#26 there is no magic bullet;

Es fällt mir schwer, in Gedanken zu behalten, dass es Anderen so geht, wie mir. Nicht, dass auch  sie bluten, wenn man sie sticht, blahblah, sondern, dass sie ebenfalls Maßstäbe haben, und dass sie genauso viel Recht auf Individualität haben; darauf, dass ich ihnen nichts unterstelle, nicht versuche, ihre gesamten Denkabläufe zu kontrollieren; wie ich.

Es stört mich, wenn mein Umfeld Mutmaßungen anstellt, oder annimmt, irgendwelche emotionalen Parameter anlegen zu müssen, und daran mein Interesse an ihnen, Schwippschwagern, oder Konfetti zu messen. Trotzdem bin ich, wenn ich mich nicht aktiv dagegen entscheide, nur wenig anders.

Natürlich kann ich meinen Kopf nicht vom Denken abhalten, oder Theorien vor ihrer Existenz ins Aus befördern -und wie enttäuschend das eigentlich ist- aber aus Gründen jenseits meines Wissens, beruhigt mich das nicht im Entferntesten. Es beschwichtigt mich nicht, oder hilft mir, zu akzeptieren, dass auch meine Mitmenschen wenig Kontrolle darüber haben, zumindest für fünf Sekunden anzunehmen, dass ich nicht weine, weil es mich nicht interessiert; sondern macht mich irrational wütend auf mich selbst. Wie kann ich es nur wagen, Dinge anzunehmen und in der emotionalen Privatsphäre Anderer rumzukrauchen?

Es ist blöd, wie invasiv mir das Ganze vorkommt, obwohl es ein natürlicher Bestandteil am Leben ist. „Annehmen“ ist ein Teil von Empathie, die anscheinend groß gefragt auf dem „Ich bin ein integrierter, mehr oder weniger erfolgreicher Teil der Gesellschaft“-Markt ist. Es ist sicherlich wieder eine Definitionsfrage, eine Sache der Balance zwischen gesundem, freundlichen Interesse und dem mir weniger sympathischen „Offensichtlich muss es so und so sein, aus Gründen.“, aber meistens ist es eher so, dass mir gerade besser gefällt, was mir in dem Moment besser tut, unabhängig von langfristigem „Nutzen-Kosten“-Blahblah.

Face Value, aber letzenendes rege ich mich doch wieder darüber auf, dass rücksichtslos durch Menschen gelaufen wird, ohne ihnen einen Gedanken zu schenken, nur, weil sie sich nicht geäußert haben. Empathie, aber zum Schluss gehe ich an die Decke, weil mir irgendwelches Interesse an Bambus zugeschrieben wird, oder fünfhundert Ursachen für mein an soziopathisch grenzendes Desinteresse an Familienangehörigen (und nein, mir ist bewusst, dass die Diskrepanz zwischen sozialen -wenn auch m.E. oft völlig seltsamen und nur durch Eselsbrücken merkbare- Gegebenheiten, Regeln und Normen, und meinem Verhalten nicht annähernd groß genug ist, um mich als pathologisch asozial deklarieren zu können; ich überspitze fu) vorgeschoben werden, damit ich weiter, nach gründlichem Ausfüllen des „Ist diese Person es wert?“ Fragebogens auf der richtigen Seite der Tabelle landen kann, oder niemandem ein schlechtes Gewissen bereite.

tldr; Mensch sein ist wirklich kompliziert, und jedes Mal, wenn ich denke, bald würde ich zumindest erfasst haben, wie kompliziert, erkenne ich, dass ich nur auf der selben Stelle gestanden habe, und mich zwei Zentimeter vorgelehnt.

Werde eventuell die nächsten Wochen immer mal ein paar Sachen in die Warteschleife hauen. Zitate, vermutlich. (Und mindestens der Hälfte der Zitate werde ich wohl wenig zustimmen. Aber hier gibt es keine süße tag-comment Funktion, so..) Der Post hier kommt auch vom 25. Juni. /sigh

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Veröffentlicht von

Patricia

People I know started following me. This is getting too real.

4 Gedanken zu „#26 there is no magic bullet;“

  1. Ich frage mich ja, wieso man verstehen muss, wie kompliziert der Mensch an sich ist. Ich mein, vielleicht kann ich das Ganze auch nicht ganz nachvollziehen, aber beziehst du das auf den Menschen oder die Menschheit an sich oder auf… Na ja, in dem Fall ja auf dich selbst, aber letztendlich bekommt man auf solchen Fragen eh keine Antwort. Und nehmen wir mal an, du bekämst eine Antwort, was könntest du mit dieser Antwort machen?

    Oh Gott, beim zweiten Durchlesen klingt das voll bashy, obwohl es gar nicht mal so klingen soll. Ich sollte mir einen Jogurt holen.

    1. Joghuuuurt! Jetzt möchte ich auch welchen! D:

      Hm, nein, ich versteh (nehme ich an?) wie du es meinst, aber ich glaube, dasselbe „Was bringt es, darauf eine Antwort zu haben“ könnte ich als Antwort anbringen- Ich möchte solche Dinge eben gerne wissen, und mache mir oft vor, dass sie etwas ändern würden? Es ist ja eher eine ohnmächtige Situation, und sich da an irgendwelchen Konzepten festzuhalten ist u.U. hilfreich. – Tatsächlich könnte die Antwort aber auch 42 sein. Bin gerade etwas übermüdet und so weiter. Lalalala.. /sucht nach Joghurt /can u not? ;_;

    2. Ich nehme einfach an, dass kommt dem nahe, was ich mir denke, wenn ich mir denke „Wieso zur Hölle verhält dieser Mensch sich so?“, als ob ich die supermagische Kraft besitze, daran was ändern können. „Yo, und deine Superkraft?“ – „Ich kann anderen Menschen meinen Willen aufzwingen“. Womit wir ja irgendwie wieder beim Thema wären. Brot.

      1. Nee, so dann doch nicht. Es ändert etwas für mich, nicht für die Welt. Then again, I am the center of my universe. Klar, wär schon klasse, wenn man manchen Leuten den Rassismus aus den Knochen ziehen könnte etc., aber ganz zum Schluss geht es mir mehr darum, es zu verstehen, damit ichs verstanden habe. Wie Kinder, die eben trotzdem wissen wollen, wieso sie nun nicht in den Pool dürfen, und nicht Mama’s „Nein“ alleine akzeptieren. Klar, sie gehen Letzenendes trotzdem nicht in den Pool. Aber es wär schon schön, zu wissen, wieso. Was vielleicht doch das ist, was du meintest. I see your bread and I raise you a funny looking broccoli.

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