Spare us from the fury within.

Das Lustige an meiner Situation ist, dass all das hinschauen nichts hilft, wenn sich Dinge hinter mir entwickeln. Wenn ich nach vorne schaue, aber da nichts ist und ich mich nicht traue, mich umzudrehen.

Wenn ich kämpfe, aber niemanden habe, gegen den ich antreten könnte.

Wenn alles, was zwischen mir und irgendeiner Form von Produktivität steht, ich bin.

Der scheiß Songtext „No one said it was easy, no one ever said it would be this hard.“ trifft zu, egal wie Klischeé das jetzt sein mag.

Würde es so einfach sein wie eine Erkältung, würde ich meinen Finger auf das Problem halten können und sagen: „Da.“ und würde ich dann dazu in der Lage sein, etwas dagegen zu machen.

Aber während ein Schnupfen mich nicht davon abhält, Taschentücher, Tee und eventuell irgendein Medikament zu besorgen, bin ich selbst doch mein ‚Gegner‘.

Ich bin Schnupfen, der mich ins Koma schlägt.

Ich kann erst dann gesund werden, wenn ich schon gesund bin. Ich bleibe so lange krank, wie ich krank bleibe – Und damit möchte ich nicht sagen, dass ich mir halt die Zeit nehme, sondern dass es für immer so weitergeht, bis ich aus diesem Kreis rauskomme. Ich will haben, was ich nicht kenne und ich kenne keinen Weg, zu kriegen, was ich nicht habe.

Vermutlich ist es für andere Menschen so einfach, meinen Blog zu lesen und mir Dinge vorzuschlagen, aber ich komme damit einfach zu keinem Ergebnis. Jeder gutgemeinte Rat ärgert mich im Endeffekt doch nur, außer er ist ghetto genug (*hust* Noelle und ähnliche Lieblingsblogger *hust*).

All die „Das wird schon“s und „Du musst das in einem anderen Licht betrachten“s und die „Aber blahblahblah Equlibrium blahblah The Kooks blahblah“s helfen doch gar nichts, wenn ich nicht selbst den Weg gehe. So wie ich in Chemie erst dann meine 1 bekommen habe, wenn ich das Prinzip verstanden habe und so wie all die schlauen Klöpfe ihre Essstäbchen gegeneinander klopfen, ihren Tee trinken und meinen, die Leise sei das Ziel.

Aber es ist unglaublich schwer, das zu machen, was ich eigentlich erst dann machen könnte, wenn es mir gut ginge, solange es mir noch nicht gut geht, in der Hoffnung, dass es hilft, mit dem Wissen der Überzeugung, dass es nur weh tun wird und nicht klappen.

Und all der Zorn und die Wut und Ohnmacht gehen einfach nicht weg, außer ich stelle mich aus. Ich weiß nicht, wieso es so viel einfacher ist, all die passiven Gefühle auszublenden – Trauer, Dankbarkeit – aber alles aggressive – und Freude ist auch irgendwo aggressiv, wenn man’s so macht wie ich – mich verfolgen kann als wär ich der letzte Starbucks in Seattle.

Wieso ist es so schwer, etwas gegen Dinge zutun, von denen man rational weiß, dass sie einen nie weiterbringen können? Das mit dem inneren Schweinehund ist ein Witz.

Mir kommt’s langsam so vor, als wäre dieses kleine, schreiende und um sich schlagende Kind in mir drin viel stärker als ich. Aber wenn ich drüber nachdenke, meine Schwester schafft es auch viel besser, mir eine reinzuhauen als ich das je tun könnte – Skrupellose Minderjährige. Denken alle, sie hätten nichts zu verlieren..

A furore infra, libera nos.

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11 Kommentare zu „Spare us from the fury within.

  1. Irgendwie lese ich einige Beiträge von dir 3 oder 4 mal. Wahnsinn, wie du das in Worte fassen kannst.
    Aber du hast Recht. Es ist zum kotzen, Kampfbereit zu sein und dann ist niemand da. Manchmal habe ich das Gefühl, das sich eine unglaubliche Wut und Energie in mir aufbaut. So stark, das ich glaube, mit bloßen Händen Mauern einzureißen. Aber keine Möglichkeit, sie raus zu lassen.

    Ich glaube, das man oft nichts gegen das tun kann, was einem täglich in die Fresse schlägt, liegt daran, das wir uns oft nicht damit abfinden können, das wir etwas, was wir wollen oder brauchen nicht kriegen können. Könnte natürlich auch ganz schöner Mist sein, den ich hier schreibe.

    1. Es fühlt sich an, als würde ich mir ins eigene Fleisch schneiden, wenn ich versuche, das zutun, was ‚gegen‘ die Depressionen ist, was ‚helfen‘ könnte. Macht das Sinn? Und man schreckt doch immer automatisch zurück, wenn man sich selbst verletzt. Außer man verletzt sich, um sich zu verletzen, aber das hat nichts mit Kämpfen und gesund werden zutun.

      Und ja.. das mit dem 3-4 Mal lesen ist die Anfangsgeflashtheit, sollte in ein paar Wochen abflauen, wenn du merkst, was für einen Schaden ich hab, keine Sorge..

      „Ich glaube, das man oft nichts gegen das tun kann, was einem täglich in die Fresse schlägt, liegt daran, das wir uns oft nicht damit abfinden können, das wir etwas, was wir wollen oder brauchen nicht kriegen können.“

      Amen.
      Kein Mist. Ich meine.. Also einerseits gibt es Dinge, wo wir es nicht zulassen müssen, dass es uns in die Fresse schlägt, schon klar. Aber beim Rest, bei den Dingen, die wirklich außerhalb unseres Einflussbereichs stehen.. Als würde man ein kleines, hungriges Kind vor ein Süßigkeitenladen stellen und festketten. Man presst sich die Nase an der Scheibe platt, sieht nach Innen und sieht all die Leute, die drinne sind, es schaffen, sich ihre fetten Wänste vollfressen und man sitzt draußen und fragt sich, warum in aller Welt man selbst nicht auch da reingehen kann und ignorant und scheiße sein.

      Auf der einen Seite bin ich voller Wut und will jeden anschreien, der mich überhaupt in die Lage gebracht hat, Süßigkeiten zu wollen, vor dem Laden angekettet zu sein oder ‚das Licht der Welt erblickt zu haben‘, auf der anderen Seite will ich mich selbst zerfleischen und dann, ganz zum Schluss ist da noch die Ohnmacht, denn die Welt ist unfair und so helfen alle meine „Bin ich gut, ist die Welt zu mir gut“s nicht und jede pseudo-plausible Erklärung bringt nichts, denn es zu versuchen und alles zu geben und es mehr zu wollen als das eigene Leben haben keine Währung.

      Whoo, ich schreibe heute irgendwie in Patricianisch.. Falls du das also verstehst, Hut ab.

      1. Ich kann nur hoffen, das ich es verstehe. Und einen Beitrag 3 oder 4 mal zu lesen finde ich gar nicht schlimm. Ich lese ja auch Bücher mehr als einmal, wenn ich sie mag ;-)

        Dein Vergleich mit den Süßigkeiten passt wie die Faust aufs Auge, finde ich. Ich kann ja nur für mich sprechen, aber die Tatsache, das ich nicht rein kann wiegt für mich weniger schlimm als die Tatsache, das andere es können. Schlimmer als etwas nicht zu bekommen oder zu erreichen ist – zumindest für mich – mit anzusehen, das andere es bekommen oder schaffen.

        „denn es zu versuchen und alles zu geben und es mehr zu wollen als das eigene Leben haben keine Währung.“

        Ob ich das jetzt richtig verstehe, weiß ich nicht. Aber ich für meinen Teil habe nie geglaubt, das an diesen Weisheiten, man müsse nur positiv denken und etwas wirklich wollen, dann würde es auch gelingen oder man könnte es erreichen, etwas dran ist. In meinen Augen ist das hohles Geschwätz von Leuten, die das, was sie möchten bereits haben. In manchen Fällen ist es ihnen auch einfach so vor die Füße gelegt worden.
        Dann ist es natürlich leicht zu behaupten, man könne alles schaffen.

        1. Mir fällt gerade auf, dass du in meiner Kommentarsparte der Einzige mit richtigem Gravatar Bild bist. Whoo.

          „denn es zu versuchen und alles zu geben und es mehr zu wollen als das eigene Leben haben keine Währung.“

          Ob ich das jetzt richtig verstehe, weiß ich nicht. Aber ich für meinen Teil habe nie geglaubt, das an diesen Weisheiten, man müsse nur positiv denken und etwas wirklich wollen, dann würde es auch gelingen oder man könnte es erreichen, etwas dran ist. In meinen Augen ist das hohles Geschwätz von Leuten, die das, was sie möchten bereits haben. In manchen Fällen ist es ihnen auch einfach so vor die Füße gelegt worden.
          Dann ist es natürlich leicht zu behaupten, man könne alles schaffen.

          Es ging mir gar nicht mal darum, ob es stimmt, sondern dass.. schwer zu erklären. Dass die besten Intentionen uns zum Schluss meistens nichts helfen, wenn wir doch nur Scheiße bauen. Aber nicht ganz.. ach, heute wieder ein heftiger Fall von Eloquenz R US.

          Ich denke, ab und zu stimmt es vielleicht. Manchmal geht es dann wirklich darum, es genug zu wollen. So sehr zu wollen, dass man auf den Rest scheißt. Wieso machen wir bestimmte Dinge nicht? Wieso hat J. nicht von Anfang an gesagt, dass sie S. auch liebt? Wieso hat R. ständig alle belabert und wieso hat M. nicht rechtzeitig mit ihrem Freund Schluss gemacht? Weil sie alle Angst hatten und ja nicht irgendeine pseudo-objektive Sicht auf die Dinge haben. Wenn wir wüssten, dass wir alles geben müssen, aber auch das kriegen, was wir wollen, dann würden vermutlich viele das Nicht-Risiko eingehen. Aber es bleibt ein Risiko und J. hatte zu sehr Angst davor, dass sie verletzt wird – Das „Unglück“, verletzt zu werden würde schwerer wiegen als das Glück, sollte alles so funktionieren, wie sie wollte. Und die Chancen, das es funktioniert waren ihrer Meinung nach vermutlich schwindend gering. Also hat sie es nicht gesagt.

          Ich könnte mich von meinen Fesseln losschlagen, SAW mäßig meine Beine absägen, um dann im Süßigkeitenladen die Schaufenster mit Blut vollspritzen zu können. Aber was, wenn ich, sobald die Beine absind, nicht mehr bis da rein krauchen kann? Was, wenn die Türklinke zu weit oben ist und mir niemand reinhilft? Was, wenn die Schokolade doch nicht so gut schmeckt und den Verlust meiner Beine nicht wert ist? Was, wenn ich nur zwei Gummibärchen esse und dann sterbe? Ist es das wert?

          Aber andererseits ist die Welt oft einfach nur scheiße und unfair. Und ja, in Begriffen wie fair und unfair zu denken, ist naiv, aber halt trotzdem wahr. Und deshalb sollten die, die es geschafft haben, einfach alle ihre Fresse halten. Die Schlanken, die Schlauen, die Erfolgreichen, die Glücklichen, die Reichen, die, die auch arm zufrieden sind, die Gesunden. SEID EINFACH MAL RUHIG, damit die Welt hört, wie ich rumheule! *schnauf*

  2. Um „Madame Bovary“ habe ich geweint. Mehr Ernsthaftigkeit aber sollte niemand dem Leben abverlangen. So wenig, wie ich Madame Bovary Ratschläge an den Seitenrand schrieb, tue ich es bei Dir. Meine Kommentare würde ich gerne als wortreiche Zeichen des Bewegt seins verstanden wissen. Denn bei mir hat sich das Interesse an Deinem Weblog mit den Monaten keineswegs gelegt. Es gehört zu den drei Lesezeichen auf meinem Handy, die mich durch den Alltag begleiten, und das andauernde Klicken eines „Like“-Button wäre mir schlicht zu wenig des Dankes.

  3. „Und all der Zorn und die Wut und Ohnmacht gehen einfach nicht weg, außer ich stelle mich aus. Ich weiß nicht, wieso es so viel einfacher ist, all die passiven Gefühle auszublenden – Trauer, Dankbarkeit – aber alles aggressive – und Freude ist auch irgendwo aggressiv, wenn man’s so macht wie ich – mich verfolgen kann als wär ich der letzte Starbucks in Seattle.“
    — DAS IST SO WUNDERSCHÖN! Traurig, aber schön.

    Ghetto also, ja?
    Hmm. Je depressiver ich werde, desto unzugänglicher werde ich anderen. Ich teile kräftig aus, (fast) ohne Mitgefühl. Ich bin so richtig schön boshaft und scheiße einfach drauf. Jeder regt mich auf, am meisten ich selbst, aber das bleibt bitte unter uns. Meine ehemalige Therapeutin hat mir erklärt, dass sich meine depressiven Gedanken durch dieses Verhalten, das ja eigentlich dazu dient, Aggressionen loszuwerden (offensichtlich), noch verstärken. Wegen des schlechten Gewissens, das ich angeblich dann doch nicht unterdrücken kann.
    Aber egal, treffen wir uns aufm Aldi-Parkplatz und verprügeln Leute???

    1. Ghetto ist das neue Pink. (Wieso schreibe ich eigentlich ständig punk statt pink?)

      Hmm. Je depressiver ich werde, desto unzugänglicher werde ich anderen. Ich teile kräftig aus, (fast) ohne Mitgefühl. Ich bin so richtig schön boshaft und scheiße einfach drauf. Jeder regt mich auf, am meisten ich selbst, aber das bleibt bitte unter uns. Meine ehemalige Therapeutin hat mir erklärt, dass sich meine depressiven Gedanken durch dieses Verhalten, das ja eigentlich dazu dient, Aggressionen loszuwerden (offensichtlich), noch verstärken. Wegen des schlechten Gewissens, das ich angeblich dann doch nicht unterdrücken kann.

      Amen.

      Aber egal, treffen wir uns aufm Aldi-Parkplatz und verprügeln Leute???

      Vor dem Aldi, wo wir auch mit Klanghölzern, Triangel und Ratsche auftreten?

      1. Hätte ich einen Gehstock, wäre ich Dr. House. Naja, ich bin auch keine Arzt.. aber vom misanthropischen Auftreten her könnte ich ihm bestimmt das Wasser reichen.

        Ja, genau dort! Wir brauchen noch Jogginghosen und aggressive Handy-Musik. Und vielleicht Ghetto-Kapuzen, damit die treuen Aldi-Kunden uns nicht mit der Triangelmusik in Verbindung bringen.

      2. *holt wieder die alten Checker T-Shirts raus, die wir vor Monaten mal haben machen lassen. Mit ‚Ich blas dir einen‘ Knutschmund und Spiegel und Blitz und allem*

  4. Ich denke, ab und zu stimmt es vielleicht. Manchmal geht es dann wirklich darum, es genug zu wollen. So sehr zu wollen, dass man auf den Rest scheißt. Wieso machen wir bestimmte Dinge nicht? Wieso hat J. nicht von Anfang an gesagt, dass sie S. auch liebt? Wieso hat R. ständig alle belabert und wieso hat M. nicht rechtzeitig mit ihrem Freund Schluss gemacht? Weil sie alle Angst hatten und ja nicht irgendeine pseudo-objektive Sicht auf die Dinge haben. Wenn wir wüssten, dass wir alles geben müssen, aber auch das kriegen, was wir wollen, dann würden vermutlich viele das Nicht-Risiko eingehen. Aber es bleibt ein Risiko und J. hatte zu sehr Angst davor, dass sie verletzt wird – Das „Unglück“, verletzt zu werden würde schwerer wiegen als das Glück, sollte alles so funktionieren, wie sie wollte. Und die Chancen, das es funktioniert waren ihrer Meinung nach vermutlich schwindend gering. Also hat sie es nicht gesagt.

    Also in etwa sowas wie Vorsicht aus Erfahrung? Irgendwie wiegt die bei mir oft schwerer als der Wille, etwas wirklich durchzuziehen. Vielleicht fehlt mir auch der nötige Egoismus, weil, wie du schreibst, andere auch oft mit hinen gezogen werden. Und ich naive mal mit… Unfair!

    1. Im Grunde genommen ist doch unser gesamtes Verhalten größtenteils antrainiert. Ob komplett oder vllt doch nicht, weiß ich grade nicht, dafür müsste ich nachdenken und irgendwie läuft mein Gehirn gerade aus.. Jedenfalls, antrainiert. Genau. Also.. wenn man jedes Mal eins auf die Fresse kriegt, wenn man Zwieback isst, wird man das wohl nicht mehr machen. Kommt wohl darauf an, worum es geht und wie schlimm die ‚Strafe‘ oder wie toll die ‚Belohnung‘ ist, aber zum Schluss haben wir ja nicht umsonst unsere Erfahrungen gemacht. x:

      Für den Rest bin ich auch zu müde und dumm. Später hoffentlich. Whää.

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