#44 何の為に生まれて来たのかなんて… 小難しい事は解らないけど… 例えそれが過ちだったとしても… 何の為に生きているかは判る… 其れは… 理屈じゃない… 存在… 故の『自由』!

Ich hatte in den letzten Tagen, Wochen?, öfter hier gesessen und geschrieben, nur um dann aufzuhören, weil ich bemerkt habe, wie wenig es mir gebracht hat. Anstatt in irgendeine neue Richtung zu denken, habe ich mich meist nur deprimiert. Üblicherweise ist es ja so, dass ich anfange zu schreiben, und dadurch irgendetwas für mich finde. Vor Kurzem habe ich darüber mit einer Bekannten geschrieben. Es ging darum, dass sie ein journal hat und schreibt, wenn sie spürt, dass sie aufgewühlt ist. Während der Schreibprozess mir wenig hilft, wenn ich bereits die „Natur“ meines Problems erkannt habe, hilft es mir ab und an, anders darüber zu denken. Vermutlich allein schon, weil ich mir, sobald ich alles aufgeschrieben habe, immer wieder lächerlich vorkomme – Wie kann man sich selbst nur so ernst und wichtig nehmen?

Je mehr Zeit ich mit Selbstreflektion verbringe, desto mehr erkenne ich, dass ich nur bestimmte Dinge als „ich“ akzeptiere. Im Endeffekt ist meine Wahrnehmung von einem fest verankerten „Ich“ sowieso unmöglich. Egal, worüber ich mich definiere, man könnte alles davon nehmen, und ich würde nicht weniger fest davon überzeugt sein, dass ich „ich“ bin: Ob depressiv, schlau, ungebildet, schön, ungepflegt, aggressiv, mitteilsam, brünett, loyal. Aber unabhängig davon fällt es mir schwer, bestimmte Fehler als „ich“ zu akzeptieren. Und es ist nicht so, als ob ich  nicht erkennen würde, dass das viel mit meinem Alter zutun hätte. Natürlich wird es einer Zwanzigjährigen schwerer fallen, irgendjemandem zu erklären, dass die Dinge, die sie vor drei Jahren geäußert hat, weit von ihren jetzigen Einstellungen entfernt sind. Immerhin waren es ja objektiv betrachtet nur drei Jahre.

Darüber hinaus sollte es mir in jedem Fall möglich sein, mir anzuhören, was ich eventuell mal verbrochen habe. Denn entweder ich bin jetzt immer noch so, oder es war einmal. Entweder es betrifft mich und ist deswegen relevant, oder es ist Vergangenheit und sollte mich deswegen nicht mehr bedrücken. Dafür müsste man natürlich irgendwann gelernt haben, wie man mit Scham umgeht, und nicht die Taktiken eines Kleinkriminellen auf Alttagssituationen anwenden (=Leugnen) aber es scheint so, als würde es mir sehr schwer fallen, zu verinnerlichen, dass man Fehler machen kann, und zum Schluss trotzdem noch genauso viel „wert“ sein, wie davor.

Was im Übrigen etwas ist, das ich bei vielen Menschen beobachtet habe.

Nur, um tatsächlich als Mensch zu wachsen, kann ich nicht nur weg schauen. Offensichtlich habe ich aus meinen Fehlern gelernt -sonst wären sie mir höchstwahrscheinlich nicht so unangenehm- aber verdienen es die Menschen, die ich verletzt habe, nicht, mich darauf ansprechen zu dürfen, und von mir eine ehrliche Entschuldigung zu hören? Ich meine damit nicht, dass mich meine Tante dazu bedrängen darf, dass ich mich entschuldige, weil ich mit vier auf ihre Couch gebrochen habe, weil sie mich dazu gezwungen hat, ihre ekelhafte Suppe aufzuessen. (Eine Anekdote, die frei erfunden ist)

Ich denke, das Problem ist, dass ich mich gerne als gefühlskalt sehe, und Letzenendes immer wieder erkennen muss, dass dem gar nicht so sein kann. Wäre ich wirklich gefühlskalt, dann würde ich mich sicherlich nicht im dem Umfang dafür schämen, dass ich bestimmte Menschen verletzt habe. Ich würde nicht ansatzweise so sehr bereuen, was ich getan oder gesagt habe, denn ich würde nicht erkennen, wie sehr ich meinem Umfeld potentiell geschadet habe. Um Scham oder Reue zu fühlen, muss man Mitgefühl besitzen.

In den letzten Jahren habe ich immer mehr erkannt, wie wichtig es ist, ein realistisches Bild von „Ich“ zu haben. Es kommt mir immer mehr so vor, als ob viele Menschen unter Dingen leiden, die direkt damit verbunden sind. Sie schätzen sich falsch ein, und wenn ihr Selbstbild und die Reaktion ihres Umfelds nicht resonieren, sind sie verletzt. Dazu kommt, dass wir unsereren „Wert“ als Menschen über unseren „Nutzen“ definieren, anstatt über unsere Existenz. Damit meine ich nicht meine früh-pubertären Lamente darüber, dass die Welt eine Laola-Welle hätte starten sollen, als ich geboren wurde, sondern, dass ich in jeder möglichen Form von mir immer denselben Wert haben werde. Immer dasselbe Anrecht auf Glück, immer dasselbe Anrecht auf eine erfüllende Existenz. Egal, wieviele Fehler ich mache, egal, wie oft ich lüge, oder wie schlecht ich in Geographie abgeschnitten hab.

Unabhängig von meinen psychischen Erkrankungen, wie könnte ich verletzt sein, wenn mein Umfeld genau das bestätigt, was ich bereits denke? Wie könnte es mich stören, wenn mein Umfeld etwas Anderes über mich denkt, wenn ich bereits fest weiß, dass dem nicht so ist? Wenn ich weitergehe, würde das genauso bedeuten, dass die Kritik oder das Lob anderer Menschen für mich nur noch sekundär von Relevanz sein kann, wenn sie nicht eine Mentorrolle für mich erfüllen und ich dementsprechend ihre Meinung in meine Gedankengänge einbeziehe.

Was ich aber mitbekommen habe, ist, dass diese Gedanken für die meisten Menschen nicht „aufmundernd“ sind. So geht es mir, wenn ich sehr emotional bin. Wenn ich wütend bin, und den Boden unter den Füßen verliere. Aber ansonsten ist es für mich oft sehr leicht, durch Durchdenken einer Situation zu entscheiden, anders mit ihr umzugehen. Als Folge fühle ich ab irgendeinem Punkt auch anders.

Nur offensichtlich komme ich hier nicht weiter.. was das Thema ist, auf das ich hinaus wollte. (Und es ist immer wieder traurig, wenn ich drei Stunden damit verbringe, etwas zu erklären, damit das eigentliche Problem Sinn macht.)

Immer, wenn ich mich hingesetzt habe und etwas geschrieben, habe ich mich traurig geschrieben. Ich wurde frustriert, ich hab aufgehört, wirklich zu denken. Ich finde nicht die innere Ruhe, um weiterzukommen, und ich hab das Gefühl, dass mein Kopf viel zu voll ist. Letzte Nacht war ich bis morgens um 6 wach und hab immer mehr mitbekommen, dass ich mich zerrissen fühle. Ich möchte Antworten, die ich selbst finden muss, und ich möchte Dinge hören, die Letzenendes gelogen wären. Ich komme nicht an den Punkt, an dem ich Entscheidungen für die Zukunft und für mich treffen kann, weil ich viel zu sehr im „Jetzt“ hänge. Was lächerlich ist, weil „Jetzt“, genauso wie „ich“ nur in Abhängigkeit zu „Damals“ und „Später“ existiert. Egal, wie sehr ich mich zurückziehe, wie oft ich duschen gehe, oder wieviel ich versuche, mich auszuspülen, ich bleibe immer wieder an einem Gedanken hängen: „Ich bin dreckig.“

Und ich komme nicht weiter.

Ich kann nich micht ehrlich entschuldigen, aber ich kann nicht aufhören, zu bereuen. Und ich denke, das Problem ist, dass es mir unmöglich ist, mich bei den Menschen zu entschuldigen, die wirklich gelitten haben. Ich kann mich nicht bei Menschen entschuldigen, die nicht mehr existieren, und ich kann mich nicht bei Menschen entschuldigen, die nicht verstehen, wer ich bin. – Und jetzt, wo ich es schreibe, fällt mir auf, dass ich es deswegen loslassen sollte, und warten, bis diese Menschen alt genug sind, um zu wissen, dass ich existiere, aber in mir ist eine Stimme, die sagt, dass es zu spät sein wird.

Ich bin dreckig. Ich fühle mich dreckig, und keine Form von Selbstverletzung ändert es. Ich kann mich in heißem Wasser einlegen lassen, und ich werde davon nicht sauberer. Weil es keine drei Jahre her ist, sondern eher drei Wochen, und weil ich davon überzeugt bin, dass ich es verdient habe mit einem roten A durch die Stadt zu gehen.

Immer, wenn ich mich hingesetzt habe, habe ich mich deprimiert geschrieben, und es ist auch heute nicht anders. Ich hab zu viele Gedanken und zu wenig Worte. Und um ehrlich zu sein, ich tue mir selbst zu sehr Leid. Es ist lächerlich, aber trotzdem. Ich tue mir selbst unglaublich Leid. Ich war wütend, ich war verletzt, und ich hab mich zu genau dem gemacht, was mich dort hin gebracht hat. Und jetzt tue ich mir dafür Leid, und wünschte, ich könnte durch die Zeit reisen, mein 4 Jähriges Ich in den Arm nehmen und ihr sagen, dass sie was Besseres verdient hat, als ihr Leben damit zu verbringen, darüber nachzudenken, wer sie wohl sein sollte, um genug „wert“ zu sein.

„Ich“ existiere in Abhängigkeit. Das was mir passiert, das, was ich anderen Menschen antue. „Ich“ kann nur existieren, weil zwei Menschen sich dazu entschlossen haben, billig-Kondome zu benutzen. Und ich weiß nicht, wie ich mich davon frei machen soll, dass ich immer jemandem gefallen wollte, der mich nur verletzt hat, um Letzenendes genauso zu werden. Ich weiß nicht, wie ich diese Gedanken los werde, oder wie ich in mir Teile finde, die nichts damit zutun haben. Alles fühlt sich dreckig an.

Letzenendes könnte das auch damit zusammenhängen, dass ich aufräumen muss.

Advertisements

Veröffentlicht von

Patricia

People I know started following me. This is getting too real.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s