#2 You’re unsuited for the rage of war.

Kennt sicher jeder, diese Momente, in denen man sich sieht, und nur denkt, „Gott, da muss ich was dran ändern.“ Aber es ist meistens so, dass wir einfach nicht die richtigen Gründe finden. Da will man Schwimmen anfangen, weil man eine tolle Frau kennengelernt hat, die regelmäßig schwimmt; oder Spanisch lernen, weil soundso. Natürlich endet es meistens damit, dass wir uns dadurch besser fühlen oder fühlen wollen, und somit könnte man argumentieren, dass es doch die richtigen Gründe sind, aber ich möchte zum Beispiel gesund sein, um nicht immer sagen zu müssen, dass ich nichts mache. Wodurch ich mich sicher besser fühlen würde, aber sollte ich nicht gesund werden wollen, um gesund zu sein und mich besser zu fühlen? Ein Zustand, den ich mir offensichtlich weiterhin nicht mehr vorstellen kann als das abstrakte Konstrukt von väterlicher Liebe, das mir früher mal so viel weniger fremd gewesen ist. 

Und Letzenendes scheitert es auch an diesen Gründen, denn die Frau verschwindet, oder soundso fängt an, immer weniger wichtig zu sein, und wir fangen an, zu glauben, dass wir uns durch den Mann von der Bar oder Italienisch und diesunddas genauso gut oder eigentlich sogar noch viel  besser fühlen zu können. Und wäre es nicht so viel einfacher, wenn wir weiterdenken würden, als bis zum Mittagessen? 

Weswegen ich also gerade vorm Spiegel im Bad stand, und erkannt habe, dass ich gläserne Augen habe, und generell fertig bin, und wieder im was-wäre-wenn lebe, in dem ich feststelle, dass ich Parcour anfangen sollte, falls die Zombieapocalypse doch nicht nur ein fiktives Event in jedem dritten Dystopia/Post-Apocalypse Film der letzten fünf Jahre ist. Und dass ich echt meinen dummen Führerschein machen muss, weil ich nur noch 5 Monate oder so habe, bis ich die Theorieprüfung machen muss. Und dass ich generell zwanzig Jahre alt bin, und nicht einen Schritt weiter. Außer, dass ich viele Schritte weiter bin, nur eben nicht näher am Ziel.  Wenn das Ziel denn „funktionierend“ ist. 

Und natürlich möchten mir dann wohlmeinende Andere sagen, ich solle mir meine Zeit nehmen, aber Menschen sind die Einzigen, die so zwanghaft an Zeit festhalten, und alles dokumentieren, und das Datum wissen, und die Uhrzeit, und, dass der Tag 23 Stunden und circa 58 Minuten hat, weswegen sie mich in Ruhe lassen sollten, mit Zeit. Denn ich hab nur noch 15 Jahre, in denen ich biologische Kinder kriegen könnte. Und außerdem will ich in meiner Zeit bitte Dinge machen, und mit meiner Schwester spielen, und mit meiner Mama diskutieren, und nicht-ausgesprochene Entschuldigungen akzeptieren, und meine Entschuldigungen endlich aussprechen können, und sagen, „Es tut mir Leid, dass ich den Kontakt abgebrochen habe, obwohl du nichts falsch gemacht hast,“ oder, „Sorry, dass ich dir Dinge unterstellt habe, die, wie sich herausgestellt hatten, nichts mit dir zutun hatten,“ und, „Es tut mir unendlich Leid, dass ich so eine furchtbare Freundin gewesen bin, nur, weil ich eifersüchtig war.“ Und über meinen Schatten springen, und endlich aufhören, Horrorfilme zu gucken, oder ungesund zu sein.

Es ist nicht so, als würde ich mir meine Zeit nicht nehmen, und ja, Danke für die Semi-Absolution, aber.. Es wird einfach nicht besser, und in zwei Jahren werdet ihr nicht mehr sagen, „Nimm dir deine Zeit,“ sondern, „Komm endlich darüber hinweg.“ – Der Punkt, an dem ich vollkommen vergessen haben werde, ob es jemals etwas gab, worüber ich hinweg hätte kommen müssen, oder ob nur mein Gehirn kaputt ist. 

Und so werde ich nie ein richtiger Junge. Klar, ich ertrinke nie, aber so im Wasser rumzuschwimmen, und nicht mal mehr zum Brennen genug zu sein – und ja, ich vergleiche mich gerade mit einem Stück Holz – ist nicht unbedingt, wie ich mir mein Leben vorgestellt habe. Tatsächlich habe ich mit Neun auf der Couch gesessen, und mir vorgestellt, wie mein Leben in zehn Jahren aussehen würde, und ich war mindestens zehn Zentimeter größer, hatte kürzere Haare, und schien schwer beschäftigt, und konzentriert, und.. in der Lage, mit Situationen umgehen zu können.

Es gibt diese Momente, und fast jeder kennt sie, in denen wir uns sehen, und sagen, dass wir echt was daran ändern sollten. Und dann kommen die hundert Momente, in denen wir uns denken, dass das auch  morgen noch Zeit hat, und dass gerade die Umstände dagegen sprechen. Und ich wollte eigentlich sagen, dass ich diesmal wirklich das Gefühl habe, etwas ändern zu können. Dass ich oft genug in diesen Situationen steckte, und den Unterschied echt fühlen kann. Und es frustriert mich, dass es so antiklimatisch rüberkommt, wenn man überlegt, wie realistisch-energiegeladen war. Nicht euphorisch in eine Diät hüpfend, sondern nüchtern und trotzdem optimistisch. Nur, jetzt gerade, kurz bevor ich die Zeilen geschrieben habe, hab ich bemerkt, dass ich müde werde, und keine Lust habe, irgendetwas zutun. Und dass ich das nicht für mich mache, sondern, damit ich sagen kann, dass ich etwas tue, und dass ich auch das nur tun möchte, damit diesunddas. 

Weil ich nicht weiterdenken kann, als bis zum Schlafengehen, und ich bis dahin tatsächlich scheiße müde sein werde. Und da ist es dann egal, dass ich mich resozialisieren wollen würde, falls. Oder, dass ich angefangen habe, trotz Albträumen und Schlafproblemen morgens aufzustehen. Oder, dass ich jetzt weitermachen wollte und mich von 8 bis 10 und 12 bis 14 beschäftigt halten, um irgendwann vielleicht in der Lage zu sein, Dinge zu machen. Oder was auch immer. Und ich schreibe hier nur Müll, also sollte niemand mitlesen, und wieso seid ihr hier überhaupt? Ich meine fuck, ich hab mich hier gerade in eine depressive Welle reingeschrieben, das ist offensichtlich nicht das Verhalten, dass Leute, denen ich folgen würde, an den Tag legen würden. 

Aber es wäre wirklich ziemlich klasse, wenn es mir gut gehen würde. 

Seltsamer Satz, aber there it is. Es wäre schön, wenn es mir gut ginge.

Vielleicht hätte ich um die Uhrzeit auch nur nicht so viele Serien schauen sollen? o_ô Jap. Okay, hey, doch keine depressive Welle. Ich verstehe plötzlich wieder, wieso.. JFC, ich gehe lieber offline. D:

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