#55 Almost human, babydoll.

Eventuell hat man bereits mitbekommen, dass ich in letzter Zeit viel darüber nachdenke, wodurch sich meine Krankheit auszeichnet, wie sie mein Leben beeinflusst, beeinflusst hat, und eventuell beeinflussen wird, wie ich damit umgegangen bin und hätte umgehen sollen, was ich daraus gelernt habe, et cetera.

Mir ist nicht ganz klar, wieso ich das tue, aber außer dieser Artikel (und einer fiktiven Geschichte über Selbstmörder) kommt derzeit nichts aus mir heraus, also werde ich wohl weiterhin dabei bleiben. *sigh*

Irgendwie wäre es schön, wenn ich meine Energie in andere Dinge investieren könnte, z.B. lernen für die Fahrschule. Stattdessen schreibe ich Streitszenen.

„See, Name, this is the thing. I don’t want to change you. I genuinely like you (..) I enjoy our conversations, because despite your age, or maybe because of it, you say things I would either not think of or not expect anyone to say to my face. I don’t want to change that.“

„Well, yes, I don’t threaten your beliefs, now, do I? Is it so hard to see where I am coming from here, Name? Is it, really?“

„No, it certainly isn’t. But I think your feelings are reserved for a part of me that, regardless of what you want to believe, is not constantly battling my darker side. It’s the same. This is all me. And you make up excuses for it. You look at me like I’m the result of my upbringing, and yes, you are right about that, but it’s [fucking me up] to know that if you didn’t have my mother and father to blame for all my less charming character-traits, you wouldn’t be here.“

I was stunned. I couldn’t come up with anything to say in return, unsure if I was so much in battle-mood to persist on my opinion or maybe consider his, because some part of me could relate to the things he had been saying. Was I being honest to the two of us here?

Irgendwie macht es Spaß, mich selbst zu beleidigen. Erst schreibe ich Szenen wie die da oben, dann suche ich nach tropes, die ich benutzt habe, oder die auf mich zutreffen, und schreie mich selbst damit an. MARY SUE! UNREALISTIC CONVERSATION! SENTENCES ARE TOO LONG! (Ah, cut the „here“.. now it’s okay. Not.) SELFRIGHTOUS MAIN CHARACTER! EVERYTHING IS UGLY AND BREATHING HURTS NOW!

Wär wirklich toll, wenn ich schreiben könnte, denn in meinem Kopf ist so eine wunderbar deprimierende Geschichte, die raus will, und nicht kann. Eine angstgestörte Idee, sozusagen. (Zusätzlich zu meinem schlechten Schreibstil lässt mein schwarzer Humor auch immer mehr nach. Mittlerweile ist er ein heller Grauton.)

Eigentlich wollte ich aber nur ein Zitat hier teilen, weil es schön ist, und weil ich denke, dass es ein wiederkehrendes Thema in meinen Beiträgen ist, selbst, wenn ich es nicht so oft direkt anspreche, wie es mir eventuell vorkommt. Ich dachte ja, ich hätte es schon längst hier geteilt, aber eine Suchanfrage ergab, dass es wohl irgendwo im Berg meiner Entwürfe verschollen ist. (Falls nicht, bitte bescheid sagen!)

I’m a hopeless human being. I keep getting caught in the same darkness over and over again. I fall.. and it all happens again. I was afraid that if I clung to you I would drag you into it. I was running away. But now.. I don’t.. want to lose you. Ever. I want you to stay by my side forever.

– Hana no Namae (The Name of the Flower) by Ken Saitou, Kei to Chou

Ich hab schon mehrmals Aufsätze über diese Zeilen geschrieben, und immer wieder alles gelöscht. Ich glaube, vielleicht reicht es auch, das Zitat so im Raum stehen zu lassen. :)

Gerade versuche ich, positive Aktivitäten zusammenzuschaufeln, aber mir fällt einfach nicht viel ein, weswegen ich mich an Strohhälmen festbeiße:

  • Schlafen
  • Manga lesen und/oder scanlaten
  • Musik hören und mit passender Mimik und Gestik so tun, als wäre ich der Sänger
  • Bücher lesen und danach ranten, weil sie alle schlecht sind
  • FF lesen und danach überlegen, wie gut sie eventuell wäre, wenn sie einen professionellen Editor gesehen hätte
  • Geschichte über Selbstmörder schreiben und dann eigene Person beleidigen
  • An Themes arbeiten, jQuery lernen et cetera
  • Bloggen
  • So tun, als wäre ich ein Promi, und Interviews mit meiner Tür führen
  • Mit „echten“ Menschen telefonieren
  • Schlafen
  • Mit „echten“ Menschen treffen
  • Schlafen
  • Umräumen, Aufräumen, Umsortieren
  • Grafiktablett vergewaltigen
  • Tumblr
  • Pokemon
  • Filme, Vlogs oder Serien gucken
  • Festplatte aufräumen
  • Mami dazu zwingen, mir Dinge zu erzählen, denn Informations- und Gedankenaustausch = schön
  • Dinge horten
  • Schlafen
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3 Kommentare zu „#55 Almost human, babydoll.

  1. Mein Englisch ist nicht so gut. Aber so wie ich Dein Zitat verstehe, markiert es ungefähr meine Erleichterung meine Frau erst kennen gelernt zu haben, als sie ihre „unbeschwerte“ Jugendzeit in Discotheken etc. längst hinter sich hatte. Wenn es bei mir eine Regelmäßigkeit gibt, dann meine Vorliebe für Waisen. Weil ich mich dort von Nutzen fühle mit meinem Themenspektrum, hingegen mir jede gedankenlose Leichtigkeit sowas von abgeht, ganze Tanzgesellschaften in Sinnkrisen stürzen zu können. Bei mir kann man weinen und trauern, so lang man eben will, ich werde nicht müde, Lachen hingegen kann ich eigentlich bloß über Sibylle Berg. Die Frau ist so genial, sowas von genial.
    Über allem jedoch sind mir Geschichten wichtig, die einen Menschen ausmachen, gerade auch, wenn sie nicht „genial“ formuliert sind.
    In Deinem Buchblog führst Du viele Interviews mit Dir, warum hier nicht auch?

    1. Meinst du die Freitage? Hey, die Fragen stell ich mir aber nicht selbst! Eccentricities only go so far.

      Hmm.. wie kommst du von dem Zitat dazu? Also, bin ehrlich interessiert, weil es mir vorkommt, als hätte ich einen Gedanken dazwischen verpasst. :x

      1. Bücher empfand ich in meiner Singlebutze hoch über den Dächern Hamburgs so, als wenn jemand mir gegenüber Platz nahm in der Stille und solch ein Zitat in den Raum stellte als wäre es eine Frage an mich. Bücher fordern mich regelmäßig wie ein Interviewer, mir den Ort zu diagnostizieren, an dem ich stehe.

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