#56 Public Image

Ich hab realisiert, dass ich ein Mensch bin, und dementsprechend von Anderen als einer wahrgenommen werde. Ich weiß, es ist irgendwie traurig, dass diese Erkenntnis so spät wiederkommt, beziehungsweise ich das sicherlich bereits erkannt habe, aber nie weiterdarübernachgedacht.

Es fällt mir nur auf, weil mir z.B. „unterstellt“ wurde, viel über einen Charakter der Serie House, M.D. nachgedacht zu haben. Seltsamerweise habe ich das aber GAR NICHT. Auch diese Texte hier entstehen ohne übermäßig viel vorheriges Nachdenken. Im Endeffekt bereue ich eventuell, was ich sage, und ich versuche, während des Schreibens, so offen wie möglich zu bleiben, und in verschiedene Richtungen zu denken, aber ich sitze nicht vorher schon irgendwo und philosophiere vor mich hin. (Vor allem nicht, wenn es um Charaktere aus Serien wie House, M.D. geht – Denn da shippe ich ja noch nicht mal irgendwen.) Eigentlich schreibe ich ja hier, um diese Nachdenkprozess weiterzubringen. (Weil es mir hilft, meine bisherigen Gedanken aufgeschrieben zu sehen, und von da aus dann weiterzudenken und -schreiben..) Was bedeutet, dass ich natürlich davor schon darüber nachgedacht, und mich mit der Materie befasst habe. Aber ich hab meine „Meinung“ noch nicht geformt, falls das Sinn macht. (Für mich macht es gerade Sinn..)

Vor ein paar Tagen bin ich über einen dieser 100 Fragen Fragebögen* gestolpert, und hab mir die Fragen angesehen. Eine war, wie mich mein Umfeld wahrnimmt. Und ich hab bemerkt, dass ich scheinbar fünfundzwanzig verschiedene Personas für den Umgang mit der Außenwelt habe: Lustige, optimistische, laute Patricia, für Leute, die ich nicht oft sehe. Lustige, pessimistische, laute Patricia, für Situationen, in denen ich mit einer Gruppe von Menschen über 2 aber unter 10 konfrontiert werde. Lustige, pessimistische, ruhige Patricia, für offizielle Situationen (Ämter, Ärzte), zurückhaltend-realistische Patricia für Telefonate mit Personen, die gerade durch eine Trennung gehen, lustig-wütend-realistische Patricia für Telefonate mit R. (weil Wut immer gut kommt), blabla und dann noch Patricia für enge Freunde/Familie.

Es gab mal eine Diskussion über Realität, und worüber man sie definieren soll. Ist die Idee einer Person weniger „real“ als das Wissen, dass irgendwo in meiner Nachbarschaft jemand wohnt, denn ich noch nie gesehen habe? Existieren genauso viel Patricias, wie es Menschen gibt, die mich kennen? Ich glaube, das Thema ist zu abstrakt, als dass ich das, worauf ich hinaus will, in Worte fassen könnte. Was mich grad etwas frustriert.

Also weiter im Text. Beim Stalken von wupperwasser (weil cooler Kommentar auf einem anderen Blog, nämlich wortmagie) hab ich dann diesen Artikel über soziale Netzwerke, und studiVz Gruppen gefunden. Daraufhin hab ich mir mal meine Seiten angesehen, auch die alten, auf denen ich nicht mal ansatzweise mehr bin. War interessant:

Einige meiner Gruppen (ich hatte zwei Accounts auf SchuelerVZ..)

  1. „Komm wir essen Opa.“ – Satzzeichen retten Leben.
  2. „Sterb!“ – „Imperativ mit I!“ – „Achja, Sterbi!“
  3. ‚Unbekannt‘ bittet um Rückruf – Jo, kein Ding!
  4. Àëåêñàíäðî hat sie hinzugefügt-ah, bestimmt die Süße von gestern
  5. Auf der Suche nach alternativen Lebenskonzepten.
  6. Bevor die Gefühle stärker werden, lieber auf Abstand.
  7. Congratulations, Capitalism.
  8. das leben kennt kein genre.
  9. Dieses Profil kann Spuren von Erdnüssen enthalten.
  10. do me a favour, tell me to go away.
  11. Du darfst kein Holz essen!
  12. Frag gar nicht erst. Ich habe keine Hobbys.
  13. Have you ever noticed that „live“ is „evil“ backwards?
  14. Ich fang plötzlich an zu lachen, weil ich psychisch krank bin.
  15. Ich will in meinem Profil möglichst geil rüberkommen.
  16. Ih. Menschen!
  17. Im Herzen ein Hippie
  18. Kann grad nicht, arbeite an meiner Peniscollage.
  19. kein wort zu niemandem
  20. Lacht ruhig. Nur wir Fetten werden die Eiszeit überstehen.
  21. Lächle – Du kannst sie nicht alle töten.
  22. Lauf nicht in meinem Windschatten, du Spast
  23. Let me write that in my „Things I dont give a Fuck about“ – Book
  24. Liebe in Zeiten der Schweinegrippe
  25. Manchmal ist zugedröhnt besser als nichts.
  26. Manchmal wache ich nachts auf und denke:“Jetzt ne Wertetabelle.“
  27. Mein unglaublicher Charme boxt mich da schon irgendwie raus.
  28. Mädchen mit Haaren auf den Beinen zum Durchwuscheln sind toll!
  29. Schlafstörungen
  30. Schönheit kommt von innen. Kotze auch…
  31. Selbstzerstörungstrend.
  32. So, ich lauf noch ein bisschen rum und fühl mich geil.
  33. Tschüss Winterspeck – Hallo Frühlingsrolle !
  34. The Butterfly Project
  35. Wer ist jetzt die Pussy, häh?!
  36. Willkommen auf der dunklen Seite. Das mit den Keksen war gelogen
  37. Wir können das auch gerne bei Britt ausdiskutieren!
  38. Wozu abwischen? Ich kacke doch eh wieder.

Hab ein paar rausgelöscht, aber an sich.. Bwahahaha. Pfeu, war ich eklig. „Ich fang an plötzlich zu lachen, weil ich psychisch krank bin.“ ist einfach klasse.

Von meinem alten Account blieb nur noch übrig:

  1. Abends halb 10 in Deutschland. Ach ja Hausaufgaben…..
  2. Aha. Eine Schlampe.
  3. Bunte Hose? Machst jetzt einen auf Power Ranger oder wie?
  4. Don’t worry,I watch Grey’s Anatomy… I know what to do
  5. Ich war nicht umsonst 3 Jahre Powerranger!
  6. ich will immer das,was ich nicht haben kann
  7. Ihr Kinder trinkt doch nie wirklich Bier. Auch nicht mittwochs.
  8. Ja du lachst. Das is oft so. Leute lachen und dann sind sie tot.
  9. jeder braucht einen manager wie patrischa
  10. Mein Schlafrhythmus befindet sich in einer anderen Zeitzone
  11. Und was sagen Sie als Unbeteiligter zum Thema Intelligenz?
  12. Während Du sprichst, korrigiere ich in Gedanken Deine Grammatik.

Nur damit das klar ist. Power Ranger Gruppen muss man beitreten, selbst, und vor allem, wenn sie sich gegenseitig dissen.

Das lasse ich jetzt aber mal weiterhin nur so im Raum stehen, und organisier mir einen PR Menschen. Ist ja nötig, weil ich so viel Real Life und Influence hab.

* Sollte ich ihn mal hier veröffentlichen? War irgendwie gar nicht schlecht..

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Veröffentlicht von

Patricia

People I know started following me. This is getting too real.

6 Gedanken zu „#56 Public Image“

  1. Deine Antworten auf die hundert Fragen interessieren mich sehr. Bitte veröffentlichen.

    Die Gegenwart eines Menschen nehme ich wahr durch die Perspektiven, die ich in ihm erkenne. Seine Möglichkeiten, als Mensch zu wachsen. Das Gefühl, das ich von Dir habe, wenn Du 42 bist, wo ich Dich dann sehe. Und vor allem, wie ich Dir hier für Deine Zukunft vielleicht von Nutzen sein kann. Zumal Du ja auf Tumblr meintest, dass Du eigentlich froh bist, wenn die Daddys weiterziehen…
    Immerhin empfinde ich es als sinnvoller hier zu kommentieren, als etwa im STERN zu blättern oder Zeichentrick zu sehen. Was ich für diesen oder jenen Menschen in seiner Zukunft für einen Sinn ergebe? ist die Frage, um die ich mich regelmäßig mehr bemühe, als um großartige Erwartungen an dessen Gegenwart.

    1. Ist das nicht ein typischer Frauenzug, nur dass sie es.. so.. naja, verdreht tun? Sich in das Potential eines Menschen verlieben, und dann weinen, weil er es nie geworden ist, meine ich. Auf tumblr? Oho. Wann? Wo? Bin mir grad nicht sicher, über welchen Post du gerade sprichst. :/

      Fragebogen muss ich mir mal genauer anschauen. Ich meinte eigentlich nur Link zu dem Originalpost hinterlassen, damit andere sich das mal anschauen können. *g*

      1. „Phantasiewert“ nennt man an der Börse eine Aktie, die meist zum Totalverlust führt, aber mit Glück eben auch alles überfliegen kann, was am Markt ist. Und Du bist für mich eben wesentlich spannender als eine junge Frau, die gerade planmäßig ihr 1. Semester Pädagogik beginnt, zum Ende des Studiums dann große Angst bekommt, den Erstbesten anflirtet und schwanger wird. Obwohl es bei Dir eigentlich noch wahrscheinlicher ist, dass Du J. bittest, Dich ins Nachtleben zu begleiten, dort einem Mann Dein Leben in die Hand zu drücken: Mach mal!
        Für jemanden wie mich, der vom Leben eigentlich nicht mehr erwartet als Weltliteratur, Stift, Papier und das Porto, mein Geschriebenes der Welt irgendwie zu hinterlassen, führst Du ein ideales Leben. Eines, welches mir als Mann nie geschenkt sein wird, da mir bereits als Kind jene Comics seltsam vorkamen, in denen „Wonder Woman“ regelmäßig ihren sterblichen Freund rettet: Frauen retten vielleicht Kinder, niemals Männer. Nervenzusammenbrüche, „einfrieren“ und dass ich auf Druck ja nun gar nicht kann, sorgen in meinem Mund höchstens für einen Tritt in die Fresse. Insofern reizen mich natürlich Überlegungen sehr, was ich in Deinem Körper alles Geiles anstellen könnte, ob es mir gelingen würde, als Patricia die Welt zu erobern. Immerhin, alle Megaseller der letzten Jahre wurden von Frauen geschrieben: Harry Potters Tribute bis zum Ende der Nacht in die Shades of Grey hinein.
        Erinnere ich mich richtig, meintest Du via Tumblr, dass Du niemanden so faszinieren würdest sich dauerhaft für Dich zu interessieren. Aber Du wärest eigentlich auch froh, dass die meisten weiterziehen, obwohl sie vielleicht gut wären für Deine „Daddy Issues“.
        Kein Problem. Erst gestern fragte ich mich in der Bahn, inwieweit ich junge Frauen durch meine Anwesenheit eigentlich ekele? Man selbst merkt ja eher selten, wie man immer unansehnlicher wird. Und selbst wechsele ich ja auch das Abteil, wenn da jemand besonders Unappetitliches sitzt. Als mich neulich eine Freundin meiner Mutter zum Abschied an der Wange berührte, musste ich all meine Höflichkeit zusammen nehmen, nicht angewidert zurück zu zucken. Eine Höflichkeit, die doch eigentlich niemanden nützt, finde ich. Dich berührt meine Aufmerksamkeit vielleicht unangenehm, während ich Zeit vertue, die vielleicht als Schriftsteller für die Generationen von Morgen besser investiert ist. Wie gesagt, eigentlich erwarte ich vom Leben nicht mehr als Weltliteratur, Stift, Papier und Porto. Alles, was es selbst im Hospiz noch geben sollte. Ehrlichkeit kann für mich daher gar nicht fürchterlich genug sein. Wenn ich mich in meinen 42 Jahren um etwas bemüht habe, dann, die Wahrheit zu ertragen.

  2. Hach, diese lustigen Gruppen. Wie oft ich mich durch die Profile meiner bekannten geklickt habe, um die Gruppen zu lesen. Kamen einige lustige Erinnerungen hoch.
    Und jetzt ist Zeit, den verlinkten Artikel zu lesen ;-)

      1. Gruppen in denen ich war? Hmm, einige sollte ich noch zusammen bekommen, denke ich. Ich wills mal versuchen…

        – Ich habe ein paar Steine gefunden. Ihr esst doch Steine, oder?
        – Wer bin ich? Und wenn ja, wie viele?
        – Während ich aufs Essen warte, esse ich noch ne Kleinigkeit. (Meine eigene Gruppe mit bis zu 12 Mitgliedern. Yeah me!)
        – Entschuldigung, mir kam nur gerad etwas Kotze hoch.
        – Hurra! Ach nee, doch nicht.
        – Blinzler, sie haben die Burg geklaut. (Noch son Ding von mir mit fantastischen 5 Mitgliedern.)
        – Wenn mein Kind später HipHop hört, kommt es ins Heim.
        – FAAAHR DOCH DA VORNE DU SPAST!! – Wir fluchen im Auto
        – Darf ich mal bitte vorbei?! Das geht nach Kompetenz, Danke!
        – Ich leb in meiner eigenen Welt. Das ist OK, man kennt mich dort.
        – Jetzt machen wir erst mal nichts und dann warten wir ab
        – Lass mich Arzt, ich bin durch!
        – Männer werden 7. Danach wachsen sie nur noch!
        – Nudeln machen ist auch „kochen“!
        – … und ich sag noch zu mir: „Das ist total dumm was du da machst!“

        Das waren jetzt einige, die ich aber, wie ich zugeben muss, googlen musste. Ein paar andere, sehr unlustige habe ich mal ausgelassen. Erstaunlich, wie mir die jetzt beim Lesen wieder eingefallen sind.

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