#77 So give me hope in the darkness that I will see the light.

Ich glaube, wenn man mich so erlebt, würde man mich sicherlich nicht mit „schüchtern“ oder „introvertiert“ beschreiben, weil ich eher laut und nervig bin, aber mir fällt immer mehr auf, dass es einen Unterschied gibt, zwischen Persönlichkeit, und Persönlichkeit. Falls das denn für irgendjemanden hier Sinn macht.

Es ist wirklich seltsam, sich der eigenen Stellung bewusster zu werden. Sicher, die meisten haben das bereits lange getan, aber für mich ist diese Frage, „Wer bin ich in der Welt?“ immer mal wieder präsent, und macht mir bewusst, dass ich eventuell viele tolle Menschen verpasst habe, weil ich nur ihr ‚Außen‘ gesehen habe, und nicht weiter interessiert war, was sie zu sagen hatten.

Ich hab vollkommen vergessen, dass es Zeit braucht, Beziehungen aufzubauen, denn die letzte Freundschaft, für die ich etwas getan habe, ist gute drei Jahre her, glaube ich. Das klingt vielleicht nur für mich viel, weil das vor drei Jahren bereits ein Fünftel meines gesamten Lebens gewesen wäre.

Und in letzter Zeit überlege ich immer, wieso man eigentlich mit mir befreundet ist. Also, in J.’s Fall zum Beispiel. Ich kann’s nicht ganz nachvollziehen, aber ich will es auch nicht weiter hinterfragen, weil das irgendwie seltsam wirkt, und so, als würde ich unterstellen.

Nur, ich lese Urban Fantasy novels, schaue Vampire Diaries und Once Upon A Time, höre, was nur mit viel Wohlwollen als Musik bezeichnet werden darf, und rede viel. Die Hälfte der Zeit hab ich das Bedürfnis, One Piece Szenen zu zitieren, oder Digimon Songs zu singen. Ich führe einen Weblog, in dem ich mich über die Welt aufrege, weil es ja nicht ansatzweise möglich ist, dass ich selbst für meine Situation verantwortlich bin, und ich investiere mehr Energie in fiktive Beziehungen, als in mein Leben.

Wenn ich könnte, würde ich den ganzen Tag rauchen, trinken, schlafen, und mit irgendwem, den ich mag, im Bett liegen, während wir Audio Commentaries von Serie soundso schauen/hören.

Und ich wünschte mir, dass es das wär, was ich wirklich möchte, denn ich glaube, eigentlich ist es etwas Anderes, und ich hab es nur vergessen. Eigentlich ist es ja nicht so, dass ich mir wünsche, zu rauchen und schlafen, sondern, dass ich das möchte, was diese Dinge mir vermitteln: Sicherheit, entspannt sein, zufrieden sein, fühlen dürfen*.

Aber geez, ich weiß ehrlich nicht, was.

Vielleicht sollte ich mir einen Life-Coach suchen. 

*Da nur durch Fiktion ausgelöste Gefühle sicher sind.

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5 Kommentare zu „#77 So give me hope in the darkness that I will see the light.

  1. Willst Du wirklich leben wie eine Greisin, der man morgens die Glotze anmacht, damit sie den Tag über im Bett vor sich hinchillt?
    Ich empfinde das als eine Bunkermentalität, die völlig abhängig ist von Luftschächten und wohlwollenden Versorgern.
    Da würde es mich nicht wundern, wenn Du irgendwann mit Deinem Bettgenossen nach Zyankali verlangst…
    Ich könnte es jedenfalls nicht ertragen, das bißchen Leben, das mir mit 42 noch geschenkt ist, im Bett zu vertun.
    Mit dem NaNoWriMo beginne ich gerade ein irrsinniges Epos, mindestens 1.000 Seiten, das mich geradezu high macht, vielleicht etwas zu schaffen, das heranreicht an Dante, Tolstoi und Th. Mann. Ein Größenwahnsinn aus Gegenwart und Zukunft, der mich jede Fesselung ans Bett fürchten lässt wie den Tod.
    Du bist so jung, Du hast alles Recht der Welt, verdammt nochmal größenwahnsinnig zu sein. Und ich verspreche Dir hiermit feierlich, dass Dein Größenwahn Dir mehr Sicherheit, mehr Entspannung sein wird, als im Bett auf Embryo zu machen.

  2. Kannst du wirklich spontan in Gespräche Zitate aus One Piece einbringen, die zum Gespräch oder zur Situation passen? Wenn ja, würde ich das liebend gern mal erleben. Bud Spencer und Terence Hill Zitate habe ich schon oft wo gehört. Aber One Piece fände ich äußerst beeindruckend ;-)

    1. Ich zitiere ständig irgendwas. Meine Schwester wollte Burger und Pizza – „Elena, DECIDE! YOU’VE GOT TO DECIDE!“, komische Vorschläge werden gemacht – „Na klar, Yogi-Bär. Unbedingt!“, ich schlafe 24 Stunden durch – „FÜNF MAHLZEITEN ;_;“, meine Schwester versucht, mich von hinten zu tackeln, ich drehe mich „NARBEN AUF DEM RÜCKEN SIND DIE SCHANDE EINES SCHWERTKÄMPFERS!“ schreiend um.

      Aber es sind halt nicht sonderlich tiegfründige Sachen, meistens wirke ich einfach nur so verhaltensgestört, wie ich eben bin, und bin die Einzige, die mitbekommt, dass da gerade die Vampire Diaries, How I Met Your Mother oder One Piece-Sprüche ins Gespräch geworfen wurden. Ist also nicht sonderlich beeindruckend. ;)

      Wie schade, da hätte ich mal was machen können, das jemand beeindruckend, und ich versau es..

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