#34 Chose the right thing for the wrong reasons.

Der Titel ist eigentlich the story of my life. Ich überlege ständig, was besser ist, ob es ein besser gibt, und so weiter. Das Richtige aus den falschen Gründen zu wählen oder das Falsche aus den richtigen Gründen? Gibt es ein richtig oder falsch? Und selbst dann, ist es überhaupt noch relevant, sobald es andere Leben betrifft? Und kann *ich* diese Entscheidung treffen?

Das Thema macht mich so dermaßen verrückt!

(Und nein, ich meine nicht „Das ist kein Vorfahrts-, sondern ein Abbiegefehler!“ Obwohl es wohl ein gutes Beispiel wäre? *kopfkratz* In dem Fall muss das blaue Auto zuerst fahren, nicht, weil es von rechts kommt, sondern weil, wenn man die Straße ausklappt, das grüne ein Linksabbieger ist, und dementsprechend warten muss. Wenn man das falsch macht, steht auf dem Bußgeldbescheid nicht, dass man einen Vorfahrtsfehler gemacht hat, sondern einen Abbiegefehler. Und ich habs mir sogar gemerkt. Ist das nich‘ klasse? Haha.)

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Veröffentlicht von

Patricia

People I know started following me. This is getting too real.

11 Gedanken zu „#34 Chose the right thing for the wrong reasons.“

  1. Obwohl er es hätte ahnen können, war Kafka am Ende doch erschüttert, wie konsequent Felice Bauer sich für das Leben entschied, das man damals eben so lebte: Abitur. Führerschein. Studium. Sollte ich jemals eine Tochter haben, weiß ich heute bereits, dass sie sich für völlig talentfrei erklären wird, ihre Kraft aus Freundschaften schöpft und selbst noch im Schlaf bis über beide Ohren verliebt ist, von Hochzeiten in Schottland träumt, bis dann jemand besoffen über sie rutscht und das Neugeborene sie ein, zwei Jahrzehnte von der Qual jeglicher Entscheidung befreit.
    Das alles weiß ich, seit ich 1989 zum Schachcomputer einen neuen Freund gewann, den Backgammon-Computer. Obwohl da zwei Würfel sind, sind wir Menschen in der Regel völlig chancenlos gegen die perfekte Wahrscheinlichkeitsberechnung des Computers.
    Meinem Hirn habe ich ungefähr 10.000 Lebensläufe eingespeist, dazu Mengen an Freizeitforschung und 100.000 Nackfotos. Ich weiß also, was mich aller Wahrscheinlichkeit erwartet, noch bevor ich überhaupt in die Nähe eines Scheidenvorhofes gelange. Tatsächlich verspüre ich seit Jahrzehnten nicht das geringste Bedürfnis mehr, meine einmal getroffenen Entscheidungen zu hinterfragen. Sie waren vollkommen. Für Würfelpech kann ich nichts.

    1. Ich glaube, du beschäftigst dich mehr mit Menschen, die in meinem Alter sind, als ich das tue, also frag ich mal ganz dreist: Träumen Mädels in meinem Alter vom Heiraten? Das Andere kann ich alles noch irgendwo nachvollziehen (hah! Wer hätte das geahnt, richtig?) aber Hochzeit in Schottland.. :/

      Einmal geschoffene Entscheidungen hinterfragt man, weil man sich verändert. Man zieht doch üblicherweise auch keine T-Shirts mehr aus der Kindheit an, größtenteils, weil man mittlerweile extrem fettleibig ist und so, oder?

    2. „Erlösung“ ist der Traum, schätze ich. Erlösung durch die Liebe und in der Liebe: „Wenn Du willst – dann lass uns fliegen. Wenn Du nur willst – ich bin dabei. Denn ich brauch nur Deine Nähe…“
      Sätze habe ich Anfang der 1990er von meinen Brieffreundinnen gelesen, Hohelieder vom „Bruder“ und „Seelengefährten“, die kämen mir in hundert Jahren nicht in den Sinn. Durchaus aggressive Weisen, frei zu sein von der Verantwortung, was werden soll?
      Pietessen wie das tägliche Outfit entscheiden Mädels weiterhin gerne selbst, natürlich. Darüber hinaus aber träumen Mädels wohl allzu gerne den Traum ihres Erlösers. Und noch für letzte Sünden muss der Kerl geradestehen: „Durch seine Lieblosigkeit zwang er mich, ihn zu betrügen!“
      Kinder, welche nach ihrem Guru jammern wie nach ihren Zigaretten und Schnäpsen, werden mir als Vater wohl ziemlich schwer fallen, glaube ich.
      „Der angebornen Farbe der Entschließung wird des Gedankens Blässe angekränkelt; und Wagestücke hohen Flugs und Werts, durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt, verlieren so der Handlung Namen.“
      Mir geht es nicht um Fragen von T-Shirts und Stubenarrest. Seit meiner Bundeswehrzeit 1991 schreibe ich gegen den Gang der Dinge an, die herrschende Spaßgesellschaft durch mein Wort zu überwinden.
      Und nie kamen mir seither Zweifel, ob ich stattdessen vielleicht lieber ein Sonnenbad nehmen sollte?

  2. Das mit der ausgeklappten Straße hat mich verwirrt. :-D
    Aber meinst du mit „das falsche aus den richtigen Gründen tun“ so etwas wie „der Zweck heiligt die Mittel“?

    1. In meiner Fahrschulklasse war für ein paar Stunden ein Polizeischüler, um einen Teil der Theorie fürs Motorrad zu machen, da sich die Themen ja schneiden. Jedenfalls ging es dann um Vorfahrtsregeln, und an einer solchen Kreuzung sollte halt gesagt werden, wer in dem Fall Vorfahrt hätte. Irgendjemand meinte, das blaue Auto, da es ja von rechts käme, und der Polizeischüler meinte, „Nein, ist Linksabbieger“ und alle hatten Fragezeichen überm Kopf. (Außer ihm und dem Lehrer, offensichtlich) Dahinter steckt eine Regel: Vorfahrtsstraßen verlaufen IMMER gerade. Das heißt, auch wenn es eigentlich eine Kurve ist, wird die Straße behandelt, als wär es keine, und wird ‚aus‘ oder ‚umgeklappt‘, und das blaue Auto fährt jetzt ‚geradeaus‘ während das Grüne linksabbiegt.

      Teilweise, ja. Ich war zu faul, die verschiedenen Dinge aufzuzählen, also hab ich es so allgemein wie möglich formuliert. Ursprünglich meinte ich allerdings, dass man es so gut meinen kann, wie man will. Wenn man einen Fehler macht, ist es ein Fehler. Bringt es dann etwas, zu sagen, dass man es gut gemeint hat? Ist zwar eine Ansichtssache, aber nehmen wir an, das Schlagen der eigenen Kinder ist moralisch falsch. (Könnte naiv sein, aber ich sage jetzt auch einmal, dass es richtig ist, als Elternteil sein Kind zu lieben.) Wenn Eltern nun ihr Kind nicht aus sadistischen Gründen, oder Stress und Frust oder whatever, schlagen, sondern eine aktive Entscheidung treffen, ihr Kind zu schlagen, damit es etwas daraus lernt und weil sie hoffen, dass es ein tolles Leben führt, und denken, dass es richtig ist, das zutun, dann haben sie etwas Falsches aus dem richtigen Grund getan.

      Ich erkenne das oft bei meiner Mutter. (Nein, die schlägt mich nicht. ;D) Sie hat sicherlich einige Fehler in meiner Erziehung gemacht, aber sie hat jede Entscheidung aus Liebe getroffen, nicht, weil sie mich verletzen wollte oder gehofft hat, dass ich einmal ein scheußliches Leben führe.

      Je mehr ich darüber nachgedacht habe – und das hab ich nicht sehr lange, um ehrlich zu sein, wie dieser Kommentar hier wohl beweist – desto mehr ist mir aufgefallen, wie viel Interpretationsfreiraum hier gelassen wird, weil alle Begriffe ziemlich abstrakt sind, was im Endeffekt das eigentliche Problem ist. Wie sagt man? Es gibt so viele Wahrheiten, wie es Menschen gibt, oder so ähnlich. ;) Der Zweck heiligt die Mittel passt vermutlich auch, aber da entscheidet sich die Person ja, etwas zu tun, wovon sie weiß, dass es nicht sonderlich klasse ist.. Für mich ist es einfacher, mit solchen Menschen umzugehen. Viele Menschen, die eher so sind, wie meine Mom, und es ’nicht schlecht meinten‘, reden sich so leicht heraus.. „Ich meinte es doch nur gut.“ Aber was bringt es mir, wenn sie es nur gut gemeint haben? In diesen Situationen gibt es einfach niemanden mehr, der wirklich verantwortlich ist, bzw. niemanden, auf den man noch wütend sein kann. Wenn jemand aber sagt „Mir war mein Ziel wichtiger, als der Weg dahin.“ ist es einfacher.

      Das Richtige aus den falschen Gründen wäre dann wiederum mein Lebensstil, indem Leute denken, ich seie empathisch und klasse, während das genaue Gegenteil Tatsache ist. – Darüber wollte ich vor Ewigkeiten mal schreiben.. Ich glaub, der Titel war „My life as Edward.“ [/off topic]

  3. Also, ich habe jetzt die Sache mit der ausgeklappten Straße verstanden, aber kann es sein, dass die Farben falsch sind? Das blaue Auto hat doch Vorfahrt, weil es auf der Vorfahrtsstraße fährt, nicht, weil das andere Auto links abbiegt. Verwirrung macht sich breit!

    Aber ich glaube, jetzt verstehe ich deinen Gedankengang. Mütter sind sich wohl oft sehr ähnlich, denn das, was du da sagst, kann ich über meine auch sagen. Gerade mit ein paar Jahren Abstand.

    1. Ich glaube, es ging eher um das Prinzip, dass, wenn zwei Fahrer auf der Vorfahrtsstraße sind, die aufgeklappt werden muss, sodass sie gerade ist. Dann wurde gefragt, wer in dem Fall Vorfahrt hätte, und es kam eben ‚das blaue Auto‘, und die weiterführende Erklärung war, dass beim Aufklappen der Straße aus dem rechts vor links Gefasel ein Linksabbieger wird. Hatte aber auch den gleichen Gedanken wie du, und wollte nur nicht nachfragen, weil es ja egal ist, warum, solang ich’s richtig mache. Bäm. Nein. ;D Wenn du die Staßen auf (um?) klappst, dann hast du ja eine Gerade, auf der sich grün und blau befinden – beide auf der Vorfahrtsstraße, da ja keine weiterführenden Zeichen da sind (also das unter dem Vorfahrtszeichen) und dann stellt sich ja die Frage, ‚wer fährt zuerst‘? Wie hier. Da würde blau zuerst fahren, da grün Linksabbieger ist. Da ich aber nicht absolut sicher bin, und du schon fahren kannst, ist es auch egal. Oder ich frag nächstes Mal nach..

    2. Oh, und.. Ich weiß nicht, ob es nur Mütter sind. Bei meiner fällt es mir nur am Meisten auf, weil es mich frustriert, nicht einfach ‚wütend‘ sein zu dürfen, wie es sich als Teenager gehört, denn die Eltern sind ja sowieso für Alles, was schiefgelaufen ist oder hätte sein können, verantwortlich. Wenn sie dann aber sagen, dass sie es nur gut gemeint haben, und dann auf eine bestimmte Art und Weise reagieren, ist man zum Schluss der Böse, weil man sich daran stört. – Was sie natürlich nicht wollten, was dann noch schlimmer ist. ;D

      1. Ein bisschen falle ich da aus dem Rahmen.. Ich habe nie gerafft, was schief gelaufen ist. Für mich war alles immer richtig. Nur heute merke ich, was ich alles verkehrt gemacht habe. Schuld daran kann ich aber eigentlich auch nur mir geben :/

    3. Hmm. Ich glaub, da bin ich so ein wenig ambivalent. Ich meine.. Es gibt nichts, das meine Mama wirklich falsch gemacht hätte, und vor allem nicht vorsätzlich, aber wenn man älter wird, und realisiert, wie man ist, dann fragt man sich, woher es kommt, oder? Bei vielen Dingen akzeptiere ich, dass es einfach so ist, weil ich so bin. Und oftmals ist es sogar leicht, mir die Schuld zu geben, weil ich es dann dabei belasse und joa.. Andere Dinge sind aber eben doch anerzogen.

      Eigentlich befasse ich mich auch nicht sonderlich mit den eventuellen Fehlern meiner Mama, aber wenn ich das tue, dann weil ich es vor allem jetzt durch meine Schwester sehe. Wenn dieselben Reaktionen von ihr kommen, oder wenn sie sich so benimmt, wie ich mich als Kind benommen habe, und das Muster wirklich unübersehbar ist, und ich dann meine Mama bestimmte Sätze sagen höre, und so etwas wie einen Flashback habe, und dann wieder meine Kindheit vor Augen.. Ist schwer zu erklären und vermutlich noch schwerer zu verstehen. – Ich meine das Ganze jedenfalls nicht vorwurfsvoll, oder halte ihr vor, was sie getan oder unterlassen hat, zumindest nicht auf bewusster Ebene. (Unbewusst halte ich ihr sicher hier und da was vor) Aber es fällt halt auf. *le sigh*

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