#73 And that was when I ruled the land.

Fucking what? War schon länger nicht mehr hier, oder? *Winkt in die Runde* Irgendwas verpasst? Überlege gerade, ob bei mir irgendetwas passiert ist.. Ist etwas passiert? Bald ist Halloween. Ich komme mit den seltsamen Brushes nicht klar, schreibe zZt ungern.. Hab aber ein paar Texte auf meinem Laptop gefunden, z.B.:

* * *

Gibt es einen einfachen Weg, menschliches Miteinander möglich zu machen, ohne irgendwann an dem Punkt anzukommen, an dem man realisiert, dass man nicht in der Lage ist, normale Diskussionen zu führen, oder sich kompromisbereit zu verhalten – weil einfach alles wie ein LP von motherfucking Battlefield erscheint?

Natürlich sollte ich eigentlich immernoch in einem Schreibhiatus stecken, da ein Überdenken unserer Natur weiterhin nicht stattgefunden hat, und somit nichts zu sagen ist.. Es macht irgendwo wenig Sinn, jetzt zu schreiben, obwohl ich noch gar nicht weiß, ob meine Denkmuster auch nur ansatzweise zukunftsgerecht sind, oder der Realität entsprechen. (Denkmuster bezüglich uns allen, nicht nur mir und meinem Umfeld.) Aber wth. Es frustriert mich ungemein, nicht auf einen Punkt zu kommen, wenn es um, in diesem Fall, Egoismus geht. Man kennt ja den ein oder anderen selbstlosen Menschen, und hat vielleicht auch hin und wieder selbst ein paar un-egoistische Momente.

Aber letzenendes möchte ich jemanden trösten, weil er/es *mir* Leid tut, möchte helfen, weil mich ein Thema nicht in Ruhe lässt. Allein das „möchten“ in beiden Beispielen zeigt doch, dass es immer vom ‚Ich‘ ausging, dass es ein Wunsch war. Natürlich tröste ich Person A, damit es ihr besser geht, aber wüsste ich nicht von ihrem Leid, würde ich das nicht tun. Was sicher jetzt auch etwas damit zutun hat, dass man nichts gegen Dinge machen kann, die nicht existieren – und Person A’s Schmerz existiert nun einmal in meiner Wahrnehmung nicht, wenn ich nichts davon weiß -. aber was ich meine, ist, dass es *uns* belastet. Dass es *uns* traurig macht, dass es der Person schlecht geht.

Natürlich ist dieses Mitgefühl nichts übermäßig selbstbezogenes, außer wir machen es dazu, aber zum Schluss ist zumindest auf den ersten Blick fast alles, was wir tun, etwas, das wir für uns tun. Wir machen unserem Mitbewohner Suppe, damit er bald gesund wird, weil wir tagtäglich sein Gehuste hören, und uns damit also immer wieder etwas ins Gehirn gedroscht wird, das wir dort nicht haben wollen: Leiden, Krankheiten, unnötige Geräusche.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr denke ich, dass selbstlos nicht mehr heißen kann, dass man nicht an sich denkt, sondern, dass man *auch noch* an jemand Anderes denkt, und meint, dass langfristiges Wohl über dem eigenen kurzfristigen steht. Was aber weiterhin ein fast schon antrainierter Prozess ist, weswegen ich doch wieder überlege, ob Egoismus und Selbstlosigkeit nicht irgendwo nur Mythen sind. Viel eher würde es Sinn machen, zu sagen, dass es Level an Selbstsüchtigkeit gibt, die in Kombination mit Mangel an Intelligenz o.ä. eben ungesund werden könnten.

Zurück zum ursprünglichen Thema: Kann ich denn über ein Miteinander sprechen, wenn ich noch nicht weiß, wie man dieses definiert, und welche Punkte mir wirklich wichtig wären, wenn? Denn gerade ist es ja so. Was viele Charakterzüge betrifft, bin ich schwerst überfordert, weil sie für mich beinahe sinnlos erscheinen. Und nicht, weil ich nicht auch Aktivitäten ausübe, die die Kriterien erfüllen, um letzenendes mit „blahblah“ betitelt zu werden, sondern, weil es mir wirklich so vorkommt, als würde das Gros der Menschen, die ich kenne, sich an Vorstellungen festhalten, die nicht ganz in mein Wahrnehmungsfeld passen, und mehr als Anker dienen, als sie tatsächlich der Wahrheit entsprechen.

Aber vielleicht bin ich auch nur müde und bitter, denn zur Zeit macht mich alles müde und bitter. Mein Alltag frustriert mich, und macht mich wütend, und noch viel wütender macht mich die Hälfte der Menschen, die ich dort treffe. Denn selbst von denen, die ich liebe, mag ich den Großteil nicht, was kompliziert ist, so für mich selbst, weil jede emotionale Entwicklung bei mir immer etwas mit Schuld zutun hat, und ein wirklich produktiver Artikel nicht zustanden kommen kann, weil ich einfach zu kaputt bin, um auch nur einen Bruchteil der Materie zu berühren.

Alles in Allem komme ich aber doch zu einem Schluss, was doch mehr ist, als ich erwartet habe: Es ist dringend nötig, dass ich mich mal tatsächlich mit oben erwähntem Thema beschäftige, ohne, mich von Medien beschallen zu lassen, oder zuhause zu sitzen, und fünf mal Texte umzuschreiben, weil man sie ja falsch verstehen könnte. Es ist nicht mal so, dass ich Wanderlust hätte, aber mich in einer Höhle mit W-Lan zu verkriechen, käme mir nicht ungelegen. Hat jemand eine Höhle?

 * * *

Von Samstag 17.oo bis irgendwann Sonntag morgen gegen 9 war ich i.Ü. bei J. Für Mami war es wohl sehr schwer, weswegen ich nicht weiß, wie genau ich damit umgehen soll, aber wenn man das ausnimmt, fand ich den Abend/die Nacht ziemlich gelungen. Wir sind beide auf jeden Fall unerfolgreiche Trinker. Yay?

Haben sogar relativ viele Filme geschaut: Cabin in the Woods, Abraham Lincoln: Vampire Hunter, Heartless, Divide, je eine Folge von zwei Serien, und das müsste es sogar gewesen sein. : )

Und weil ich immer noch nicht ganz darüber fertig bin (nein, es ist nicht mal ansatzweise lustig ._.)

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Veröffentlicht von

Patricia

People I know started following me. This is getting too real.

5 Gedanken zu „#73 And that was when I ruled the land.“

    1. Ich hab sogar mehrere Bücher dazu bei mir im Regal. Das Prinzip verstehe ich schon, ich kämpfe nur alle paar Wochen immer mit mir; nicht nur, was Altruismus betrifft, also gehe ich mal davon aus, ich bin auch mit 19 noch schwer-pubertär. (Oder vielleicht geht es auch vielen Menschen so.)

  1. Selbstlosigkeit ist mir mit den Jahren zur Pflicht geworden. Weil mein Selbst der sterbliche Teil meiner Existenz ist. Jede Investition in das Selbst empfinde ich als Investition in den Tod.
    Folglich scanne ich Dein Blog hysterisch nach Hinweisen, wie ich für Dich und für all die kommenden Generationen von Bedeutung sein?
    Wobei mein Selbst mich allerdings derart quält, dass ich einen Platz in Eurem Gedächtnis nicht deswegen bekommen will, weil ich Euch eine besonders coole „Erlösung“ verheißen habe. Weder möchte ich Euch mit Himmelreichen kommen, noch mit Zauberakademien, noch mit Vampiren und Milliardären. Alle Welt hofft darauf, „errettet“ zu werden, und liebt Werke, welche ihnen Hoffnung auf Errettung machen. Das Glaubensbekenntnis etwa, welches neulich bei einer royalen Hochzeit nachgebetet wurde, ist über Jahrtausende bewahrt worden.
    Mein Selbst jedoch lässt mich kotzen bei dem Gedanken, Euch durch sowas im Gedächtnis zu bleiben.
    Ich selbst sein bedeutet ich tot sein. Während ich es auf der anderen Seite schwer habe, meine von meinem Selbst bestimmte Selbstlosigkeit auszuleben: „Fick Dich!“
    Allerdings finden sich auch derart viele Konjunkturmenschen, die, um ihres Reibachs willen, mitten unter Fleischfressern von der Erlösung durch die Liebe in der Liebe schwärmen, dass selbst die gelungenste Vampirromanze ihrem Schöpfer keine Unsterblichkeit garantiert.
    Somit befinde ich mich in jener unangenehmen Situation, die weniger attraktiven Menschen regelmäßig widerfährt, dass die Welt auf meine Selbstlosigkeit gerne verzichten kann. Geschenkt bin ich quasi noch zu teuer.
    Mit Sicherheit ist mein Interesse vielen sogar ziemlich unangenehm. Ob ich mich nicht besser um meine eigenen Angelegenheit kümmern könne?
    Bereits nach wenigen Überlegungen erscheint mir dieses Getue um Nächstenliebe sowas von abgefuckt, dass ich diverse Frauen bereits sehe, wie sie mit einem Ausdruck des Ekels zurück weichen vor meiner Liebe.
    Entweder ich akzeptiere die Liebe jedes Menschen oder ich akzeptiere sie von keinem. Hingegen dieses Hinaufgefreunde und -geheirate bloß abgrundtief menschlich ist.
    Da verknallen sich Männer in junge Dinger mit dicken Titten und geilen sich daran auf, wie sehr ihr Herz angeblich überfließt vor selbstloser „Liebe“. Denen sollte man den Mund mit Seife ausschrubben.

    1. Aber dieses Prinzip Selbstlosigkeit.. Hab da vor ein paar Tagen erst, also schon nach dem Beitrag, ein Buch gelesen (das irgendwie sehr schlecht, aber auch sehr gut, und natürlich sehr mainstream, war) indem gesagt wurde,

      Most people spend their short time in this world less than half alive. They wander through their days in a haze of responsibility and resentment. Something happens to them not long after they’re born. They get conflicted about what they want and start worshipping the wrong gods. Should. Mercy. Equality. Altruism. There’s nothing you should do. Do what you want. Mercy isn’t Nature’s way. She’s an equal opportunity killer. We aren’t born the same. Some are stronger, smarter, faster. Never apologize for it. Altruism is an impossible concept. There’s no action you can make that doesn’t spring from how you want to feel about yourself.

      Ich sag nicht, dass ich zustimme (oder, dass ich das nicht tue); hauptsächlich, weil ich einfach zur Zeit nicht weiß, was ich denke, und ob es denn überhaupt notwendig ist; und vielleicht liegt das alles nur an meinen seltsamen Definitionen.. eeh, werd einfach aufhören, mit Schreiben..

      Was Liebe & jeden akzeptieren betrifft, und Männer, die sich in wen auch immer verlieben, fällt mir immer wieder Stacia Kane’s Post zum Thema Friendzone ein. Irgendwie wird von vielen Frauen aber sowieso eine „Danke.“-Haltung erwartet. /random

  2. Ich kam einmal zu dem ersten Friseur der Residenz.
    Es roch nach Eau de Cologne, nach frisch gewaschenen Leinenmänteln und zartem Cigarettenrauch – – Sultan flor, Cigarrettes des Prinzesses égyptiennes.
    An der Kassa sass ein ganz junges Mädchen, mit hellblonden seidenen Haaren.
    »Ah,« dachte ich, »ein Graf wird dich verführen, du Wunderschöne – – –!«
    Sie sah mich an, mit einem Blick, der sagte: »Wer du auch seist, Einer unter Tausenden, ich sage Dir, das Leben liegt vor mir, das Leben – – –! Weisst Du das?!«
    Ich wusste es.
    »Ah,« dachte ich, »es kann aber auch ein Fürst sein – – –!«
    Sie heiratete einen Cafétier, der in einem Jahre zu Grunde ging.
    Sie war gebaut wie eine Gazelle. Seide und Sammt erhöhten nicht ihre Schönheit – – am schönsten war sie wahrscheinlich nackt.
    Der Cafétier ging zu Grunde.
    Ich traf sie auf der Strasse mit einem Kinde.
    Sie sah mich an, mit einem Blick, der sagte: »Ich habe das Leben dennoch vor mir, das Leben, weisst Du das – –?!«
    Ich wusste es.
    Ein Freund von mir hatte den Thyphus. Er war Junggeselle, reich und bewohnte die See-Villa.
    Als ich ihn besuchte, machte eine junge Dame, mit hellblonden seidenen Haaren, die Eisumschläge. Ihre zarten Hände waren ganz aufgerissen vom Eiswasser. Sie blickte mich an: »Das ist das Leben – –! Ich habe Ihn lieb – –! Weil das das Leben ist – –!«
    Als er genesen war, überliess er die Dame einem anderen reichen jungen Manne – – –.
    Er trat sie einfach ab, ganz einfach – – –.
    Das war im Sommer.
    Später überfiel ihn die Sehnsucht – – im Herbst. Sie hatte ihn gepflegt, sich an ihn angeschmiegt mit ihrem süssen Gazellenleibe – – –.
    Er schrieb ihr: »Komm‘ zu mir – – –!«
    Eines Abends im Oktober, sah ich sie mit ihm in den wunderschönen Hausflur treten, in dem acht Säulen aus rothem Mamor schimmerten.
    Ich grüsste sie.
    Sie blickte mich an: »Das Leben liegt hinter mir, das Leben – –! Weisst Du das?!«
    Ich wusste es.
    Ich kam zu dem ersten Friseur der Residenz.
    Es roch noch immer nach Eau de Cologne, nach frisch gewaschenen Leinenmänteln und zartem Cigarrettenrauch – – Sultan flor, Cigarrettes des Princesses –.
    An der Kassa sass wieder ein Junges Mädchen, mit braunen welligen Haaren.
    Sie blickte mich an mit dem grossen Triumphblick der Jugend – – – profectio Divae Augustae Victricis – – –: »Wer Du auch seist. Einer unter Tausenden, ich sage Dir, das Leben liegt vor mir, das Leben – – –! Weisst Du das?!«
    Ich wusste es.
    »Ah«, dachte ich, »ein Graf wird Dich verführen – – – es kann aber auch ein Fürst sein!«
    Dieser Text Peter Altenbergs ist meine Erklärung, warum ich zur Selbstlosigkeit gezwungen bin, wann immer mich Schönheiten von oben herab bedienen: Einer von Tausenden, welcher zittert unter dem Triumphblick der Jugend. Du kannst mich kommentarlos begraben oder in Ehren halten. Mein Leben hängt ab von Dir und kommenden Generationen. Je abhängiger Leben ist, desto selbstloser wird es. Strafgefangene etwa sollen sich teilweise auszeichnen durch ein geradezu überirdisches Einfühlungsvermögen.
    Umso spannender, wie selbstlose Underdogs sich verhalten, wenn ihnen mit einem Male Macht gegeben ist:

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