#23 ctrl+c, ctrl+v

Mein Zeugnis ist bombe.

Wenn die Ansprüche von Grundschülern erfüllt werden könnten, ist das vermutlich keine Leistung, auf der ich mich ausruhen sollte, aber so ganz tief im Inneren (im Dickdarm?) verspüre ich einen Funken Dankbarkeit, dass meine eher labile Psyche zumindest dieses Jahr entschieden hat, lieber in den ersten sechs Phasen des Burn-Outs rumzustochern als in den letzten.

Natürlich ändert sich das derzeit auch schon wieder rasant. (Beweisstück A wäre mein Schreibtisch. Oder mein Bett. Eigentlich alles in einem Radius von fünf Metern nahe meines Lagers.)

Wie dem auch sei. Bombiges Zeugnis:

 Englisch sehr gut
 Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde sehr gut
 Krankheitslehre sehr gut
 Biologie, Anatomie, Physiologie sehr gut
 Psychologie, Pädagogik, Behindertenpädagogik sehr gut
 Medizinsoziologie, Gerontologie sehr gut
 Prävention und Rehabilitation sehr gut
 Fachsprache und Dokumentation sehr gut
 Grundlagen sehr gut
 Therapeutische Mittel sehr gut
 Therapeutische Verfahren sehr gut
 Adaptierende Verfahren sehr gut
  • 66 entschuldigte Fehlstunden (8,25 Tage)

Absolut lächerlich aber, weil es entweder schnöde Auswendiglernerei war (guckst du hier), oder die Ansprüche im Anforderungsbereich 3 denen der Unterstufe glichen.

Letzte Woche habe ich mich mit einem anderen Ehemaligen (des Gymnasiums, das ich besucht habe) unterhalten, der sich auch an unsere Schule verschwendet, und wir kamen zu dem Ergebnis, dass wir nur noch zwei SSTs* davon entfernt sind, unsere Namen zu klatschen oder Blumentänze an Kindergärten zu planen*².

Was sehr absolut klingt. Und nicht wahr ist. Aber es gibt so Momente..

An der Front hat sich gar nichts getan: Autoreparatur wird immer teurer, unsere Gartenlaube hat Schwarzschimmelbefall, und die Küche ist kurz davor, in sich zu verfallen. Bin ja dafür, dass mir erst einmal alle Deutschen je einen Euro geben. Alles, was nach zusätzlicher Jobcenter-Berechnung und Steuer übrig bleibt, spende ich sogar.

*Selbststudium. Heißt übersetzt, dass es Dozentenmangel gibt und wir billige Aufträge zu erledigen haben.

*² Als ich ihm berichtet habe, dass wir bereits an einer Grundschule mitplanen mussten, an einer Sekundarschule unseren Fachbereich vorstellen, und demnächst an einem Gymnasium die Schule bezüglich Berufsfindungstags vertreten sollen, hatte er fast einen Nervenzusammenbruch.

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#22 

Ich überlege gerade, endlich meine „Empfehlungen“-Seite zu beginnen. Vermutlich nur, um mich vor meiner Präsentation nächste Woche zu drücken.. 

(Wieso bin ich nur so?)

Wie dem auch sei.. es ist also möglich, dass oben im Menü demnächst neue Seiten auftauchen oder ich hier ab und an Mal über meine schrulligen Bücher und Serien spreche. (Nachdem ich dies nun angekündigt habe, kommt es vermutlich nie dazu..)

Was ich definitiv vorhabe/machen soll, ist mich selbst bald einmal zu befunden. Wird ein großer Spaß. (Nicht.)

#21 a bag full of bags

Sobald man hinterfragt, spricht man weniger, bekomme ich das Gefühl.

Manchmal vielleicht dennoch mehr Worte, um Aussagen zu relativieren, aber dennoch weniger.

„Habe ich genug Erfahrung, um meine Meinung zu äußern?“ Nein.

„Gibt es nicht viel intelligentere, gebildetere, bessere Menschen, denen ich die Minuten wegnehme?“ Ja.

Ich lerne in meiner Ausbildung Muskelgruppen, Modelle, und Hemmungen. In meinem Leben das Benutzen von Zahnbürste und Computer, und Hemmungen.

Zum Schluss sind die Dinge, die relevant gewesen wären, in mir in einer Tüte. In einer Tüte voller Tüten. (Auch Titel meiner Autobiografie, meines zweiten Albums, und einer unglücklichen Kollektion von Aquarellbildern, die dennoch für 32,95€ (zzgl. Versandkosten) auf Wunsch mit Signatur erworben werden können.)

All die irrelevanten Äußerungen, die ich von mir gebe, sind vielleicht auch irgendwann da, aber sie haben bisher für mich zu wenig Gewicht, um nicht einfach rausgelassen zu werden.

Was leicht zu sagen ist: Es gab einmal eine Phase, in der ich nur Möhren und Äpfel gegessen habe, weswegen meine Mama gescherzt hat, sie würde bald Heu in mein Zimmer werfen, um meinen Lebensstil authentischer zu gestalten.

Was meistens in einer Tüte bleibt: Ich habe Angst vor Menschen, und wie leichtfertig wir einander verletzen. Ich habe Angst davor, wie kurzweilig wir sind.

Was ich danach noch in die Tüte stopfe: Meistens benehme ich mich genauso kurzweilig und gedankenlos, weil es sich gut anfühlt, nicht verletzt zu werden.

Manchmal bin ich minimalistisch: Es wurde bereits alles gesagt. Wozu hinzufügen, nur weil ich es jetzt zum ersten Mal für mich selbst erfahre? – Weil ich das Zentrum meines Universums bin. Und das ist eher ernüchternd, kurzweilig und gedankenlos. Und deswegen auch sehr schnell wieder in einer Tüte voller Tüten voller Tüten. (Der Titel meines Selbsthilfebuchs, in dem ich dazu anraten werde, gestanzte Kellerasseln in Ingwertee zu streuseln.)

 

 

#19 how much snow has to fall, for it to become spring?

Ich versuche seit drei Stunden, aufzuräumen, aber stattdessen habe ich meine Hefter sortiert, (drei Mülltüten später..) meinen Schrank aus- und umsortiert, et cetera. Natürlich zählt das alles ebenfalls zum großen Prüfungsbereich „Aufräumen,“ aber im Endeffekt sieht es jetzt viel unordentlicher aus als davor. /seufz

Dieser Paragraph war nicht als Metapher für meine psychische Stabilität geplant, aber jetzt, wo ich da noch einmal drüber lese, möchte ich anmerken, dass Dinge nicht immer geplant sein müssen, um letztlich irgendwelche anderen Situationen zu spiegeln.

Womit ich meine, dass ich weiterhin große Angst davor habe, in meinem Kopf irgendwelche Kisten zu öffnen, aber weiß, dass ich nicht sonderlich lebensfähig bin, bis sie leer sind.

(Und angeblich findet man am Boden von Kisten meistens Hoffnung.)