Warum ich nicht in die Schule gehe – Für Anfänger

Vorhin habe ich mit J.H. aus S. telefoniert und sie teilte mir mit, dass einige (mittlerweile entfernt) Bekannte nicht unbedingt begeistert reagierten, als ich deren schöne Grüße zurückbestellte (keine Ahnung, was da abgeht, werde noch mal nachfragen oô), gleichzeitig aber gerne von ihr wissen wollten, wieso ich nicht zur Schule gehe. Sie hat scheinbar nicht’s gesagt, obwohl das kein Problem für mich gewesen wäre.

Weil ich niemandem zumute, den gesamten Blog abzusuchen und auch das Gefühl habe, dass man nicht eindeutig finden wird, wonach gesucht werden würde, hier eine kleine Zusammenfassung darüber, ‚wieso ich meinen Arsch nicht zur Schule bewege‘.
Ja, ich weiß, ich müsste mich nicht rechtfertigen, aber nachdem so etwas oft passiert, möchte ich es irgendwie schon tun. Vielleicht, weil es nervt, darüber nachzudenken, was andere wohl von mir halten. (Ha! Als ob ich sooo wichtig wäre.) Aber dennoch, hier also mein Versuch, Leuten reinen Wein einzuschenken, die wissen wollen:

Warum zur Hölle ist die Schlampe nicht in der Schule??

Gaanz einfach. Ich habe schwergradige Depressionen und noch ein paar andere Modekrankheiten. Das bedeutet im Klartext, dass in mir drin so einiges kaputt zu sein scheint und ich deshalb gar nicht in der Lage bin, meinen Hintern irgendwo anders hinzubewegen als bis zu meiner Therapeutin, Frau K. oder meiner Psychiaterin, Frau S. Und ab und zu, sehr selten, vielleicht auch mal zu J., um einen Kaffee zu trinken und darüber zu reden, wie es bei Frau K oder Frau S. gewesen ist.

Eine schwere depressive Episode bedeutet, dass es mir so scheiße geht, dass ich unter ständiger Betreuung bleiben muss. Wenn das nicht gewährleistet wird, muss ich in eine Klinik. Yeah, ich gehör in die Anstalt. F32.2 – Meine Diagnose.

Ich hab mich mal über meine Psyche schlau gemacht und hier ein paar kleine Texte über Symptome etc gefunden:

Depressive Menschen sind nicht einfach nur traurig. Sie können nicht fühlen. Geschieht etwas schönes, können sie nicht lachen. Ist etwas traurig, können sie nicht weinen. Alles ist gleich grau. Eine Depression ist deshalb mehr, als einfach „nur“ ein Gemütszustand der Traurigkeit. Depression ist eine Krankheit, bei der das seelische und psychische Gleichgewicht verloren geht, das Denken, Handeln und der Körper sind ebenso betroffen, wie der Gemütszustand. Deshalb leiden Betroffenen nicht nur unter Traurigkeit und niedergedrückter Stimmung, es kommt auch zu körperlichen Symptomen etwa Erschöpfung, Schlafstörungen, Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme. Das schwerwiegendste Zeichen einer Depression sind Selbstmordgedanken. Das sollte immer ein Alarmzeichen sein und dazu führen, dass sofort ein Arzt aufgesucht wird.

Nun, Selbstmordgedanken hatte ich auf jeden Fall. Und den Rest auch. Eigentlich können wir Vergangenheitsformen gleich streichen, ich HAB das. Ich stehe auf und DENKE mir, dass ich gerne nicht aufstehen würde. Dass ich gerne gar nicht erst aufwachen würde. Dass das Leben leichter wäre, wenn es nicht gelebt werden müsste.

Das klingt lächerlich, oder? Ich denke, wäre ich nicht betroffen, würde ich das total übertrieben finden. Und ich würde es auch nicht ernst nehmen, selbst, wenn ich die Ursachen kennen würde. Übrigens kenne ich die Ursachen für meine depressive ‚Episode‘ selbst gar nicht. Es gibt nach einem Jahr Behandlung bei meiner Therapeutin und einigen Gesprächen mit meiner Mama allerdings schon einige Theorien.

Hat was mit Lernen zutun.

Ich bin normal aufgewachsen. Wir hatten oft viel, kein, wenig, normal und minus-Geld. Wir hatten oft Streit, hatten oft gute Momente, waren oft zusammen und selten getrennt. Ich hab oft bei meiner Mama im Bett geschlafen, hab mit ihr zusammen gekocht (sie hat gekocht, ich hab zugesehen) und hatte eigentlich keine schlechte Kindheit. Klar, es war nicht alles wunderbar, aber das ist es nie. Vielleicht nervt der Rest deshalb umso mehr. Wenn man es nie besser kannte, tut es nicht so sehr weh.

Irgendwann, in der 9.Klasse spätestens, denke ich, begann ich, darüber nachzudenken, wieso Dinge geschehen sind. Und mir fielen auch viele Dinge wieder ein bzw auf, die ich vorher nie so betrachtet hatte. Aber alles machte plötzlich viel zu sehr Sinn: Wieso mein Erzeuger mich verließ, wieso mein Adoptivvater kein Interesse mehr hatte, wieso ich nie lange dieselben Freunde hatte, wieso meine Mutter keine langfristigen Beziehungen hatte, wieso der Vater meiner Schwester mich damals so angefasst hat und noch mehr wollte, wieso er meine Mutter fast getötet hat.

Ganz einfach: Weil man es bei mir nicht lange aushält, ohne entweder verrückt und böse zu werden oder zu gehen. Weil ich unangenehm bin, weil ich schlecht bin und falsch. Weil ich lüge und vortäusche, weil ich nicht aufmerksam oder freundlich bin, sondern egoistisch, nachtragend, eifersüchtig, neidisch, faul, affektiert.

Wenn man immer mit sich selbst im Reinen war und merkt, wie beschissen man in Wahrheit ist, dann zerrt das an den Nerven.

Ab da ging’s bergab. Langsam. So ein Prozess dauert. Zu verstehen, was man da in seinem eventuell Unterbewusstsein schon lange mitbekommen hat und es dann auch wirklich zu realisieren und noch zig mal zu überdenken, bis man sich sicher ist, dass man ein Albtraum ist, dauert halt.

Das ist vielleicht nicht die Ursache für das, was ich habe, aber es ist durchaus möglich, dass es damit zusammenhängt. Wenn man regelmäßig verlassen wird (gerade von Familienmitgliedern, die einen eigentlich lieben sollten.. weil im Blut und so), dann lernt man irgendwann, dass niemand einen wirklich liebt, lieben kann oder lang bei einem bleiben wird. Und wenn man von jemandem angefasst wird, der 3 Mal so alt ist wie man selbst, dann ist man traumatisiert und verdrängt das Ganze, nur um dann irgendwann vor der Frage zu stehen, ob man sich das alles nur eingebildet hat, oder ob es wirklich passiert ist.

Und irgendwann ist man, bin ich, an dem Punkt angekommen, wo ich nicht mehr mit mir und dem ganzen Unsinn leben konnte. Ich hatte unglaubliche Angst, in der Schule zu versagen. Hatte unglaubliche Angst, dass mich jeder verlassen würde, den ich mag oder liebe. Ich meine: Habe. Habe ich unglaubliche Angst..

Für jeden Scheiß hab ich Stunden gebraucht. Unbeschwertheit gab es nicht mehr. Dazu kam, dass der Alkohol auch nicht gerade dazu beitrug, dass ich mich besser benahm. Im Gegenteil hab ich damit einfach, genauso wie jetzt mit Tabletten, meinen Kopf weggebombt.

In der Schule hab ich mich gefühlt wie .. hm, eine Verstoßene. Nirgendwo gab es irgendwen, der so war wie ich (zum Glück für die Anderen!) und es hat mir immer mehr zu schaffen gemacht, dass ich nicht hinterherkam. Dass ich in Bio saß und nichts verstand. Dass ich, sobald ich zwei Tage krank war, nichts mehr mitbekam.

8 Stunden Schule, 1 Stunde duschen/schminken/Schulweg und dann nur noch schlafen. Mindestens 12 Stunden hätte ich gebraucht, um auch nur ansatzweise erholt zu sein, aber meistens kamen nicht mal 4 Stunden raus. Nur für’s ’normal-sein‘ brauchte ich soviel Energie, dass gar keine Zeit mehr für irgendetwas anderes blieb. Soziale Isolation, bla. Und vor allem, Schlafstörungen.

Viel Schminke und übertrieben-gute Laune waren das Resultat.

Bis ich dann zusammenbrach, meine Mama sofort eine Überweisung zur Therapeutin holte und ich nicht mehr zur Schule musste. (Ganz ernsthaft, ich hatte ihr schon davor gesagt, was ich meinte, zu haben. Aber wär ich sie gewesen, hätte ich mir auch nicht wirklich geglaubt. Außerdem hat sie Psychologie studiert – SIE müsste es doch wissen. Naja, wie auch immer. Hier bin ich jetzt.)

Und hier die Gründe, wieso ich nicht zur Schule gehe (auch genannt Symptome für Depressionen):

  • Schwermut, niedergedrückte Stimmung
  • Verlangsamung und Hemmung psychischer Abläufe: Denken, Sprache, Motorik/Handeln
  • Rückzugsverhalten, Interessen- und Motivationslosigkeit, Ideenlosigkeit, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Gehemmte Emotionen, Gefühl der Gefühllosigkeit, Ängste, Pessimismus
  • Antriebsmangel, verminderte Vitalität, Energielosigkeit, körperliche Missbefindlichkeit, Erschöpfungsgefühl
  • Selbstzweifel, Schuldgefühle, Insuffizienzgefühle, Mutlosigkeit, Lebensüberdruss, Selbstmordgedanken (Suizidalität)
  • Schlafstörungen oder vermehrtes Schlafbedürfnis, Früherwachen, Unausgeruhtheit nach dem Nachtschlaf, Morgentief

oder auch

  • niedriges Selbstwertgefühl
  • dauerhafte niedergeschlagene /trübe Stimmung
  • Weinerlichkeit
  • Schuldgefühle
  • Wunsch allein zu sein / sich zu isolieren
  • geringe Motivation
  • fehlende Interessen
  • Verlust von Freude
  • Reizbarkeit
  • Hoffnungslosigkeit
  • Hilflosigkeitsgedanken
  • Selbstmordgedanken
  • Gedanken, andere zu verletzen (z.B. ein Baby)
  • vermindertes sexuelles Interesse
  • Morgentief
  • Angst
  • Grübelgedanken, zwanghaftes Denken und Handeln
  • Schwierigkeiten mit Entscheidungen
  • Grübelgedanken über eigene Kinder
  • Unruhe

körperlich bedeutet das u.a.:

  • Schlafstörungen bei Depressionen
  • verlangsamte Sprache
  • Appetitänderungen
  • verlangsamte Bewegungen
  • Gewichtsänderungen
  • Schmerzen
  • Energielosigkeit
  • Verdauungsbeschwerden / Obstipation
  • Veränderungen der Menstruation
  • diffuse körperliche Beschwerden

und das ganze führt dazu, dass man hinter folgenden Punkten ein Häkchen machen kann:

  • verminderte soziale Aktivitäten
  • nachlassende Arbeitsleistungen
  • Interessenverlust für Hobbys
  • Vermindertes Interessen an Freunden
  • Probleme zu Haus

bis man zuhause in der Dusche sitzt, sich schaukelt und darüber nachdenkt, ob man sich die Pulsschlagadern oder die Halsschlagadern aufschneiden sollte.

Also.

Ich habe Gründe, wieso ich zuhause bin. Ich möchte tatsächlich oft gerne in die Schule. Und ehrlicherweise an vielen anderen Tagen absolut nicht. Da packt mich die Angst und ich sitze wieder auf meiner Couch und zittere. Oder ich fühle gar nichts, egal, was passiert.

Nein, vermutlich wird das hier niemand verstehen, der nicht betroffen ist, aber das muss auch niemand. Und diese dumme Liste da oben beschreibt auch nicht den Alltag, von dem ich nicht weiß, wie er normalerweise aussehen sollte. Ich wollte das hier schreiben, damit niemand glaubt, dass ich es nicht sagen würde, wenn man mich fragen würde. Es sind Dinge passiert, die scheiße waren. Ich habe Leute verletzt und Leute haben mich verletzt. Nicht alles war schön und ich glaube nicht, dass es je besser wird, aber bisher gehe ich weiter jede Woche zur Therapie und nächste Woche auch zusätzlich noch erneut zu meiner Psychiaterin. Ich nehme Tabletten, die bisher absolut nicht helfen, ich esse mittlerweile ab und zu regelmäßig und ich hab schon länger nicht mehr freiwillig gebrochen, was gut ist, weil ich das eine Zeit lang täglich gemacht habe. Mehrmals.

Wenn ich jetzt Menschen sehe, die ich nicht leiden kann, lächle ich nicht mehr, sondern ich gehe an ihnen vorbei. Und wenn jetzt wieder der Vater meiner Schwester zu Besuch kommt, dann gehe ich nicht raus und grüße ihn freundlich, sondern ich vermeide jeden Kontakt.

Wenn ich jetzt wieder in meinen Depressionen gefangen bin, dann sage ich das den wenigen Freunden, die noch mit mir reden, dass es mir schlecht geht, falls sie es wissen wollen. Und falls ich absage, weil ich einfach nur sterben möchte, dann schreibe ich entweder meine körperlichen Symptome nieder (also die Depri-Kopfschmerzen etc.) oder ich bin sogar absolut ehrlich und sage, dass es mir übel geht. Kleine, aber vorhandene Fortschritte. Langsam ein wenig ehrlicher sein. Texte schreiben, die eventuell niemand liest, einfach, um es getan zu haben.

Ich muss immernoch 5 Minuten warten, bevor ich in die Schule gehe, um meine Schulbefreiung abzugeben. Und ich muss danach immernoch so schnell wie möglich alles aus meinem Kopf verbannen, mich zum Atmen zwingen und dagegen ankämpfen, direkt auf den Parkplatz zu kotzen, aber ich gehe trotzdem weiterhin. Und ja, ich kann immernoch nicht lange mit Menschen zusammensein, um ehrlich zu sein wird der Zeitintervall sogar immer kleiner, aber ich versuche es ab und an.

Ich sage nicht, dass es mir so scheiße geht, wie es noch nie jemanden ging. Aber es geht mir schlecht genug, als dass meine Therapeutin, meine Hausärztin und meine Psychiaterin nicht wollen, dass ich in die Schule gehe, weil ich schwergradige Depressionen habe.

F32.2 Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (Der Patient bedarf ständiger Betreuung. Eine Klinik-Behandlung wird notwendig, wenn das nicht gewährleistet ist).

Als ich noch in der Schule war, war es noch schöner. Meine Klo-Sessions. Entweder kotzen oder leer auf die Kacheln starren, yeaah. Das hatte Klasse.

Der Gedanke, dass ich zu schwach bin, um einfach in die Schule zu gehen, meine verdammten Hausaufgaben zu machen oder ein bisschen zu lernen.. wie lächerlich. Gerade ich. Lieber sterben als schwach sein, denn war schwach ist, hat verloren. Nur, dass Selbstmord nicht gerade von grenzenloser Stärke zeugt.

Vielleicht bin ich feige und vielleicht gebe ich hier viel zu viel von mir preis, aber dafür bin ich einmal in meinem Leben ehrlich (wenn auch sehr dramatisch): Das Leben ist scheiße und dementsprechend verhalte ich mich. In der Schule hab ich das Gefühl, verurteilt zu werden, scheiße zu sein und es nicht verdient zu haben, am Leben zu sein. Aber irgendwie tut’s mir in bestimmten Punkten nicht Leid – ich liebe ein paar Menschen zu sehr, um mich dem Unsinn hinzugeben. Und ab und zu mag ich mich selbst fast schon genug, um noch nicht sterben zu wollen. Deswegen bin ich nicht in der Schule.

Weil ich abwarte, bis die Tabletten und die Therapie wirken.

Und wenn das alles nicht klappt, dann gehe ich nicht mehr in die Schule, sondern in eine von diesen verschissenen Kliniken und lass mich mit Elektroschockern bearbeiten, bis jeder depressive Gedanke weg ist, verdammt.

Vielleicht ist jetzt alles etwas logischer, vielleicht auch nicht. Ich hab versucht, alles so zu schreiben, wie es meiner Meinung nach war, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich das geschafft habe. Außerdem fehlt hier einiges, was vielleicht wichtig gewesen wäre. Das ist jetzt auch egal, denn vermutlich wird hier niemand lesen, der das nicht eh schon weiß. Aber vielleicht werde ich irgendwann mal, wenn mich mal wieder jemand fragt, den Link oben aus dem Fenster kopieren und verschicken. Vielleicht..

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Veröffentlicht von

Patricia

People I know started following me. This is getting too real.

10 Gedanken zu „Warum ich nicht in die Schule gehe – Für Anfänger“

  1. WOW, das erinnert mich an eine Freundin ,aber zimlich. Das ist ziemlich deckungsgleich mit dem was sie sagt… aber leider macht sie es aus mereren Gründen einem es nicht sehr leicht das zu glauben was sie sagt bzw. denkt. Leider, ich würde ihr gerne glauben aber meistens tue ich es nicht. Vlt. kann mir ja jemand sagen ob er die gleichen probleme mit einer Person hat..
    Gruß: Cj

    1. Hey, Danke für’s Kommentieren!

      Da kann sogar ich gleich antworten, selbst wenn ich die Autorin bin und somit weniger Angehörige als Betroffene. Hoffe, es ist verständlich. :>

      Also, es ist oft schwer und gerade bei Jugendlichen (ich nehme an, die Freundin ist jugendlich? Wenn nicht, dann gilt das auch später noch, aber halt nicht mehr so extrem; kommt eben auf den Menschen an..) fällt es noch schwerer, zwischen affektiertem Melodrama und Realität zu entscheiden.

      Aber ich hab bei mir bemerkt, dass es vielen schwer fällt, mir zu glauben, weil ich nach außen hin wirklich stark tue. Das ist nicht mal mehr eine bewusste Entscheidung. Wenn ich unter anderen Menschen bin, WILL ich gut drauf sein, WILL ich nicht depressiv sein, nicht anders sein als der Rest und schalte schon unterbewusst auf „lachend“ um. Da strahle ich dannein wenig. Nicht immer, aber manchmal.

      Und zwischendurch, wenn ich merke, dass es mir eigentlich total dreckig geht, sag ich dann vielleicht kurz was, aber verfalle danach wieder in die Maske.

      Dann wiederum kenne ich (natürlich?) auch einige depressive Personen – in meinem Freundeskreis und in meiner Familie. Dadurch, dass wir alle depressiv sind, fällt es uns nicht schwer, einander zu verstehen, aber trotzdem fällt natürlich Bestimmtes auf.

      Es ist schwer und manchmal bin ich auch gekränkt, aber ich weiß, dass ich nicht besser bin, dass ich ab und zu einfach nur meine Ruhe haben will etc. Und dann, wie du gesagt hast, ist es vermutlich wirklich schwer für Außenstehende nachzuvollziehen, was passiert und es auch glaubhaft zu finden, denn zum Schluss vergessen viele, dass man sich Depressionen nicht aussucht.

      Jemanden mit einem gebrochenen Bein würde niemand fragen, wieso er nicht läuft. Aber Depressionen sieht man nicht sofort, da gibt es nur kleine Indikatoren, man kann nicht einfach ein CT machen und schauen, wo’s zwickt.

      Plus, es ist wirklich auch ein Zwiespalt für den Depressiven. Man will etwas machen und gleichzeitig will man nicht. Man will unbedingt rausgehen.. aber man will einfach nicht. Das ist wie.. man will diese fünfstöckige Schokocremetorte essen. Aber man will nicht. Okay, schlechtes und simples Beispiel, aber vielleicht verstehst du’s ja.

      Bin jetzt auf das eingegangen, was mir als Erstes eingefallen ist – Falls du andere Dinge meinst, schreib mal :)

      Liebe Grüße!

  2. Hi,
    also wenn du selber nicht direkt die betroffene bist, dann mal Herzlichen Glückwunsch scheinbar hast du das Grundrezept für Depressive Menschen (innsbesondere Mädchen) gefunden. Ich war erstmal sehr baff, weil die Geschichte zu 90% deckungsgleich ist mit dem was ich über die besagte Freundin weiß (innsbesondere der Teil mit dem Stiefvater, wo die Schwester die „geliebte“ Prinzesin ist, und er sich an der Stiefschwester vergreift).

    Diese Person hat eine Therapie gemacht wegen ihren depris, letztenendlich stellte sich raus das sie unter einer Post-Traumatischen Belastungsstörung leidet aufgrund dieser besagten übergriffe. Sie selber hat 1.5 Schuljahre (mehr oder weniger genau weiß ich es nicht) Psychologie in der BBS gehabt. Diese tatsache erschwert es einem noch mehr ihr zuglauben weil sie auch scheinbar (vlt. unbewusst) „Psycho-Spielchen“ spielt. Sie ist außerdem ein Mädchen das ziemlich „Süß“ ist wo bei einem gleich alle „Beschützer-Instinkte“ wach werden, ich glaube sie weiß das auch und setzt es hin und wieder sehr gekonnt ein, man kann einfach nicht Sauer auf sie sein… Das macht es mir (ich persöhnlich habe einige erfahrungen mit Menschen gemacht die ihre Reize sehr gekonnt einsetzen konnten) nochmal schwieriger ihr zu glauben. Man hört auch immer wieder von verschiedenen mitmenschen das sie das auch ziemlich oft macht (wieder ein Minus-Punkt in sachen vertrauen). Naja lange rede kurzer Sinn als befreundete bzw. bekannte Person die eingies von ihrer vergangenheit weiß will man ihr Helfen aber hat selber immer wieder das gefühl verarscht zu werden und hin und wieder als Blöde (für diese extremen emotionalen Laster die das Mädchen mit sich rumträgt) hingestellt wird (wobei ich sagen muss ich habe auch sehr viel schrott mitgemacht zwar nicht so extremen aber ich kann in gewissen hinsichten, bei weiß gott nicht allen, aber bei ein paar sie verstehen und weiß wovon sie redet). Naja wieder langer Text, kurz und nackig auf gut deutsch, man will Helfen fliegt immer wieder selber damit auf die Schnauze fühlt sich selber dabei schlecht und denkt sich gleichzeitig man will ihr nicht mehr helfen nichts mehr mit ihr zu tun haben aber auf der anderen seite weiß man auch genug von ihr und hat eine unheimlich Sympathie für sie das man sie doch nicht verlieren bzw. loslassen will.

    Tut mir leid wenn es sehr durcheinander rüberkommt aber ich habe diesen text mit 2800 mg Paracetamol (keine Sorge keine Suicid gefährdung nur Starke grippe) zuviel im Blut ca. 32 Stunden schlafentzug und mehreren Lietern Kaffee und coffein Pillen geschrieben.

    Gruß: Cj

    1. Hey. Na klar bin ich Betroffene, aber ich bin halt auch Angehörige, das meinte ich ;) Und das Grundrezept.. ja, 2 Teelöffel Salz, ein bisschen Zucker, Pflanzliches Öl und das alles ins Klo schütten, fertig. :)

      Ja, irgendwie bin ich ein wenig verwirrt gerade, aber das kann auch an meinen eigenen 1000mg Paracetamol liegen ;)

      Also.. ich denke, du solltest mit dieser Freundin eventuell mal darüber reden. Zum Schluss tust du weder dir noch ihr einen gefallen, wenn du da bist, aber gleichzeitig nicht da bist. Denn das ist es, was man tut, wenn man da sein möchte, aber nicht ganz glaubt, was gesagt wird. Wenn man nicht ganz vertraut. Es ist nur die Hälfte.

      Als ob du ihr einen Burger hinhälst, sie ein paar Mal dran schnuppert und du ihn dann wegnimmst, weil sie nicht schnell genug zugegriffen hat.

      Letzenendes ist es doch so, dass sie sicherlich mehr als genug Gründe hat, andere (unterbewusst) zu manipulieren. Und natürlich ist das scheiße, aber dagegen kann man irgendwann gar nichts mehr machen. Zumindest nicht ständig. Red mit ihr, sag ihr, dass sie das bei dir nicht machen brauch und dass du sicherlich auch dann noch da bist, wenn sie sich nicht verstellt und fertig. Falls sie das nicht machen will, falls es ihr einfach besser geht und sie sich sicherer fühlt, wenn sie sich verstellt, dann ist das wiederum ihr Bier und es bleibt nur die Frage: Willst du trotzdem weiter mit ihr befreundet sein oder nicht?

      So, ebenfalls verwirrend, aber egaaal. ;)

  3. Manchmal lohnt sich das stöbern doch. Ich weiß,der Beitrag ist alt, aber er hat mir doch einiges gezeigt, erklärt und erläutert. Und ganz kurz war ich davor, ne Frage zu stellen, die ich aber, wenn es erlaubt ist, lieber unöffentlich stellen würde. Also, so ganz banal per e-mail. Keine Sorge, keine weitere Frage zu dem,was bei dir los war/ist/sein wird, sondern eher eine Bitte um einen kleinen Rat bzw Hinweis.

    1. Stell ruhig. Email ist.. *nachschau* formylittledecoy (at) hotmail (dot) de

      Und im Nachhinein gefällt mir der Beitrag iÜ gar nicht mehr so wirklich.. Irgendwie ist das aber ständig so und ich hab jetzt sogar schon gelernt, die betroffenen Artikel nicht sofort zu löschen *g*

  4. Ich konnte mich sehr mit diesem Lei(d/t)protokoll identifizieren. Unsere Symptome sind größtenteils kongruent und teilweise voneinander abweichend. Eine Lösung habe ich keine gefunden. Das Leben ist eine Quälerei! Aber du scheinst eine intelligente Person zu sein und bisher hast du (hoffentlich) nicht aufgegeben. Vielleicht wird aus dir was. Aus mir jedenfalls nicht. ;) Gehe nämlich just in diesem Moment nicht zur Berufsschule! Glückwunsch! Aber mit ein bisschen Glück bin ich bis zum Wochenende tot.

    1. Ich hoffe ja irgendwie, dass du jetzt noch lebst.

      Gehe nämlich just in diesem Moment nicht zur Berufsschule! Glückwunsch!

      Hey, bombig! Und hier dachte ich schon, ich wär so.. mega und voll individuell. Mist!

      Wär ja interessiert daran, von dir auch so einen Text zu lesen, damit ich dann auch weiß, wo’s da Unterschiede gibt und wo nicht! *puppy eyes*

      (Ja, hochintelligent! ; ) )

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