#18 I throw my armour down and leave the battleground for the final time now..

Ich glaube, vor Kurzem habe ich erwähnt, dass ich ein paar Menschen kennengelernt habe. Davon hat einer unter Umständen an mir Interesse. Obwohl das einseitig ist, habe ich darüber nachgedacht, dass es doch, statistisch gesehen, eigentlich seltsam ist, dass ich solche Gefühle nie erwidern kann. Immerhin müsste ich doch irgendwann wirklich verliebt gewesen sein, und jemanden gewollt haben. Aber.. nope. Es ist nicht so, dass ich nicht gerne mit bestimmten Leuten flirte, oder sie attraktiv finde, aber ich bin ein wenig wie.. ein Wellensittich, und sie schrecken mich weg, und danach will ich nichts mehr. Nicht, dass ich davor wirklich etwas wollte, ich war nur offener der Möglichkeit gegenüber, dass ich eventuell irgendetwas wollen könnte, während danach die Tür fest ge- und verschlossen ist.

Und das gilt nicht nur für Beziehungen, sondern.. Alles. Was einfach nervt. Es ist ja nicht so, als würde ich mich wohl fühlen in meinem Nicht-Sein, in dem ich nicht mal die Kontrolle darüber habe, wie schnell ich Menschen plötzlich nicht mehr mag. Und ich meine wirklich absoluten Kontrollverlust. Egal, wie toll und lustig ich die Person vor Sekunden noch fand, sobald sie etwas Bestimmtes macht -und ich weiß noch nicht, was das ist, weil ich die Muster nicht durchschauen konnte- spüre ich, wie alles in mir zumacht und sagt, „Yo, na dann.. das war ja mal schön, jetzt sollten wir aufhören mit dem Ganzen, und weggehen.“

Und da andere Menschen nicht meine Therapeuten sind, und es unfair wäre, irgendjemanden damit zu konfrontieren, bin ich.. verkorkst. Es ist vollkommen irrelevant, wie wenig ich das möchte, wie es scheint. Es ist egal, dass ich gerne Menschen einfach mögen würde, oder einen Film gut finden, oder ein Buch durchgehend genießen. Alles ist nur noch eine.. Kopie von einer Kopie von einer Kopie. Und natürlich viel schlimmer: Essen schmeckt seit Jahren nicht mehr halb so gut, wie es das wohl soll. Ich glaube, DAS ist Depression. Nicht das Traurig-Sein und nicht Hochstehen-Können. Die Unfähigkeit, irgendetwas in 3D wahrzunehmen, oder eine emotionale Tiefe zu spüren. Es ist egal, wie viel Haare ich mir ausreiße und hoffe, dass da mehr ist (was ironisch ist, weil meine Depression teilweise verschlimmert wurde, weil ich nach einem mehr gesucht habe, und wie gerade immer offensichtlicher wird, scheinbar ein weniger gefunden habe), es ist immer derselbe graue Brei.

Und wie ich gerade realisiere, ist das auch der Punkt, an dem ich zu mache. Sobald eine Person Interesse zeigt; echtes Interesse. Oder, wenn sie zu achtlos ist. Und.. -und ich denke das ist etwas Gutes, aber es hat seine Nachteile- ich weiß, dass da mehr sein kann. Ich weiß, dass Freundschaften und Beziehungen intensiver sein können, dass Filme einen begeistern können, und Bücher einen in Post-Buch-Depressionen ziehen. Dass Essen so gut ist, dass man sich nicht traut, zu schnell oder zu langsam zu essen. Ich weiß, dass diese Dinge existieren, und deswegen kann ich nicht trotz meiner „Situation“ Halbfreundschaften beginnen, einen Halbattraktiven küssen, ein halbgutes Buch in den Himmel loben, einen halbguten Film wieder und wieder schauen, mich auf ein halbgutes Essen freuen.

Ich kann nur, dumm wie ich bin, weiter rumlaufen und mit meiner „Situation“ danach suchen, obwohl ich nie mehr als Halbgut finden werde, wenn ich weiter nur, und ich bin zutiefst unglücklich darüber, dass mir kein besseres und weniger melodramatisches Wort einfallen möchte, halblebendig bin. (Wenigstens hab ich nicht gesagt, „solange ich halbtot bin“, richtig?)

Funny thing, früher, also selbst vor meiner Diagnose, habe ich dazu geneigt, Beziehungen ins Aus zu katapultieren. Und es war immer irgendwie außerhalb meiner Kontrolle. An irgendeinem Punkt hatte ich plötzlich eine vollkommen verdrehte Wahrnehmung und hab sabotiert, was auch immer da gerade entstanden ist. – Je mehr ich reflektiere, desto mehr erkenne ich zwar auch schon Zeichen von Depressionen und anderen Störungen in mir damals, aber da das schlecht nachgewiesen werden kann.. – Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass ich dieses spezifische Problem nur mit in mein Krankheitsbild gezogen habe und es sich hier vermehrt hat. Aber das Einzige, was das ändert, ist, dass ich weiterhin kein Sachbuch-Beispiel für Depressionen und Bindungsängste bin. (Nur, dass Bindungsängste und Demisexualität sich nicht gut vertragen, on the long run.)

Was ich meine.. ich wünschte, das wäre anders. Dass ich Menschen mögen könnte, auch wenn es ernster wird. Dass ich nicht nur eine Person außerhalb meiner Familie tatsächlich wichtig fände, und dass ich nicht alle Beziehungen auf die Probe stellen müsste (worded this way, weil ich mir nicht sicher bin, ob es Sabotage oder Probe ist), und manchmal frage ich mich, ob mein Unterbewusstsein eventuell verschiedene Persönlichkeiten für mich bereitstellt, um mit Situationen umgehen zu können, denn es würde unglaublich Sinn machen, wenn ich überlege, wie „fremd“ ich mir selbst oft im Nachhinein vorkomme.

Es wäre also schön, wenn mir mehr Leute als J. Nachrichten schicken würden wie,

great. ich bin angeturned vom kuchen backen. well done, patricia, well done.

Nicht, dass ich mehr als eine J. möchte. Nur.. die Möglichkeit, jemanden zu mögen wäre irgendwie schön? Das ist so ein seltsames Problem. Sich darüber aufregen, dass man Menschen nicht genug mögen kann, während nebenan auf Facebook fünf Millionen Mädels heulen, dass sie Menschen zu schnell lieben. (Nicht, dass es nicht durchaus für mich möglich ist, und war, tiefe Freundschaft und Zuneigung zu spüren und deswegen verletzt zu werden; immerhin ist das möglicherweise eine der Ursachen für meine Reaktionen usw. Aber die Personen, denen gegenüber ich so empfinde, sind nachweislich „sicher“, haben mein seal of approval, und sind generell entweder Blutsverwandte oder angeturned vom Kuchen backen.)

Existiert das Wort „Ennui“ im Deutschen? Laut Leo Dictionary tut es das nicht, aber wer vertraut einem Online Übersetzungstool? Laut Leo ist die Übersetzung für Ennui nämlich auch Langeweile, was traurig ist. Jede Nuance von Schwermut, Melancholie, und Apathie, die in Ennui durchaus versteckt sein kann, geht dabei verloren. Es ist jetzt nur noch Langeweile.

Also ist mir jetzt gerade langweilig, weil ich fünf Katzenvideos gesehen habe, nichts weiter. Und mir ist langweilig, weil ich nicht schlafen kann und nichts mit mir anzufangen weiß.

Aber was solls, meine Langeweile und ich, wir haben gerade einen 1k+ Text geschrieben, den maximal fünf Leute lesen werden, von denen eine möglicherweise den nächste „BOAH BULIEMI IST VOLL NE KRANKHEIT DU DUMME SCHLAMPE GEH STERBEN ALTA“ Kommentar verfassen wird.

Gute Nachricht? Ich hab jetzt Lust auf etwas Lustiges, also wird demnächst eventuell eine kleine Zusammenfassung der ganzen Fahrschulmissverständnis-Courting-Geschichte kommen, über die sich zumindest K.D. amüsiert hat. Eventuell sogar mit dramatischer Hintergrundmusik.

Bis dahin zitiere ich Henri, meine Lieblingskatze. (Deren Name böse ist, weil er mich an eines meiner „Oh Gott, ich mag dich?! Geh weg!“-Menschen erinnert.)

„None of these costumes are truly scary. No one ever dresses as crippling self-doubt.“

Das einzige Lebewesen, dem Depressionen und Selbsthass besser stehen als Pattinson, okay?

*Ich hab echt ein riesen Problem mit solchen Texten, weil ich immer „Beziehungen“ sage, aber damit „relationships“, also jede Form von Beziehung, meine. Urgh.*

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