Craving pain

Manchmal glaube ich, dass es etwas mit Sicherheit zutun hat. Dass ich mir traurige Musik anhöre, weil sie meine Stimmung widerspiegelt und dass ich traurige Filme schaue, weil Apathie so viel sicherer ist als Lebensfreude.

Wenn man am Boden liegt, dann stört es einen schon bald gar nicht mehr, ob daneben ein Plumpsklo steht, während aber in einer der (mir fällt auf, instabilen) Hochphasen der kleinste Windhauch alles zerplatzen lassen kann. Die Beziehung zu XY kann durch zwei Worte zerstört sein (hinterfragen wir bitte den Wert dieser Beziehung..), Geschäftspartner soundso nimmt einen aus wie ’ne Weihnachtsgans und man steht vor der Existenzkrise überhaupt.

Blöd wie es ist, glaube ich, dass die meisten Menschen nach Konstanten in ihrem Leben suchen und bei vielen ist das eben ‚Schmerz‘. Nicht, dass jeder dieser Menschen das so toll findet. Im Gegenteil, ich glaube, die Wenigsten sind wirklich Masochisten. Es ist ein egoistischer (nicht das Egoismus das Gegenteil von Masochismus wäre.) Zug und nein, Egoismus ist mE oft nur förderlich, ich will das nicht verurteilen.

Statt verletzt zu werden, verletzt man sich lieber selbst. – Bei mir hat das auch was mit Stolz zutun. Wer gibt schon gerne zu, dass er verletzt wurde – also der Verlierer, das Opfer, der Versager ist?

(..) – Irgendwann im Juli ’11

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5 Kommentare zu „Craving pain

  1. „und das wirklich traurige ist, das sie mich verlassen hat, bevor ich gehen konnte. Das sie das Heft in der Hand hatte. Und ich hatte Kontrolle über absolut gar nichts.“ …das saß eine lange Zeit in meinem Kopf. Und schlimmer als das unhappy-end für mich ist, das ich zu Null geschlagen wurde. Ohne eine Chance auf Gegenwehr. Und das wird ewig an mir nagen…

    1. Irgendwo hab ich mal ein Zitat gefunden.. Da hieß es so ungefähr:

      „Und das Unfaire ist, dass die Schönheit des Anderen, das, woran man sich so erfreut hat, nur noch grausam und eine große Beleidigung ist.“

      Ich hab mich immer gefragt, wieso Leute trauern, wenn sie verlassen werden. Das ist einfach mald er größte Scherz überhaupt, denn ich mache nichts anderes, außer darüber zu heulen, dass ich gerne einen Daddy hätte. Whatever, verstehe nämlich trotzdem nicht genau, was schlimm ist. Dass man verlassen wurde, oder dass man verlassen wurde. Oder auch was ganz Anderes.

      Diese Hilflosigkeit kann ich aber nachvollziehen. Es ist ja nicht nur ihr Leben. Darüber hab ich wann anders mal geschrieben. Dass die Leute in unsere Leben reinkommen und irgendwann wieder gehen, aber wir kommen nicht damit klar. Für uns ist es noch nicht zu Ende. Für uns ist alles noch da.. Blah. Also falls du sowas in der Richtung meintest.. ?

      1. Ja, ich glaube, so meinte ich das :-) Es ist einfach so, das es an mir nagt, das ich damit nicht abgeschlossen habe. Nur sie. Und es war so einfach für sie.
        Es gibt einen Song, darin heißt es „jetzt wär‘ doch endlich Zeit für mehr, jetzt ist er nicht mehr da.“. Er ist in meinem Fall eine Sie, aber die Situation bleibt gleich.

        Vielleicht bin ich traurig darüber, das ich verlassen wurde. Oder auch darüber, wie es passiert ist. Ohne, das ich daran etwas hätte ändern können. Mir jedenfall stinkt verlassen werden gewaltig. :/

  2. Eine wichtige Konstante im Leben des Menschen ist sicher die Ebene, auf der er lebt. „Freunde“, welche sich einem bedingungslos zuwenden, könnten die meisten „normalen“ Menschen nahezu gesunden lassen, glaube ich, während mich solch ein Miteinander in meinem verzweifelten Verlangen nach Unsterblichkeit ziemlich unberührt ließe: Die „Droge Mensch“, wie sie sich in ihrer Wirkungsweise kaum von anderen Genussmitteln unterscheidet. Und was bitteschön soll ich mit den Herzen einiger Häuflein Asche?
    Hingegen ich selbst die Tränen Depressiver für absolut abwischbar halte, so lange es ihnen wichtig ist, hübsch rasiert aufgefunden zu werden. Gerne würde ich Depressive daher einem sogenannten „Love-Bombing“ aussetzen, mit dem viele „Sekten“ regelmäßig neue Anhänger gewinnen: „Du bist der Mensch, auf den wir gewartet haben!“
    Solche Atmosphäre würde den Bedarf Depressiver an Medikamenten deutlich senken, glaube ich.

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