#35.1 And the truth shall set you free

Tatsächlich ist der folgende Text ein Teil von #35, den ich zum Schluss nicht dort behalten wollte, weil am Thema vorbei. Trotzdem gehört es irgendwie mit dazu, also..

Vor Kurzem habe ich in den Kommentaren schon erwähnt, dass ich einen Post namens ‚Call me Edward‘ geplant/geschrieben hatte, und ich glaube, irgendwo anders habe ich ‚Life of an Alphole’/’Dhick’s Letter‘ erwähnt, aber heute im Telefonat mit J. habe ich zum ersten Mal meine Gedanken insofern zusammen bekommen, dass es vielleicht auch für andere Menschen Sinn machen könnte, worauf ich hinaus will.

Man schreibt diese Eigenschaft ja vor allem Frauen zu, da romantisieren nicht ins stereotypische Bild eines Mannes passt, obwohl diese wohl auch ihre eigenen Illusionen haben. (Illusionen, die ich zuerst detailgetreu beschrieben habe.. Aber wurde dann doch etwas zu pornographisch hier, und wie wir alle wissen, ist Sex ja eklig.)

In Büchern, die ausschließlich in der Perspektive von Frauen geschrieben wurden, muss ich deshalb öfter meinen Brechreiz zurückhalten. Ich weiß nicht, wieso diese ‚Heldinnen‘ mich so sehr anekeln, aber im Endeffekt sind die männlichen Opfer immer Platzhalter für mich.

Es ist anscheinend unmöglich, eine Person zu mögen, ohne eine unendliche Zahl von Ausreden für ihre Persönlichkeit im Hinterkopf zu haben. Edward ist ein Stalker? Aber das ist nur aus Sorge, und er ist ja altmodisch und so, und da älter und schlauer ist das alles in Ordnung. J.R. Wards komische Vampire (die mit den vielen Hs und den Babypuder-Bösen) haben alle unendlich viel durch, leiden darunter, regelmäßig mit wunderschönen Frauen schlafen zu müssen (Poor Rhage!) und so weiter. Es gibt überall irgendwelche Mating Bonds, und falls möglich ist es sowieso Cheap Historical Romance, denn dann kann man die Olle ja auch gleich noch vergewaltigen aus Liebe. – All diese Frauen suchen nach Ausreden und Entschuldigungen, nach Ursachen dafür, warum die Männer, die sie lieben, so verkorkst sind, wie sie sind. Und sie finden sie auch immer.

Natürlich gibt es Gründe für bestimmte Verhaltensweisen, aber muss man so zwanghaft danach suchen? Ist es „Liebe„, wenn ich mir nur erlaube, so zu fühlen, falls es einen guten Grund dafür gibt, dass der Mann, für den ich so empfinde, so ist, wie er eben ist?

In kurz: Wenn man mich nur mit einer großen Erklärung hinten dran akzeptiert, dann würde ich lieber gar nicht akzeptiert werden, glaube ich. Könnte mich aber auch irren. Ist vielleicht Luxusdenken. Wer weiß.

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4 Kommentare zu „#35.1 And the truth shall set you free

  1. Mädels können scheinbar die Beliebigkeit von Beziehungen viel weniger ertragen, weil sie es ja sind, die sich „hingeben“. Kein Mädel will bloß erwählt sein, weil er anderswo abgeblitzt ist. Oder wäre Dir nicht unwohl, wenn jemand kaum begründen kann, warum er gerade mit Dir zusammen ist? Also kommt Dir eine Hilflosigkeit namens „Liebe“ in den Sinn.
    Glaube mir, einem Mann genügt Deine Körbchengröße, Dich erstmal sowas von zu akzeptieren wie Du bist. Probiers gerne aus.
    Männer haben die Illusion, dass Frauen sich für Sachen begeistern. Für Fussball etwa, für Autos oder für ihr Ding. Tatsächlich mag es gerade für körperbewusste Männer ziemlich bitter sein, dass ihr hochgezüchtetes Fleisch Frauen kaum mehr bedeutet als ein Knibbelbild im Coladeckel.
    Daher Paysites zum Thema CFNM, wo so getan wird, als wären Frauen ganz wild, fremden Männern die Hosen runterzureißen.

  2. Männer sind viel zeitloser in ihrer Wahrnehmung durch Frauen, glaube ich: Weder am Körper eines jungen, noch eines alten Mannes herrscht sonderliches Interesse. Während „Frauen“ zu unscharf sind, das Verhalten der Männer zu begründen. Mögen sie bei einer zerfließen vor Verständnis, entgeht wiederum eine andere völlig ihrer Aufmerksamkeit: „Wenn Frauen unsichtbar werden“, titelte die BRIGITTE WOMAN. Und „Mädels“ sind für mich eben der für Männer nicht unsichtbare Teil der Frauenwelt.

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