#48 This family that carries me to such great lengths to open my legs up to anyone who’ll have me.

Ging doch echt schnell mit dem Kopffüllen. Schneller, als ich erwartet habe, jedenfalls. Und ich muss zugeben, es geht mir damit auch gleich viel besser. (Was ziemlich verkorkst ist, aber so bin ich eben. Übrigens.. neues Theme. Weiß noch nicht, was ich davon halte, aber brauchte mal was Neues. Like? Dislike? Außerdem hab ich jetzt tatsächlich einen Gravatar, der mein Gesicht zeigt. Dank Filtern würde man mich trotzdem nirgends erkennen, da ich so viel hässlicher in RL bin, yay!)

1. Hab ich schon über die letzen paar Blogtitel gesprochen?

Nein? Dann mach ich das jetzt mal.

What a shame, we all became. Such fragile broken things: Ich war mir anfangs gar nicht mehr sicher, woher der Titel kam, da ich ja in meinem E-Mail Hefter nur „What a shame“ gesehen hab. Aber jetzt machts wieder Sinn. Ich glaub damals war ich in einer Phase, in der ich darüber nachgedacht habe, wie sehr wir uns gegenseitig kaputt machen. „Somewhere weakness is such strength, and I’ll die searching for it. (..) I can’t let myself regret such selfishness.“ Paramores Texte sind alle grundsätzlich scheinheilig, das weiß ich schon, aber ich glaube, das soll auch so sein. Den Blogtitel hatte ich jedenfalls für eine seehr lange Zeit.

Please speak softly: Der letzte Paramore-Titel, den ich als Blogtitel benutzt habe. Der Song geht so, „Please speak softly, for they will hear us. And they’ll find out why we don’t trust them. Speak out dear, ‚cause I cannot hear you. I need to know why we don’t trust them.“ und ich glaube, für einen langen Zeitraum war das mein Problem. Ich hab mich selbst nicht verstanden, und das tue ich heute noch nicht, aber…  „Tell me why I feel so alone? Cause I need to know to who I owe.“ hätte ich damals vielleicht nicht unbedingt mit dem Wort „Mir“ beantwortet. Wie dem auch sei, es ging eben vor allem um diese Ambivalenz.

And washed it way down the kitchen sink: Größtenteils ging es mir da nur ums Leben generell. Wie wir damit umgehen, wie unendlich unverständlich unser Verhalten ist. Verdrängung, Konfrontation und letzenendes die Resultate. Blah. War einer der am Wenigsten sinnvollen Titel, wenn ich darüber nachdenke, aber der Song ging mir nicht mehr aus dem Kopf.. Und Dinge, die mir nicht aus dem Kopf gehen, landen öfter mal hier.

You can be addicted to a certain kind of sadness: Muss ich dazu viel sagen? Ich glaube, es ist nicht schwer, zu erkennen, was genau ich damit meine. Ich BIN abhängig.

It’s a fine romance, but it’s left me so undone: Meine Depressionen – Auf der einen Seite gibt es ab und zu nichts Besseres, als zu wissen, dass man etwas ist. Man hat etwas, das einen definiert. Eine Entschuldigung, einen Grund, eine Ausrede, einen sicheren, diagnostizierten Zug. Genauso das Leben. Es gibt unendlich viele Dinge, die so schön sind, dass sie weh tun. „You are so beautiful. It’s like you are mocking me.“ Vorstellungen, die man nicht loslassen kann, weil man sonst etwas von sich selbst verlieren würde, dass man nicht verlieren möchte. Aber zum Schluss sind diese Situationen und Gefühle, egal wie richtig sie sich anfühlen, vielleicht trotzdem nicht gut für uns. Meine Erklärung ist viel schlechter als das, was ich eigentlich meine. v_v‘

2. Wenn deine Eltern sterben, erkennst du, dass du sterblich bist. Wenn deine Kinder sterben, verlierst du deine Unsterblichkeit.

Etwas, dass mich eigentlich schon länger beschäftigt ist, dass ich wohl tatsächlich irgendwann für immer tot sein werde. Über den Tod an sich rede ich gar nicht, sondern über meine Existenz, die irgendwann vollkommen vergessen sein wird, und auch in vermutlich niemandem weiterleben wird.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kinder meiner Schwester irgendwann lustige Geschichten über ihre depressive Tante erzählen werden, und mir damit in die Unsterblichkeit helfen. Ich glaube auch nicht, dass ich selbst Kinder haben werde, obwohl ich mich mittlerweile mit dem Gedanken anfreunde, dass Kinder nicht dafür sorgen, dass man 18 Jahre lang nur stirbt, ohne irgendetwas Cooles als Ausgleich zu haben. Trotzdem möchte man seinen Kindern ja etwas bieten können, und da ich einfach keine wirklich tollen Charakterzüge oder mütterlichen Qualitäten vorzuweisen habe, unsere Welt immer mehr nach unten rutscht und so weiter, ist der Gedanke, dass ich zumindest meine DNA weiterreiche ebenfalls unwahrscheinlich.

Ich werde also irgendwann sterben, und zwar für immer. Und es frustriert mich, dass dem so sein wird. Jetzt könnte man meinen, dass ich erst 19 Jahre alt bin, und dementsprechend noch viel Zeit habe, der Welt meinen Stempel aufzudrücken, aber gleichzeitig bin ich auch nicht unbedingt die durchschnittliche 19 Jährige. Klar, ich bin vergleichsweise unschuldig und unerfahren, aber gleichzeitig eben auch nicht. Und obwohl ich mir durchaus vorstellen kann, dass ich irgendwann mal irgendetwas schaffe, befürchte ich, wird dazu nicht zählen, ein Buch zu schreiben, ein Lied zu singen, oder einen Film zu drehen.

It is very sad to me that some people are so intent on leaving their mark on the world that they don’t care if that mark is a scar.

– John Green

Was bedeutet, dass ich weder über herzerwärmende Familienanekdoten („Und dann sprang Tante Patricia vom Balkon, hatte aber voll vergessen, dass darunter ein Pool gereinigt und neu befüllt wurde, und landete auf einem Mann, der dadurch eine schlimme Gehirnerschütterung erlitt. Und das ist euer Onkel!“ oder „Als ich gerade 10 war, und eure Tante Patricia 23, wollte ich unbedingt ins Kino gehen. Sie war damals damit beschäftigt, sich nicht in ihre neue Therapeutin zu verlieben. Jedenfalls gingen wir also rein, und sie holt uns noch Eis, da kommt ein ehemaliger Klassenkamerad, und was macht sie? Schmiert sich das Eis ins Gesicht, damit er sie nicht erkennt!“), eigene Kinder, oder meine wunderbare, non-existente Kreativität oder Genialität, jemals älter werden kann als 200 Jahre.

200 Jahre sind aber einfach nicht genug. 200 Jahre sind gar nichts, wenn man darüber nachdenkt. 200 Jahre sind viel zu schnell weg. 50 Jahre sind schnell weg, wie soll man dann mit dem tatsächlichen Tod fertig werden, wenn man weiß, dass man danach tatsächlich einfach *weg* ist?

* * *

Traurigerweise bin ich jetzt schon wieder ein leerer Mülleimer. Find ich gerade eher doof. Vielleicht sollte ich von nun an immer warten, bevor ich schreibe. Früher musste ich mich eher zwingen, zu schreiben, weil es ZU VIEL war, nicht, zu wenig.

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2 Kommentare zu „#48 This family that carries me to such great lengths to open my legs up to anyone who’ll have me.

  1. Wir haben heute Morgen meinen Papa beerdigt, der am Montag verstorben ist. Nachdem wir wieder zu Hause waren und die Freunde, die noch da waren, gegangen sind, kamen in mir ähnliche Gedanken hoch. An sich nichts ungewöhnliches, aber heute war es extrem stark. Der Gedanke, was ich hinterlasse.
    Was mich oft an mir selbst zweifeln lässt, ist, dass ich den Eindruck habe, nichts erreicht zu haben, was irgendwie von Bedeutung ist. Wie du oben geschrieben hast: Ein Buch schreiben, ein Lied singen, einen Film drehen. Etwas, was mich überdauert.
    Sicher sind da Anekdoten oder Erinnerungen, aber das ist in meinen Augen nichts ungewöhnliches. Man mag denken, dass es zu viel verlangt ist oder irgendwie auch albern oder so, aber ich möchte einmal etwas erreichen, dass die Leute aufmerksam macht. Vielleicht nicht in dem Maße wie Gandhi, William Wallace oder so. Aber etwas mehr als jetzt. Irgendwer hat mal gesungen „your life it never dies“. Man selbst stirbt, aber sein Leben nicht. Das bleibt. Aber ich habe oft den Eindruck, dass da nicht viel ist, das erhaltenswert wäre. :-/

    1. Weiß nicht genau, was ich sagen soll, weil alles falsch ankommen könnte oder dumm klingt, oder sinnlos ist, oder einfach nicht von mir zu kommen hat, aber.. Ich hoffe, es geht dir einigermaßen gut, und falls nicht, dann das dem bald wieder so sein wird.

      Ja, aber Musiker haben da nicht mitzureden, wenn es Leute gibt, die sie zitieren: Deren Leben enden vermutlich auch fast nie. Sie haben ja schon was gesungen, vorzugsweise unglaublich viele Leute damit beeinflusst und sich unsterblich gemacht. „Ich kann den Tod überlisten, mit unsterblicher Musik.“ – Das ist, als ob Männer darüber labern, dass monatliche Krämpfe gar nicht schlimm seien. Wer keine Eierstöcke hat, wird da nicht mitreden können. Punkt.

      Wie auch immer, kann es sehr gut nachvollziehen, wovon du da sprichst, glaube ich.

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