#32.1 Just not sure where I’m going yet.

Ich weiß nicht, ob es mir nur erst sehr spät aufgefallen ist, oder es so selbstverständlich ist, dass ich nie weiter darüber nachgedacht habe, aber es ist befreiend, Entscheidungen zu treffen. Wenn man ein relativ durchschnittliches Leben führt, wird man jeden Tag dazu gezwungen, sich für irgendwelche Dinge zu entscheiden, und andere damit auszuschließen, und mich persönlich beängstigt das.

Immerhin könnte ich ja die falsche Entscheidung getroffen haben, und was dann? Was, wenn ich lieber in die Mausefalle und nicht in den Katzenmund hätte rennen sollen?

Aber gleichzeitig ist es eine verkrüppelte, geistige Form von Agoraphobie, glaub ich. Diese Pseudo-Freiheit, die Verantwortung, die vielen Möglichkeiten. Eine Entscheidung zu treffen und mit gestutzen Flügeln bis zum Nachbarn zu hoppeln ist manchmal einfach einfacher als mit gesunden Flügeln bis nach Köln zu fliegen. Zu wissen, dass man nicht das Potential zum Bestseller-Autoren hat, anstatt Verlagen zu schreiben, und zum Schluss doch Selfpublishing zu wählen, bis man fünf Bücher verkauft hat. Aber vielleicht ist das auch meine angeborene Faulheit, die es so sieht.

Es geht ja auch gar nicht nur um diese Dinge. „Ich werd darauf hin arbeiten, befördert zu werden; Ich werd jede Woche zwei Mal ins Fitnessstudio; An Samstagen besuche ich jetzt immer meine Familie.“ Natürlich folgt dann immernoch das ‚danach‘, aber in diesen kurzen Moment, in dem man sich entschieden hat, wenn all die Möglichkeiten wegfallen, und auch wenn es nur eine Schrecksekunde lang sein sollte.. Irgendwie fühle ich mich da jedesmal wieder ekstatisch.

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Veröffentlicht von

Patricia

People I know started following me. This is getting too real.

2 Gedanken zu „#32.1 Just not sure where I’m going yet.“

  1. Hätte ich mir heute in der City ein Herz gefasst und eine der Gomez-Frisuren gefragt, warum sie sich dafür entschieden hat, shoppen zu gehen? hätte die Gomez-Frisur das wohl begründet mit einem Gefühl des Wohlbefindens: „Weil es Spaß macht!“
    Rationale Gründe sind für weite Teile unserer Gesellschaft bloß das Feigenblatt, menschliche Schweinereien schamhaft zu verdecken, glaube ich. Kein Mann gesteht sich selbst und seinem Umfeld gegenüber ein, seine „Alte“ zu verlassen, weil sie ihn sexuell nicht mehr befriedigt. Stattdessen wird der immer noch Liebende gegeben, den aber sein Verstand sagt, dass es besser für beide ist, sich zu trennen.
    Du glaubst gar nicht, was für einen Hass ich während meiner Singlezeit auf Männer schob, die ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit reinsteckten. Völlig unbesorgt um Schwangerschaft und HIV, und in seliger Gewissheit, dass es für Frauen kein größeres Glück auf Erden gibt, als ihnen einen zu blasen.
    Und seit neulich ein depressives Mädel absolut banale Konsumwünsche als „lebenswert“ bloggte, komme ich nicht mehr umhin, eine Depression als emotionales Problem zu erkennen: Sobald es zuverlässige Medikamente gibt, die den Glücksgefühlen Beine machen, sollten selbst schwerste Fälle übermannt sein von dem Spaß moderner Erlebnismeilen.
    Damit wir uns richtig verstehen: Ich bin geil wie jeder Mann. Mit prall gefüllter Samenblase kommen auch mir andere Ideen, als Bücher zu schreiben, die niemand liest. Bloß mein Verstand gebietet mir, dass die Welt um mich herum aller Logik nach nicht geschaffen wurde, mir einen runterzuholen.
    Und auf diese rationale Erkenntnis, dass die Welt nicht mir dient, sondern ich der Welt, bin ich stolz.
    „Komm, Alter, entweder Du schenkst Dir jetzt was ein und entspannst Dich, oder Du machst Dich vom Acker!“ ist die emotionale Abwehr, mit der mein Mensch, der ist, was er hinterlässt, wohl noch von zwei, drei Generationen Spaßgesellschaft in den Müll befördert werden wird, bis auch die letzte Pappnase verreckt ist.
    Auf den Gräbern der Spaßgesellschaft, ja, da wird mein Mensch, der ist, was er hinterlässt, es sich ausnahmsweise gestatten, das Tanzbein zu schwingen.

    1. Was ist eine Gomez Frisur? O.O

      „Bloß mein Verstand gebietet mir, dass die Welt um mich herum aller Logik nach nicht geschaffen wurde, mir einen runterzuholen.“

      Denkst du? Ich weiß nicht. Wieso nicht? Ist es nicht immer Egoismus, egal, was wir tun? Den Part über Konsumwünsche und lebenswert hab ich nicht ganz verstanden. :/ Vielleicht liegts an der Müdigkeit, vielleicht bin ich auch nur zu doof. Bitte um Erklärung. ;]

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