#16 Befruchtete Eizelle

Falls ich in der Zukunft darum gebeten werden sollte, mich in wenigen Worten zu beschrieben, muss ich es schaffen, „Schreibt schlechte Einführungen“ noch zu verkürzen, da ich sonst keinen Platz mehr für „Mag Kekse weniger als der Durchschnittsbürger (+ Falls kein Vorstellungsgespräch: Mag aber den Durchschnittsbürger weniger als Kekse.) “ und „Kann nicht rülpsen“ habe. (Eventuell füge ich auch noch „Kann nicht pfeifen“, „Kann nicht rotzen“, und „Ist Flachschwimmer“ hinzu. )

Dinge, die ich nicht kann: E-Mails schreiben, Romane schreiben, Blogartikel schreiben.

Nummer 1 mache ich ab und zu, bin dabei aber leicht neurotisch. Nummer 2 mache ich nie, kritisiere aber die traurigen Versuche anderer Leute regelmäßig (hence the not trying myself part) und Nummer 3 versuche ich gerade, mit wenig Aussicht auf Erfolg.

  • Edit: Und jap, ich weiß, wie scheiße lang und unsinnig dieser Post ist.

Eigentlich wollte ich gerade auf ein paar Dinge eingehen, um so im Patricialand ein wenig Klarheit zu schaffen, aber Gosh, fang mal irgendwo an! Und gleichzeitig schreit mich hier die Zicke von Youtube an. Schlampe.

Es war also einmal vor langer Zeit eine Eizelle. Cue Eizellen-Witz. Nachdem sie befruchtet wurde [füge Geschichte der Eizelle ein; nicht wieder vergessen, extra zu erwähnen, dass es zuerst befruchtete Eizelle heißt und dann irgendwann Fötus und Embryo, sonst kriegst du wieder eine 2+ in der fünfte Klasse Biologie Klassenarbeit, thankyouverymuch] und dann irgendwann den ganzen Weg.. Eeew. Tja, also dann war sie irgendwann ein Mensch. Ich! Yay!

Irgendwie wird diese Es war einmal Sache nichts. Nächster Versuch:

Im Leben eines Menschen gibt es wichtige Ereignisse. Und natürlich prägen sie einen, und falls auch du deine Eltern mal beim Sex erwischt hast, du bist nicht allein!, aber sich nur an ein Jahr seiner eigenen Vergangenheit zu erinnern, ist verdammt schwierig, also ist auf 10 Jahre zurückblicken, oder auf 20, oder Hilfe, 50, vermutlich so ziemlich unmöglich. In einer Therapie soll man das aber doch schon mal machen.

Mind you, nicht unbedingt bei Frau K., aber doch bei Einigen. Und ab und zu erwischt man sich doch auch mal selbst, wie man besonders spektakulär und unlogisch reagiert, und fragt sich, woher das jetzt wieder kam – und falls du auch du gerne mal in Desinfektionsmittel baden würdest, weil es so genial riecht, und nicht, weil du einen Waschzwang hast, dann..- und überlegt, und überlegt, und gibt erst der 56 jährigen Tante die Schuld, weil sie einen mit 4 darauf konditioniert hat, stechende Gerüche mit Zufriedenheit zu assoziieren, oder schiebt es auf unzählige Arztbesuche als Kind und irgendwelche Schutzmechanismen. (Und hey, vielleicht steht man einfach auf den Geruch. Desinfektionsmittel riecht genial, damn it!)

…wo es doch für jeden Außenstehenden ganz klar ist, dass es daran lag, dass man mit 6 mal drei Stunden lang beim Arzt in Behandlungszimmer 2 saß, wo einen die Arzthelferin vergessen hatte und man zu sehr Angst hatte, rauszugehen, weil man noch eine Spritze im Arm hatte.. Weswegen alles, was man die ganze Zeit gemacht hat, Desinfektionsmittelschnüffeln war. Man selbst erinnert sich aber nicht mehr dran – War ja kein Ding oder Verdrängung – und schwupps, man wird sich den Rest des Lebens fragen, wieso man einen Desinfektionsmittelfetisch hat.

Und nein, ich hab keinen Desinfektionsmittelfetisch, aber geil riechts trotzdem.

Wenn man depressiv ist, und ich nehme an, dass ich das bin, hah!, dann ist dieser Hinterfragungsprozess vermutlich viel aktiver als bei anderen Menschen. Einmal ist man unzufrieden mit dem eigenen Leben, was oft zu langen Diskussionen mit imaginären Freunden, auf zusammengeklebte A4 Blätter gemalte Ex-Lehrern und der 56 jährigen Tante, die leider bereits verstorben ist, führt; andererseits hat man aber vermutlich auch verdammt viel Zeit, und at a certain point wird man wohl nicht drumherum kommen, sich mit den eigenen Problemen auseinanderzusetzen.

Nicht falsch verstehen, ich rede hier nicht von Problemlösung! (Natürlich kann ich nicht sagen, ob es jetzt deinem depressiven Bruder auch so geht wie mir, aber Pauschalisieren macht so viel Spaß, also lass mir mein „man“.) Wieso auch Probleme lösen, wenn das dazu führen könnte, dass man gesund werden könnte? Und hier ist das Problem.

Wenn ich satt bin, kann ich meiner Mama nicht sagen, was ich zum Abendbrot möchte. Wenn ich krank bin, kann ich nicht daran denken, joggen zu gehen (Ich bin offensichtlich immer krank! Logische Schlussfolgerung.) und wenn ich Kopfschmerzen habe, wird mir beim Gedanken an Disco-Mucke etwas bis extrem schlecht.

Wenn ich depressiv bin, kann ich mir den Zustand „gesund“, und damit verbundene Aktivitäten, nicht vorstellen. Obwohl ich rein theoretisch verstehe, dass es mir, würde ich gesund sein, gut ginge, ist der Gedanke so abstrakt, dass ich stattdessen ein Bild vor Augen habe, dass mich in derselben Verfassung zeigt, in der ich mich momentan befinde minus fünf, wie ich mich aber dazu zwinge, zu arbeiten. Oder zu Parties zu gehen, oder was auch immer. Natürlich weiß ich auch (eigentlich), dass ich das so oder so nicht könnte, doch ein Teil von mir wird weiterhin glauben, dass ich nur zu faul bin und so weiter. Das ist einfach  nur ein weiterer Teil des Krankheitsbildes, wurde mir gesagt, deshalb lass ich ihn jetzt eiskalt aus.

Also, anstatt Probleme zu lösen, nehme ich mir eines von denen, die ich habe. Und ich kaue darauf rum, und spucke es aus, und wenn es vertrocknet auf dem Boden liegt und wie Kuhscheiße aussieht – evtl auch so riecht – heb ichs auf und kaue wieder etwas darauf rum. Möglicherweise ist das Problem gar kein Großes. Eventuell ist es etwas, das für Außenstehende (ggf mit ein wenig Einfühlungsvermögen) normal bis leicht kompliziert aussieht.. Etwas, das in meinen Augen überdimensional groß, und in Wirklichkeit klein ist. Obwohl ja im Prinzip nur die eigene Perspektive für mich Wirklichkeit sein kann, zumindest, bis ich mich wo anders hinstelle, was aber einen gewissen Prozess erfordern würde, und Prozess ist zu diesem Zeitpunkt nicht drin.

Ich, im Folgenden auch das Depressivon genannt, betrachte also meine Probleme und Macken und irgendwelche traumatischen Ereignisse -Der Schulhausmeister hat mich im Hort eingesperrt- was an sich gesund sein könnte, wenn dabei auch ein wenig Prozess stattfinden würde. Stattdessen wächst aber der Wert dieser Probleme, je mehr das Depressivon darüber nachdenkt, da ja keine Lösungsansätze gefunden werden:

Wenn der Durchschnittswert eines Problems, z.B. Angst vor Spinnen in der Einheit BeeinflusstLeben gemessen würde, bei der 0 bedeutet, dass man sowieso nie Spinnen sehen wird und das weiß, und 100 dass man a. beim Junglecamp angemeldet wurde und b. auch noch allergisch auf Spinnen reagiert, und c. da drin bleiben muss, so ganz ohne „Ich bin ein Star holt mich hier raus“, dann kann das vielleicht so erklärt werden – So ein Problem wächst pro Stunde, die man es begrübelt – und ja, das ist jetzt ein Wort – um 0,25 BL. Von einem 4BL-er Problem kommt das Depressivon also innerhalb von wenigen Tagen auf ein 20BL-er Problem und schafft es nicht mehr, ohne Staubsauger neben dem Bett und Insektenspray, und diesen komischen Dingsbums, die man aufhängt, damit Mücken einen nicht stechen, zu schlafen. Und mit einer Lichtquelle am anderen Ende des Raums, für die Motten.

Das Depressivon ist nach wenigen Wochen bei mehreren 50BL-er Problemen angekommen, kann jetzt keine Nahrungsmittel mehr einkaufen, und kauft sich alle 3 Tage neue Unterwäsche übers Internet, weil es sich nicht mehr in den Keller zu den Waschmaschinen traut.

Das irrational rational denkende Depressivon hat nach ein paar Monaten nicht mehr nur Angst vor Spinnen. Es weiß jetzt, dass diese Angst entstanden ist, als es von seinem Bruder auf dem Dachboden eingesperrt wurde und hat jetzt auch Angst vor Dachböden. Zwei Monate später vor ihrem Bruder. Noch einmal ein paar Monate später vor Brüdern. Dann stellt es fest, dass ein Arbeitskollege auch ein Bruder ist – was sie nie wusste! – und hat von nun an Angst vor Männern. Bis eine ihrer Freundinnen sich als transsexuell entpuppt. Menschen. Das arme Depressivon hat jetzt ein 93BL-er Problem. (Bisher hat es noch nicht Angst vor sich selbst!)

Nun sind aber die meisten Depressivons nicht Arachnophobie betroffen, sondern haben beliebtere Störungen. Vaterkomplexe, oder Zugehörigkeitsprobleme, oder eine ganz schlichte Selbstfindungsphase. Mit viel Zeit und einer Arbeitsunfähigkeitserklärung ist es möglich, alles in dem Rahmen zu kultivieren, dass man rein moralisch betrachtet nicht mehr als überlebensfähig gelten sollte.

Das Depressivon ist nebenbei aber auch damit beschäftigt, sich selbst und anderen zu erklären, dass es tatsächlich eine Depression hat, und dies eine wirkliche Krankheit ist und es wirklich das Recht hat, nicht zu arbeiten und auf deren Steuern zu leben, dass es oftmals, selbst wenn es wollte, nicht dazu kommen kann, einen Punkt zu erreichen, an dem es emotional in der Lage ist, sich selbst klar zu machen, dass es Erwachsenen möglich ist, einander zu lieben. Oder dass andere Menschen Fehler machen, also nicht alles geplant war, nicht alles ein Mittel ist, das arme Depressivon zu verletzen, und dass anders als das Depressivon selbst, einige Menschen die emotionale Reife. die ihrem tatsächlichen Alter entspricht, besitzen, also verstehen, dass auch das Depressivon nicht perfekt ist, und es trotzdem mögen könnten.

Es soll ja in der Wildniss (aber nur in hohem Gras) irgendwo einige seltene Exemplare von Menschen geben, die das Depressivon zwar respektieren, aber dennoch fordern. Die mal auf ein Bier rausgehen und nicht die Facebook-Freundschaft beenden, wenn das Depressivon nach Hause geht, aber auch eine No Bullshit Attitüde drauf haben, die für das ein oder andere Depressivon von essentiellem Wert sein kann.

Es gibt eine Gruppe von Depressivon..s..en..s..nochnichtsicherwasdenPluralbetrifft.. die eigentlich nur ausharren, bis ihnen eines dieser Exemplare begegnet. Ein solches Depressivon befindet sich gerade sogar für einen depressiven Zustand im Standby und wartet darauf, dass es von Medikamente, Therapie oder einem Außenstehenden aus dem Gedankensumpf gerettet werden wird. Es macht sich zum Opfer, und das eigene Leben zur Tragödie, wodurch es ziemlich schwer ist, ansatzweise weiterzukommen. Dieses Depressivon wird den Paragraph hier auch dazu verwenden, um zu unterstreichen, was für ein hoffnungsloser Fall es ist. (Nicht zu verwechseln mit dem schwer-depressiven Depressivon, das tatsächlich keine Kraft für gar nichts hat und zumindest auf den ersten, zweiten und dritten Blick ein ziemlich hoffnungsloser Fall ist. Nicht zu verwechseln mit dem Depressivon, das 102 Jahre alt ist, über Maschinen am Leben erhalten wird, seit dessen gesamte Familie bei einem Hausbrandt vor 12 Jahren gestorben ist, und.. Naja.. das aufgrund der geringen Zeit, die ihm übrig bleibt, tatsächlich ein hoffnungsloser Fall ist. Sorry!)

Weil es keine wirklichen Grenzen gibt – und das ist auch eigentlich gut, würde es denn konstant so sein – fragt sich das Standard-Depressivon aber des Öfteren, ob es denn nun depressiv, oder nur unfähig ist. Aus einem fünfzeiligen Text werden dann Romane, und ganz zum Schluss schaut es noch einmal auf den Monitor und denkt sich  nur:

Fuck, was ist das für ein scheiß Anfang.

Was ich damit meine ist, dass das Leben ziemlich kompliziert ist, und ich  mir nicht immer sicher bin, ob es wirklich hilfreich und gesund ist, wie wir mit Krankheiten umgehen. Ob es für anonyme Alkoholiker wirklich gut ist, zu sagen, dass sie keine Macht über ihre Sucht haben, und ob es wirklich notwendig ist, Fluoxetin zu verteilen, wie Kaugummies.

Ich wollte gerade eine undepressive Welt anführen, was aber mit dem folgenden Text nicht mehr Sinn gemacht hätte. Also.. In einer unindividuellen Welt gäbe es keine Konflikte. Natürlich wäre es sehr langweilig, aber was auch immer. Wir sind aber alle relativ individuell. Wir mögen unterschiedliche Farben und wurden deshalb vielleicht einmal kurz, aber am falschen Tag, von unserem großen Bruder ausgelacht. Wir sind Christen und unsere Familie ist es nicht. Wir sind hetero-, homo-, bi- oder transsexuell, und unsere Eltern sind konventionell, was ein Euphenismus für bescheuert ist. Und wir sind Gruppentiere.

Irgendwo zwischen all diesen Unterschieden entwickeln wir Komplexe, oder erkennen, dass wir nicht in die Gruppe passen. Oder uns schmecken Frühlingsrollen nicht, was bedeuten würde dass wir nicht in die Gruppe passen und deshalb Komplexe entwickeln. Oder wir MÖGEN Schafskäse, was eigentlich genau dasselbe ist (und falls du Schafskäse magst, shame on you!). Irgendetwas passiert, oder vielleicht auch nicht, und die Welt ist schon so kompliziert genug, und wir haben schon mehr als fünf Tage gelebt, was alles dazu führt, dass es nur noch kompliziert wird.

Auf der einen Seite würde ich gerne sagen: Fuck you Diagnose! Andererseits weiß ich, dass ein Nicht-Depressivon nie nachvollziehen werden kann, wie es sich anfühlt, weil ich weiß, dass ich mich nie so gefühlt habe, auch wenn ich mich nicht daran erinnern kann, mich je anders gefühlt (oder nicht-gefühlt, denn oft ist es einfach nur ein Nicht-Sein) zu haben. Obwohl ich Schubladen hasse, oder eigene Schränke haben will, oder gerne sagen möchte, dass so-und-so das-und-das bedeutet, ist dieser Text hier genau das, wovon ich eigentlich sprechen wollte:

Sich im Kreis zu bewegen, und nicht weiter zu kommen, und davon zu sprechen, wie es ist, sich im Kreis zu befinden, aber nicht zu schauen, was sich dahinter befindet, oder wie man rauskommt, oder was der verdammte Mittelpunkt ist, dass ist vielleicht typisch depressiv.

Aber es ist AUCH faul.

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6 Kommentare zu „#16 Befruchtete Eizelle

  1. Weil Du von Erinnerungen schreibst: Zurzeit analysiere ich das Mädchen, das damals ein Referat hielt über Hesses „Siddhartha“ als ihr angeblich liebstes Buch. Wie gewöhnlich dieses Mädchen war in seinen Handlungen: Disco, Schminke, Lover… eigentlich durch und durch kein Siddhartha, höchstens bei den Kindermenschen. Und ich darf wohl nicht hoffen, sie nun zumindest in Teilzeit als Fährfrau am Fluss des Lebens anzutreffen.
    Weil Du von Problemen schreibst: Ich sitze in der Todeszelle. Vielleicht sitze ich noch fünfzig Jahre dort. Vielleicht sitze ich dort noch fünfzig Jahre mit Festtagsbraten und fröhlichem Gesang. Aber jeden Tag, jede Stunde kann sich der Schlüssel im Schloss drehen…
    Ich „lebe“ in dem Bewusstsein, eigentlich bereits Staub zu sein und kalte Asche.
    Wenn es für mich einen Weg gibt ins Ewige Leben, ist es der in die Köpfe von Generationen junger Menschen. Aber, und das ist mein Problem, ich möchte diesen Weg auf zutiefst wahrhaftige Weise gehen, hingegen junge Menschen regelmäßig gerne verarscht werden wollen.
    Während ich die Kraft unserer eigenen Hände preise, steht bereits unseren Jüngsten der Sinn nach einer „Erlösung“, die nicht von dieser Welt ist: Wenn nicht gleich von Jesus Christus, wollen sie mindestens von einem himmlischen Vampir gevögelt werden.
    Keine Spur davon, wie Siddhartha für sich allein in der Welt stehen zu wollen. Stattdessen ein Herdentrieb, der zu mancher Tat bereit ist, wenn ihm dafür die Armbinde einer Clique verliehen wird.
    Stadien voll junger Hände, die sich mir zum Gruße entgegen recken, Liebe und abgöttische Verehrung erfahren in einem solchen Übermaß, wie es zu Lebzeiten bisher wohl nur einem Deutschen zuteil wurde: ich kann all das vielleicht haben, wenn ich dafür der „dunklen Seite der Macht“ folge.
    Während ich als Siddhartha vergessen am Fluss des Lebens enden muss wie das Gras, über das der Wind geht.
    Mein Problem, über welches ich nicht müde werde zu grübeln.
    Und dieses Niederschreiben hier ist regelmäßig ein Versuch, das Problem quasi aus meinem Innersten heraus zu lösen, es stattdessen dem World Wide Web zu überantworten. Was geschrieben steht, wirkt für gewisse Zeit, als wäre es gelöst, finde ich.
    Bringst Du nun alles zu Papier, was Dich umtreibt, solltest Du spätestens Ende des Monats einen außergewöhnlichen Roman geschaffen haben, den bestimmt so mancher Leser hier gerne erwerben möchte.

    1. Vielleicht ist es einfach so, dass die meisten Menschen realisiert haben, dass sie wenig Talent haben, und Unsterblichkeit nur möglich ist, indem sie viele Kinder machen, und die hoffentlich so sozial trimmen, dass sie ebenfalls Kinder kriegen und so weiter.

      Mir fehlt die Lust, Motivation und Kreativität, irgendetwas aufzuschreiben, und ich bin auch zu feige, mich zumindest in Gedanken für jeden zweiten Satz zu rechtfertigen.

  2. Also, ich freue mich immer über scheiße lange Posts von dir! =^.^= Ich meine, Depressivon?!? allein, als ich das gelesen habe, war mein Tag schon gerettet.

    Eine undepressive Welt wäre sicher schön (die Farben wären bunter und die Süßigkeiten süßer!), nur sind die einzelnen depressiven Symptome ja durchaus Bestandteil des „normalen“ –normal im Sinne von nicht, ähh, klinisch gestört– Lebens, denke ich. Trauer, Selbstzweifel und dieses tolle Nichtgefühl, von dem du sprichst.. durchlebt doch jeder irgendwann [oder?] und deshalb verstehe ich auch nicht, warum es so schwer ist, sich in ein armes kleines Depressivon hineinzuversetzen. Denn dann käme man vielleicht gar nicht in diese Situation, in der man sich an seiner gottverdammten Diagnose festklammert wie ein Schiffbrüchiger, und die Lücke zur Außenwelt wäre nicht ganz so breit. Tja.

    Und was ich mich auch frage, ist: Gibt es bei diesem Kreis überhaupt einen Mittelpunkt?
    Ich bin wirklich unglaublich faul und depressiv, aber wenn ich den finden könnte, würde ich mich evtl. sogar anstrengen.

    1. Das meinte ich auch, aber irgendwie hab ich wohl ein wenig Erklärung weggelassen. Wie immer. Whä. Also dass undepressiv nicht möglich ist. Aber ich denke, genau das ist das eigentliche Problem.

      Jeder Mensch hatte mal leicht depressive Episoden und denkt deshalb, sich in einen Depressiven hineinzuversetzen. Dazu kommt, dass die meisten tatsächlich einfach nur ein bisschen mehr Sonne brauchten, damit es ihnen besser ging, und schon wird einem gesagt „Geh ma in die Sonne, Mädchen!“.

      „Gibt es bei diesem Kreis überhaupt einen Mittelpunkt.“ – Darüber hab ich auch irgendwann mal geschrieben. Und wenn, bringt es was, den zu kennen? Wär ich auf einmal viel schlauer, wenn ich wüsste, warum die Tapete an der Wand klebt? Aber irgendwie ist es so schön hoffnungsvoll frustrierend, es nicht zu wissen und nicht zu wissen, ob man es wissen sollte.

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