#39 I want my secrets back

Ich würde gerne sagen, dass ich bestimmte Menschen nicht bereue. Oder Dinge, die ich gemacht habe. Wenn es schlimm wird, sitze ich da, schüttele den Kopf -denn irgendwie kann ich die Reaktion nicht kontrollieren und schüttele, als ob dadurch Erinnerungen aus meinen Ohren fallen würden und damit für immer verloren wären- und sage mir, dass ich daraus gelernt habe. (Was in den seltensten Fällen wahr ist, mind you.)

Es ist irgendwie furchtbar. Wenn man sich Menschen näher fühlt, und ihnen Dinge erzählt, in der Hoffnung, sie wären bei ihnen sicher. Nicht, weil sie alle sofort oder zwangsläufig rumlaufen, und der Welt erzählen, dass man mal Evanescence gehört hat, oder nicht wusste, dass der englische Name Kurt nicht Court geschrieben wird. (Ja, Letzteres ist definitiv mir in der sechsten Klasse passiert. JA, damals kannte ich Nirvana bereits. SHUT UP.)

Meistens interessiert es die Welt doch eh nicht.

Ist völlig egal, denn mich interessiert es. Ich möchte nicht, dass du diese Dinge weißt. Dass ich der nächsten Person nichts Besonderes mehr sagen kann, weil ich es schon alles an dich verschwendet habe.

Nicht, weil mir nicht bewusst ist, dass Kekse auch dann noch gut schmecken, wenn jemand Anderes sie ebenfalls mal gegessen hat; oder, weil ich denke, dass ich die Person wäre, die ich bin, wenn ich dich nie gekannt hätte. Oder, weil ich hoffe, jemanden mit meinen Geheimnissen an mich binden zu können.

Ich rede nicht von Jungfräulichkeit im 19.Jahrhundert.

Aber ich will nicht, dass irgendein Teil von mir immer noch dir „gehört“.

Dass du mich irgendwo siehst, ich meinen Kopf schüttele, und du genau weißt, dass ich gerade an etwas Unangenehmes gedacht habe.

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5 Kommentare zu „#39 I want my secrets back

  1. Manche Menschen verdienen das definitiv nicht. Aber man hat es ihnen irgendwann einmal anvertraut und da hat es sich richtig angefühlt. Innerste Gedanken, Gefühle oder Ansichten teilt man mit Menschen von denen man weiß das sie es wissen sollten…ja müssen…..
    Leider sind im Laufe eines Lebens auch welche dabei von denen man dachte sie hätten das Potenzial dazu etwas wissen zu müssen, aber diese Annahme sich als falsch heraus gestellt hat. Aber auf die kann man pfeifen……
    Wenn keiner etwas von Dir wüsste, wüsste auch keiner das es Dich (so) gibt…..

    1. Dabei darf man nicht vergessen, dass ich erst zwanzig bin und weiterhin die Menschenkenntnis einer Gurke besitze, es also vielleicht zum Erwachsen-Werden gehört, aber trotzdem nicht wirklich gerechtfertigt war oder ist, weil ich früher daraus hätte lernen können.

      1. Ich möchte dich nicht beunruhigen, denn immerhin bist du (so sehe ich es zumindest), eine ganze Ecke cleverer als ich. Aber ich bin 33 und täusche mich immer noch laufend und mit wachsender Begeisterung in vielen Menschen. Ich denke, abschalten kannst du solche Gedanken nicht, aber ich hoffe, dass es dir mit der Zeit gelingt, sie weniger oft zu denken und das sie dann vielleicht auch nicht mehr so weh tun.

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