuen, die ähnliche, wenn auch nicht identische, Ziele, Wünsche und Gedanken haben. Natürlich ist das schwer zu verstehen, denn Feministen -> Frauen -> Alle gleich. Es ist also klar, dass man verwirrt ist, wenn man sich damit auseinandersetzt, dass eventuell verschiedene Feministen verschiedene Prioritäten oder Meinungen haben. Das geht ja mal gar nicht. Das wäre ja fast so, als ob es Christen gäbe, die an kirchliche Absolution glauben, und andere, die das nicht tun!

Man kann nicht einmal alles ernst nehmen, was der Feminismus impliziert, weil das ganze Paket zusammengenommen, wenn nicht unmöglich, dann doch utopisch ist.
Und deswegen gibt es diese Ideale auch nicht in gesellschaftlicher Anwendung, der deutlichste Fall wäre Manifestierung in der Verfassung. Weil es Kram ist, den man nicht allen aufzwingen kann, sondern nur selbst befolgen kann. Die Legalisierung der Homo-Ehe ist in dem Sinne etwas Anderes. Es ist eine Realanwendung, aber es ist auch nur eine Neu-Interpretation der Verfassung (Weil, das ist das, was der Supreme Court tut).

Und damit versucht Feminismus, eine soziale Norm zu werden. Aber es gründet nicht auf der sozialen Norm. Es gründet auf der Verfassung. Dann muss man auch darüber argumentieren.

Genau. Das ganze Paket. Utopisch.

THE FUCKING MESSAGE OF THIS ONE HOUR VIDEO FOR EXAMPLE. TALK TO ANGRY JACK? WHY THE HELL?
Er vergisst die Tatsache, dass die Gegenbewegung ihre Bewegung bestätigt. Eine Bewegung dadurch beenden, dass man die Gegenbewegung überzeugt ist so fucking naiv. Ist ja sehr süß, aber das ist es ehrlich nicht. Überhaupt nicht. Das kennzeichnet nicht den Erfolg einer Bewegung. Erfolg hat die Bewegung, weil sie Veränderungen ERZWINGT. Und dann frag ich mich tatsächlich, ob dieser Feminismus nicht zu weich ist, um ernst genommen zu werden.

Weil, das Erzwingen ist darauf bezogen, dass das überhaupt eine echte Verbindlichkeit wird. Wenn es darum geht, zu propagandieren, dass man allen Frauen die Tür offenhalten soll, von mir aus stimmen dem irgendwann alle zu. Das wird mich nicht davon abhalten, es nicht zu befolgen und keine Folgen zu erleiden.

(Ich habe letztens in meinem Studium gelernt, dass es drei Kategorien von Pflichten gibt; Rechtspflichten (einklagbar und gegeben), Tugendpflichten (gegeben), Supererogatorisches (nichts). Und die Tür aufhalten wird nie zu einer Rechtspflicht. Du wirst das nicht einklagen können. Genauso ist es mit einigen Dingen, die Feministen ab und an betonen.
Und das ist ein Angriffspunkt, den man sinnlos entblößt.

Das einzige, was wirklich ein Erfolg wäre, wären Rechtspflichten. So wie same sex marriage. Weil der Urteilsspruch heißt, jeder motherfucker muss das akzeptieren. Jeder Mensch hat dieses Recht, du darfst es nicht beschneiden.

„Ihr seid jetzt alle verpflichtet, alle Menschen gleichberechtigt zu behandeln.“

Ich möchte mich hier noch einmal bei Frau W. meiner Ethiklehrerin bedanken, die uns von diesen Pflichten bereits in der siebten oder achten Klasse erzählt hat. Und hätte man ein unpassenderes Beispiel bringen können? Als Nächstes geht es noch darum, ob man Frauen schlagen darf.. /seufz

Ich glaube das ist auch der Grund, wieso die Aktionen des Feminismus teilweise (Achtung sehr laut) so ausfallen: https://youtu.be/I7HCtG2eX8Q

Weil, man ist im Recht, man wird nicht angehört, why not use *some* method to get attention? That’s all we need in Feminism, right?

Es gibt so unheimlich viele Wege. Aber die brauchen alle eine tatsächliche Zielsetzung. Und klar gibt es viele Ziele, aber die sind alle nicht klar.

Was für ein Ziel wollen wir? Fragen wir uns, wieso Schulen obligatorisch einen psychologischen Beistand haben müssen, der eine neutrale Rolle hat und von Schülern sowie Lehrern angerufen werden kann; gleichzeitig nicht an Polizeistationen, wenn es um die Schilderung von traumatischen Verbrechen geht?
Wieso gibt es so etwas erst nach dem Verhör, wieso gibt es kein Entgegenkommen in der Richtung?

Hat man darauf kein Anrecht? Wieso nicht? Gibt es geung Opferschutz? Ist eine polizeiliche Ausbildung gut genug?

Stell eine Darlegung dar und schick es an entsprechende Stellen, sammle Unterschriften dafür.

MAN KANN KEIN FUCKING PAKET AUS 874365438756397465 VORSCHLÄGEN STATUIEREN UND ERWARTEN DASS DIE ERFÜLLT WERDEN.

Honestly, it fills me with rage how no one has stepped up and pushed towards real fulfillment of those ideas. It’s just so disappointing.

Vielleicht sind die Leute alle so beschäftigt, vor einem brennenden Frauenhaus darüber zu diskutieren, ob faktisch exklusive Zielsetzungen überhaupt akzeptabel sind.

Wer weiß.

Und erneut erging es mir, wie beim ersten Lesen: Je mehr ich lese, desto weniger empfinde ich den Drang, noch auf irgendetwas einzugehen.

Und wenn das von jemandem kommt, der Diskussion beinahe als Sportart ansieht, und üblicherweise immer bereit ist, zu diskutieren, dann soll das beinahe etwas heißen. /seufz

Werde jetzt erstmal dem Frauenhivemind bescheid geben, dass wir nur alle ihn fragen müssen.. Also eine von uns. Der Rest wird ja.. siehste.. muss nicht mehr bescheid geben. Sie wissen es schon.

Zur Info: Es ging ursprünglich nur darum, dass die deutsche ComicCon nicht die versetze San Diego ComicCon ist. Ich erwähnte sarkastisch, dass das gamergate doch nie zulassen würde. „Wer is gamergate?“ – „Hm, schau mal die Videos..“ Das war alles. WIE kann dann so ein Text zustande kommen? WIE???

ICH KÖNNTE GERADE DDDDD:

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Veröffentlicht von

Patricia

People I know started following me. This is getting too real.

2 Gedanken zu „#18 you can’t see past my shades“

  1. Eure Diskussion erinnert mich an meine Kindheit. Jene Abende, wo der Familienkreis unserer Kirchgemeinde zu Gast war, und ich im Schlafanzug nochmal ins Wohnzimmer kam, meinen Eltern gute Nacht zu sagen. Jener staatsmännische Gestus, mit der dort über die Geschicke unserer Nation verhandelt wurde, beeindruckte mich als Kind tief, was für bedeutende Menschen offenbar in unserem Wohnzimmer beisammen saßen… Hingegen ich es von Beginn an eher hielt mit Jesus Christus, den ja selbst das Joch der Römer nicht die Bohne interessierte: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist!“ Ihr zwei Schriftgelehrten seid mir einfachen Mann aus dem Volke natürlich maßlos über, was den Feminismus in all seiner Wissenschaft betrifft. Ich beschränkter Mensch orientiere mich mit meinem Trachten und Tun allein am Nächsten. Und ich sage Euch, dass auch in tausend vom Feminismus erfüllten Jahren weiterhin Frauen meine Mutter insgeheim ansehen werden als eine „Gefallene“, der ja der Mann abgehauen ist…

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