Seit Monaten und dann das?

Whä!

Ich weiß nicht, wie es den Lesern hier größtenteils geht, aber ich mag Weinen nicht. Also, ich denke, es ist sicher befreiend – ab und zu, einmal im Jahr oder Jahrzehnt. Aber ich neige dazu, es zu sehr zu mögen, wenn ich einmal anfange und dann ist das ganz schnell eine pity party.

Wie auch immer, vorhin rollte mir dann doch ein kleines Tränchen die Wange runter, glücklicherweise hatte es aber nichts mit mir oder Freunden oder Familie zutun – Wieso mich das freut, weiß ich selbst nicht, denn gleichzeitig hab ich natürlich ein schlechtes Gewissen, dass ich heulen kann, wenn irgendwelche Personen in Büchern – FICTION! – etwas sagen, aber nicht, für reale Menschen.. Wäre etwas, worüber ich vielleicht mal nachdenken sollte, irgendwann.

Erst war alles noch süß und so.

I was trying to decide (…) If I was a terrible person for planning to drug my girlfriend and drag her back to my house to keep in the basement.

Eigentlich ist die ganze Reihe auch sehr lustig, aber gleichzeitig geht es die ganze Zeit eben auch im Familie und Liebe und wäre ich eine Person, die im Reinen mit sich ist, würde ich das wohl eher überblättern, stattdessen denke ich aber zu lang darüber nach, wieso ich es nicht schaffe, über meinen Schatten zu springen und Dinge zu sagen oder zu tun… Dazu hab ich auch irgendwo mal ein tolles Zitat gelesen. Ha.. leider gefällt mir die Punchline nicht.

 If he were an introspective person, one of those in-touch-with-hidden-emotions types—aka a woman (..)

Whatever. Das war halt noch in früheren Büchern.. in dem hier ging es aber um Loslassen und Abschied nehmen und Erwachsen werden und ich bin Peter Pan, verdammt.

I didn’t know how I could live with that knowledge, without it eating me up, without it poisoning every happy memory I had of growing up. Without it ruining everything Beck and I had.
I didn’t understand how someone could be both God and the devil. How the same person could destroy you and save you. When everything I was, good and bad, was knotted with threads of his making, how was I supposed to know whether to love or hate him?

Ich glaube, das ist ein Beweis, wie jugendlich und pubertär ich eigentlich noch bin, egal wie gerne ich von mir sage, ‚reifer‘ oder zumindest weiter zu sein als der Rest, nein, eher einem Teil dessen. Stimmt nicht. Ich denke vielleicht über bestimmte Ereignisse nach und reflektiere ab und an, anstatt sie hinzunehmen, aber auf der Entwicklungsleiter stehe ich einige Stufen weiter unten als die hässlichen Abiturienten meiner Schule – Ausgenommen derer, die das hier eventuell lesen natürlich. ;)

One thousand ways to say good-bye
One thousands ways to cry
One thousand ways to hang your hat before you go outside
I say good-bye good-bye good-bye
I shout it out so loud
Cause the next time that I find my voice I might not remember how.

Ich glaube, der Roman ist kein literarisches Meisterwerk – muss er auch nicht sein, um Leute zu erreichen – aber manche Teile waren einfach.. „schön“.

„While I pressed the tissue to my face, Beck said, “Can I tell you something? There are a lot of empty boxes in your head, Sam.”
I looked at him, quizzical. Again, it was a strange enough concept to hold my attention.

“There are a lot of empty boxes in there, and you can put things in them.” Beck handed me another tissue for the other side of my face.

My trust of Beck at that point was not yet complete; I remember thinking that he was making a very bad joke that I wasn’t getting. My voice sounded wary, even to me. “What kinds of things?”

“Sad things,” Beck said. “Do you have a lot of sad things in your head?”

“No,” I said.

Beck sucked in his lower lip and released it slowly. “Well, I do.”
This was shocking. I didn’t ask a question, but I tilted toward him.
“And these things would make me cry,” Beck continued. “They used to make me cry all day long.”

I remembered thinking this was probably a lie. I could not imagine Beck crying. He was a rock. Even then, his fingers braced against the floor, he looked poised, sure, immutable.

“You don’t believe me? Ask Ulrik. He had to deal with it,” Beck said. “And so you know what I did with those sad things? I put them in boxes. I put the sad things in the boxes in my head, and I closed them up and I put tape on them and I stacked them up in the corner and threw a blanket over them.”

“Brain tape?” I suggested, with a little smirk. I was eight, after all.

Beck smiled, a weird private smile that, at the time, I didn’t understand. Now I knew it was relief at eliciting a joke from me, no matter how pitiful the joke was. “Yes, brain tape. And a brain blanket over the top. Now I don’t have to look at those sad things anymore. I could open those boxes sometime, I guess, if I wanted to, but mostly I just leave them sealed up.”

“How did you use the brain tape?”

“You have to imagine it. Imagine putting those sad things in the boxes and imagine taping it up with the brain tape. And imagine pushing them into the side of your brain, where you won’t trip over them when you’re thinking normally, and then toss a blanket over the top. Do you have sad things, Sam?”

I could see the dusty corner of my brain where the boxes sat. They were all wardrobe boxes, because those were the most interesting sort of boxes — tall enough to make houses with — and there were rolls and rolls of brain tape stacked on top. There were razors lying beside them, waiting to cut the boxes and me back open.
“Mom,” I whispered.

I wasn’t looking at Beck, but out of the corner of my eye, I saw him swallow.

“What else?” he asked, barely loud enough for me to hear. “The water,” I said. I closed my eyes. I could see it, right there, and I had to force out the next word. “My …” My fingers were on my scars.

Beck reached out a hand toward my shoulder, hesitant. When I didn’t move away, he put an arm around my back and I leaned against his chest, feeling small and eight and broken.

“Me,” I said.“

Beck was silent for a long moment, hugging me. With my eyes closed, it seemed like his heartbeat through his wool sweater was the only thing in the world — and then he said, “Put everything in boxes but you, Sam. You we want to keep. Promise me you’ll stay out here with us.”

We sat like that for a long while, and when we stood up, all my sad things were in boxes, and Beck was my father.

 

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12 Kommentare zu „Seit Monaten und dann das?

  1. Damn, das ist echt traurig. Mir wurde mal ähnliches geraten. Ich sollte alles traurige, schmerzhafte, farblose in eine Kiste packen und die im Keller verstecken. Und sie nur öffnen, wenn ich es wirklich will. Aber irgendeine doofe Sau macht sie ständig auf und lässt sie alle raus. Die dämliche Liebe, die scheiß Angst davor, jemanden zu verlieren und den beschissenen, teuren Scotch.

    1. Da war eine Szene, die ich hier gar nicht reinstellen konnte, weil sie aus dem Kontext heraus niemandem etwas sagen würde.. jedenfalls die hat mich echt kaputt gemacht. :x Daraufhin wurden gleich mal 5 neue Posts geschrieben, die demnächst auch alle (oder zumindest ein paar davon) veröffentlicht werden (oder im Fall dieses und des anderen gestrigen Posts, wurden).

      „Damn, das ist echt traurig. Mir wurde mal ähnliches geraten. Ich sollte alles traurige, schmerzhafte, farblose in eine Kiste packen und die im Keller verstecken. Und sie nur öffnen, wenn ich es wirklich will. Aber irgendeine doofe Sau macht sie ständig auf und lässt sie alle raus. Die dämliche Liebe, die scheiß Angst davor, jemanden zu verlieren und den beschissenen, teuren Scotch.“

      Bei mir funktioniert das auch nicht. Ich kann manche Sachen wegsperren, die kleinen Sachen. Aber die kleinen Sachen zerstören einen nicht so sehr, wie es die großen tun. Und die großen Dinge..

      My whole life, I had thought that my story was, again and again: Once upon a time, there was a boy, and he had to risk everything to keep what he loved. But really, the story was: Once upon a time, there was a boy, and his fear ate him alive.

      Das Blöde an uns Menschen ist, dass wir in der Lage sind, abstrakt zu denken, aber zu blöd, um uns nichts draus zu machen. Und deswegen verfolgt uns die Vergangenheit und deswegen haben wir Schiss vor der Zukunft. Und deswegen vergessen wir auch die Gegenwart, denke ich. Aber vielleicht ist das nur bei mir so und vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, um es mir leichter zu machen und nicht zugeben zu müssen, dass ich nur feige und faul bin.

      1. Angst vor der Zukunft haben wir, weil wir schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht haben. Simples Beispiel: Eine Frau wurde von 3 Männern in ihrem Leben betrogen. Das sie dann skeptisch gegenüber dem Neuen ist, ist doch normal, oder? Selbst, wenn er nicht den geringsten Anlass gibt, ist ein gewisses Misstrauen normal, eine Art Selbstschutz.
        Es gibt einfach Dinge, die kann man nicht ausblenden. Für einige geht das bei scheinbar harmlosen Dingen los, wie zum Beispiel schlechte Erfahrungen in einer Beziehung, andere schütteln das wiederrum leicht ab und sie können nur schwere… ich nenne es mal Traumata, nicht vergessen oder verarbeiten.

        Ich gehöre wohl eher zu den Leuten, die eine bestimmte Sache nicht aus dem Kopf kriegen, sich richtig drin verbeißen, obwohl es mir selbst nur schadet. Aber es einfach wegsperren, das bekomme ich nicht hin. Es ist ja nicht so, als würde ich freiwillig etwas aus der Kiste holen, was mich dazu bringt, mir die Augen auszuheulen.

        Ich habe mal einen Artikel gelesen, in dem gesagt wurde, das bei Ratten gezielt Erinnerungen gelöscht wurden und es wohl irgendwann auch möglich ist, das es bei Menschen funktioniert. So könnte Leuten mit schweren Traumata, wie zum Beispiel Vergewaltigungen, Katastrophen oder ähnlichem, geholfen werden.

        Ganz ehrlich, mein größtes Problem scheint vielen ein Witz und einige sind schlichtweg genervt davon, aber ich würde mich sofort als Testperson anbieten, weil meine Sache immer und immer wieder aus der Kiste kommt und mich, wie du es zitiert hast, bei lebendigem Leibe frisst.

        1. Ja, ich glaube von diesem unglaublich abstrakten Prozess habe ich mal gehört.. Warte… Lernen? Ja, so hieß es. ;) Ich zucke zB fast immer zusammen, wenn meine Schwester hinter mir steht, weil sie, wenn sie gnatzt, gerne zuschlägt. (Und sone 5 Jährige hat ganz schön Kraft!). Jedenfalls, man lernt dazu. Konditionierung und so weiter. Und ob man mit solchen Erfahrungen umgehen kann – bzw wie man das tut – hängt sicher von tausend Dingen ab. Wie man aufgewachsen ist, was für ein Selbstbild man hat. Blabla, Freud, Blabla.

          Um ehrlich zu sein, ich würde mich da nicht anbieten. Was, wenn die Person, die ohne die Erinnerungen rauskommt, genau das ist, was ich nicht sein möchte? Das ist wie Geld. Wenn ich zB ganz viel Geld haben will, um es zu spenden, aber in dem Moment, wo ich das Geld kriege, Paris Hilton-ish werde und nichts spende, sondern für Haarfarbe und blaue Kontaktlinsen ausgebe, dann hat das Geld seinen Sinn verloren. – Wäre irgendwie auch nicht schön. Andererseits denke ich manchmal, dass ich auch.. wie hat Noelle es gesagt, getrocknete Kuhscheiße fressen würde, würde es helfen.

          So long.

  2. Slaughter! Let’s bath in his blood and use his entrails for armbands!

    Einer von 3 Sätzen, die ich schon immer von einer Frau hören wollte. *Messer wetz* Oder darfs auch eine Axt sein?

      1. Die passen absolut nicht zum Thema, glaube ich. Und sind mir auch ein wenig peinlich :-p
        Aber rostiger Löffel hat was… Die Wahl der Waffe scheint die Qual der Wahl zu sein ;-)

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