Dämlich

Vom 19. Februar 2011

(vermutlich morgens um 4 geschrieben. WordPress spinnt ja immer, was Uhrzeiten betrifft)

Hab schon wieder neue Entwürfe reingestellt, aber guut.. ähm, ja. Die werd ich vielleicht später veröffentlichen. Mein Kopf ist gerade eigentlich ganz wo anders (obwohl ich nicht genau weiß, WO das ist), was vielleicht erklärt, warum der Artikel jetzt komisch werden könnte.

Vorhin habe ich mir – bitte Luft anhalten, wait for it, wait for it – Eclipse geschaut. Jap, ich hab Twilight 03 gesehen. Ist mir auch ziemlich peinlich. :’D

Bella macht da gerade ihren High School Abschluss und ihre Freundin, Jessica, hält diese kleine, schicke Rede.

Als wir Fünf waren, wurden wir gefragt, was wir mal werden wollen. Unsere Antworten lauteten Astronaut, Präsident. Oder in meinem Fall – Prinzessin. Als wir Zehn waren wurden wir erneut gefragt und wir antworteten Rockstar, Cowboy – oder in meinem Fall Olympiasiegerin. Aber da wir jetzt erwachsen sind erwartet man eine ernsthafte Antwort. Tja, wie wär’s damit: Wer zum Teufel weiß das schon?

Jetzt ist nicht die Zeit, feste Entscheidungen zu treffen. Jetzt ist die Zeit, Fehler zu machen. Den falschen Zug zu nehmen und irgendwo zu stranden. Sich zu verlieben, mehrfach. Den Bachelor in Philosophie zu machen, denn damit kann niemand seinen Lebensunterhalt verdienen. Die Meinung zu ändern und sie wieder zu ändern, denn nichts ist von Dauer.

Also macht so viele Fehler wie ihr könnt. Denn wenn man uns eines Tages wiederfragt, was wir werdenwollen, dann werden wir nicht raten müssen.

Wir werden es wissen.

Klingt schön, oder? – Ist aber dämlich.

Wirklich dämlich. Wenn Jessica das Geld hat, Fehler zu machen. Und die Freunde und Familie und die Zeit, dann ist das natürlich sehr schön, aber die Wahrheit ist:

Wir haben keine Zeit für Fehler. Wenn wir es jetzt nicht wissen, dann werden wir in 20 Jahren nicht sagen können, was wir werden wollen, sondern nur, dass wir es sowieso nicht erreichen. Wenn wir Glück haben, reicht es gerade so aus, damit wir einigermaßen überleben. Aber ähm.. naja. Dämlich.

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3 Kommentare zu „Dämlich

  1. finde ich gar nicht dämlich.oder bezog sich dieser titel auf die von dir beschriebene konsequenz aus den gedanken?
    ich finde es jedenfalls hervorragend, wie du es ganz präzise analysierst- so wie es in 99 % der fälle wohl wirklich ist. traurig würde ich es bezeichnen, dämlich trifft es aber auch.

  2. Man sagt ja immer, aus Fehlern lernt man. Das mag in einigen Fällen auch so sein, aber der Mensch ist bestrebt, Fehler zu vermeiden. Dass das aber nicht immer funktioniert, ist auch klar.
    Du hast schon recht, dass wir eigentlich keine Zeit für Fehler haben. Aber manche Fehler muss man irgendwie machen – und sich selber zu finden.

  3. @ schattensucherin. Ja, ich meinte damit die, wie hast du’s so schon formuliert, „von [mir] beschriebene konsequenz aus den gedanken“. :)

    Mittlerweile, tja. Ich hab ja gerade ganz viele Entwürfe (und auch drei weitere Gastautorenbeiträge) in die Warteschleife reingestellt, dh. hier werden bald solche „alten“ Gedankenschnipsel kommen.

    „Die Zeit nehm ich mir, aber ich kann sie mir nicht leisten.“ passt mal wieder hervorragend. Doch im Endeffekt stimmt es ja leider. Wer das Geld für Fehler hat, Hallelujah. Aber die meisten Menschen haben zu hohe Ansprüche an ihre Zukunft, um auch nur an Missgeschicke zu denken. Reden wir gar nicht erst von richtigen Fehlern.

    @Choga, ich glaube, es kommt auch immer darauf an, welche Art Fehler man sich da gerade erlaubt hat. Ist es ein rein menschlicher in der Grundschule? Oder hat man ernsthaft mit einem 6-Wartesemesterdurchschnitt von 1,4 begonnen, Medizin zu studieren, um seine Eltern zu beeindrucken, obwohl man ihnen somit drei Jahre lang einen vom Pferd erzählen musste, um zu erklären, wieso man noch nicht studiert – „Ja, Vati, EHEC und so. Da.. ähm.. werden alle Medizinprofessoren einberufen. Ja, ja. Das kommt nie in den Medien, weil Verschwörung, du kennst das ja. Scheiß Deutschland.“

    First thing I remember was askin‘ papa, „Why?“,
    For there were many things I didn’t know.
    And Daddy always smiled; took me by the hand,
    Sayin‘: „Someday you’ll understand.“

    Well, I’m here to tell you now each and ev’ry mother’s son
    You better learn it fast; you better learn it young,
    ‚Cause „Someday“ Never Comes.

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