#31 Can you hear my call? – Michael? Who is that? – I’ve been waiting for you to come rescue me.

Ich hab ja diesen ziemlich extremen, zwanghaften Zug, Dinge enorm abzulehnen, die ich in mir selbst erkenne, und dann darüber nachzudenken, bis es alles nur noch Matsch in meinem Kopf ist.

Diesmal also:

 Sometimes you just need to distance yourself from people. If they care, they ll notice. If they don t, you know where you stand.

Das Problem ist, dass andere Menschen vermutlich glauben werden, dass wir uns aus bestimmten Gründen distanzieren. Dass sie diese Entscheidung vielleicht sogar respektieren, und sich deshalb auch zurückhalten, oder dass sie eigene Probleme haben, und deswegen vielleicht Angst davor, von uns zurückgestoßen zu werden, wenn sie uns trotzdem ansprechen..

Es ist arrogant, anzunehmen, dass wir wissen würden, wann, wie, wo, ob andere Menschen es ‚mitbekommen‚, denn das unterstellt uns ja eine Art Allwissen. Klar, wenn wir Menschen wichtig sind, dann werden sie wohl mitbekommen, dass wir uns isolieren. Das heißt aber nicht, dass sie es auch zeigen, oder dass sie es so zeigen, wie wir es gerne hätten oder mitbekommen würden. Dass sie Sucker sind und es geil finden, jemandem hinterherzurennen, der offensichtlich.. nein, scheinbar.. kein Interesse daran hat.

Ab und an gibt es wohl Menschen, die uns wöchentlich SMS schreiben, unsere Eltern anrufen, uns nicht in Ruhe lassen, plötzlich vor unserer Haustür auftauchen.. Aber das heißt nicht, dass es die Einzigen sind, die es mitbekommen haben, oder die sich um uns sorgen und uns mögen.

Gott, Patricia. *heavy sigh* Ich will nicht wissen, was du mir in zwei Jahren alles vor den Kopf zu hauen hast. *shudder*

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Veröffentlicht von

Patricia

People I know started following me. This is getting too real.

4 Gedanken zu „#31 Can you hear my call? – Michael? Who is that? – I’ve been waiting for you to come rescue me.“

  1. Unsere Sehnsucht, mit dem Leben um uns in Beziehung zu stehen, ist selten ein guter Ratgeber. Folglich waren mir neulich Glückwünsche anlässlich meines Geburtstages allein im Hinblick auf meine Frau wichtig, der es offenbar etwas bedeutet, einen sozial integrierten Mann zu haben. Gerührt bin ich, wenn Menschen sich so dem Gras anvertrauen, über das der Wind hinweg geht. Eine Mutter kommt mir dann in den Sinn, die von ihrer Tochter ins Altenheim gegeben wurde, ob das noch ihre Tochter wäre, welche als Kind schrie, wenn die Mutter sich bloß einen Schritt entfernte? Die Altenheime wimmeln von Menschen, die sich, nun ja, „zurückgezogen“ haben. Mit wem man dort wohl noch über Nähe und Distanz verhandelt, mit dem Hündchen am Fußende des Bettes oder mit dem Christuskreuz über der Tür? Tatsächlich zuckst Du möglicherweise schon jetzt wie eine „Omi“ mit den Schultern über längst vergangene Detektivarbeiten, wem Du wann vielleicht wichtig gewesen bist, ohne dass man es Dich hat merken lassen. Vor allem, weil es beinahe jedem von uns letztendlich wohl an rationalen Gründen mangelt, warum man ihn denn vermissen sollte? Selten eine Killerapplikation, wenig, was andere anderen nicht genau so sein könnten. Wobei ich jetzt natürlich neugierig bin, ob Dir tatsächlich „Produkteigenschaften“ einfallen, wegen denen die Welt sich um den Kontakt mit Dir sorgen sollte?

    1. Dir geht es darum, ob Menschen uns überhaupt vermissen, oder ob sie sich sorgen sollten, ob wir ihnen wichtig sein könnten, und wenn ja, warum. Aber mir geht es nur um die Tatsache, dass wir meistens arrogant genug sind, zu denken, dass wir es wüssten.

      Ob ich Gründe erkenne, warum Menschen sich sorgen, vor allem, rationale.. ist wohl unmöglich. Rationale Gründe, eine emotionale Bindung zu erklären.. Hab ich mich oft in letzter Zeit gefragt. Also nicht, nach diesen Gründen, sondern, ob es sie überhaupt geben kann. Ist der Mutterinstinkt rational genug? Ist ja biologisch. Aber demzufolge ist auch jede weitere Emotion etwas biochemisches, was rational wäre. Genauso Rudelinstinkt. Aber Instinkte sind nicht wirklich etwas, das aus unserem Verstand kommt. Sie sind eher einprogrammiert, etwas, worüber wir keine rationale Entscheidung treffen können. (Natürlich können wir uns entscheiden, unsere Kinder zu verlassen, aber der Urtrieb, das nicht zu tun, ist bei vielen Müttern ja trotzdem vorhanden, würde ich hoffen.) Außerdem werden diese Gefühle ja irgendwie verursacht. Ich freue mich, wenn ich eine SMS von X bekomme, weil ich sie mag. Ich mag sie, weil sie mir regelmäßig SMS schreibt, weil sie lustig ist, weil sie sehr intelligent ist, weil sie Menschen beobachtet. Was auch immer. Aber diese Vorzüge sind antrainiert. Sie ist so, weil.. und ich mag das, weil.. Ist einfach endlos.

      Und positive Produkteigenschaften. Ein iPad wird wenig Interesse daran haben, etwas zu finden, dass W-Lan hat. Hat es ja schon selbst. Oder es sucht genau danach, um jemand zu finden, mit dem es darüber sprechen kann. In jedem Fall können sich wohl andere Computer, Tablets etc. nicht zu 100 Prozent sicher sein, wonach das iPad sucht. – Ich kann mir nicht vorstellen, wieso jemand mich brauchen könnte, und selbst wenn, würde ich wohl, wenn ich länger darüber nachdenke, wieder zu der Entscheidung kommen, dass es immer etwas egoistisches ist, und das wiederum etwas schlechtes. Oder ich würde wieder darüber nachdenken, weswegen wir Menschen immernoch generell darum bemüht sind, mehr als nur Zweckgemeinschaften zu bilden, und mich dann zwanghaft in irgendeine Schachtel quetschen wollen, in der ich nur noch Geist bin, und nicht Körper und jedweige Emotion unnotwendig. Aber das klappt einfach nicht.

      Ich weiß nicht, weswegen andere mich mögen könnten, weswegen sie sich um mein Wohlergehen sorgen sollten. Meistens werden sie sich wohl nur um ihr Seelenheil sorgen, denn mich verkümmern zu lassen, könnte ja Schuldgefühle hervorrufen, die dann m.E. wohl auch nur anerzogen sein werden. Aber auch da.. Es fehlt einfach ein Teil des Puzzles.. ganz ehrlich, ich bin einfach nicht schlau oder engagiert genug, mich damit auseinanderzusetzen.

      In anderen Worten, blahblah, ich mach keinen Sinn, blah.

  2. Emotionen gegenüber bin ich derart misstrauisch, dass ich gestern grimmig dreinschaute, als man mir ein Festival auf der Strandpromenade anbot, dass man die Frechheit hatte, mich mit einem Liegestuhl und einem Schoppen Wein befriedigen zu wollen. Niemand bin ich mehr, der bloß einige Schlager auf die Ohren braucht, um sich dann im Sonnenschein die Welt schön zu träumen.
    Längst bin ich ein entschlossener Soldat der Schöpfung, der nach klaren Marschbefehlen verlangt, wie er, er allein der Welt von Mehrwert sein kann?
    Wobei mich Gedanken, dass selbst Eltern für den Fortgang des Lebens nicht eigentlich notwendig sind, ziemlich aus dem Tritt bringen. So wie Rittersleute am Ende ihres Lebens nicht ihrer Erzeuger gedachten, sondern ihrer Herren, denen sie hoffentlich treu gedient hatten.
    Wären Kinderdörfer üblich, gäbe es selbst im Kino bloß Kinderdörfer, würde dieses Dasein wohl so wenig als entsetzliches Unglück empfunden werden wie das Zimmerchen, welches meine Großmutter am Ende bewohnte. Weil es eben üblich ist, dass Großmütter Zimmerchen bewohnen. Punkt.
    Nachdem ich vorletzte Woche auf Amazon mein zweites Buch veröffentlicht habe, kommt mir als Berechtigung, weiterhin vom Tisch des Lebens zu essen und nicht etwa einem 20jährigen aus Ghana meinen Platz zu überlassen, im Augenblick nur der Versuch in den Sinn, aus Kafkas „Landarzt“ und Simenons „Maigret“ eine Kunstfigur zu erschaffen, welche die Welt zutiefst bewegt. Ein hilfloser, ein verzweifelter Versuch zu überleben. Aber wenn, will ich auch bloß so sterben, als ein um sein Leben Kämpfender.
    Du selbst erwähnst in Deinen Blogs ja öfter, wie sehr man um Leser kämpfen muss, dass nach einer Blogpause eventuell viele zu fremden Fahnen übergelaufen sind. Außerdem bedeutet Dir der „Vaterinstinkt“ wohl eine ziemlich offene Wunde, während ich hohe Geldbeträge darauf wetten würde, dass beide Daddys wieder Deine Nähe suchen, so bald Du als Zeichnerin weltberühmter Mangas in aller Munde bist.
    Wenn Du für Dich Talentfreiheit reklamierst und stattdessen auf Gottesgeschenke vertraust, bitteschön. Ich hingegen bin fest davon überzeugt, dass Du Dir eine Menge von dem, was Du in Deinem Leben vermisst, bloß zu nehmen brauchst.
    Vielleicht können wir das Ziel von Frau K. dahingehend korrigieren, dass sie Dich nicht unbedingt arbeitsfähig, sondern viel mehr handlungsfähig machen will. So wie der „Kleine Prinz“ bewusst die Nähe des Fuchses suchte, ihn derart freundlich an sich gewöhnte, bis es zu einer emotionale Bindung kam.

    http://www.amazon.de/Ein-Mensch-ist-hinterl%C3%A4sst-ebook/dp/B008B8TXY2/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1340405012&sr=8-3

    1. Ich glaube, wegen des Links warst du diesmal in der Moderation. Akismet ist da ziemlich empfindlich.

      Ist es nicht eigentlich traurig, wenn man nichts mehr hinnehmen kann? Manchmal hab ich ja diese Phasen, in denen ich optimistischer bin und dann denke, dass es Zeitverschwendung ist, Wein nicht anzunehmen, und nicht zu akzeptieren, dass in diesem kurzen Moment die Sonne scheint. Andererseits ist bei mir ja eh ein großes Problem, dass ich immer wieder um die Wertfrage laufe. Wenn es kein Für Immer gibt, wenn es keine Sicherheit gibt, wenn morgen schon alles vorbei sein könnte, verändert das den wert? Wenn es gestern noch anders war? Wenn dies und das? Wenn es aber sicher ist, verringert es dann meinen (Wert)? Dass ich keine Risiken eingehe, weil ich mir zu wichtig bin, oder nicht wichtig genug? Oops, Off-Topic.

      Oh! Gibt es einen Vaterinstinkt? Ich hab noch nie davon gehört, weswegen ich es nicht erwähnt habe. Mütterinstinkte werden ja meist während der Geburt freigesetzt, durch die Hormone da. Deswegen sagen doch auch viele, dass Kaiserschnitt nicht die idealste Lösung ist, wenn es nicht zwingend notwendig ist. („Da ich mein Kind sonst aus Rache schlagen werde, ist es nötig..“) Wie dem auch sei, ich glaube nicht, dass die Beiden das tun würden. Der Eine wäre sicherlich zu stolz und der Andere hat genug Anstand, um es zu lassen. – Andererseits hab ich diese seltsame Eigenschaft, in der mir alle Menschen suspekt sind, also könnte ich mich auch irren.

      Außerdem ist es relativ sicher, dass ich keine berühmte Mangaka werde. Da kann ich eher einen Beratungsvlog aufmachen und absichtlich hässlich gucken. (Hey.. interessante Idee.) Was Talentfreiheit und Akzeptanz betrifft.. Selbst, wenn ich irgendwelche nutzbaren Talente hätte, dann wären sie doch gottgegeben? ;) Ich glaube, man brauch eine gesunde Mischung von Motivation und Selbstbewusstsein, oder Verzweiflung, um aufzustehen.

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