Was wirklich stört..

Wir stehen auf und das Wetter ist mies. Wir sehen nichts außer grau-weiß. Oder, wenn man aufsteht wie ich, dunkelblau-grau-schwarz-weiß.

Aber das ist es nicht.

Wir gehen raus und die Leute sehen aus, als hätte man sie mit Scheiße bekippt.

Aber auch das ist es nicht.

Und nein, auch die dummen Gespräche, die die Mädchen vor uns und die alten Opis hinter uns führen sind es nicht.

Was wirklich stört ist, zu wissen, dass eine Milliarde Menschen auf dieser Welt hungert. Zu wissen, dass Jay-Z zu seinem 41. von Beyonce ein 2-Millionen-Dollar-Auto geschenkt bekommen hat, das zusammen mit einem Ferrari, nem Maybach und einigen anderen Schmuckstücken irgendwo auf einem seiner vielen Anwesen von einem seiner Angestellten geputzt wird.

Was wirklich stört ist, zu wissen, dass ich hier sitze und darüber schreibe, was mich stört, ohne etwas dagegen zutun, außer mich vegetarisch zu ernähren und einen CO2-neutralen Blog zu führen.

Was wirklich stört ist, zu wissen, dass auch das Gros der Leser nicht’s machen wird außer zu lesen und den Kopf zu schütteln.

Was stört ist, die Oberflächlichkeit, die Ignoranz und die Faulheit, die uns ausmachen. Jeden Tag aufzustehen als Strafe anzusehen. Im Warmen einschlafen zu können und nie zufrieden zu sein.

Im Prinzip ist es so: Das Schlimmste, was dieser Welt und uns Menschen passieren konnte, sind wir Menschen. Und egal, wie sehr wir sie lieben – die Anderen, unsere Freunde oder Familie – wir müssen zugeben, dass es besser ohne wäre.

Und dass wir alle das Potential zu Idioten und Rettern haben.

Und dass wir ins größtenteils für Ersteres entscheiden.

Und dass wir uns damit abfinden.

Und dass ich mir, sobald ich das geschrieben habe, eine neue Folge Nikita reinziehen werde, darüber nachdenken, dass ich vorhin was gegessen und es danach wieder ausgekotzt habe und verdrängen, dass eine Milliarde Menschen (unfreiwillig!) hungern und T. und L. und all die Leute gerade aufstehen und sich ihren Kaffee machen und in die Schule gehen und ignorieren, dass es sowas gibt.

Und dass ich nicht besser bin.

Und dass das Gros der Leser auch nicht besser ist.

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12 Kommentare zu „Was wirklich stört..

  1. es ist sinnlos sich gedanken über das elend in der welt zu machen. du kannst es nicht ändern. ich kann es nicht ändern. niemand kann es ändern. solange es konzerne, regierungen, menschen gibt die die leute auspressen wie zitronen wird sich rein gar nichts ändern.
    wenn man wüsste was hinter den kulissen wirklich vorgeht, würde man sich wahrscheinlich einen strick im praktiker kaufen (mit 20% rabatt natürlich!).
    also: manchmal ist es gar nicht so schlecht einfach „dumm“ weiter zu leben.

    (deine mails rufst du auch nicht ab, oder? :D )

  2. wieso sollte es nicht sinnlos sein?
    oder wie ich immer sage: wenn 1.000 leute ins becken pissen, ist es sinnlos, wenn es einer nicht macht. davon wird die brühe nicht sauberer. und komm mir jetzt nicht mit dem „vorbild für andere“ :)

    (yahoo)

    1. Bei Yahoo wird nix angezeigt.. oô

      Hm, also.. das ist vllt schwer zu verstehen (auf jeden Fall ist es schwer zu verstehen)..

      Zum Schluss ist es egal, was wir machen. Es kümmert keinen. Niemand interessiert sich noch lange für uns und wir können die Welt vielleicht wirklich nicht verbessern. Aber einmal ist das der Punkt, der mir irgendwie Kraft gibt, denn wenn es eh egal ist, dann ist es nicht so .. schlimm. Dann sind unsere inneren Kämpfe eigentlich egal und nicht weltbewegend und wir können einfach endlich überhaupt etwas tun. Und zweitens, ist deswegen jeder kleine Akt der Freundlichkeit ein ziemlich guter Schritt. Und wenn’s nur das Hochheben von nem Euro für ne alte Frau ist.

      Aber auch das fasst es nicht zusammen.

      Das Leben an sich ist sinnlos. Und nur weitere Sinnlosigkeiten und das Nachdenken darüber macht es erträglich. Und das Suchen nach Leuten und so weiter und so fort. – darüber nachzudenken unterscheidet mich von denen, die sofort reinpinkeln. Und das ist schon etwas, das mich freut. Denn wenn ich darübe rnachdenke, wer den meisten Schaden verursacht, so sind das doch die Leute, die einfach den Kopf ausschalten (oder von Anfang an nie angeschalten haben) und mitmachen.

      Und wenn 50 Leute die Katze treten, muss ich nicht die 51. sein. Auch wenn die Katze davon nicht weniger tot ist.

  3. in deinem OP hörte sich das noch so an, also wolltest du die ganze welt retten und ihr elend lindern und nicht nur dein persönliches umfeld verbessern.
    das ist doch genau das was ich meine. das ist der springende punkt. man sollte bzw könnte sich mit dem ganzen beschissenen zustand in der welt abfinden aber für sich eine kleine oase schaffen.
    oder anders ausgedrückt: die 1000 ins becken pissen lassen aber dabei am rand stehen und zusehen wie sie reinspringen und in der plörre plantschen und sich königlich über die trottel amüsieren.

    (toll. jetzt bin ich nicht nur mistverstandener pseudomathelehrer sondern yahoo erkennt meine mails als spam. wenn das mal kein omen ist :D )

      1. Ja, übermäßig. Nein, es waren Spams und Likes von Leuten wir random guy. Böse Menschen, die überall auf „Gefällt mir“ klicken müssen und wenn ich schreiben würde, dass ich auf Klo gehe. Pah.

  4. Natürlich dachte ich daran, das, was ich Weblogs via Flattr zukommen lasse, lieber Kindern in Afrika zu spenden. Aber ich erkenne bei manchem Weblog eben Potential, weit über unser tägliches Brot hinaus zu reichen. Und es kümmern sich rund um den Erdball bereits so viele um die Gegenwart des Essens, dass ich mich einfach mal traue, für die Zukunft des Wortes zu sorgen.

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