#36 And no, she don’t know what we do in our spare time.

Es gibt diese unglaublich nervigen Bilder, wie:

die eventuell, vermutlich gut gemeint sind, aber keinem einen Gefallen tun.

Manchmal hab ich das Gefühl, ich bin so ähnlich. Außer, dass ich es wahrscheinlich nicht mal gut meine. Hey, hatten wir das Thema nicht vor Kurzem?

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Veröffentlicht von

Patricia

People I know started following me. This is getting too real.

7 Gedanken zu „#36 And no, she don’t know what we do in our spare time.“

  1. Seit ich den Menschen, der ist, was er hinterlässt, auch in gedruckter Form habe, bin ich hoffentlich bereit, etwas für den Massengeschmack zu schreiben. Kriminalromane entsprechen da verblüffend gut meinem Mantra, dass alle Geschichten, die nicht mit dem Tod enden, Lügen sind.
    Und wieder erfahre ich nun Werktag für Werktag die Zufriedenheit eines Schöpfers. Jene Art Lebendigkeit, wie sie mir nichts und niemand schenken kann.
    Wir alle sind versucht, uns wie Maikäfer auf den Rücken fallen und verwöhnen zu lassen. Unsere Spaßgesellschaft wäre undenkbar ohne den Abverkauf von Genussmitteln, Unterhaltungselektronik, Eventkarten und Kondomen. Das ist ein Feuer, das der Teufel heizt. Wobei mich besonders jene Leichtigkeit entsetzt, mit welcher viele um mich herum auf verbrannte Erde machen: „Lebe den Augenblick!“ Stets bereit, noch das letzte bißchen Kraft hinzugeben für den besten Fick ever. „Ich habe gelebt!“
    Kamikazeflieger ihrer Geilheit, die Stirn mit biblischen Zeichen bemalt, dass das Himmelreich ihnen gewiss ist.
    Dagegen wirke ich Arbeitstier natürlich wie der letzte Spacken. Gerade meine Jahre in der Singlebutze müssen von außen besehen als absolut armselig erschienen sein. Kein Fernseher. Kein Radio. Und wenn ich Urlaub hatte, sprach ich über Wochen mit niemanden. Innerlich hingegen war ich erfüllt von solch großartigen Hochgefühlen, wie sie die Spaßgesellschaft wohl selbst dann nicht hinbekommt, wenn sie sich den goldenen Schuss gibt.

    1. Stelle ich mir vor, obigen Kommentar als Vater abgegeben zu haben, wie das Kind Aufmerksamkeit heuchelt, um mich dann zuckersüß wegen Geld für eine neue Brille anzugehen, frage ich mich, was davon nicht von einem Kinderdorf geleistet werden kann?
      Windelnwechsler und Geldgeber zu sein, empfinde ich als ziemlich unterfordernd. Zumal mir mit der Schulpflicht ein großer Teil Erziehungsberechtigung entzogen ist. Und da geht es dann frontal zur Klasse, ohne dass sich ein Kind groß beklagt über mangelnde Fürsorge. Denn im Grunde entscheidest Du Dich ja fortwährend und selbstständig, verbringst viel kostbare Jugendzeit mit einem Buchblog, der vielleicht nicht im Sinne Deiner Mutter ist. Auch glaube ich kaum, dass sie auf Deine Fernsehgewohnheiten Einfluss nimmst. Entscheidest Du alles selbstständig. So wie Deine Schwester offenbar auch längst ihren eigenen Willen hat.
      Freundschaften funktionieren ja im Prinzip auch nur, so lange man sich durch sie in seinem Handeln bestätigt fühlt, Gleichgesinnte eben.
      Ich glaube, jedes Kind weiß selbst, was es will, bedarf jedoch manchmal eines Sündenbocks, wenn es sich in die Scheiße geritten hat: „Mein Vater hat mir nie das Gefühl gegeben, dass…“
      Und als Sündenbock eignet sich die Schwester Oberin eines Kinderdorfes viel besser, glaube ich.

      1. Würde dein Kind zuckersüß um Brillengeld betteln, dann hast du was in der Erziehung falsch gemacht. Das ist auch die Antwort auf

        Windelnwechsler und Geldgeber zu sein, empfinde ich als ziemlich unterfordernd. Zumal mir mit der Schulpflicht ein großer Teil Erziehungsberechtigung entzogen ist.

        Erziehung hört nie auf, aber wenn du tatsächlich nur Windeln wechselst und Geld rüberreichst, ohne jegliche emotionale Bindung, dann ist es wohl tatsächlich unterfordernd, ja.

        Was ist das denn für ein Unsinn? Ich hab überhaupt erst Interesse an Büchern entwickelt, weil wir so viele zuhause hatten. Darüber zu bloggen kam dann später, aber auch da hab ich mit ihr drüber gesprochen, und tu das fortwährend. Auf meine Fernsehgewohnheiten nimmt sie ebenfalls aktiv und passiv Einfluss. Diese ganze pseudo Freiheit von wegen selbstständige Entscheidungen ist dämlich. Der „Eigene Wille“ kann doch gar nicht eigen sein. Entweder er ist angeboren oder anerzogen, aber für nichts von Beidem hab ich irgendetwas getan, soweit ich mich erinnern kann. – Was nicht heißt, dass man nicht trotzdem eigenverantwortlich sein soll, weil manchmal Ursachen einfach egal sind und blah, aber whää, was das für’n Rotz?

      2. Es spricht nichts dagegen, Kinderdörfer um prachtvolle Bibliotheken herum zu bauen, die inspirierender sind als jedes elterliche Wohnzimmer.
        Meine Fragestellung war, ob Kinder wirklich eines Vaters bedürfen, oder ob etwa einem Vertrauenslehrer bereits das Optimum dessen gelingt, was an Erziehung möglich ist?
        Ansonsten wäre das Dreiviertelstündchen wöchentlich beim Psychologen ja ein Witz, der die Bezeichnung „Therapie“ nicht verdient.
        „Ja, es ist schwer, Entscheidungen zu treffen. Geht mir oft auch so. Und dass man manchmal einfriert, ist sicher menschlich. Ich verstehe Dich.“ Jedes Wort darüber hinaus ist vielleicht Verschwendung.
        Jemand, der „da“ ist und sich zutexten lässt, das sollte auch in Kinderdörfern möglich sein. Was dann noch zur „Liebe“ fehlt, regelt ein psychologisches Phänomen namens „Übertragung“.
        Lauter Eisbärenbabys, die zeitsparend mit dem Fläschchen großgezogen werden, und sich dann im Gehege auch nicht anders machen als andere Eisbären.
        Und ich habe mir hier schon wieder einen abgelabert. Die wohl längsten Blogkommentare im World Wide Web. Zumal ich als Kunstschaffender wirklich anderes zu tun habe.
        Meine Eltern sind sicher nicht dafür verantwortlich, dass ich quasi mit meiner Philosophie durch Erlebnismeilen marschiere, unbescholtenen Passanten ihre Designerbrillen madig zu machen.
        Eltern sind doch auch bloß Produkte des jeweiligen Zeitgeistes, die weitergeben, was man ihnen im Kino gezeigt hat.
        Vielleicht ist es das, was Albert Einstein so sehr lobt: Neugier und Skepsis. Und für beides ist jeder Mensch voll verantwortlich, finde ich.

  2. Ich habe mal ein paar dieser Bilder in irgendeiner Foto-Veröffentlichungs-Community gesehen. Und lange betrachtet und darüber nachgedacht. Und mir kam immer der Gedanke „Muss man denn in einer Beziehung oder einer angestrebten immer nur ackern und machen und tun?“

    Naja, in meinem Kopf wars natürlich grammatikalisch anders, aber am Sinn änderte das nichts.

    Muss ich meinem Partner oder meiner Partnerin jeden Tag krampfhaft beweisen, wie sehr ich sie mag? Eine Beziehung sollte doch auch ein Rückzugsort sein, eine Möglichkeit, zu erholen und Kraft zu sammeln. Ich denke, wenn ich immer wieder aufs neue Beweise anbringen müsste, ich würde das nicht durchstehen.

    Ein einziges Bild gab es, dass ich wirklich „zuckersüß“ fand. Dort waren die Schminkutensilien (Eyeliner, Lidschatten und wie das alles heißt) um einen Zettel herum gelegt, auf dem stand „you’re so beautiful without these things!“.

    1. Ich finde diese Bilder einfach alle so selbstgerecht. Die Mädchen da -und ich sag Mädchen, denn egal wie alt sie sind, es ist meines Erachtens relativ unreif, so zu denken- erwarten erst einmal, dass eine Beziehung ihr gesamtes Leben verändert, und zwar zum Besseren. Love will save the world, after all. Dementsprechend muss ihr Freund alles Mögliche sein. Er muss ihre Fehler akzeptieren, ihnen jede mögliche Sekunde SMS schreiben, nur an sie denken, sie ungeschminkt hübsch finden, sie genau so wollen, wie sie sind. — Aber sie können ihn nur dann wollen, wenn er so ist, wie all diese Bilder es vorschreiben. Allein die Tatsache, dass diese Seiten existieren, beweist doch, in was für einer Opferrolle sie sich sehen. Sie ‚machen‘ nichts, mit ihnen wird etwas gemacht.

      Ich finde sogar diese „You’re so beautiful without these things.“ Bilder schrecklich. Oder vielleicht gerade die? Es gibt einen Film mit Hillary Duff und dem Typen der Tristan bei Gilmore Girls gespielt hat und dann auch bei One Tree Hill oder wie es hieß dabei war, glaub ich. Moderne Cinderella-Verfilmung. Jedenfalls ist er mit einem Mädchen in dem Bistro, in dem Hilary kellnert. Beide Mädchen sind blond, schlank und ziemlich attraktiv, allerdings ist Hilary eher nude geschminkt, während das andere Mädchen halt offensichtlich auf ihr Aussehen achtet. Hilary fragt, was sie den Beiden bringen könnte, und das Mädchen antwortet, sie wolle etwas zu trinken.. Aber mit keinen Kalorien, keinem Fett und keinen Kohlehydraten und was es denn da so gäbe. Hilary antwortet „Wasser.“ und Tristan lacht.

      Soll jetzt sicher bei vierzehnjährigen, weiblichen Zuschauern irgendwie eine „Awww!!!“ Reaktion hervorrufen, und vielleicht ist es ein schlechtes Beispiel. Aber was all diese Bilder und Filme eigentlich sagen ist nicht „Du bist auch ungeschminkt hübsch“ oder „Eine Frau darf ruhig auch mal viel Essen.“ sondern „Solang du auch ungeschminkt gut aussiehst, geht es.“ und „Solang du nicht fett wirst, wenn du isst, dann hau ruhig rein.“

      Ich weiß nicht genau, wie ich das erklären soll, aber es ist.. Allein die Situation selbst impliziert, dass die Aussage unglaublich nutzlos ist. Wenn zwei Menschen gleich gut aussehen und davon eine noch nicht mal geschminkt ist und fressen kann wie ein Pferd, ohne zuzunehmen, dann wählt er lieber die ungeschminkte Binge Eaterin, nicht die, die dafür arbeiten muss, um auch nur annähernd so auszusehen. Hmmmmmmm. Ja, wirklich klasse Aussage.

  3. Das Beziehungen das ganze Leben zum besseren verändern scheint ein Großteil der Menschen zu denken. Zumindest in meinem Bekanntenkreis. Mir wurde oft gesagt, dass man es mir so gönne, eine Freundin zu haben, damit ich endlich glücklich bin. Ich war immer überrascht, dass viele dachten, mein Unglücklichfühlen läge einzig und allein am Singleleben. Wenns nur so einfach wäre.

    Von dem Film hab ich noch nie etwas gehört, scheint aber auch nicht unbedingt mein Genre zu sein. ;-) Ich glaube aber, ich versteh deine Meinung zu den Bildern. Oder? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Es ist auch schon spät :-(

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