Februar 17, 2012

#16 Befruchtete Eizelle

Falls ich in der Zukunft darum gebeten werden sollte, mich in wenigen Worten zu beschrieben, muss ich es schaffen, “Schreibt schlechte Einführungen” noch zu verkürzen, da ich sonst keinen Platz mehr für “Mag Kekse weniger als der Durchschnittsbürger (+ Falls kein Vorstellungsgespräch: Mag aber den Durchschnittsbürger weniger als Kekse.) ” und “Kann nicht rülpsen” habe. (Eventuell füge ich auch noch “Kann nicht pfeifen”, “Kann nicht rotzen”, und “Ist Flachschwimmer” hinzu. )

Dinge, die ich nicht kann: E-Mails schreiben, Romane schreiben, Blogartikel schreiben.

Nummer 1 mache ich ab und zu, bin dabei aber leicht neurotisch. Nummer 2 mache ich nie, kritisiere aber die traurigen Versuche anderer Leute regelmäßig (hence the not trying myself part) und Nummer 3 versuche ich gerade, mit wenig Aussicht auf Erfolg.

  • Edit: Und jap, ich weiß, wie scheiße lang und unsinnig dieser Post ist.

Eigentlich wollte ich gerade auf ein paar Dinge eingehen, um so im Patricialand ein wenig Klarheit zu schaffen, aber Gosh, fang mal irgendwo an! Und gleichzeitig schreit mich hier die Zicke von Youtube an. Schlampe.

Es war also einmal vor langer Zeit eine Eizelle. Cue Eizellen-Witz. Nachdem sie befruchtet wurde [füge Geschichte der Eizelle ein; nicht wieder vergessen, extra zu erwähnen, dass es zuerst befruchtete Eizelle heißt und dann irgendwann Fötus und Embryo, sonst kriegst du wieder eine 2+ in der fünfte Klasse Biologie Klassenarbeit, thankyouverymuch] und dann irgendwann den ganzen Weg.. Eeew. Tja, also dann war sie irgendwann ein Mensch. Ich! Yay!

Irgendwie wird diese Es war einmal Sache nichts. Nächster Versuch:

Im Leben eines Menschen gibt es wichtige Ereignisse. Und natürlich prägen sie einen, und falls auch du deine Eltern mal beim Sex erwischt hast, du bist nicht allein!, aber sich nur an ein Jahr seiner eigenen Vergangenheit zu erinnern, ist verdammt schwierig, also ist auf 10 Jahre zurückblicken, oder auf 20, oder Hilfe, 50, vermutlich so ziemlich unmöglich. In einer Therapie soll man das aber doch schon mal machen.

Mind you, nicht unbedingt bei Frau K., aber doch bei Einigen. Und ab und zu erwischt man sich doch auch mal selbst, wie man besonders spektakulär und unlogisch reagiert, und fragt sich, woher das jetzt wieder kam – und falls du auch du gerne mal in Desinfektionsmittel baden würdest, weil es so genial riecht, und nicht, weil du einen Waschzwang hast, dann..- und überlegt, und überlegt, und gibt erst der 56 jährigen Tante die Schuld, weil sie einen mit 4 darauf konditioniert hat, stechende Gerüche mit Zufriedenheit zu assoziieren, oder schiebt es auf unzählige Arztbesuche als Kind und irgendwelche Schutzmechanismen. (Und hey, vielleicht steht man einfach auf den Geruch. Desinfektionsmittel riecht genial, damn it!)

…wo es doch für jeden Außenstehenden ganz klar ist, dass es daran lag, dass man mit 6 mal drei Stunden lang beim Arzt in Behandlungszimmer 2 saß, wo einen die Arzthelferin vergessen hatte und man zu sehr Angst hatte, rauszugehen, weil man noch eine Spritze im Arm hatte.. Weswegen alles, was man die ganze Zeit gemacht hat, Desinfektionsmittelschnüffeln war. Man selbst erinnert sich aber nicht mehr dran – War ja kein Ding oder Verdrängung – und schwupps, man wird sich den Rest des Lebens fragen, wieso man einen Desinfektionsmittelfetisch hat.

Und nein, ich hab keinen Desinfektionsmittelfetisch, aber geil riechts trotzdem.

Wenn man depressiv ist, und ich nehme an, dass ich das bin, hah!, dann ist dieser Hinterfragungsprozess vermutlich viel aktiver als bei anderen Menschen. Einmal ist man unzufrieden mit dem eigenen Leben, was oft zu langen Diskussionen mit imaginären Freunden, auf zusammengeklebte A4 Blätter gemalte Ex-Lehrern und der 56 jährigen Tante, die leider bereits verstorben ist, führt; andererseits hat man aber vermutlich auch verdammt viel Zeit, und at a certain point wird man wohl nicht drumherum kommen, sich mit den eigenen Problemen auseinanderzusetzen.

Nicht falsch verstehen, ich rede hier nicht von Problemlösung! (Natürlich kann ich nicht sagen, ob es jetzt deinem depressiven Bruder auch so geht wie mir, aber Pauschalisieren macht so viel Spaß, also lass mir mein “man”.) Wieso auch Probleme lösen, wenn das dazu führen könnte, dass man gesund werden könnte? Und hier ist das Problem.

Wenn ich satt bin, kann ich meiner Mama nicht sagen, was ich zum Abendbrot möchte. Wenn ich krank bin, kann ich nicht daran denken, joggen zu gehen (Ich bin offensichtlich immer krank! Logische Schlussfolgerung.) und wenn ich Kopfschmerzen habe, wird mir beim Gedanken an Disco-Mucke etwas bis extrem schlecht.

Wenn ich depressiv bin, kann ich mir den Zustand “gesund”, und damit verbundene Aktivitäten, nicht vorstellen. Obwohl ich rein theoretisch verstehe, dass es mir, würde ich gesund sein, gut ginge, ist der Gedanke so abstrakt, dass ich stattdessen ein Bild vor Augen habe, dass mich in derselben Verfassung zeigt, in der ich mich momentan befinde minus fünf, wie ich mich aber dazu zwinge, zu arbeiten. Oder zu Parties zu gehen, oder was auch immer. Natürlich weiß ich auch (eigentlich), dass ich das so oder so nicht könnte, doch ein Teil von mir wird weiterhin glauben, dass ich nur zu faul bin und so weiter. Das ist einfach  nur ein weiterer Teil des Krankheitsbildes, wurde mir gesagt, deshalb lass ich ihn jetzt eiskalt aus.

Also, anstatt Probleme zu lösen, nehme ich mir eines von denen, die ich habe. Und ich kaue darauf rum, und spucke es aus, und wenn es vertrocknet auf dem Boden liegt und wie Kuhscheiße aussieht – evtl auch so riecht – heb ichs auf und kaue wieder etwas darauf rum. Möglicherweise ist das Problem gar kein Großes. Eventuell ist es etwas, das für Außenstehende (ggf mit ein wenig Einfühlungsvermögen) normal bis leicht kompliziert aussieht.. Etwas, das in meinen Augen überdimensional groß, und in Wirklichkeit klein ist. Obwohl ja im Prinzip nur die eigene Perspektive für mich Wirklichkeit sein kann, zumindest, bis ich mich wo anders hinstelle, was aber einen gewissen Prozess erfordern würde, und Prozess ist zu diesem Zeitpunkt nicht drin.

Ich, im Folgenden auch das Depressivon genannt, betrachte also meine Probleme und Macken und irgendwelche traumatischen Ereignisse -Der Schulhausmeister hat mich im Hort eingesperrt- was an sich gesund sein könnte, wenn dabei auch ein wenig Prozess stattfinden würde. Stattdessen wächst aber der Wert dieser Probleme, je mehr das Depressivon darüber nachdenkt, da ja keine Lösungsansätze gefunden werden:

Wenn der Durchschnittswert eines Problems, z.B. Angst vor Spinnen in der Einheit BeeinflusstLeben gemessen würde, bei der 0 bedeutet, dass man sowieso nie Spinnen sehen wird und das weiß, und 100 dass man a. beim Junglecamp angemeldet wurde und b. auch noch allergisch auf Spinnen reagiert, und c. da drin bleiben muss, so ganz ohne “Ich bin ein Star holt mich hier raus”, dann kann das vielleicht so erklärt werden – So ein Problem wächst pro Stunde, die man es begrübelt – und ja, das ist jetzt ein Wort – um 0,25 BL. Von einem 4BL-er Problem kommt das Depressivon also innerhalb von wenigen Tagen auf ein 20BL-er Problem und schafft es nicht mehr, ohne Staubsauger neben dem Bett und Insektenspray, und diesen komischen Dingsbums, die man aufhängt, damit Mücken einen nicht stechen, zu schlafen. Und mit einer Lichtquelle am anderen Ende des Raums, für die Motten.

Das Depressivon ist nach wenigen Wochen bei mehreren 50BL-er Problemen angekommen, kann jetzt keine Nahrungsmittel mehr einkaufen, und kauft sich alle 3 Tage neue Unterwäsche übers Internet, weil es sich nicht mehr in den Keller zu den Waschmaschinen traut.

Das irrational rational denkende Depressivon hat nach ein paar Monaten nicht mehr nur Angst vor Spinnen. Es weiß jetzt, dass diese Angst entstanden ist, als es von seinem Bruder auf dem Dachboden eingesperrt wurde und hat jetzt auch Angst vor Dachböden. Zwei Monate später vor ihrem Bruder. Noch einmal ein paar Monate später vor Brüdern. Dann stellt es fest, dass ein Arbeitskollege auch ein Bruder ist – was sie nie wusste! – und hat von nun an Angst vor Männern. Bis eine ihrer Freundinnen sich als transsexuell entpuppt. Menschen. Das arme Depressivon hat jetzt ein 93BL-er Problem. (Bisher hat es noch nicht Angst vor sich selbst!)

Nun sind aber die meisten Depressivons nicht Arachnophobie betroffen, sondern haben beliebtere Störungen. Vaterkomplexe, oder Zugehörigkeitsprobleme, oder eine ganz schlichte Selbstfindungsphase. Mit viel Zeit und einer Arbeitsunfähigkeitserklärung ist es möglich, alles in dem Rahmen zu kultivieren, dass man rein moralisch betrachtet nicht mehr als überlebensfähig gelten sollte.

Das Depressivon ist nebenbei aber auch damit beschäftigt, sich selbst und anderen zu erklären, dass es tatsächlich eine Depression hat, und dies eine wirkliche Krankheit ist und es wirklich das Recht hat, nicht zu arbeiten und auf deren Steuern zu leben, dass es oftmals, selbst wenn es wollte, nicht dazu kommen kann, einen Punkt zu erreichen, an dem es emotional in der Lage ist, sich selbst klar zu machen, dass es Erwachsenen möglich ist, einander zu lieben. Oder dass andere Menschen Fehler machen, also nicht alles geplant war, nicht alles ein Mittel ist, das arme Depressivon zu verletzen, und dass anders als das Depressivon selbst, einige Menschen die emotionale Reife. die ihrem tatsächlichen Alter entspricht, besitzen, also verstehen, dass auch das Depressivon nicht perfekt ist, und es trotzdem mögen könnten.

Es soll ja in der Wildniss (aber nur in hohem Gras) irgendwo einige seltene Exemplare von Menschen geben, die das Depressivon zwar respektieren, aber dennoch fordern. Die mal auf ein Bier rausgehen und nicht die Facebook-Freundschaft beenden, wenn das Depressivon nach Hause geht, aber auch eine No Bullshit Attitüde drauf haben, die für das ein oder andere Depressivon von essentiellem Wert sein kann.

Es gibt eine Gruppe von Depressivon..s..en..s..nochnichtsicherwasdenPluralbetrifft.. die eigentlich nur ausharren, bis ihnen eines dieser Exemplare begegnet. Ein solches Depressivon befindet sich gerade sogar für einen depressiven Zustand im Standby und wartet darauf, dass es von Medikamente, Therapie oder einem Außenstehenden aus dem Gedankensumpf gerettet werden wird. Es macht sich zum Opfer, und das eigene Leben zur Tragödie, wodurch es ziemlich schwer ist, ansatzweise weiterzukommen. Dieses Depressivon wird den Paragraph hier auch dazu verwenden, um zu unterstreichen, was für ein hoffnungsloser Fall es ist. (Nicht zu verwechseln mit dem schwer-depressiven Depressivon, das tatsächlich keine Kraft für gar nichts hat und zumindest auf den ersten, zweiten und dritten Blick ein ziemlich hoffnungsloser Fall ist. Nicht zu verwechseln mit dem Depressivon, das 102 Jahre alt ist, über Maschinen am Leben erhalten wird, seit dessen gesamte Familie bei einem Hausbrandt vor 12 Jahren gestorben ist, und.. Naja.. das aufgrund der geringen Zeit, die ihm übrig bleibt, tatsächlich ein hoffnungsloser Fall ist. Sorry!)

Weil es keine wirklichen Grenzen gibt – und das ist auch eigentlich gut, würde es denn konstant so sein – fragt sich das Standard-Depressivon aber des Öfteren, ob es denn nun depressiv, oder nur unfähig ist. Aus einem fünfzeiligen Text werden dann Romane, und ganz zum Schluss schaut es noch einmal auf den Monitor und denkt sich  nur:

Fuck, was ist das für ein scheiß Anfang.

Was ich damit meine ist, dass das Leben ziemlich kompliziert ist, und ich  mir nicht immer sicher bin, ob es wirklich hilfreich und gesund ist, wie wir mit Krankheiten umgehen. Ob es für anonyme Alkoholiker wirklich gut ist, zu sagen, dass sie keine Macht über ihre Sucht haben, und ob es wirklich notwendig ist, Fluoxetin zu verteilen, wie Kaugummies.

Ich wollte gerade eine undepressive Welt anführen, was aber mit dem folgenden Text nicht mehr Sinn gemacht hätte. Also.. In einer unindividuellen Welt gäbe es keine Konflikte. Natürlich wäre es sehr langweilig, aber was auch immer. Wir sind aber alle relativ individuell. Wir mögen unterschiedliche Farben und wurden deshalb vielleicht einmal kurz, aber am falschen Tag, von unserem großen Bruder ausgelacht. Wir sind Christen und unsere Familie ist es nicht. Wir sind hetero-, homo-, bi- oder transsexuell, und unsere Eltern sind konventionell, was ein Euphenismus für bescheuert ist. Und wir sind Gruppentiere.

Irgendwo zwischen all diesen Unterschieden entwickeln wir Komplexe, oder erkennen, dass wir nicht in die Gruppe passen. Oder uns schmecken Frühlingsrollen nicht, was bedeuten würde dass wir nicht in die Gruppe passen und deshalb Komplexe entwickeln. Oder wir MÖGEN Schafskäse, was eigentlich genau dasselbe ist (und falls du Schafskäse magst, shame on you!). Irgendetwas passiert, oder vielleicht auch nicht, und die Welt ist schon so kompliziert genug, und wir haben schon mehr als fünf Tage gelebt, was alles dazu führt, dass es nur noch kompliziert wird.

Auf der einen Seite würde ich gerne sagen: Fuck you Diagnose! Andererseits weiß ich, dass ein Nicht-Depressivon nie nachvollziehen werden kann, wie es sich anfühlt, weil ich weiß, dass ich mich nie so gefühlt habe, auch wenn ich mich nicht daran erinnern kann, mich je anders gefühlt (oder nicht-gefühlt, denn oft ist es einfach nur ein Nicht-Sein) zu haben. Obwohl ich Schubladen hasse, oder eigene Schränke haben will, oder gerne sagen möchte, dass so-und-so das-und-das bedeutet, ist dieser Text hier genau das, wovon ich eigentlich sprechen wollte:

Sich im Kreis zu bewegen, und nicht weiter zu kommen, und davon zu sprechen, wie es ist, sich im Kreis zu befinden, aber nicht zu schauen, was sich dahinter befindet, oder wie man rauskommt, oder was der verdammte Mittelpunkt ist, dass ist vielleicht typisch depressiv.

Aber es ist AUCH faul.

Januar 18, 2012

#15 Procrastination

Bevor ich jetzt einen sehr langen Text schreibe, möchte ich mal etwas klarstellen. Für die, die hier durch die Suche “Depressionen Diagnose Test” herfinden:

Mir will einfach nichts einfallen, was ich zu sagen hätte. Also doch, klar. Es gibt ja immer was, aber.. Ich denke, es spricht ja ausnahmsweise mal für mich, dass ich gelernt habe, dann auch nichts zu schreiben – Vor allem, wenn ich eh nicht große Lust habe.

Zusätzlich dazu beweist es eventuell auch, dass es wenig Neues gibt. Damit meine ich im Übrigen Negatives. Irgendwie hab ich hier ja noch nie großartig positive Dinge mit der Welt geteilt. Oft auch, weil es für mich nicht sehr offensichtlich war, was an bestimmten Situationen als positiv anzusehen gewesen sein sollte. Ist das ein ordentlicher Satz? Ich bin so müde eigentlich..

Nur gibt es tatsächlich ein paar Dinge zu sagen und zusätzlich dazu auch mal das Bedürfnis, für mich selbst aufgeschrieben zu haben, was ich hier grad schreibe. Während eines Telefonats gerade überkam mich zumindest der Wunsch, hier wenigstens kurz etwas zu posten. Mir fiel nämlich wieder ein, dass ich eigentlich gebloggt habe, um für mich selbst auch eine gewisse Übersicht zu haben. Plus Selbsttherapie, plus Mitteilungsdrang, plus wasauchimmer.

Also, 17 Tage 2012. Bisher ist auch nicht so viel passiert und ich möchte nicht zu euphorisch sein, was andere betrifft, weil ich mich dann im Nachhinein regelmäßig lächerlich fühle, so rumgehüpft zu sein. Aber gleichzeitig glaube ich, wär es für mich mal sinnvoll, es aufgeschrieben zu haben. So für spätere Crossreferences. Und wenn WordPress mir hier weiter anbietet, zu Pro upzugraden.. ._. Dementsprechend wird es vielleicht doch etwas mehr. Ha.

So, für’s Protokoll – Ich hab derzeit fast schon so etwas wie ein soziales Leben. Nicht wirklich, oder wirklich also weiterhin eher virtuell, aber eben vorhanden. Leute, die ich sogar wirklich mal IRL treffen möchte. (Nicht, dass ich nicht die Leute, die ich über diesen Blog kennengelernt habe, doof finde, aber es ist trotzdem irgendwie etwas Anderes. Man hat hier eine ganz andere Erwartungshaltung. Zum Beispiel sehen durchgängig alle, die hier kommentieren, für mich aus wie gutaussehende Filmstars.)

Was ich also eigentlich sagen wollte: Things are looking a little less grey. Or black. Und nein, natürlich musste ich nichts dafür machen. Was kein Sarkasmus ist, sondern.. Die Aussage, dass man nur genug gegen die Depression unternehmen soll, und über eigene Probleme reden, und es auch wollen, klebt mir derzeit im Hirn. Meiner Meinung nach irgendwie lächerlich.

Ist es so? Müssten wir es alle nur mehr wollen? Ich hab die letzten paar Tage halt Glück gehabt. Mal wieder eine positive Phase erwischt. Die Therapie hilft mir persönlich nicht sehr, was evtl. an Frau K. liegt, aber vielleicht auch einfach am Konzept. Die Tabletten helfen tatsächlich, wenn auch größtenteils nur wegen des Placebo Effekts, wie ich glaube. Ich hab weiterhin Schlafprobleme, Albträume, Angst vor Menschen, unterhalte mich auf Twitter per DM über den Unterschied zwischen of und from und dass beide ihre Vorteile haben. (Der Ursprungssatz war Freedom From/Of Choice. Find ja persönlich Beides klasse, aber scheinbar bin ich deshalb ein ganz furchtbarer Mensch, ftw.)

Ich bin weiterhin fest davon überzeugt, dass ich nicht viel auf die Reihe kriege. – Seltsamerweise ist es normalerweise aber jetzt leichter zu ignorieren und wird mir nur dann bewusst, wenn ich etwas ausübe, was Selbstreflexion nahe kommt, weshalb ich wohl so wenig blogge, yay. – Dass die wenigsten Menschen mich langfristig ertragen könnten oder denken würden, dass ich ihre Freundschaft und Zeit wert wäre. Es gibt langfristig scheinbar einige Verbesserungen. Man wird es kaum glauben, ich kann über bestimmte Themen sprechen, ohne mich auch nur ansatzweise zuflashbacken. Liegt vielleicht doch an den Tabletten. Was auch immer. Dazu kommt, dass ich Sätze fünf Mal lesen muss, bis ich sie verstehe, und man meine Antworten fast immer falsch versteht, und ja, das wird mich vermutlich für immer stören.

Also für mein späteres Ich: Du hast nichts dazu beigetragen!

Und durch mehrere ICQ Gespräche und Telefonate (die zu ICQ Gesprächen geführt haben!) habe ich außerdem noch festgestellt: Omeletts kann man nicht nicht mögen (Ist so. Hallo? Du hast Eier und Zeugs, und du magst es nicht?) Peperonis sind cool.. und darf man auf Englisch nicht sagen, wenn man Peperonis meint, denn sonst heißt es Salami (Wieder was gelernt..) Meine Mama ist die Person, mit der manche Freunde schreiben wollen, wenn sie mich wegen Liebeskummer anschreiben (Eigentlich verdient das einen eigenen Post) Der Autounfall hier in der Nähe ermöglichte einen schönen Bitchfight auf Facebook zwischen Betroffenem und einer Person, die meinte, er sei selbst Schuld (Ich schwanke noch zwischen lachen und heulen) Sherlock kommt auf ARD oder so, also mal genau da, wo es nicht kommen sollte, um erfolgreich zu sein. Zusätzlich dazu kommen wohl auch die Staffeln mit Matt Smith als Doktor von Doctor Who bald oder bereits im deutschen Fernsehen, und viel wichtiger: Conan und One Piece kommen auf Viva! o.o Gut, dass ich jetzt Fernsehen habe! (Ich hab Fernsehen, everybody!) Es gibt schwule Wölfe (Will dazu immernoch einen Beweislink, aber selbst, wenn es nicht stimmt, bin ich froh, zu diesem Gerücht beigetragen zu haben) Und am Allerwichtigsten: 30 Minuten auf dem Crosstrainer stehen verbrennen scheinbar keine Kalorien. Man muss sich da drauf auch bewegen. Mist. Dabei hatte ich extra höchste Stufe.. Kann mir sowas nicht mal jemand sagen? Stand ich da ne Stune drauf. Trotz oftiger Auseinandersetzungen, sind Telefonate mit R. äußerst amüsant. Und ja, ich schreibe das hier nur, um nächsten Montag Frau K. diese Dinge sagen zu können. Weiterhin Gespräche mit ihr darüber zu führen, warum ich nicht denke, dass ich mehr [frische Luft, Kontakt zu Arschlöchern, Quadratmeter, Liebesleben*] haben sollte, nervt mittlerweile etwas.

In diesem Sinne..

* Ja, nach nun einem Jahr Therapie hab ich ihr scheinbar ein paar Dinge verschwiegen, so what? Es gibt einfach Menschen, bei denen weiß man, dass es nichts bringt. Meine Therapeutin gehört dazu. Ist ja nicht so, als hätte ich es vollkommen verschwiegen. Ich hab’s kurz mal erwähnt, dann weitergesprochen, seitdem wurde es ignoriert. So wie sich das gehört in einer guten Therapie.

Januar 8, 2012

#14 Fuck Resolutions

Bin gerade nicht wirklich unfaul genug, ordentliche Sätze zu bilden, deshalb:

Frohes Neues.

Bin jetzt 19.

Sport wird nichts.

Finde gerade alles doof.

Will auch am Liebsten alle schlagen.

Und ihr so?

Dezember 26, 2011

#13 Bis däänn!

Falls jemand möchte – Fröhliche Weihnachten nachträglich. Hatte da schon was vorbereitet, bin aber zu faul gewesen, es zu veröffentlichen. Oder zu.. bla, ähm.. hier.. Egal.

Ich glaube nicht, dass ich dieses Jahr noch etwas posten werde – Who cares anyway? – also hiermit schon einmal: Ein paar -hoffentlich- schöne, entspannte Resttage!

Wir sehen uns 2012!

Dezember 9, 2011

#12 Presumption

Indem ich jetzt sage, was ich sage, mach ich eigentlich genau das, worum es geht. Whä. >_< Ich nehme mal an, dass es fast jeden stört, wenn Andere irgendwelche Mutmaßungen anstellen. 

Spontan fallen mir dabei nur all die Lackaffen ein, die denken, dass man wegen ihnen so oder so handelt.

Beispiel aus Once Upon A Time: Snow hat sich von ihrer freiwilligen Arbeit im Krankenhaus abgemeldet, weil Prince Charming (mit dem sie in einem Alternativuniversum zusammen ist.. Immerhin ist sie Snow White und er Prince Charming) verheiratet ist und sie sich nicht in die Ehe hängen will. Sie hatte davor ein Date mit dem Ekel aus Alias, Heroes, The Vampire Diaries und so ziemlich jeder anderen Serie, in der es ein Ekel geben soll. Der ist im Krankenhaus auch Arzt von Prince Charming. Ich mag den Schauspieler zwar, aber er spielt hat ständig irgendwelche manipulativen, hinterhältigen Sackgesichter. Er kommt also ein paar Wochen später, nachdem sie sich abgemeldet hat und lang nach ihrem Date!, zu ihr, während sie im Café sitzt und meint, dass sie doch  bitte wieder da arbeiten soll und er wisse, wie untoll seine Aktion bei ihrem Date war, aber er würde sich sehr freuen, wenn sie trotzdem wieder im Krankenhaus wäre.

Auch gut sind Schulgeschichten. Ich hatte mich z.B. in Sozialkunde oder Geschichte geweigert, mein Handy wegzulegen, falls etwas mit Mama ist. Damals war es i.Ü. nicht wegen irgendwelcher Depressionen oder Angststörungen, sondern tatsächlich wegen einer auch von den meisten Idioten als “Krankheit” akzeptierte Sache – bevor hier jemand etwas annimmt.. Meine Lehrerin (die von Noelle auch einmal Fotze getauft wurde) meinte dann, darüber zu urteilen. Dass meine Zukunft mir wichtig sein sollte und wichtiger als ein paar Sms. Als ich erklärt hab, wieso, war sehr stark zu erkennen, dass sie das anzweifelte.

Warum? Weil ich nicht heulend um den Schulhof gelaufen bin, als ich davon erfahren hab, dass meine Mama krank ist? Oder weil ich normal darüber sprechen konnte? Zum Schluss wurde mir zumindest weiterhin unterstellt, dass ich keine Ahnung hätte, wie man Prioritäten setzt und dass meine Mama dafür Verständnis haben sollte, würde sie mich lieben.

Ja, hat sie auch. Aber soll ich mich auf die scheiß Klausur konzentrieren können, wenn ich nicht weiß, ob sie anruft, falls irgendwas ist, bzw weiß, dass ich es nicht mitbekommen würde, weil mein Handy aus ist?

Es gibt tausende dieser Dinge und das Problem ist nicht einmal, dass Leute Dinge annehmen. Machen ja die Meisten doch sehr oft, oder nicht? Mich stört nur, wie es hingestellt wird. Diese selbstgefällige Art, mit der sie da stehen und meinen, urteilen und annehmen zu können, obwohl sie einen Dreck wissen.

Außerdem nervt es, wenn Erklärungsversuche belächelt werden. Die Personen wissen ja, dass sie eigentlich recht haben und es uns nur peinlich ist, zuzugeben, dass wir in Wirklichkeit tatsächlich gerne 00 NP in unserem Leistungskurs in Kauf nehmen, um sofort zu wissen, ob wir von dem Typen von letztem Wochenende eine Sms in den letzten 135 Minuten bekommen haben.

Vielleicht noch schlimmer sind allerdings positive Annahmen. Man ist mit Freunden einkaufen, an der Kasse und sie meinen, sie haben nicht genug Geld mit (wieso kauft ihr ein?) während man selbst gerade nach dem Geld sucht, um sich Kippen zu holen, woraufhin sie glauben, man wolle ihnen gerne die 35 Euro für ihren Wochenendseinkauf geben. Oder wenn man sich fünf Tequila holt und irgendwer denkt, dass einer davon für ihn ist. “Nein, Arschloch, ich hab Daddy Issues und will mich besaufen. Boaah!”

Dezember 7, 2011

#11 Angermanagement

Falls ich es so sagen darf, dieses Wochenende war beschissen und falls du ein potentieller Vater bist, bin ich vermutlich gerade dabei, dich in meinem Kopf auf sehr schmerzhafte Weise zu töten.

Ich weiß noch nicht genau, was ich machen werde, aber ich glaube, es wird irgendwas extrem.. Amüsantes. Vielleicht stell ich einen BDSM Unfall nach. “Oops, der Plug ist stecken geblieben, deshalb sind seine Gedärme geplatzt.” oder etwas Ähnliches. Ich nehm mal an wenn irgendwelches Zeugs stecken bleibt, wird man wohl noch zum Arzt kommen, bevor* da wirklich was passiert.. Wird also etwas Anderes sein, damit dann berichtet wird:

Dieses Wochenende ist erneut eine Person durch die Einflüsse der gemeingefährlichen Bondage Dominance Submission Sado Maso Szene zu Tode gekommen. PETA Mitglieder protestieren, da die Peitschen scheinbar aus Echtleder produziert wurden.

[Name] war ein [Job] und erst [Alter] Jahre alt, als er eine gute Bekannte bat, mit ihm den Club Domission zu besuchen.

“Er hat mich quasi dazu gezwungen und meinte, als er seine(n) Freundin/Frau/Freund/Ehemann gebeten hat, ihm eine Sexschaukel zu Weihnachten zu schenken, habe die/der ihn ausgelacht. Also bin ich einfach nur mit ihm hingegangen, aber draußen geblieben und irgendwann kamen die vier vietnamesischen Männer, mit denen er gerade Sex hatte rausgestürmt, weil es drin kein Netz gab und da war es schon zu spät.” berichtet die 19 Jährige. Einer dieser Männer scheint ihr Vater gewesen zu sein.

Trotz dieses tragischen Ereignisses lässt sie sich nicht unterkriegen.

Menschen müssen aufgeklärt werden,” meint sie und fügt hinzu, dass sie über diesen schrecklichen Abend ein Buch verfassen wird und auf Tour gehen wird, um so auch die Asis aus dem Osten zu erreichen.

 

Haben Sie Erfahrungen gemacht, die Sie teilen wollen? Rufen Sie an oder schreiben Sie eine E-Mail an bdsmawareness@[fernsehsender].tv Für Fragen melden Sie sich auf unserer [fernsehsender] hotline unter [nummer].

Eigentlich bin ich nur wütend auf Jeden und Alles und vor allem auf mich. Und deshalb bestelle ich mir jeden Tag ein Buch von medimops. So sieht’s aus.

Und dass die Leute auf Goodreads einfach mal voll einen mitlaufen haben, hilft auch nicht. (Cassandra Clare hat den Best Author-Goodreads Choice Award bekommen, JR Ward hat PNR gewonnen, Becca Fitzpatrick ist auch irgendwo auf der Liste und generell sind die doch alle bekloppt.)

Aber mal was Anderes: Was macht ihr so zu Weihnachten oder generell im Dezember? Wie war Nikolaus? Spielt hier noch irgendwer gerade Pokemon? (So. Gut.)

Ich glaub, ich mach mir jetzt Gemüseburger. : ( Bin nur am Fressen. BMI bestimmt bald so bei süßen 30 :’D Letzte Woche hatte ich noch schön wenig gegessen, wegen Wochenende und so, aber das war ja dann so fail, dass ich seitdem nur schlafen und essen will. Oder nur schlafen. Schlafen ist gut. Intravenöses Lesen wäre auch geil. So ähnlich wie bei.. Was war’s? Jimmy Neutron oder so? Der hat Buchkaugummies erfunden. Kam, als ich  noch mit Matze befreundet war.. Also vor der 8.Klasse? Zumindest hat man da die Kaugummies gegessen und wusste dann alles, was im Buch stand.

Wie geil das wär..

Und zack, hab mich von extremem Unwohlsein abgelenkt. #win

* Süß. Hab erstmal befor(e) geschrieben. Falls ähnlich dumme Rechtschreibfehler gefunden werden, bitte sagen. Ich hasse sowas. >_< Middlewhile goes that whole Engleutsh thing to wide.

November 29, 2011

#10 Don’t You Want Me, Society?

You think you’ve changed your mind? You better change it back.

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