Vermutlich ist es nichts.

Wie würden die Menschen wohl denken, wenn ich einfach nur ehrlich wäre? Wenn ich nichts hochspielen müsste, damit man mich in Ruhe lässt und wenn ich nichts runterspielen müsste, damit man mich nicht für verrückt hält?

Was würde ich sagen, wenn es keine dieser Konsequenzen gäbe? Was würde ich denn bitte schön sagen, wenn mich jemand fragen würde? Was sage ich mir überhaupt selbst?

Denn in Wahrheit bin ich viel zu erschöpft, noch wirklich darüber nachzudenken. Ich kann hier noch so viel schreiben, ich schreib drumherum. Wirklich tief geht es nicht, viel zu unbequem, viel zu anstrengend.

Also, ich stelle mir jetzt gerade vor, eine meiner ehemaligen Mitschülerinnen würde mich fragen, was ich habe oder wie es mir geht. Die Person fragt mich, wie sie es sich vorstellen soll, wie es sich anfühlt (oder nicht anfühlt). Was antworte ich dann bitte?

– – – –

Mir geht es nicht. Nicht gut, nicht schlecht, nicht gar nichts. Ich hab das Gefühl, nicht zu existieren. Nichts wirklich mitzubekommen. Daneben zu stehen, mir die Nase am Fenster platt zu drücken, während ich sehe, wie andere leben. Ich hab das Gefühl, eine billige und erbärmliche Entschuldigung für einen Menschen zu sein, meine Mama beim Versuch, gegen das Fenster zu hämmern, zu vernachlässigen, die der einzige Mensch ist, der immer für mich da ist, mich ansatzweise verstehen kann.

Und nicht einmal das stimmt, denn es ist kein wirkliches Gefühl. Die Gefühle sind weg, aber mir fallen keine passenderen Worte ein. Ich hab das Gefühl, allein zu sein, egal ob meine Mom da ist oder nicht. Ich hab das Gefühl, mich von allen zu entfernen, ob ich es will oder nicht, von der wichtigsten Person in meinem Leben, von denen, die nachts mit mir geschrieben haben, wenn es mir schlecht ging und wenn ich nicht schlafen konnte.

Ich glaube, dass ich nicht mehr lebe, sondern existiere. Nur ein Schatten. Und ich glaube, ich kann nichts mehr, kann nichts mehr schaffen, nichts Schönes machen, nicht mal mehr versuchen und falls doch, dann versagen.

Manchmal habe ich gute Tage, an denen ich plane. An denen ich an die Zukunft denken kann. Natürlich sehe ich in der Zukunft nur weiteres Versagen, aber ich kann zumindest daran denken.

Wenn du wissen möchtest, wie es mir geht, dann stell dir vor du bist in einem Kasten, einem kleinen Käfig. Und du bist da reingegangen. Ohne Knarre am Kopf. Und jetzt sitzt du da drin. Du siehst nichts, du spürst nichts, alles ist dunkel und immer wenn du gerade daran denkst, wieder rauszukrabbeln wirst du auf einmal unendlich müde. Und du träumst ab und zu davon, dass es besser hätte werden können, wenn du an deinem Gefängnis vorbeigegangen wärst. Aber jetzt bist du da drin und niemand sieht dich, wenn du da drin sitzt. An deinen guten Tagen kannst du nach draußen sehen, kannst kurz Worte rausflüstern, aber das ist alles.

Und dieser verdammte Käfig? Das ist dein Körper und dein Kopf. Du bist der Käfig. Und du bist allein.

Stell dir vor du schläfst 20 Stunden und bist weiterhin so müde als hättest du 5 Tage durchgemacht und nur an deinem Vortrag für Biologie – Biomembran gearbeitet. Stell dir vor du kannst irgendwann nicht mehr schlafen, brauchst für jeden scheiß Tabletten. Kriegst Pillen gegen Angst und gegen Trauer und nichts davon hilft.

Stell dir vor du führst einen Blog und traust dich auch da nicht, alles zu schreiben, weil die, die du liebst, lesen und du sie nicht verletzen willst. Und stell dir vor du schreibst den folgenen Satz nur für sie, um sie wissen zu lassen, dass sie dich nicht fragen sollen, weil du es ihnen nicht sagen kannst.

Du bist im Wasser und kannst nicht schwimmen, aber du weißt, dass du es konntest. Und um dich drumherum sind alle Leistungssportler und schaffen scheinbar alles. Und du fängst an, sie alle zu hassen, weil sie so viel besser sind als du. Weil sie mehr wert sind als du. Und dann hasst du dich, weil die anderen gut sind und du schlecht. Und du merkst, dass du einer der ekelhaftesten Menschen bist, die es gibt. Du bist neidisch und hasst die Gesellschaft, weil sie keinen Platz für Loser wie dich hat.

Dabei ist genau das der Punkt. Du bist der Loser.

Tja, reinrational weißt du, dass du dich nicht viel von deinen Lieblingsmenschen unterscheidest, die ebenfalls ausgestoßen wurden oder sich selbst ausschlossen. Du weißt, dass sie keine Loser sind. Aber du bists nun Mal.

Und dann fängst du an, dich zu hassen für deine Egozentrik. Und dafür, dass du hier so einen derbst langen Text schreibst, wo jedes Ich zu einem Du gemacht wurde, weil das so viel einfacher ist.

Aber das Geilste kommt noch, denn du hast wirklich keinen Grund für deine angeblichen Krankheiten und irgendwann zweifelst du an, dass du etwas hast, je hattest. Aber du hast Angst, wieder in die Schule zu müssen und deswegen sagst du, dass du Depressionen hast, feierst krank.

Und rational weißt du, dass du Depressionen hast, weil man nicht so ist wie du, ohne irgendwas zu haben.

Aber du bist schon lange nicht mehr rational. Dein Hirn hat sich schon lang verabschiedet.

Aber das wirklich Schöne ist, du denkst nicht an Selbstmord und deswegen kannst du nicht (mehr) depressiv sein. Du weißt, egal wie sehr du daran denkst, du denkst nicht daran, es wirklich zu machen.

Du kannst einfach nicht depressiv sein.

Du bist gesund.

Du bist nur faul.

Und niemand mag dich, weil du faul und egozentrisch bist.

Weil du die Pillen deiner Mutter haben willst, um nicht mehr so viel fühlen müssen. Sie anschielst, als wären sie Gold.

Weil du zu schwach bist, um ohne durchzukommen.

Aber die Schwäche ist nichts pathologisches. Nichts nachweisbares.

Das bist du.

Und weil du all das bist und weil selbst der tollste Mensch auf dieser Welt nicht so schlecht ist wie du, bist du allein.

Deswegen liest du 70 Bücher in 2 Monaten. Um nicht darüber nachzudenken. Um nicht daran zu denken, dass du eventuell mal Potential hattest. Und alles, was dir helfen könnte, darfst du nicht machen. Oder du schaffst es einfach nicht.

Wenn du wissen willst, wie es mir geht, such nach deinem Hobbie, nach allem, was du liebst. Gitarre? Schlag dir die Hand ab. Lesen? Stich dir die Augen aus.

Dann vergraul all deine Freunde. Mach, dass sie dich nicht hassen, sondern einfach nicht mehr wahrnehmen. Mach, dass alles, was dich definiert, nichts mehr wert ist.

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16 Kommentare zu „Vermutlich ist es nichts.

  1. Schwierige Gedanken…Allerdings macht es keinen Sinn darüber nachzudenken, was man zu anderen sagen würde bzw. wie man sich ihnen erklären würde. Du solltest nur die Frage stehen lassen, wie du es dir selbst erklärst. Darauf eine Antwort zu finden, wäre wahrscheinlich ein Stück Hilfe. Denn was sollten andere wohl sagen, denken, tun? Da geht die Fragerei ja nur weiter…

    1. Ich glaube, teilweise stimmt das sicherlich. Aber die Reaktion der Anderen macht mich ja im Endeffekt auch aus. — Wenn es egal wäre, was Herr Hinze denkt, okay. Aber es ist nicht egal. Und zu wissen, was ich sagen würde, wenn ich es müsste, nimmt mir einen Bruchteil der Angst, die ich vor solchen Gesprächen habe. Gibt mir wieder ein wenig Kontrolle.

      Das Dumme ist, dass ich, solange ich für mich keine Antwort finde – und das da oben war ein Versuch, genau das zu tun – werde ich auch sonst niemandem irgendetwas Anständiges geben können.

      Falls ich das denn je wirklich wollen würde.

  2. Wunderschön geschrieben.

    Du hast es getroffen. Die Wahrheit ins Gesicht geknallt und nun ist alles still, denn es bleibt nichts mehr zu sagen.

  3. Wahrheit empfinde ich nicht als verletzend, wenn sie nachfühlbar ist. Teilt eine Frau mir etwa mit, dass sie sich vor mir altem Sack ekelt, ist das für mich okay. Niemand kann etwas für seine Gefühle. Schön wäre es allerdings, dieses Ekelgefühl derart beschrieben zu bekommen, dass ich den Ekel miterleiden kann. Möchten wir also niemanden verletzen, sollten wir in Romanlänge für Mitgefühl werben.
    Wenn es für mich ein Wunder gibt hier auf Erden, ist es das der Gewöhnung, dass Leben sich allen möglichen Realitäten anpasst. Im Knast „schwul“ gemacht zu werden, wäre vielleicht mal eine Erfahrung zu diesem Thema, oder sich vor Hunger über Leichen herzumachen.
    Regelmäßig passiert es mir nach mehreren Wochen Urlaub, dass ich an meiner Funktionsfähigkeit im Alltag zweifle. Wäre ich ein Jahr „dropped out“ gewesen, hätte ich vielleicht gar Panik geschoben vor der Rückkehr ins Arbeitsleben.
    Auf dem „Zauberberg“ von Thomas Mann, wo der Held irgendwann keine Lust mehr verspürt, das Sanatorium zu verlassen, erkenne ich daher meine Wahrheit. Und dass erst der Ausbruch eines Weltkrieges den Helden nötigt, seine Liegekur abzubrechen. Fragt sich, ob wir jemanden den Krieg wünschen sollen?
    Verstehe ich Hesses „Siddhartha“ richtig, ist das Nichtsein können Zeichen höchster Vollendung. Mich in einem von mir geschaffenen Kunstwerk aufzulösen, empfinde ich als meinen Frieden. Mir ist es ein Graus, meinem Körper nicht von außen beim Verrecken zuschauen zu können, sondern gefangen zu sein in dessem lebenslangen Todeskampf.

    1. Wieso gerade Wahrheit? Ach, weil ich die Leute damit verletze.. Nein, ich denke, das Problem ist, dass sie mich vielleicht ab und zu zu gut verstehen. Dass beispielsweise Person A erkennt, dass ich sie nicht mehr sehen kann, obwohl ich sie lieb habe, weil ich zu viel von ihr habe (was i.Ü. nicht in Wirklichkeit so ist, weshalb ich dieses Beispiel anbringen konnte).
      Außerdem verstehe ich einen Großteil der Dinge selbst nicht, wie also erklären? Naja.

      Hm-hm, aber Nichtsein können.. da ist ja ein Unterschied. Ich kann einfach nicht nicht-sein, bin’s aber.

  4. Das ist wunderbar ehrlich und vor allem bildet es perfekt die verschiedenen Ebenen ab, auf denen man als Depressiver sein Leiden erfährt. Wie sich die Selbstwahrnehmung verändert und dadurch die Isolation verstärkt.. Das verschwimmt im Nachhinein und irgendwann ist man überzeugt davon, man sei sowieso noch nie glücklich gewesen.
    Und es zeigt leider, dass es sich bei Depressionen verdammt noch mal um eine Krankheit handelt. Dass man nicht „einfach mal was Schönes machen“ oder „sich aktivieren“ kann, wenn man gerade damit beschäftigt ist, herauszufinden, warum man der Antichrist bzw. die Evolutionssackgasse schlechthin ist.

    ABER: Das Potential, von dem du sprichst, hat sich nicht in Luft aufgelöst. Irgendwo muss das doch noch rumliegen.
    Lässt sich schon allein daran erkennen, dass du oben all die Gefühle und Nicht-Gefühle so differenziert beschrieben hast. Mann.

    1. Das is das Ding.. Ich überlege immer, wo ist es hin. Und vielleicht kann Potential doch weg sein. Verkümmert. Ist ja nicht so als wäre Potential ne Hochsteckfrisur und wächst nach, auch wenn man einen auf Britney macht. (Okay, was für ne bescheuerte Analogie war das gerade bitte?)

      Vielleicht ist Potential Wasser in einem Waschbecken (ohne Hahn) und man muss so schnell wie möglich alles rauskriegen, bevors den Abfluss runtergespült ist. Vielleicht hat man nur eine Chance, oder auch zwei. Und wenn man die verspielt, dann war’s das. Oder es gibt nur bestimmte Zeiten, in denen man etwas daraus machen kann.

      Oder Depressionen sind verschissene Mauern, die alles dicht machen und einen nicht sehen lassen, dass da irgendwas ist, was man als Potential bezeichnen könnte. Nur – wie wird man sone kleine, süße Depression denn bitte los? Einmal hoffen, ein paar Kerzen auspusten und los gehts? Vielleicht braucht man dafür genau das, was hinter den Mauern ist.

      Und leider fehlt einem die Kraft dafür, mit nem Vorschlaghammer dagegen zu kloppen, nein, den Vorschlaghammer überhaupt zu suchen.

      Oder es ist wie Energie. Es verschwindet nicht, sondern wechselt die Form. P(musik) -> P(selbstmitleid) Yay.

      1. Nee. Gegen die Theorie mit dem Waschbecken sträube ich mich entschieden. Ich glaub eher, dass man sich selbst einredet, man hätte seine Chancen schon verspielt. Wie kommt es sonst, dass die größten Idioten irgendwelche tollen Jobs ergattern können, obwohl sie außer eines riesigen Egos nichts vorzuweisen haben?
        Oder vielleicht lähmt einen die Angst davor, kläglich zu versagen, so sehr, dass man lieber gar nichts macht, damit einem niemand etwas vorwerfen kann.

        Und vielleicht ist die Sache mit den Mauern ja der springende Punkt, aber das hieße, dass es vor der Depression, wenn man sie einmal hat, kein Entkommen gibt. Zumindest nicht aus eigener Kraft.
        Hmm, wenn ich so zurückblicke — könnte hinkommen.
        Nur gibt es schließlich auch Menschen, die gesund werden. Oder immerhin hab ich so was mal gehört..

        Nunja, egal was du tust, rasier dir auf keinen Fall den Schädel! ;)

      2. Stimmt vermutlich.. also, dass man sich das einredet. Passt so schön, einfach aufzugeben. Ach, was weiß ich.

        Hab ich auch mal gehört.. hab noch keinen solchen Menschen live gesehen, aber ich warte ab.

        Nein, niemals! xD

  5. Du kannst schreiben. Ich kann es nicht. Ich krepele rum mit einem Blog, in dem ich mich nicht zu posten traue, weil genau so etwas dabei herauskommen würde, also schreibe ich nichts, ich tue nichts, gar nichts. Ich lese nichtmal mehr… Dazu vielleicht zu erwähnen, dass ich MEDIZIN studiere, das vielleicht am beschissensten anstrengende Studium, das man sich vorstellen kann, und ich werde es verhauen. Es bricht zusammen, es bricht alles zusammen, ich spüre es und kann es nicht aufhalten (und die ganze Zeit nur „ich ich ich“)…
    Seit zwei Monaten habe ich nicht geweint, ich wollte so oft, ich wollte kotzen, um weinen zu können, aber nichtmal das ging.
    Jetzt sitze ich hier und ich fresse und heule, kotze, heule wieder und fresse wieder, den ganzen Vormittag
    (heute wäre das letzte Mal Üben an der Leicht vor dem Testat am Dienstag gewesen)
    und ich werde versagen. Das Geld fürs nächste Semester ist schon überwiesen und ich werde versagen. 768 Euro. Dasselbe schon für dieses Semester. meine Eltern haben es bezahlt, für diese unfähige, faule, ekelhafte Tochter. Nächste Woche drei Prüfungen. Ich kann gar nichts. Alle anderen lernen wie verrückt.
    Fuck, sorry
    Es tut mir so unendlich leid.

    1. Ich wollt gerade schon anfangen, ne richtige Mail zu schreiben, aber war mir dann nicht sicher, ob das überhaupt willkommen wäre, also erstmal hier.
      Es tut mir Leid, dass es dir so schrecklich geht. Weinen kann ich auch schon verdammt lang nicht mehr, das Irre ist, dass man sich physischen Schmerz reinziehen kann, wie man will. Man weint einfach nicht.
      Vermutlich hast du das schon alles längst selbst durchdacht, aber wäre es nicht möglich, das Studium abzubrechen und in Therapie (oder stationären Aufenthalt) zu gehen? Dir geht es doch wirklich beschissen, ob du nun Medizin studierst und da innerlich immer mehr verkümmerst oder in einer Klinik bist, wäre da Letzteres vielleicht besser?
      Das Dumme ist, ich könnte jetzt sagen: Die Anderen sind egal, deine Eltern verstehen das bestimmt und wenn nicht, dann sollten sie auch egal sein, du schaffst das und wenn nicht, dann ist das auch nicht schlimm.. Und ich meine es sogar so, aber gleichzeitig weiß ich, dass das alles nicht hilft.

  6. Absolute Weigerung, das anzuerkennen… Weitermachen, immer weiter, bis einfach gar nichts mehr geht, weil ich durch zu viele Prüfungen gerasselt bin und exmatrikuliert werde.
    Es kommt und geht phasenweise, bin schon wieder in der Taubheit angekommen, es geht erstaunlich schnell (von Mal zu Mal schneller eigentlich.)
    Bin dazu übergegangen, ein Korsett und einen Schal zu tragen, um das fett am Körper irgendwie zusammenzuquetschen. Fresse trotzdem weiter, immer weiter. Weiß aus eigener Erfahrung, dass die Grenze nach oben offen ist. Es wird nichts geben, das mich aufhält. Oft, sehr oft der Wunsch, auf einer einsamen Insel ausgesetzt zu werden, wo es nichts gibt als ein paar Früchte und Samen, wo plötzlich der Tod droht und das Überleben wieder etwas Wertvolles wird, um das es zu kämpfen gilt.

    Ach, der Moment wird seltsam werden, wenn mir bewusst wird, was alles unerreichbar ist. Ich reagiere zu empfindlich. Mensch hat zwei Seiten, wenn die eine krank ist, soll die andere versuchen, sie zu heilen, sagt meine Therapeutin. Das klingt ein wenig nach Münchhausen.
    Selbstmordgedanken sind alle schon abgelegt wegen der Ablehung von Theatralik (ich bin keine Theatralik wert).

    Verbringe den Tag damit, drei Serien durcheinander zu gucken; jeweils eine Folge von jeder und dann die nächste Runde von vorn. Habe Angst vor Antidepressiva, weil man davon fett wird wie ein Wollknäuel.
    Angst vor Lücken im Lebenslauf… Angst vor jedem winzigen Scheiß. Angst, durch eine einzige Prüfung zu fallen (bis jetzt sind alle bestanden), angst vor jeder kleinen Stolperschwelle im Leben, die vielleicht den ganz großen Fall bringen könnte.

    Warum willst du keine Stationäre?

    1. Ich hab von manchen Anti Depressiva abgenommen. Obwohl, nein warte, gleichzeitig hab ich was für meine Schilddrüse bekommen, vermutlich hab ich eher dadurch abgenommen. :/ Aber wenn häufige Nebenwirkungen der Medis bspw. Übelkeit oder trockener Mund sind, müsste der Effekt eigentlich ähnlich sein.. vielleicht. Alle meinen immer: Ist es nicht wichtiger, glücklich zu sein als dünn? Idioten. Weil das ja alles so einfach ist und die kleinen Glückspillen wirklich glücklich machen..

      Oh, die Seriensache. I know that one. Obwohl ich immer eine Serie durchschaue und dann die Nächste, was mal wieder für meine Unfähigkeit, „diszipliniert etwas zu genießen“, spricht.

      Was ich meine ist.. Wenn du denkst, dass du es nicht lange mehr mitmachst, du also so oder so versagst, wieso es dann in die Länge ziehen? Ich meine damit nicht, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass du es sehr wohl packen würdest (erstens traue ich dir das prinzipiell zu, zweitens könnte ich es dir vermutlich gar nicht nicht-zutrauen), sondern, dass die Einstellung ja eigentlich danach schreit, ausgenutzt zu werden, um Pause zu machen.

      Verdammt, die Lücke im Lebenslauf, pssht. Ich könnte allen ins Gesicht kotzen, hab jetzt seit einem Jahr keine Schule mehr, derbst mies, aber meine Zukunftsaussichten haben sich objektiv gesehen nicht verändert. Nur die Einstellung, die ich habe und mit der ich mich dann vielleicht irgendwann vorstellen muss. (Hahahaha, als ob!)

      Hatte ja tatsächlich mal überlegt, dass ich mich selbst gut behandeln sollte, damit’s mir besser geht und überlegt, ab und zu mal Sport zu machen, nicht nur Dosenmais zu essen etc. aber hey, gute Vorsätze sind für’n Müll. Frag mich immer, ob ich glücklicher wär, würde ich spontan 42 kg wiegen und einen BMI von, weiß nicht, 15 hätte. Vielleicht wär ich einfach nur anders unglücklich.

      Siehst du derzeit irgendwelche Lösungen oder sitzt du es aus bzw wartest, egal ob es sich ändert oder nicht?

  7. Mädchen lächelt, Mädchen funktioniert. Bricht hier und da mal zusammen, aber hey, alles halb so wild, ist ja nur vorübergehend. Tags darauf ist es wieder, als sei nichts passiert, Familienleben kann weitergehen.

    Tagein, Tagaus.

    Ich könnte allen Menschen ins Gesicht kotzen, die erzählen, sie würden nur Dosenmais essen… Und nebenbei gesagt, oder eigentlich das das ja sogar das Ding: Was ich ihnen ins Gesicht kotzen würden, wäre eben kein Dosenmais, sondern eine Mischung aus Schokoladen, Keksen, Käse und den Resten von gestern, alles hübsch bunt gemischt. Yaaay.

    BMI 15…Hm, irgendwann mischen sich die Sorge um dem eigenen Körper und der Selbstekel, und es kommt ein Mix heraus, der einfach nur noch Verwirrung stiftet. Ich bin mit BMI 16,1 keine Treppe mehr ohne Pause hochgekommen, ich Schwächling.

    Ich könnte, wenn ich wollte und noch ein bisschen mehr verzweiflungs-scheißegal-haltung dazukäme, einen aus der uni bei studiVZ anschreiben und nach treffen am wochenende fragen. Ich muss irgendwann hier raus, trau mich sonst aber nie. vielleicht ein buch mitnehmen, vielleicht lernen, vielleicht einfach mal ehrlich sein und irgendeinen mist quatschen. Buah. Leben könnte doch so einfach sein…!

    1. Wieso? Also wieso würdest du den Menschen ins Gesicht kotzen wollen?

      Überleben ist schwer genug, wie soll richtig leben dann leicht sein, vor allem, wenn man scheinbar all die Dinge sieht, die der Rest nicht zu sehen scheint. Oder einfach gut verdrängt..

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