Zwischenmenschliche Beziehungen

Wer kennt das nicht. Man geht so rum, fühlt sich voll klasse und lächelt, denn die Sonne scheint.. warte, ja, ich kenn das nicht. Wie auch immer. Da kommt ein Mensch vorbei, der lächelt auch, weil die Sonne scheint. Warte, das gibt’s in Deutschland oder zumindest hier, wo ich wohne ebenfalls nicht.. egal. Und man kommt so ins Gespräch und später will der Typ sich dann mal treffen und irgendwann möchte er vielleicht sogar ’ne Beziehung oder falls es eine Typin war und sie nicht bisexuell ist, dann möchte sie so voll krass Freundschaft..

Stopp.

Merken die Leute nicht, wie unfair sie sind?

Ihr kommt zu uns, kommt in unser Leben getrampelt und seid so gesund und psychisch stabil. Ihr gebt uns irgendwelche dummen Hoffnungen, rennt rum und LACHT, verdammt noch mal. Und wollt, dass wir euch vertrauen. Ihr wollt, dass wir uns darauf einlassen!?

Der Punkt ist: Wenn ich einmal anfange zu lieben, dann höre ich nicht auf.

Was für irgendwen nur eine kurzfristige Beziehung ist, ist für mich purer Horror, weil ich einfach viel schneller viel mehr fühle und – shame on me – nicht damit umgehen kann, verlassen zu werden. Was nun einmal immer passiert. Such is life. Damit meine ich  nicht „Es ist immer passiert, deswegen wird es immer passieren, ich bin mir soo sicher, das Leben ist so schlecht zu mir, blabla“ sondern: Erstens, niemand hält es lang mit mir aus. Zweitens, du wirst vielleicht morgen überfahren.

Viele Leute meinen: „Wenn du aus Angst vor dem Schmerz danach, nie das Glück zulässt, dann bist du genauso arm dran wie dann, wenn du es zulässt und verlassen wirst.“

IDIOTEN.

Wie könnte ich jetzt genauso arm dran sein? Jetzt bin ich allein, aber ich kenne die Menschen noch nicht, die ich später vermissen würde. Ich kenne noch nicht A oder G oder M. Was ich nie hatte, kann ich auch nicht vermissen. Ich kann zwar spüren, dass mir etwas fehlt, aber ich weiß nicht, wie viel. Ich kenne den Unterschied noch gar nicht. Und das ist auch gut so.

Denn ganz zum Schluss ist es so: Ich bin zu kaputt, um noch einmal verlassen zu werden. Und ich bin zu sehr damit beschäftigt, mich selbst runterzumachen, um es nicht zuzulassen. (Denn ja, man wird nicht nur verlassen, man lässt es auch zu, ist halt so, ich weiß)

Und wenn den Leuten, die von mir verlangen, das Risiko einzugehen, ebenso viel an mir liegen würde, wie mir an ihnen liegt, dann würden sie das akzeptieren.

Aber nein.

Man läuft durch die Stadt und lächelt, weil die Sonne scheint.

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Veröffentlicht von

Patricia

People I know started following me. This is getting too real.

10 Gedanken zu „Zwischenmenschliche Beziehungen“

  1. Jesus Christus wäre jetzt ihr Lover, schrieb eine Tierärztin mir vor Jahren. Vielleicht googelst Du mal bei den Bräuten Christi vorbei, ob deren fleischlose Liebe Dich erfüllen könnte.
    Lese in etlichen Weblogs „Depressiver“, dass Heilige Messen ihnen helfen.

    1. Möge mir doch jemand erklären, wieso immer irgendwer auf Beziehungen zu sprechen kommt, wenn ich etwas schreibe. oô

      Ich würde auch da [im Kloster] nicht zufrieden werden. Ganz einfach, weil ich mich auch mit den Nonnen nicht anfreunden könnte, aus oben genannter Erklärung. Und vermutlich auch, weil ich mich ständig beherrschen müsste, aufhören mit fluchen, meinen Humor nicht ausleben dürfte..

      Der Punkt ist nicht, ob ich mir nicht mal schnell nebenan wen zum Ficken suchen könnte, Gott, sicher lässt sich da irgendein Idiot finden (und hey, das wird ein Spaß! Wenn ich mich in [Heimatstadt] umschaue, befürchte ich ja schon, dass die meisten fertig sind, bevor das Kondom draußen ist..). Es geht darum, dass man für Freundschaft (und ich LIEBE meine Freunde, deswegen also im Folgenden Liebe) oder Beziehungen (da das ja scheinbar so unglaublich wichtig ist..) Vertrauen braucht. Vertrauen bedeutet, dass ich mich öffnen müsste. Und naja.. vertrauen. (Yay, heut mal wieder sehr logisch, ich weiß). Aber wozu? Um zum Schluss verlassen zu werden oder selbst zu gehen? Um irgendwo deprimiert rumzusitzen? Die Leute leben weiter. Irgendwie können das viele Menschen. Weiterleben. Aber ich kann das eben nicht.

      Wenn Menschen in mein Leben spazieren, dann scheuche ich sie schnell wieder raus, bevor ich mich an sie gewöhne und sie lieb gewinne, weil es für sie zwar auch nach doppelter oder dreifacher Zeit noch ziemlich leicht sein wird, loszugehen, für mich aber nicht.

      Oh Hilfe, meine ehemalife Hausärztin meinte mal, fällt mir grad ein (aber ich habs hier bestimmt schon mal geschrieben, es ist einfach zu herrlich..), dass ich mehr beten sollte, dann würde es mir auch gut gehen.

      Mehr Beten -> Belohnung von Gott = Keine Depressionen.

      Ja, die ganzen Vergewaltigungsopfer haben sicher auch zu wenig gebetet, Frau H. (Frau, denn ich kann mich nicht überwinden, sie Dr. zu nennen). Und die ganzen Japaner erst. Generell passieren unangenehme Sachen nur schlechten Menschen. Falls sie guten Menschen passieren dann als Prüfung und dann sind sie natürlich sofort dann zu Ende, wenn sie ihren Glauben bewiesen haben. Könnt‘ sein, dass das leider erst nach dem Tod passiert.. egaal.

    2. Ah, ich hab schon bemerkt, weil das erste Beispiel.. Ich hab gerade das angeführt, weil es ein so typisch klischéehaftes Szenario ist. Daraufhin bin ich natürlich noch kurz darauf eingegangen, aber prinzipiell geht es mir einfach nur um Menschen, egal auf welche Art und Weise man ihnen mit ihnen verbunden ist oder viel mehr.. egal, ob man Sex mit ihnen hat oder nicht. Es geht mehr um dieses Vertrauensding. Liebe und all das.

      1. Sex mit Jesus Christus oder mit dem Bildnis eines Engels ist zumindest immer einvernehmlich.
        Gerade, wenn man seinen Job als Liebhaber ernst nimmt, artet es auf „freier Wildbahn“ nicht selten in Arbeit aus. Da steht das Bildnis eines Engels dann für 100%igen Spaß.
        Und wenn man anschließend wieder klar im Kopf ist, ist man oft noch zusätzlich erleichtert, nur mit einem Phantasiebild im Bett gewesen zu sein.

  2. Ob ich nun zu Jesus Christus bete oder bei Dir kommentiere, ist für mich kein großer Unterschied. Magst Du mir auch antworten können, der weitaus größte Teil Deines Wesens wird allein in meiner Phantasie existieren.
    Vielleicht schrieb ich hier schon, dass Männern geraten wird, bei Dates möglichst die Klappe zu halten, um Frauen so Gelegenheit zu geben, alles Positive der Welt in einen Mann hineinzuphantasieren, ihren Erlöser Jesus Christus Fleisch werden zu lassen.
    Bräute Christi haben keinen, der ihnen Frühstück ans Bett bringt, okay, aber ihr himmlischer Lover verlässt sie niemals.
    Das Kloster ist eine Möglichkeit, es gibt jedoch auch viele Freikirchen mit verschworener Gemeinschaft. „Sekten“ sagt man oft, aber ich glaube, dass jede Clique so funktioniert. Zwei, drei geben den Ton an, der Rest versucht, den Ton zu treffen.
    Ob die „Droge Mensch“ mehr hilft als jede Medizin?

  3. „Der Punkt ist: Wenn ich einmal anfange zu lieben, dann höre ich nicht auf.“

    Mit ein bisschen „Glück“ habe ich jetzt jemanden gefunden, der nachvollziehen kann, wie es mir zu oft ging. In der 11. Klasse lernte ich D. kennen. Wir waren für etwa 6 Jahre die dicksten Freunde. Vor etwa 3 Jahren riss der Kontakt plötzlich ab, ich fand keine Möglichkeit mehr, ihn zu erreichen. Über einen gemeinsamen Freund erfuhr ich, das er nach England gegangen ist.

    Die Gründe sind nicht wirklich Bewiesen, aber er ist weg. Ohne ein Wort. Es mag komisch klingen, aber ich liebe diesen Scheißkerl immer noch. Und ich hasse ihn, weil er das weiß. Ich denke, auch, wenn Zeit und Entfernung so manche Erinnerung irgendwann wegsperren, ganz verblassen werden sie nie.

    Ebenso ist es mit S., die nicht mehr täglich in meinem Kopf, vor meinem Auge rumschwirrt und es gelingt mir, nicht mehr zu oft an sie zu denken. Dennoch ist sie da. Ich liebe sie, ich wünsche sie zur Hölle. Ich möchte sie in den Arm nehmen und verfluche sie im selben Augenblick. Ich denke, es ist egal, ob ein uns geliebter Mensch stirbt oder uns aus freien Stücken verlässt; für einige von uns macht es keinen Unterschied, denn er oder sie nimmt ein Stück von uns mit, vielleicht sogar ein Stück Liebe.

    1. Ja, was’n Glück. ;p

      Urgh, das klingt ja mal mies. :/ Aber ist schon klar, die Leute leben vermutlich glücklich oder zumindest zufrieden und verschwenden keinen zweiten Gedanken an die, mit denen sie mal Zeit verbracht haben, während man selbst da sitzt und überlegt, ob sie ihren Kaffee immernoch so und so trinken und ob ihre neuen Freunde das wissen oder nicht. Ob sie immernoch den beschissenen Weichspüler benutzen, von dem man Ausschlag bekommen hat und ob sie ihn für ihre Neuen wechseln würden.

      Weiß nicht, ob es dir so geht, aber bei mir.. Ich will wütend sein, gleichzeitig aber nicht. Ich würde gerne abschließen können und drüber stehen und benehme mich oft genug so als wäre dem so. Ab und zu ist es auch tatsächlich so, dass es mich nicht juckt, aaaber.. es ist so ein herrliches Wirrwarr. Zum Schluss weiß ich gar nicht mehr, wen ich mag und wen nicht, wen ich vermisse und wer mich nur gekränkt hat. Wen ich liebe und wen ich einfach nur lieben will. Teils, weil „es mehr gibt, als du siehst“ (wow, ich hab grad ehrlich den König der Löwen zitiert..) und es eben verwirrt, aber sicherlich auch, weil beim Zerdenken so etwas mit meinen Gedanken passiert. Wo ich mir dann Dinge einrede. Was man fühlt, was man fühlen will, was man fühlen sollte.. Und alles ist dann nur noch Matsch.

      Und sich zu entlieben.. für mich bedeutet das auch, aufzugeben. Sich zu sagen, dass all das vorbei ist. — Eklig. Erwachsen. Ich bleib lieber Peter Pan und sag mir, dass alle scheiße sind, während ich gleichzeitig heulen könnte, weil ich die Wichser alle vermisse und weiß, dass sie nicht mal meinen Nachnamen buchstabieren könnten, wenn ihr Leben davon abhinge.

      1. Aufgeben. Da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Zumindest bei mir. Ich denke, das ist mein primäres Problem in dieser Sache. Ich hasse es in vielen Dingen einfach, aufzugeben. Aufgeben ist bei mir nichts anderes als Verlieren. Und ich hasse es, zu verlieren. Nicht in Brettspielen oder beim Sport. Sondern in zwischenmenschlichen Dingen.

        Da legt man sich und alles, was man hat oder ist offen, um einer Person zu gefallen, ihr ein Freund oder ein Partner zu sein, um am Ende mit leeren Händen zurück zu bleiben. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich wütend oder traurig bin, oder beides zu gleich. Oder ob ich mir manchmal einrede, das er oder sie gar nicht weiß, was sie verpasst.

        Was mich aber wirklich wütend macht ist der ständige Gedanke daran, ob er oder sie zumindest auch ein bisschen traurig sind. Oder sich schuldig fühlen. Eben, weil ich das Gefühl habe, das es so einfach für sie ist/war. Das ich eben doch nicht so wichtig für ihn oder sie war, wie ich gehofft und gedacht habe.

        „Seit wann bist du so abgebrüht, hast mich so schnell ab-geliebt“, hat H.G. mal gesungen. Er hätte ruhig erwähnen können, das es verdammt weh tut.

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