#6 let’s make a night you won’t remember

Ich hab vorhin noch mal #5 gelesen. Normalerweise mag ich es nicht, zu lesen, was ich erst geschrieben hab (und möchte mich selbst anzünden, wenn ich lese, was ich vor längerer Zeit irgendwo mal geäußert habe), aber ich hab das Gefühl, es war diesmal eine tatsächlich gute Entscheidung. Denn ironischerweise hab ich in gerade dem Post, in dem ich (männliches) Privileg kritisiert habe, mein eigenes Privileg ausgelebt, und damit eine große Reihe Frauen diskriminiert, die genauso viel Recht auf „Empörung“ haben, wie ich.

Soweit ich es mitbekommen habe, ist keiner meiner Leser trans oder inter, also kann ich mich nicht direkt bei diesen Personen entschuldigen. Tatsächlich wäre dieser Artikel trotzdem geschrieben worden, gerade, weil es nicht nur „die Betroffenen betrifft“.

Es ist leicht (faul), zu übersehen, dass es Menschen gibt, die nicht so sind, wie man selbst. Vor allem, wenn es eine „kleine“, das heißt, oft übersehene Gruppe ist. Es ist leicht, zu sagen, dass sie sich mit ihrer Rolle zufrieden geben sollten, und dass es doch gar nicht so schlimm ist. Aber das ist auch unfair.

Ich identifiziere mich als Frau, und ich hab das Glück, auch den passenden Körper bekommen zu haben. Traurigerweise habe ich nicht in einer einzigen Zeile erwähnt, dass es nicht allen Frauen so geht. Ich hab mir nicht die Zeit genommen, zumindest in Klammern zu setzen, dass Frauen von mir durchschnittlich einen Punkt mehr auf der Sympathieskala kriegen, unabhängig davon, ob sie menstruieren oder nicht, einfach, weil sie gewisse Dinge besser nachvollziehen können, eben, weil sie genauso oder ähnlich davon betroffen sind, wie ich. Ich hab nicht ganz bedacht, dass eine Körperhaardiskussion für trans und inter-Leser triggernd sein könnte. Oder, dass die körperlichen Aspekte, die ich angesprochen habe, nicht zu „Frau“ machen, und ich solche Geschlechterrollen nicht unterstützen sollte.

Wenn ich darüber sprechen will, dass Frauen von Medien (und unserer Gesellschaft) benachteiligt behandelt werden, dann sollte ich nicht nur von der Gruppe Frauen sprechen, die mir am Meisten entspricht. Ich sollte zumindest KURZ erwähnen, dass es unfair ist, dass es Skin-Bleaching gibt, weil scheinbar weiße Haut = „unschuldige Haut“ = „gewollt“ ist, und dass es da einige große Themen gibt, unter anderem Sexualität, mit denen ich mich nicht ansatzweise genug auseinandergesetzt habe.

Als ich über 1,80m Räume geschrieben hab, hatte ich kurz den Gedanken, dass es auch jetzt große Frauen gibt, die sich dann nicht in dieser Karriere sehen könnten. Und würde es außerhalb dieses Kontexts stehen, würde ich eventuell nicht so enttäuscht sein, denn auch jetzt ist es so, dass große Frauen in bestimmten Berufen Vorteile haben, und kleine Frauen eben nicht; oder andersherum. (Ja, ich trauere weiterhin meiner geplatzten Basketball-Karriere nach) Aber wenn eine Gruppe Frauen grundsätzlich diskriminiert wird, dann kann man nicht mehr von natürlichen Vor- und Nachteilen sprechen. Und das hätte ich bedenken sollen, hab es aber nicht. – Tatsächlich muss ich zugeben, dass große Frauen heutzutage in vielen Situationen benachteiligt werden, und es somit nicht unbedingt schön ist, ihnen nicht mal einen Bürojob zu gönnen, nur, damit Männer lernen müssen, zu schrumpfen. (Was nicht der Punkt war; der Punkt war, Unfairness im Berufsalltag darzustellen. Tragisch, dass ich dabei so unfair würde.)

Was ich sagen möchte ist.. Es tut mir Leid, dass ich ignorant war. Ich weiß nicht, wieso genau, und im Endeffekt spielt es keine Rolle mehr, weil es nichts daran ändert, dass ich vollkommen ausgeschlossen habe, dass ich für dieses Thema über meinen cis-Standpunkt hinaus hätte denken müssen. Und ich bin mir fast schon sicher, dass ich auch hier ein paar Fehler gemacht habe, weswegen ich jetzt nach Blogs suche, um mich zu belesen und in Zukunft etwas weniger ignorant zu sein.

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Veröffentlicht von

Patricia

People I know started following me. This is getting too real.

Ein Gedanke zu „#6 let’s make a night you won’t remember“

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