Enneagramm – Test

Hab letzte Woche (oder so) diesen Enneagramm-Test im Internet gemacht, weil jemand aus dem Keksforum ihn empfohlen hatte.

Macht ihn auch und schickt mir eure Ergebnisse! :> Ich bin zu gleichen Teilen Typ 4 und 6. :)

Hier das Ergebnis für die Link-Faulen:

Zwischen Vertrauen und Misstrauen hin- und hergerissen – 6. Der Loyale


Menschen dieses Persönlichkeitstyps fühlen sich in ihrem Wesen unsicher, als gäbe es da nichts Beständiges, an das sie sich halten könnten. Im Kern der Sechserpersönlichkeit gibt es eine Art Angst oder Ängstlichkeit. Diese Angst hat eine sehr tiefe Quelle und kann sich auf sehr verschiedene Art und Weise darstellen, was die Sechsen einigermaßen schwer beschreibbar und typisierbar macht. Allen Sechsen ist die Angst, die im Zentrum ihrer Persönlichkeit wurzelt, gemeinsam. Sie drückt sich im Sorgenmachen und dem unaufhörlichen Sich-Ausmalen von allem, was schief gehen könnte, aus. Diese Neigung macht Sechsen einerseits zu begabten Problemlösern, andererseits raubt sie ihnen den so dringend benötigten Seelenfrieden und schränkt ihre Spontaneität ein. Die Wesensangst im Kern der Sechser-Fixierung hat die Tendenz, die Persönlichkeit mit einem „Argwohn im Dienste der Abwehr“ zu durchsetzen. Sechsen fällt es schwer zu vertrauen;sie fühlen anderen gegenüber solange eine Art Ambivalenz, bis sich die betreffende Person als zuverlässig erwiesen hat. Ab diesem Punkt reagieren sie wahrscheinlich mit unerschütterlicher Loyalität. Jedoch hat die Loyalität der Sechsen etwas von einem zweischneidigen Schwert, weil sie die Neigung haben, bei einem Freund, Partner, Job oder einer Sache auch dann noch auszuharren, wenn es schon lange an der Zeit gewesen wäre, davon Abstand zu nehmen.Sechsen sind auf der Suche nach jemanden oder etwas, an den oder das sie glauben können. Dieses führt – in Kombination mit ihrem grundsätzlichen Argwohn – zu einem komplizierten Umgang mit Autoritäten. Die Seite in der Sechs, die Ausschau nach etwas hält, an das sie glauben kann, ist häufig sehr anfällig gegen die Versuchung, die Autorität auf eine äußere Instanz zu übertragen, sei es ein Individuum oder ein Credo. Aber die Neigung der Sechs zu Misstrauen und Argwohn arbeitet gegen jeden Glauben an Autoritäten. Im Enneatyp Sechs wirken also zwei entgegen gesetzte Kräfte und nehmen in den unterschiedlichen Individuen unterschiedlichen Raum ein – manchmal passiert dies auch in ein- und derselben Person.

Das wirklich verwirrende Element beim Herausfinden dieses Typs ist, dass Sechsen zwei völlig verschiedene Strategien im Umgang mit der Angst einsetzen: Manche Sechsen sind zutiefst phobisch. Phobische Sechsen sind im Allgemeinen konform, verbindlich und kooperativ. Andere Sechsen übernehmen die entgegen gesetzte Strategie im Umgang mit der Angst: Sie werden kontraphobisch, d.h., sie übernehmen im Wesentlichen eine widerständige Haltung gegen alles, was ihnen bedrohlich vorkommt. Das ist die Sechs, die die Rolle der Autorität übernimmt oder bei Gefahr für Leib und Leben den Draufgänger gibt. Kontraphobische Sechsen können aggressiv sein und – statt nach Autoritäten Ausschau zu halten – eine rebellische oder anti-autoritäre Haltung übernehmen. Kontraphobische Sechsen sind sich der Angst oft nicht bewusst, die ihre Handlungen motiviert. Tatsächlich tendieren Sechsen zur Blindheit gegenüber dem Ausmaß ihrer eigenen Ängste. Weil Sechsen immer wieder auf all ihre Gefühle zurückgeworfen werden, sind sie sich deren Existenz häufig nicht bewusst, weil sie nichts haben, gegen das sie es kontrastieren könnten.

Weil Sechsen häufig das Ausmaß ihrer eigenen Ängste verkennen, schätzen sie sich oft falsch ein. So kommt es häufig vor, dass sich männliche Sechsen für eine Zwei halten, insbesondere dann, wenn sie mit einer Helferrolle identifiziert sind. Aber Sechsen haben eine viel ambivalentere Haltung zu Beziehungen als Zweien, die im Allgemeinen sehr genau wissen, was sie wollen. Sechsen, die ihre Angst verkennen, können sich irrtümlich für eine Neun halten. Aber Neunen haben die Fähigkeit, sich zu entspannen und anderen zu vertrauen; beides ist nicht so sehr die Sache von Sechsen. Sechsen können sich irrtümlich als Vier typisieren, insbesondere, wenn sie eine künstlerische Ader haben, aber ihnen fehlt die Selbst-Versunkenheit der Vier. Sie können sich für Fünfen halten, besonders wenn sie intellektuell sind wie viele Sechsen – aber anders als Fünfen haben sie eine Neigung zum Praktischen. Schließlich können sich Sechsen leicht für eine Acht halten, aber ihnen fehlt die Selbstsicherheit der Acht.

Identitätssucher, die sich einzigartig und von anderen verschieden fühlen – 4. Der Individualist


Menschen dieses Persönlichkeitstyps gründen ihre Identität auf die Wahrnehmung, dass sie irgendwie anders oder einzigartig sind; deshalb sind sie auf selbstbewusste Weise individualistisch. Sie neigen dazu, ihre Verschiedenheit von anderen sowohl als Segen als auch als Fluch anzusehen – ein Segen, weil es sie von denen abhebt, die sie als „gewöhnlich“ wahrnehmen, und ein Fluch, weil es öfter so scheint, als würde es ihnen den Zugang zu einfacheren Formen des Glücks versperren, das andere so locker zu genießen scheinen. So können sich Vieren anderen überlegen fühlen, während sie gleichzeitig Sehnsucht und Neid verspüren. Das Gefühl, Mitglied einer „echten Aristokratie“ zu sein, wechselt sich mit tiefen Schamgefühlen und der Angst ab, tief im Innern voller Mängel und beschädigt zu sein.Vieren sind emotional komplex und sehr sensitiv. Sie sehnen sich danach, verstanden und wegen ihres wahren Selbst geschätzt zu werden, aber sie fühlen sich leicht missverstanden und nicht wertgeschätzt. Sie neigen dazu, sich beim Anblick der harschen und barbarischen Welt zurückzuziehen und sind oftmals mürrisch und launenhaft. Sie sind emotional zentriert und verbringen eine großen Teil ihres Lebens damit, in ihre mentalen Landschaften einzutauchen, wo sie sich frei fühlen, ihre Gefühle zu kultivieren und zu analysieren. Der Wunsch, dieser inneren Welt Ausdruck zu verleihen, führt Vieren oft zum Interesse an den Künsten, und einige von ihnen werden echte Künstler. Ob nun Künstler oder nicht – die meisten Vieren sind ästhetisch sensibel und mit dem Selbst-Ausdruck und der Selbstoffenbarung beschäftigt, sei es bezüglich der Kleidung, die sie tragen oder hinsichtlich ihres gesamten, oftmals eigenwilligen Lebensstils.

Vieren haben eine Disposition zur Melancholie und unter Stress neigen sie dazu, in Depression zu fallen. Auch unter günstigsten Bedingungen neigen Vieren dazu, selbstversunken zu sein. Aus dem Gleichgewicht geraten, geben sie leicht einer Selbstnachsicht nach, die sie als vollkommen gerechtfertigt wahrnehmen, weil sie ein Weg ist, den generellen Mangel an Freude, den sie in ihrem Leben erfahren, auszugleichen. Vieren sind geneigt, mehr über einen „Erlöser“ zu phantasieren, der sie aus ihrem Unglück erretten wird, als sich nach praktischen Lösungen für ihre Elend umzusehen.

Intellektuelle Vieren neigen irrtümlich dazu, sich für Fünfen zu halten, und ein starker Flügel kann diese Tendenz sicher verstärken. Im Unterschied zu Fünfen neigen Vieren zur Selbstoffenbarung und fühlen sich wohl, wenn sie sich emotional ausdrücken.

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6 Kommentare zu „Enneagramm – Test

  1. Den Artikel über das Keksforum habe ich mit Begeisterung gelesen. Für solch persönliche Erfahrungen kloppe ich jede Zeitung in die Tonne. Danke!!! Wobei ich gestehen muss, den Artikel via WLAN in der Fresshölle eines Burgerbraters gelesen zu haben…

    Den Weg der Einzigartigkeit kann ich nur empfehlen. Leider ist es ja so, dass viele doch irgendwie Gründe brauchen, sich für einen Menschen aufzuopfern. Und für schöpferische Persönlichkeiten mag man begeisterter an seine Grenzen gehen, als für Leute, die ihr Leben lang vor dem Fernseher eingedöst sind.

    1. Gern geschehen ;) Und dass du den Artikel dort gelesen hast, hat doch eine gewisse Komik in das Ganze gebracht, die ich zu schätzen weiß! Stört mich nicht im Geringsten.

      Den letzten Teil muss ich noch mehrmals lesen, aber aufopfernde Menschen, hmm, vllt definieren wir das anders.

  2. Aufopfern meine ich in dem Sinne, dass einige Menschen sich vielleicht scheuen, die Partnerschaft einzugehen mit jemanden, der unter Depressionen leidet. Nächte hindurch Trost zu spenden mag schwerfallen, wenn man Tag für Tag fit in seinem Beruf sein muss. Irgendwann setzt der Körper Grenzen. Für wen sind wir bereit, diese Grenzen zu überschreiten, selbst, wenn es uns am Ende das Leben kostet?

    Süchtig nach Gefühlen?! Vor Jahrzehnten habe ich einen Tagebucheintrag von Sophie Scholl gelesen, dass sie lieber um brennenden Durst beten wolle, um Schmerzen, Schmerzen, Schmerzen, als eine Leere zu spüren, und sie zu spüren, ohne eigentliches Gefühl. Darüber will ich nachdenken.

  3. Der Test ist nicht schlecht! Hab ich letztens in einer weiteren schlaflosen Nacht gemacht :D
    Mein Ergebnis ist 5w6, und ich fürchte, die Typen haben Recht. ;) Und dann hab ich mir die anderen Beschreibungen durchgelesen und Leute aus meinem Umfeld eingeordnet. Muhaha.

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