#18 Kurze Frage

Wie definiert ihr Vergewaltigung? Bitte auch Männer und Kinder als „Opfer“*, und Frauen als Täter betrachten.

*Hasse das Wort. Aber Überlebende klingt auch bloß dumm.

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4 Kommentare zu „#18 Kurze Frage

  1. So bald der Penis in den Scheidenvorhof eingedrungen ist, ist der Tatbestand der Vergewaltigung erfüllt. Habe ich vor zwanzig Jahren gelesen in einem der grauen Kommentare zum Strafgesetzbuch. Dürfte sich bis heute nichts geändert haben.
    Eigentlich müssten viel mehr Stars, die sich mit ihren Groupies einlassen, angezeigt werden wegen Vergewaltigung: Lässt der Märchenprinz sich von Aschenputtel einen blasen, weigert sich dann aber, Aschenputtel heimzuführen in seinen Palast, gehört er in Handschellen.
    Umgekehrt fühle ich mich als Mann arglistig getäuscht, wenn ein Mädel von Anfang an vorhat, auf einem Kinderspielplatz in Hamburg-Eimsbüttel Windeln zu wechseln, mir aber Fotos schickt, die es vor weiten Horizonten zeigen, und Popsongs singt, die von Freiheit handeln und Abenteuer.
    Ehrlicherweise sollten Männer also Fotos von ihren Schwänzen schicken und Frauen Fotos, die sie lachend beim Windelnwechseln zeigen. Damit könnte unsere Gesellschaft manch gerichtliches Nachspiel vermeiden, glaube ich.

  2. @chschlesinger- der tatbestand der vergewaltigung ist nicht nur durch diese defintion festgelegt. gott sei dank- denn es gibt weitaus mehr, was als vergewaltigung zu werten ist.
    deine sehr bildliche darlegung von kommunikationsfehlern zwischen den geschlechtern kann ich gut nachvollziehen. du hast zweifelsohne recht, dass falschdarstellung der eigenen person beim gegenüber natürlich gewisse erwartungen und bilder aufbauen.
    dennoch meine ich, dass selbst das kein freifahrtschein ist, um dann alles machen zu dürfen, was einem grad durch den schwanz geht.

    @patricia : vergewaltigung würde ich defenieren, wie es das wort schon sagt- eine tat, die durch gewalt über einen anderen menschen, gekennzeichnet ist.
    diese gewalt ausüben zu können, beinhaltet gleichermaßen in einer, dem anderen überlegenen, machtposition zu sein.
    das kann nun der chef sein, der seine sekretätin mißbraucht- weil er die macht hat, über ihren job zu entscheiden. obwohl es auch viele sekretärinnen geben mag, denen sex mit dem chef gefällt- aber das war ja nicht patricias anliegen.
    oder lehrer, die durch ihre autorität macht über schüler und schülerinnen haben, heimerzieher, priester mit messdienern, und im schlimmsten fall sogar väter oder mütter, opas oder omas usw usf
    gekennzeichnet ist es in jedem fall dadurch, dass der/die vergewaltigte zu etwas genötigt wird, was er oder sie nicht freiwillig tun würde ( zumindest nicht mit der person des vergewaltigers, oder nicht in dem moment der vergewaltigung- wie beispielsweise bei ehepaaren, wo man ja gern trivialisiert: “ na was denn, die sind doch verheiratet, die haben doch sex, wo soll n das ne vergewaltigung gewesen sein- soll sich mal nicht so haben“ )
    fakt ist, dass vergewaltigungen immernoch tabuisiert werden, dass nach wie vor etliche menschen, die an deren aufklärung mitwirken sollten, befangen sind, und dass es einfach widerlich ist, wenn ein mensc,ohne einwilligung des anderen, in dessen körper eindringt- womit auch immer und worin auch immer.

  3. In meiner vorehelichen Zeit hatte ich derartige Panik vor „Samenraub“, dass es zwar zu sexuellen Handlungen kam, die aber in keinem Fall den Tatbestand der Vergewaltigung erfüllt hätten. Weswegen die Beziehungen dann auch rasch von Seiten der Frauen beendet wurden. Alle bestanden sie bald auf „richtigen“ Sex, während ich fanatischer Anhänger der Hochzeitsnacht blieb.
    Dass unsere Gesellschaft Frauen „dressiert“, vorehelichen Geschlechtsverkehr als normal hinzunehmen, ist für mich der wohl größte Freibrief zum Missbrauch.
    Es geht mir um das arglistige Vortäuschen nie endender Fürsorglichkeit: „Ich bin da für Dich!“
    Tatsächlich aber lassen die Herren es stillschweigend auslaufen, so bald sie bekommen haben, was sie wollten. Ich bin überzeugt davon, dass Sex an sich für Frauen keinen sonderlichen Wert hat. Sonst gäbe es nennenswerten Bedarf an Callboys, das „Playgirl“ würde nicht nur von homosexuellen Männern konsumiert werden, und wir würden in der Zeitung von Triebtäterinnen lesen.
    Liebesromane aber gehen wie verrückt. Liebe! Das Vortäuschen von Liebe sollte daher ein Straftatbestand sein. Vielleicht ist bereits das romanhafte Beschreiben einer Liebe, die es regelmäßig nicht gibt, Beihilfe zum serienmäßigen Betrug. Durch solche Lügenromane wird all den „Pickup Artists“ ja die Kulisse gestellt, vor der sie ihr Schauspiel aufführen können. Auch eine Form des Machtmissbrauchs, finde ich, Millionen Lesern von einem Jahrmarkt im Himmel vorzuschwärmen.

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