Let’s be more than.. this.

Ich hab keinen Bock darauf, das zu machen, wovon ich denke, dass ich es tun sollte. Ich hab keine Lust, ständig darüber nachzudenken, wer was von mir denken könnte; wer es gut oder schlecht, stark oder schwach, hübsch oder hässlich finden könnte, was ich tue. (Und wem es einfach egal ist.)

Ich hab keine Lust, Stunden darüber zu schreiben, was ich alles tun möchte und nichts zu machen. Ich hab keinen Bock, Angst vor der Zukunft zu haben und mir damit jegliche Zukunft zu nehmen.

Ich möchte wissen, wie es ist, aufzustehen und in diesem Moment einfach nur einzuatmen. Mir die Zeit nehmen, einfach nur aufzustehen. Was soll ich verpassen? Das Leben?

Ich möchte den Sackgesichtern ins Gesicht kotzen, die ständig über Effizienz reden. Ich bin nicht effizient, wenn ich 9 Stunden täglich in der Schule sitze und 3-5 weitere Stunden versuche, zu lernen. Ich bin nur kaputt.

Ich möchte gerne keine Angst vor dem Verlust haben und Nähe einfach zulassen können. Ich möchte mich einmal im Leben sauber fühlen. Ich möchte gerne Menschen sehen, ohne ihnen jede Hinterfotzigkeit der Welt zu unterstellen, sobald sie freundlich zu mir sind

Ich würde gerne all meine dämlichen Vorstellungen loslassen, damit es mir egal ist, ob mein Zimmer modern oder meine Schuhe chic sind; damit es mich nicht kümmert, ob der Song nun Mainstream ist oder das Buch eigentlich ziemlich stumpf; ob mich der Typ von damals mit Dreadlocks oder im Spidermanschlafanzug sieht.

Ich will nicht mehr für alles einen Grund und eine gute Ausrede brauchen.

Und wieso mach‘ ich eigentlich nicht einfach das, was ich möchte?

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4 Kommentare zu „Let’s be more than.. this.

  1. Nur wenige Frauen wagten sich damals in den „Wilden Westen“, auf eine von ihnen kamen etwa siebenundzwanzig Cowboys. Solcher Mangel führte dazu, dass die Cowboys hohe Achtsamkeit gegenüber jeder Frau entwickelten. Merke: je kostbarer etwas erscheint, desto uncooler wird man.
    Dass ich mich heute als alter Sack kaum noch darum schere, was die Welt über mich denken könnte, liegt daran, dass die Welt mir weitestgehend gegeben hat, was sie zu geben hatte. Obendrein mag ich mich empathisch verhalten wie ich will, die Wahrscheinlichkeit, im Alter „auf Zimmer“ zu enden, wird dadurch nur unwesentlich geringer.
    Beinahe stöhne ich über den Aufwand, den etwa MitarbeiterInnen unseres Nachrichtendienstes treiben, um derart gemocht zu werden, dass ihre V-Leute ihnen alles offenbaren. Was unsere Gesellschaft also „Unabhängigkeit“nennt, ist für mich die schlichte Einsicht, dass eine sonderliche Investition ins Zwischenmenschliche in keinem Verhältnis zum Gewinn steht.

  2. Genau aus diesem Grund verließ ich mein zuhaus. War es mehr? Vielleicht die Nähe eines Menschen, den Unterschied zwischen Anlass und Ursache habe ich noch nie erkannt.
    Letztlich kann uns nur der absolute Ausstieg aus dieser Misere retten. Ich sehe es bei mir: Grade weg, da kratze ich am Kontakt zu den Damaligen, schon blüht das schlechte Gewissen wieder auf. Man muss die Wurzeln zurücklassen. Bisher fand ich keine Option.

    1. Ist aber genauso ungesund, wie zu bleiben. Sich dazu gezwungen zu fühlen, irgendwen aus welchem Grund auch immer zu verlassen, sich die Wurzeln auszureißen und abzuhauen, ist doch im Endeffekt nur Flucht.

      Das hat nichts mit Wollen und Unabhängigkeit oder Freiheit zu tun, denn man ist nicht frei, wenn man flieht. Man ist viel zu sehr in seinen eigenen Gefühlen und Denkmustern gefangen, als überhaupt möglich sein sollte.

      Was ich damit meine ist, dass es doch erstrebenswerter wäre, die Dinge zu klären, die man klären kann, denn ansonsten verfolgt es einen – so wie dich, sobald du an den alten Kontakten „kratzt“. Man wird seine Vergangenheit nun mal nicht los, scheiße wie es in manchen Fällen ist.

      Und dann gibt es nur die Entscheidung. Sind mir die Menschen wichtig genug? Egal ob negativ oder positiv wichtig, sind sie ein Teil meines Lebens, beeinflussen sie mich auch dann, wenn sie nicht da sind? Und falls ja, möchte ich das? Denn wenn ich es nicht möchte, muss ich entweder zu einer „spirituellen“ Lösung kommen – also loslassen, nicht im physischen Bereich, indem ich Distanz zwischen uns bringe, sondern in dem ich mich einfach mental und emotional von diesen Leuten löse – oder die Beziehungen irgendwie ins Positive wandeln.

      Tja.

      Aber darum ging’s ja eigentlich weniger. Ich wollte nur sagen, dass Wurzeln abhacken die meisten Pflanzen tötet.

      Ansonsten, solang man nichts ändern möchte, ist es egal, was Anlass oder Ursache ist, oder?

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