#12 Presumption

Indem ich jetzt sage, was ich sage, mach ich eigentlich genau das, worum es geht. Whä. >_< Ich nehme mal an, dass es fast jeden stört, wenn Andere irgendwelche Mutmaßungen anstellen. 

Spontan fallen mir dabei nur all die Lackaffen ein, die denken, dass man wegen ihnen so oder so handelt.

Beispiel aus Once Upon A Time: Snow hat sich von ihrer freiwilligen Arbeit im Krankenhaus abgemeldet, weil Prince Charming (mit dem sie in einem Alternativuniversum zusammen ist.. Immerhin ist sie Snow White und er Prince Charming) verheiratet ist und sie sich nicht in die Ehe hängen will. Sie hatte davor ein Date mit dem Ekel aus Alias, Heroes, The Vampire Diaries und so ziemlich jeder anderen Serie, in der es ein Ekel geben soll. Der ist im Krankenhaus auch Arzt von Prince Charming. Ich mag den Schauspieler zwar, aber er spielt hat ständig irgendwelche manipulativen, hinterhältigen Sackgesichter. Er kommt also ein paar Wochen später, nachdem sie sich abgemeldet hat und lang nach ihrem Date!, zu ihr, während sie im Café sitzt und meint, dass sie doch  bitte wieder da arbeiten soll und er wisse, wie untoll seine Aktion bei ihrem Date war, aber er würde sich sehr freuen, wenn sie trotzdem wieder im Krankenhaus wäre.

Auch gut sind Schulgeschichten. Ich hatte mich z.B. in Sozialkunde oder Geschichte geweigert, mein Handy wegzulegen, falls etwas mit Mama ist. Damals war es i.Ü. nicht wegen irgendwelcher Depressionen oder Angststörungen, sondern tatsächlich wegen einer auch von den meisten Idioten als „Krankheit“ akzeptierte Sache – bevor hier jemand etwas annimmt.. Meine Lehrerin (die von Noelle auch einmal Fotze getauft wurde) meinte dann, darüber zu urteilen. Dass meine Zukunft mir wichtig sein sollte und wichtiger als ein paar Sms. Als ich erklärt hab, wieso, war sehr stark zu erkennen, dass sie das anzweifelte.

Warum? Weil ich nicht heulend um den Schulhof gelaufen bin, als ich davon erfahren hab, dass meine Mama krank ist? Oder weil ich normal darüber sprechen konnte? Zum Schluss wurde mir zumindest weiterhin unterstellt, dass ich keine Ahnung hätte, wie man Prioritäten setzt und dass meine Mama dafür Verständnis haben sollte, würde sie mich lieben.

Ja, hat sie auch. Aber soll ich mich auf die scheiß Klausur konzentrieren können, wenn ich nicht weiß, ob sie anruft, falls irgendwas ist, bzw weiß, dass ich es nicht mitbekommen würde, weil mein Handy aus ist?

Es gibt tausende dieser Dinge und das Problem ist nicht einmal, dass Leute Dinge annehmen. Machen ja die Meisten doch sehr oft, oder nicht? Mich stört nur, wie es hingestellt wird. Diese selbstgefällige Art, mit der sie da stehen und meinen, urteilen und annehmen zu können, obwohl sie einen Dreck wissen.

Außerdem nervt es, wenn Erklärungsversuche belächelt werden. Die Personen wissen ja, dass sie eigentlich recht haben und es uns nur peinlich ist, zuzugeben, dass wir in Wirklichkeit tatsächlich gerne 00 NP in unserem Leistungskurs in Kauf nehmen, um sofort zu wissen, ob wir von dem Typen von letztem Wochenende eine Sms in den letzten 135 Minuten bekommen haben.

Vielleicht noch schlimmer sind allerdings positive Annahmen. Man ist mit Freunden einkaufen, an der Kasse und sie meinen, sie haben nicht genug Geld mit (wieso kauft ihr ein?) während man selbst gerade nach dem Geld sucht, um sich Kippen zu holen, woraufhin sie glauben, man wolle ihnen gerne die 35 Euro für ihren Wochenendseinkauf geben. Oder wenn man sich fünf Tequila holt und irgendwer denkt, dass einer davon für ihn ist. „Nein, Arschloch, ich hab Daddy Issues und will mich besaufen. Boaah!“

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Ein Kommentar zu „#12 Presumption

  1. Was Du offenbar frei Haus geliefert bekommen willst, dafür kämpfe ich seit fast zwanzig Jahren vergeblich, dass man mich in der Notaufnahme eben nicht mit der Diagnose „Grippe“ Verrecken schickt, sondern der Chefarzt Hand an der Hosennaht steht, mich nach jeder nur erdenklichen Wissenschaft durchzuchecken.
    Wo ich bin, ist das Kanonenfutter. Weder habe ich mir den Generalsrang erarbeitet, Regeln zu machen, noch sie zu ändern. Wenn tausende Prüflinge also ihre Handys ausmachen, mache ich meines selbstverständlich auch aus, wenn sie später mit aufgestecktem Bajonett aus dem Schützengraben stürmen, bleibe ich nicht zurück, weil meine Mutter mich daheim braucht. Es sei denn ich akzeptiere, die Prüfung mit null Punkten sofort zu beenden oder als Fahnenflüchtiger am nächsten Baum aufgehängt zu werden. Ich erwarte von niemanden, dass er sich großartig mit meiner persönlichen Situation auseinandersetzt, bevor er sich ein Urteil erlaubt: „Es ist mir scheißegal, was Du empfindest!“ blaffte eine junge Frau auf der Straße einen Bettler an.
    „Don’t cry for me Argentinia!“ Es ist möglich, dass unsere ganze Nation eines Tages besorgt ist um das Wohlbefinden Deiner Mutter, es ist möglich. Aber warum sollte ihrer oder Deiner oder irgendjemands Weg in Herz und Urteil unserer Mitmenschen kürzer sein als der von Evita Peron?

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