#21 can live with them

Der Gedanke, dass alles aus immer nur wieder und wieder auftauchenden Mustern besteht, ist.. nicht mal mehr ernüchternd oder beunruhigend, sondern irgendwie schwer verstörend. – Und ich meine nicht nur, dass das menschliche Gehirn (in einigen Fällen sogar in einem 1:1 Verhältnis) aussieht wie das innere einer Walnuss.

Ich kann Stunden damit verbringen, zu überlegen, wieviel Fehler ich ausbügeln könnte, würde ich mit meinem jetzigen Wissen in die Vergangenheit reisen, nur um dann irgendwann zu realisieren, dass das ja gar nicht möglich ist. (Nicht zuletzt, weil ich ständig Paralleluniversen erschaffen würde, jedweige physische und physikalische Gesetze brechen, oder eine Zeitlinie betreten, die ich sowieso betreten müsste -und in meiner damaligen Zukunft bereits musste-, und somit nichts ändern könnte.)

Ganz zum Schluss bin ich ein Knäul aus roten Fäden, die sich durch mein Leben ziehen, und kann mich nicht mehr bewegen, weil ich am falschen gezogen hab. Erkenne, dass ich mir Muster in mein Leben denke, um es mir einfacher zu machen und ein Mindestmaß an Kontrolle wiederzufinden, nehme an, dass das ein weiterer Faden ist, verdrehe die Augen und esse Eis.

Wieviel ändert es, ob oder ob nicht? Prinzipiell ändert es doch Alles, wenn ich daran glaube, aber mein Gehirn arbeitet in jeder Sekunde daran, meine Persönlichkeit zer- und wieder zusammenfallen zu lassen, und ab und an hab ich das Gefühl, fallen da bestimmte Dinge weg, und andere dazu, und ich weiß, dass man das üblicherweise „Erwachsen werden“ nennt, aber erwachsen werden ist dumm, weil man dann selbst für seine Krankenversicherung zahlen muss, und ins Gefängnis gehen könnte, und irgendwann älter sein wird als die Stars, die bis dahin von den eigenen Enkeln auf Tumblr 34.1 gestalkt werden.

Und vor allem ist es dumm, weil es so klingt, wie ein Prozess, der bei A beginnt und bei B endet, und der wie Kartoffeln schälen ungefähr gleich verläuft, und immer die gleichen Resultate zeigt. – Obwohl er das wohl tut, wenn man davon ausgeht, dass „B“ der eigene Tod ist, der insofern immer gleich ist, als dass der Betroffene danach tot ist.

Aber mir kommt es vor, als wäre es nur ein „Sich damit Abfinden“, und ein „Kompromissbereiter werden“, weil man erkennt, dass man nur für sich selbst der Nabel der Welt ist. Und vielleicht wird mein Weltbild niemals Sinn machen. Vielleicht gibt es kein Mosaikfeld, sondern nur ein Kaleidoskop, und jeden Morgen schaue ich durch, sehe etwas Neues, finde mich damit ab, lege eine Strategie zu Recht, und überbrücke damit die Zeit, die es bis B dauert.

Also hängt heute alles davon ab, wie ich denke, weil nur meine Gedanken der Beweis für die Existenz des Universums sind, und eventuell sind morgen die Sterne dafür verantwortlich, dass ein Auto in das meiner Nachbarn gekracht ist. Und vielleicht gibt es kurz vor B ein Leben nach dem Tod, und möglicherweise werde ich da erfahren, dass alles wahr ist, und vielleicht werde ich in meinem nächsten Leben einer der Stars, den meine Enkel auf Tumblr 34.1 stalken, und eventuell würde das dann ein unangenehmes Gespräch werden, wenn wir uns im Nirvana wiedersehen, wären wir bis dahin nicht lang erleuchtet, und über Dinge hinweg, wie Seeleninzest.

Aber heute bin ich eigentlich nur verwirrt, und verstehe erneut nicht, wieso wir Dinge machen, wenn wir sie nur der Dinge wegen tun, oder, um das Wieso zu finden. Kommt mir so unnötig vor, manchmal. Nicht, dass ich diejenige wäre, die das beenden möchte. Heute mag ich Muster und Walnusseis.

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Veröffentlicht von

Patricia

People I know started following me. This is getting too real.

2 Gedanken zu „#21 can live with them“

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