Was im September so los war

Ich hoffe ja, dass der Beitrag nicht sehr lang wird. Eigentlich möchte ich auch gar nicht viel über mein quasi non-existentes Privatleben schreiben, denn es ist – wer hätte es gedacht – quasi non-existent. Aaaber ich seh’s schon kommen.. Eigentlich war schon letzten Sonntag ein Beitrag geplant, aber irgendwie gefiel er mir nicht und es ist ja toll fünfzehn Entwürfe und 140 private Artikel zu haben, jaja.

Also, was war so los? Ich hab viel gelesen und dabei waren ein paar wirklich gute Bücher. Zwei oder drei kamen diesen Monat erst raus und genau die waren auch die Besten. Was frustrierend ist, weil ich jetzt ca 330-365 Tage warten darf, bis die nächsten Teile erscheinen bzw. bis die Autoren wieder etwas veröffentlichen. *sniff*

Irgendwie möchte ich hier immer alle Zitate veröffentlichen, aber ich glaube, das interessiert keinen und ich hab sie ja auch in meinem tumblog oder Goodreads.. Und ohne einen Text zu den Zitaten zu schreiben, der ansatzweise damit verwandt ist, kommt mir das auch immer sehr komisch vor.

Beispielsweise

No one has ever bled for me, so I have no intention of bleeding for anyone else.

Wenn ich’s einfach reinstelle, könnte man sonst was denken und während es total klasse wär, wenn mir die Meinung anderer egal sein würde, wär es eben auch eine Lüge, denn den größten Teil meiner Zeit verbringe ich mit schlafen, rauchen, lesen und mein Leben zu bewerten. Natürlich benutze ich da die Maßstäbe, die ich anderen Leuten unterstelle.

Also.. keine Ahnung. Und dazu fällt mir gleich das nächste Zitat ein. *sigh*

Together we speak, but apart we understand.

Wie dem auch sei, viel ist ansonsten nicht passiert. Therapie war ziemlich grenzwertig, weil einmal nur noch 6 (bzw. mittlerweile 5 oder 4) Stunden übrig sind und ich nicht viele Perspektiven hab (lies: keine), aber auch was zwischenmenschliche, nicht-therapeutische Beziehungen betrifft.. Ich hab mich  mit niemandem getroffen, nur mit anderen Bloggern geschrieben. J. ist weiterhin weg und antwortet auch nicht auf meine Mail oder SMS (also ist sie entweder beschäftigt, was einleuchten würde oder wütend.. was sogar noch logischer wär.. :/) R. ist mit ihrem Kram beschäftigt und die anderen ja jetzt alle Studenten oder FSJler usw.

Im Übrigen meine ich mit Perspektivlosigkeit nicht, dass da wirklich nichts ist. Vielleicht ist da was und wenn es nicht mein Leben wäre, würde ich sicherlich sagen: „Da ist auf jeden Fall was!“ aber es ist mein Leben und ich sehe nichts. Die meisten Dinge sind einfach zu viel und es gibt keine anständige Lösung. Es gibt keine 2 mal die Woche 4 Stunden Tagesklinik mit tollen Therapeuten und Sozialpädagogen und Patienten in meinem Alter, sondern eine mit 5 mal die Woche 8 Stunden mit einem relativ dummen Therapeuten, 40 bis 70 Jährigen Alkoholkranken oder Depressiven und zwei Sozialpädagogen, die vermutlich keine Lust mehr darauf haben, sich die Pseudo-Probleme der Leute meiner Heimatstadt anzuhören.

Und ich würde gerne sagen, dass ich die Lösung in mir selbst und nicht in meinen Freunden oder Therapeuten oder Verwandten suchen will, weil Charlie recht hat, wenn sie sagt

Mine crept up on me instead of hitting me fast, but after a while, it was the same—so that if I didn’t have a…a salve, I couldn’t function, and I’d start planning my day around just getting it (..) And you tell yourself that it makes you feel good—but really, you’re just getting by. Because you feel like shit with it, but you really feel like shit without it, so you need it to get through the day. And after a while, you’re desperate to get through the day without it, but know that stopping will feel worse than going—and you don’t know if you’re clinging to it as much as it’s clinging to you. But you’re constantly looking for a way to get rid of it without hurting yourself…but there’s no way. And eventually you hate it as much as you need it. (..) So I never, ever want to be anybody’s salve.

Aber die Wahrheit ist, dass es so viel einfacher ist, zwei Pillen pro Tag zu nehmen und abhängig von jemandem zu sein, auch wenn man irgendwann an dem Punkt ankommt, wo man merkt, dass der Anderen nicht wollen sollte, dass man abhängig ist und es vielleicht auch wirklich nicht will. Wenn man merkt, dass man selbst stehen muss und das ohne Krücken und Stützräder und Elontril und Heuchelei.

Nur, um dort anzukommen, muss man das auch wollen, oder? Und da setzt die Perspektivlosigkeit ein. Denn ich sehe einfach nichts, das es wert wäre, mich so fertig zu machen und in mir nach irgendeinem verborgenen Potential zu suchen. Was? Wofür? Um zwei Kinder zu kriegen und ihre Kindheit zu versauen? Um als Verkäufer bei New Yorker 50 Prozent Mitarbeiter-Rabatt zu kriegen? Und wäre ich gesund oder ein Kindermensch dann würde ich das sicherlich nicht als schlecht betrachten, ganz im Gegenteil. Aber ich bin nicht gesund und ich sehe einfach nicht den Sinn, mich für etwas anzustrengen, dass entweder schief läuft oder absolut keinen Reiz ausübt.

Würde sich jemand das Bein abhacken, um danach nur noch ein Bein zu haben? Bei SAW macht es wenigstens nur Sinn. Nur fühl ich mich in meinem Raum ganz wohl und bisher reden die Puppen meiner Schwester noch nicht mit mir.

. . .

Irgendwann vor.. ich denke so vor 10 Tagen hatte ich den Drang, meine Haare zu schneiden, was im ersten Moment etwas ungesund war.. Erstmal sind sie jetzt kürzer.. Also so.. hm, am Rücken so bis zum BH. Übrigens find ich das Wort total schrecklich, egal ob abgekürzt oder voll. Ich meine.. Whä. Jedenfalls hab ich jetzt neue Haare mit Stufen und trotzdem weiterhin ungefärbt und ja..

Uuuuuuund wie man merkt, ich hab ziemlich viele Beiträge gelöscht bzw. privat..isiert. Ich sortiere derzeit aus, weil ich WordPress lokal installiert hab und schon mal alles teste, bevor ich auf ’nen eigenen Server umziehe.

Ich überlege auch, welche Beiträge ich drin lasse und welche nicht. Und welche Kategorien ich weghaue, welche Taxonomies ich in die functions.php haue etc. Irgendjemand – Vorschläge? Ich hab ja überlegt, Custom Post Types zu erstellen, damit die eigentlichen Beiträge auf der Startseite angezeigt werden, aber die kurzen „Bin grad Einkaufen *lalala*“ nur auf ner custom page, in der ich die Loop verändere.. *grübel* – Wie gesagt, falls jemand Vorschläge hat oder bestimmte Dinge hier mitbekommen hat, die unübersichtlich, umständlich, dumm, unsinnig etc. sind, bitte kommentieren. Aber bitte auch lieb, sonst sitze ich hier und weine. . . ;) (Ja, der Smiley ist hier nur, damit ich so tun kann, als wär’s ein Scherz, obwohl ich’s todernst meine.. ;) Schon wieder.. ;p)

Irgendwie macht es für einen gewissen Zeitraum Spaß, Menschen zu beobachten. Solange man beschäftigt wird.. Das Problem ist natürlich, dass sie zurückbeobachten könnten.. Was nervig ist. Aber es ist seltsam, wenn man lang genug schaut, merkt man erst einmal, wie unsicher viele sind und wie seltsam. Nicht dieses nervige, typisch-Mensch Verhalten, sondern wenn man Menschen sieht, die nicht total überdreht rumlaufen, sondern eher durchschnittlich sind, sich normal verhalten und denen man nicht sofort das Schlimmste unterstellt. Und man sieht sie so, wie sie durch die Stadt laufen und denken, dass niemand auf sie achtet und hören auf, den Bauch einzuziehen oder kratzen sich .. wo auch immer es gerade juckt. Und sie schauen auch andere Leute an und manchmal sieht es so.. keine Ahnung, wünschend? aus. Wistful. Gibt’s dafür ein gutes deutsches Wort? Ich bin zu faul, nachzuschauen.

Der Unterschied ist vielleicht, dass ich meine Mitschüler größtenteils dumm fand oder finde. Dass ich ihnen nicht viel Tiefgang unterstelle bzw. sie einfach zu jung sind, als dass ich mich wirklich dafür interessiere.. Was böse klingt und vielleicht erklärt, wieso ich nicht verstehe, dass es Leute gibt, die sich für mein Geschreibsel interessieren, aber die Leute sind eben.. uninteressant. Sie leben und gehen auf Parties und stehen abends vor’m Spiegel und entweder sie sind relativ zufrieden oder sie schauen hin und finden sich für ein paar Minuten hässlich, aber nicht so, wie eine Essgestörte da stehen würde und auch nicht so, wie meine Mama oder ich da stehen, sondern so, wie ein Mensch, der einfach nur einen guten oder schlechten Tag hat.

Aber bei Menschen, die schon die Schule hinter sich hatten und schon zwei, drei ernstere Beziehungen.. Die, die schon gearbeitet haben und schon auf die ARGE geflucht, da bedeutet es mehr, sie zu sehen und zu sehen, dass sie das, was sie sind, nicht erkennen. Dass sie sich so unterschätzen und verstecken, dass sie Dinge wollen, aber nicht kriegen und das ist seltsam.

So many expectations set up, and then destroyed. Did he really think the front he put on was what they wanted? Or did he sabotage himself, unable to bear the idea that when they met him in person they would be disappointed in what he really was—so he gave them something false to be disappointed in?

Beispielsweise vorhin, nach und vor der Therapie. Ältere Leute. Oder vor ein paar Wochen zwei Rentner. Die beiden waren verheiratet und hielten Händchen und liefen an der Schule für geistig Behinderte vorbei, haben gleichzeitig nach oben geschaut und dann sich angeschaut.

Ich weiß nicht, was den Beiden durch den Kopf ging, aber sie haben ein komplettes Leben hinter sich. Waren jugendlich, als Hitler gerade rumgelaufen und Müll erzählt hat, haben eventuell Kinder. Der Mann ist vielleicht vor ihr auf die Knie gegangen und hat sie gefragt, ob sie ihn heiraten will. Vielleicht hassen sie sich aber auch oder sind nur aus Gewohnheit zusammen und weil es für sie zu schrecklich klingt, allein zu sein.

Aber all die Dinge, die ich nie gemacht habe und nicht sehen werde, weil sie längst vorbei sind.. Selbst wenn es Leute sind, die gerade mal 10 Jahre älter sind als ich. Wenn mich ein Alkoholiker bittet, ihm ein Bier zu kaufen (und nein, das mache ich nicht) oder wenn eine Frau mich abschätzig anguckt, dann ist es noch mal anders, denn für kurze Zeit bin ich in dem Bild, das ich mir anschaue (was frustrierend ist, wenn man ein Resumee zieht) aber wenn nur so die 30 Jährige hinter drei 21 Jährigen Partymäuschen geht und versucht, sich nicht ansehen zu lassen, was sie denkt..

Uuund das war ein ziemlich langer Text. Mal ein paar Fragen an fellow bloggers und Leser:

  1. Wieviel Blogs lest ihr? Wieviel regelmäßig?
  2. Gibt es Blogs, bei denen ihr regelmäßig oder immer kommentiert? Falls ja, Liiink!
  3. Wie oft wird bei euch kommentiert, wie viele Artikel schreibt ihr im Schnitt, wie viele Leser/Abonennten habt ihr, ist euch das überhaupt wichtig?
  4. Was ist euch eigentlich wichtig bei eurem eigenen Blog oder bei denen, die ihr lest?

Würde mich wirklich mal interessieren. Vor allem, da zZt in den USA ein paar passende Artikel entstanden sind, die ich nicht ganz nachvollziehen kann. UTAF hatte zB in einem Monat über 20.000 Klicks. Check ich nicht.

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12 Kommentare zu „Was im September so los war

  1. Ich mag lange Artikel von dir, auch wenn ich einiges nicht verstanden habe ;-) Das ganze Zeugs mit Taxonomies in irgendwas hauen und so ;) Aber du machst das schon.

    Zu deinen Fragen: Regelmäßig lesen tu ich 3. Insgesamt sind es 5. Regelmäßig kommentieren… Das ist so eine Sache. Manchmal fällt mir nichts ein, manchmal habe ich Angst, das ich es nicht richtig ausdrücken kann. Abonennten habe ich 2, wenn ich den Statistiken glauben darf.
    Was mir wichtig ist? Gute Frage. Ich denke, ich möchte manchmal einfach nur etwas loswerden. Ich mecker ja gerne. Und wenn es nur eine Person gibt, die sich dank meines Beitrags über etwas Gedanken macht, was ihm oder ihr vorher egal war, dann bin ich zufrieden. ;-)

    Und zu guter letzt: Ich glaube, die Erfahrung gemacht zu haben, das oft die unscheinbaren Leute, also die, die nicht sofort in der Masse auffallen, sehr viel interessanter sind als die Attentionwhores. Kann aber auch Zufall sein :)

    1. Tags und Kategorien sind Taxonomies. :)

      Wow.. hätte gedacht, dass andere auch so viel folgen wie ich – Ich lese auf WordPress so an die 10 Blogs, auf meinem anderen Blog aber sogar an die 100. XD (Und genauso wird mir auch gefolgt. Hier gerade so Mitte 20, auf dem anderen über 80.. XD) Dass dich das zufrieden stellt, kann ich nachvollziehen. Ab und zu ist es schön, zu merken, dass man eventuell einen kleinen Einfluss hatte. Obwohl ich heute eh high bin, weil meine Lieblingsautorin mich auf ihrer Seite verlinkt hat und somit gaanz viele Leute meine Meinung lesen werden *gnihihi* ;)

      Hmm.. Da ich eine Attentionwhore bin, sollte ich jetzt wohl mal anfangen, nachzudenken *grin* Aber eigentlich ist es ja auch das Ziel von vielen, oder? Ich unterstell das manchen zumindest, weils bei mir oft so ist. Je mehr man von sich preisgibt, desto weniger fragen die Leute nach bzw. desto weniger glauben sie, dass da noch was ist.. Früher klang das immer praktisch. *sigh*

      1. Vielleicht hab ich Attentionwhore ein wenig falsch gewählt. Ich dachte eher an Leute, die ungefragt alles kund tun müssen.

        Eine Frage hätte ich aber noch… Wirst du wirklich gefragt, wie sich duschen anfühlt?

      2. (=Ich XD aber vielleicht zählen da ja wirklich die Motive (redet man, um sich selbst zuzuhören oder, weil man nicht will, dass die Leute merken, dass man was verheimlicht) und selbst wenn, ist das eine der Beleidigungen, die ich niemandem übel und auch nicht persönlich nehme, weil es ein Zug ist, den ich nützlich fand..)

        Hihi. Nein, aber sowas Ähnliches schon. Das Beispiel fiel mir nur ein, weil es eines der Wenigen war, die meine Mama und ich heute noch nicht genannt hatten. Frau K. fragt oft Dinge und wenn ich ein anderer Mensch wäre, dann würde das vielleicht helfen, aber ich brauch keine Denkanstöße.

        Sie: „Was machst du, um dich zu beschäftigen?“
        Ich: „Lesen.“
        Sie: „Wie fühlst du dich dabei?“
        Ich: „Beschäftigt…“

        Ich meine, wtf?

        Eine Woche zuvor —
        Ich: „Es ist einfach schwer, rauszugehen. Ich bin es nicht mehr gewöhnt, weil ich so lange nicht dabei war und es jetzt quasi Reizüberflutung ist. Es ist zu viel und das setzt mich unter Druck, weil ich Angst habe, es nicht hinzubekommen und dann wieder Schritte zurückzumachen, noch länger in der Therapie bin, irgendwann nicht mehr kann, weil die Krankenkasse nicht für immer übernimmt und dann am Ende meines Lebens mit Haus-Regenwürmern (denn gegen alles andere bin ich allergisch) im Zimmer sitze und Window-Color Bilder male.“
        Sie: „Die Stunde [Anm. 50 Minuten] ist zu Ende, na dann, bis nächste Woche!“

        Heute —
        Sie: „Warst du draußen?“
        Ich: „Nein.. irgendwie..“
        Sie: „Was würde dann passieren?“
        Ich: „Wann?“
        Sie: „Wenn du raus gehen würdest.
        Ich: o.ô
        Sie: „Im schlimmsten Fall, meine ich.“
        Ich: „Quasi Reizüberflutung, es ist zu viel und das setzt mich unter Druck.“
        Sie: „Warum?“
        Ich: -_- „Weil ich Angst habe, es nicht hinzubekommen und dann wieder …“
        Sie: „Was würde dann passieren?“
        Ich: „Krankenkasse lala keine Therapie lala kein Geld lala“

        Dann sind wir wieder bei dem Nebenjob/Ausbildung/Schule-Gespräch, dann wieder beim Nächsten und so geht es immer weiter und ich wiederhole mich und selbst wenn nicht, fragt sie zwischendurch irgendwelche Dinge wie „Was machst du, um dich abzulenken?“ – „Musik hören.“ – „Wie ist das?“ – „.. Laut.“ und ich denke mir: Soll ich Isolation und Flucht und Verdrängung in Zukunft als T-Shirt tragen, damit sie weiß, dass ich weiß, was ich da mache & dass es nicht gesund ist?

        Weißt du, wie? :/

        Manchmal würd ich gerne über etwas relevantes reden und nicht irgendwelche Klischee Gespräche durchmachen, in denen sie versucht, mir Selbstbewusstsein einzureden und ich sie frage, was sie von der Idee hält, wenn ich die Typen nachmache, die sich an den Straßenrand setzen mit nem Schild „Too ugly to prostitute, too dumb to steal.“

        . . .

  2. Als ich jung war wie Du, wähnte ich mich auf dem Weg zum Schachweltmeister und zum weltberühmten Philosophen, vielleicht täte etwas Größenwahn Dir gut.
    Zumal das Engagement von Therapeuten nun wirklich eine Preisfrage ist: Wenn Du zahlst, übernachten die bei Dir im Wohnzimmer, jeden Hauch eines Tiefs sofort mit Dir zu besprechen.
    Wirklich verstehen kann ich Deine Enttäuschung, überall nur auf Penner wie mich zu treffen, während die „Schnitten“, welche einem im Straßenbild auffallen, von Weblogs wie von Depressionen höchstens mal im Vorbeigehen gehört haben.
    Andererseits scheint niemand attraktiv genug zu sein, Dich Berge versetzen zu lassen…

    Bevorzugte Weblogs? Neulich bin ich auf ein Netzwerk von Hungerkünstlerinnen gestoßen, komme kaum nach mit dem setzen von Lesezeichen, stelle mich jetzt sogar selbst einer „Challenge“, ob andauerndes Hungergefühl mich vielleicht der Problematik meiner Sterblichkeit enthebt. Nach Frittenbuden will ich mich verzehren, statt weiter unter Gottlosigkeit zu leiden.

    1. Das Problem ist doch, dem Größenwahn nicht zu verfallen, denn wenn eine 18 Jährige da sitzen kann und die Welt fragt, was sie ihr zu bieten hat anstatt andersrum, dann ist das auch bloß Größenwahn, oder? :/ Weiß nicht, mir kommt’s so vor, aber vielleicht gibt es einfach sehr viele verschiedene Richtungen und ich sollte mal nach links abbiegen.

      Haha, das seh ich vor mir. Frau K in meinem Zimmer. Gott, ich würd verrückt werden. Pointless. Schon allein, wenn sie wieder anfangen würde „Du bist so ein hübsches Mädchen..“ oder „Du duscht gerade, wie fühlt sich das an?“ (Nass??? oô) XD Nein, eigentlich ist sie nicht schlimm.. Keine Ahnung, warum ichs immer so hinstelle..

      Penner und Schnitten. Redest du von äußer- oder innerlichen Pennern?

      Hmm.. Heißt du da „Ana95“ ? ;p Nein, ernsthaft. Forum, Blog oder wie? Interessiert mich gerade irgendwie ziemlich.. Wieso eigentlich Sterblichkeit? Irgendwie.. einerseits denke ich mir viel zu oft, dass es verdammt scheiße ist, dass irgendwann alles zu Ende ist, denn das Wissen, dass man für immer hat, macht Schmerz ironischerweise oft einfacher. Man kann sich ja Zeit lassen.. Man hat für immer, um der Welt den Stempel aufzudrücken. – Dann frage ich mich aber: Wozu sollte ich? Gleichzeitig führe ich hier aber Blog und freue mich, wenn ich Leute dazu bringe, etwas zu überdenken oder überhaupt erst über ein Thema nachzudenken. Was genau so ein Stempel ist, wenn auch viel zu klein, um zu zählen. Und zum Schluss höre ich KIZ „Ich werd den Tod überlisten, mit unsterblicher Musik.“ und überlege, ob etwas anderer Größenwahn nicht doch gut wäre, denn ich könnte bestimmt gute Interviews geben…

      Ist vielleicht mein „Thema“. Du meintest doch mal, es ginge mir ständig um Glück. Aber ich glaube mehr, dass es ums Entscheiden geht. Oder um Beides, oder um gar nichts.. *sigh*

      Wäre ich blond, hätte ich wenigstens eine klischeehafte Begründung für den Scheiß, den ich von mir gebe.. Damn.

      Unter Gottlosigkeit zu leiden?

  3. Beinahe die Regel ist es, dass Menschen sehr weite Wege gehen, ohne sich im Klaren zu sein, was sie am Ziel eigentlich wollen? Wohl ganze Jahrgänge, die mit ihrem Jodeldiplom nach Abitur und Studium völlig ohne Plan dastehen, und dann natürlich irgendetwas sagen von der Art, dass man Leben nunmal nicht planen könne, man also korrekterweise nur den Augenblick gelebt habe.
    Was Du über die ziemlich erfolglosen Bemühungen Deine Therapeutin schreibst, habe ich vor 20 Jahren so ähnlich schon vorausgesehen, auch, dass die Welt mir dann regelmäßig unappetitliche Alkoholiker in die Praxis schickt. Reine Logik, welche mir keinen noch so vollbusige Schönheit auf der Couch eines von Hollywood ausgeschmückten Berufsbildes widerlegen konnte.
    Frage ich also, was die Welt mir auf Thomas Manns „Zauberberg“ bietet, nämlich kaum Pollen und Milben, empfinde ich dieses Sondieren des Marktes keineswegs als Größenwahn. Selten tue ich einen Handschlag, ohne zu fragen nach dem Warum?
    Als „Penner“ empfinde ich mich hauptsächlich wegen meines Äußeren. Selbst merkt man sein Altern ja kaum, hingegen junge Menschen jede Annäherung meinerseits, welche den Kontext des im gesellschaftlichen Umgang Üblichen verlässt, als ekelerregend empfinden müssen. Vielleicht kennst Du das Märchen, welches damit beginnt, dass ein Greis jenseits vom Tisch aus einem Holznapf essen muss.
    Grundsätzlich auch keine schlechte Idee, mich Alten so nach und nach auszuscheiden, weil ich andernfalls wohl niemals den Frieden finden würde, endlich sterben zu können.
    Auch meine ziemlich wehrkraftzersetzende Gedankenwelt hat 0,00 Leser verdient: Um die Galeere normalen Familienalltags zwischen Windeln und Spätschicht auf Kurs zu halten, bedarf es energischer Trommler. 1944 hätte man einen Hirni wie mich, der sich von Ruderbank zu Ruderbank predigt, dass man ja nicht vergessen solle, sein Selbst zu verwirklichen, kommentarlos aufgehängt.
    Freiheit bedingt Gottlosigkeit, bedingt das Leid, in kein Weltbild gefügt zu sein. Denn wenn es einen leichten Tod gibt, dann den unter Mitleidenden, Hand in Hand.
    Freigeist werde ich immer bleiben, da gibt es kein sittliches Einfügen in die Gesellschaft mehr. Körperlich aber bin ich den Gesetzen des Hungers unterworfen wie jeder Mensch. Hier sehe ich Chancen, meinen Geist der Verzweiflung völliger Haltlosigkeit zu entziehen, hin in ein relativ banales Stehen und Fallen mit jeder Mahlzeit.
    Kann Dir gerne Links einiger bevorzugter Weblogs schicken.
    Tatsächlich ist „Glück“ wohl auch eine Frage, inwieweit wir uns entscheiden können. Seit ich mich vor zehn Jahren für meine Frau entschieden habe, schaue ich beinahe mitleidig auf jene Sportsfreunde, die ihr Leben verschwenden mit zahllosen Datings.

    1. „Selbst merkt man sein Altern ja kaum.“ Du bist der Erste, den ich das schreiben lese.
      Jaa, pack mal Links hier rein! Find das immer spannend.

      Bin gerad etwas zu hibbelig, um ordentlich zu antworten. (Bestes Beispiel ist, dass ich erst da gemerkt hab, dass ich mit Brille in die Dusche bin, als es zu spät war.. *sigh*) Also wohl später.. :)

  4. Sie: „Was machst du, um dich zu beschäftigen?“
    Ich: „Lesen.“
    Sie: „Wie fühlst du dich dabei?“
    Ich: „Beschäftigt…“

    Ich weiß, das Thema ist eigentlich nicht lustig, aber da musste ich wirklich lachen. :-D
    Ich kenne mich da ja nicht so wirklich aus, aber es klingt irgendwie, als würde sie gewaltig auf der Stelle treten. Die Gründe, warum du nicht raus willst, sind ja eindeutig. Ist es dann nicht auch an ihr, eine Lösung zu finden?

    So ein Schild möchte ich übrigens auch bitte haben. Wo gibt es die? :-D

    1. Mami und ich haben davon total viele Beispiele bequatscht und Bauchschmerzen vor Lachen gehabt, also ist’s okay. ;p

      Das sagt sie aber auch. Also das denken wir beide, Frau K und ich. Und wohl auch der Rest, der je was von der Therapie mitbekommen hat. Das Problem ist, dass es einfach keine Möglichkeiten gibt, das irgendwie zu ändern. Bzw. ich keine kenne und sie keine sieht.

      Die sind klasse, oder? :’D

  5. http://lapetitemariette.blogspot.com/?zx=43e0ef9c68054b16

    Ein typisches Weblog, finde ich, von dem aus Du den Verzweigungen über die Abonnenten weiter, immer weiter folgen kannst.
    Ich überlegte heute unter der Dusche, was man der jungen Frau schreiben könnte, kam aber zu einem Ergebnis wie Roger Willemsen an seinen „Enden der Welt“, wo er eine Greisin bei der Hand nimmt, die ihr Leben lang ihr Stück Land nicht verlassen hat, weil sie sich fürchtet vor bösen Geistern hinter der Grenze.
    Willemsen nimmt die Greisin also bei der Hand, führt sie und führt sie, bis die Greisin kurz vor der Grenze in höhnisches Lachen ausbricht: Sie habe sich ihr Leben lang vor der Grenze gefürchtet, und er, Willemsen, denke nun, er könne auf der Durchreise lösen, was ihr ihr Leben lang nicht glückte. Mit diesen Worten reißt die Greisin sich los und geht zurück auf ihr Land, ohne Roger Willemsen noch eines Blickes zu würdigen.
    Angesichts solch absolut logischer Niederlagen, hätte ich mich als Therapeut wohl längst aufgehängt. Gerade im helfenden Bereich sind die Selbstmordraten hoch: Besorgst der Klientin eine Wohnung, besorgst ihr Arbeit – und die fängt wieder an, flaschenweise Wodka zu saufen!
    Hingegen mich heute die Illusion rettet, dass mir mit 40 Stunden Gesprächstherapie selbstverständlich mehr glücken würde, als mit einigen Kommentaren, dass man sich dann nicht mehr über mich ausschüttet vor Lachen, was bitteschön DAS denn für ein Penner ist???

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