#49 I wait for the day when you find I’m too much for you

Hallo, mein Name ist Patricia.

Ich bin unsicher, und depressiv. Ich habe Angst, dass die Welt mich nicht will, obwohl ich die Welt selbst nicht möchte. Ich bin scheinheilig, und lüge oft. Ich rauche, und ernähr mich nicht sehr gesund. Früher hab ich oft gekotzt, wenn es mir schlecht ging. Ich kann Menschen nicht vertrauen, und ich fühle mich unwohl in Situationen, die ich nicht kontrollieren kann.

Ich habe Angst davor, zu enttäuschen, und noch mehr davor, verlassen zu werden. Ich hab Angst vor Männern. Ich hab Angst vor Menschen. Ich bin allergisch gegen Tiere. Ich lese Liebesromane, und beschwere mich danach über die gesamte Handlung. Ich lese Fantasy, und beschwere mich danach über alle Charaktere. Ich schaue amerikanisches Fernsehen, und beschwere mich danach darüber, dass die Screenwriter ihren Zuschauern nicht genug Hirn zuschreiben. Ich höre seltsame Musik. Ich lese Manga und spiele Pokemon.

Ich will normal sein, aber ich hasse Normalsein. Ich will Freunde und Liebe und Spaß, aber ich bin so verkorkst, dass ich das nicht schaffe. Ich will alle Sätze hier mit ‚man‘ beginnen lassen, aber es kommt mir unehrlich vor.

Ich bin ungeduldig, aber man muss Geduld mit mir haben, oder ich renne. Ich weine nicht. Ich schauspiele zu oft. Ich manipuliere, wenn mir langweilig wird, oder ich denke, dass ich ein schlechter Mensch bin. Ich denke oft, dass ich ein schlechter Mensch bin.

Ich gebe keine Versprechen, die ich nicht halten kann. Deswegen verspreche ich eher gar nichts.

Ich bin seit Jahren in Therapie. Und sie schlägt nicht an.

Und dich zu kennen, wird mich nicht spontan heilen. Sex mit dir vermutlich auch nicht, kann aber an meiner Angst vor jedweiger Intimität liegen. Da fällt mir ein: Ich habe bisher noch niemanden geküsst, den ich tatsächlich mochte.

Ich soll AntiDepressiva nehmen, aber die machen mich verrückt.

Ich kann nicht singen, nicht malen, nicht schreiben, nicht kochen, nicht backen, nicht lernen.

Ich kann nicht gut mit Kindern umgehen, sondern behandle sie wie kleinwüchsige Erwachsene.

Ich hab kein Abitur.

Ich war nicht gut genug für meine Freunde.

Ich war nicht gut genug für meine Väter.

Ich war nicht gut genug.

Ich bin nicht gut genug.

* * *

Falls ich in Zukunft Menschen treffe, und die mich nach mir fragen, werde ich ihnen diesen Link geben.

Bist du immernoch interessiert? Denn ich bin kein Projekt, das man anfangen und dann aufgeben kann.

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