#83 In a high-pitched voice, the fangirls say, “Anata wa kawaii desu ne!”

Vor einiger Zeit meinte Mami mal zu mir, dass ich doch mehr schreiben solle (as in, es könnte mir gut tun, und sie mag, was ich schreibe, also mögen es vielleicht auch Andere), und dass es für sie Sinn macht, dass ich blogge: Früher habe ich gemalt, aber irgendwann habe ich vermutlich komplexere Gedanken verarbeiten wollen, weswegen Zeichnen da (für mich) nicht mehr gereicht hat.

Gestern bei Frau K. habe ich meinen Block mitgehabt, in dem u.a. ein paar Zeichnungen von Tuffi und mir drin waren, die sie sich dann anschauen wollte. Später kam dann noch zur Sprache, was ich gerne machen würde – also einfach an Aktivitäten, und wieso ich das eventuell nicht tue und so weiter. Nur zur Erklärung, denn dann kam ich eben auch auf Folgendes: Ich spiele ein-zwei Instrumente, wenn auch nur, wenn man mir ein Youtube-Tutorial dazugibt (was nun einmal ein Vorteil dieser Generation ist), ich zeichne immernoch ab und an etwas, schreibe hier und auf drei weiteren Accounts. – Das ist mir aber erst jetzt wirklich aufgefallen.

Eigentlich müsste man meinen, dass mein scheinbar endloser Mitteilungsdrang befriedigt wäre, aber das ist er nicht. Darum sollte es aber auch gar nicht gehen. Mir ist dabei nur aufgefallen, dass ich tatsächlich Dinge ‚mache‘. Und mit machen meine ich nicht, dass man eine Aktivität ausübt, sondern dass man Dinge erschafft, und wenn es nur schlechte Korra-Skizzen sind.

Für die Leser hier, die berufstätig sind, Kinder haben, oder generell ein Leben, wird das vermutlich schon wieder sehr kindisch klingen, zumal es mir hier nicht darum geht, etwas zu hinterlassen, sondern mir selbst vor Augen zu führen, dass ich tatsächlich über meine Wahrnehmung hinaus existiere, und diese Existenz sehen kann. (Und nein, damit meine ich nicht ein ‚Anfassen‘, bei dem ich auch mit meinem Körper dasselbe Ziel erreicht haben könnte; und ja, es ist ironisch, dass ich über meine Wahrnehmung hinaus existieren möchte, den Beweis aber wahrzunehmen habe; und jaa, es heißt cogito ergo sum. Ich hatte in dem Halbjahr in Latein und Ethik eine 1 – das ändert nichts.)

Meine Gedanken existieren nicht nur in meinem Kopf, sondern auch auf Papier, oder zumindest in Dateiform, und ich kann ein paar Tabs spielen und mit Akkorden kombinieren; das, was ich denke und fühle, irgendwie darstellen. – Hier, da, der Beweis, dass ich denke.

Weil es ja nicht reicht, dass ich das tue und so. 

Whatever. TUMBLR FANDOM STYLE.

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2 Kommentare zu „#83 In a high-pitched voice, the fangirls say, “Anata wa kawaii desu ne!”

  1. Thomas Mann ist ohne Abitur von der Schule ab und schmiss seine Lehre sofort hin, als er nicht mehr unter Vormundschaft stand. Bloß vom Erbe seines Vaters lebend, konnte er den Verwandten in Lübeck zwar schwerlich unter die Augen treten, aber spätestens seit den „Buddenbrooks“ war er sowas von gesellschaftsfähig, dass er sich an Töchter aus höchsten Kreisen wagen konnte.
    Was Du also „machst“ hat mehr Potential auf Anerkennung als etwa ein Erwerbsleben im Management großer Unternehmen: Alle längst begraben und vergessen.
    Und als Mensch, der in Jahrhunderten denkt, fällt es mir hier eben manchmal schwer, dass der Literaturnobelpreis Dich nicht die Bohne interessiert, sondern dass Dir mehr an Menschen liegt, deren Treulosigkeit längst erwiesen ist. Oder besucht Dich noch großartig wer aus Deinem „alten“ Leben?
    Ich würde mich freuen, wenn Du aus Dir selber schöpfen könntest, während Du die Menschen nimmst, wie sie gerade kommen.

  2. Eine Freundin von mir ist eine Weltenbummlerin. Etwa 45 verschiedene Länder stehen jetzt auf ihrer Liste. Und das mit nicht einmal 26 Jahren. Als ich ihr einmal sagte, dass ich doch in ihren Augen der letzte Langweiler sein muss, meinte sie nur: Es ist doch egal, ob du um die ganze Welt fliegst oder zu Hause etwas tust. Es ist nur wichtig, dass es das ist, was du willst und was dir Spaß macht. Langweilig wärst du, wenn du dein Potential nicht nutzen würdest.

    Ob man nun Erinnerungen an eine Affeninsel in Südamerika schafft oder einen Blog, den man mit Menschen teilt.. In beiden Fällen wird etwas erschaffen. Einen Job kann in den meisten Fällen ein anderer genau so machen. Deinen Blog zu schreiben oder zeichnen, wie du es tust, das kannst halt nur du. ;-)

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